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Ohr (RD)

20 Minuten Lesezeit

Die Hauptaufgabe des Hörorgans besteht darin, Schallwellen aufzunehmen und in elektrische Signale umzuwandeln, die anschließend an das zentrale Nervensystem weitergeleitet werden.

Das äußere Ohr fungiert dabei als Schalltrichter: Es nimmt die Schallwellen aus der Umgebung auf und leitet sie zum Trommelfell, das dadurch in Schwingung versetzt wird.

Im Mittelohr werden diese Schwingungen verstärkt. Die drei Gehörknöchelchen: Hammer, Amboss und Steigbügel übertragen die Bewegungen des Trommelfells auf das ovale Fenster, das die Grenze zum Innenohr bildet.

Im Innenohr befindet sich die Cochlea, ein mit Flüssigkeit gefülltes System. Dort liegt das Corti-Organ, welches die eigentliche Sinnesstruktur des Hörens darstellt. In diesem Bereich wandeln spezialisierte Haarzellen die mechanischen Schwingungen in elektrische Impulse um, die schließlich über Nervenbahnen an das Gehirn weitergeleitet werden.

Anatomie des Ohres

Das äußere Ohr fungiert dabei als Schalltrichter: Es nimmt die Schallwellen aus der Umgebung auf und leitet sie zum Trommelfell, das dadurch in Schwingung versetzt wird.

Es besteht aus:

  • der Ohrmuschel 
  • dem äußeren Gehörgang

Die Ohrmuschel ist der von außen sichtbarer Teil des Ohres.

Lage und Aufbau

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Unterstützt das Richtungshören
  • Form: trichterförmig aufgebaute Hautfalte
  • Größe und Gewicht: stark variabel
Ohrmuschel (auricula)
Ohrmuschel
  • Aufbau:
    • Unter der Haut: elastischer Knorpel → verleiht Form und Stabilität
    • Ohrläppchen (Lobulus auriculae): knorpelfrei
  • Wichtige Strukturen:
    • Tragus: kleiner, oft mit Haaren besetzter, Knorpelvorsprung vor dem Eingang des Gehörganges
    • Antitragus: kleiner Höcker oberhalb des Ohrläppchens
    • Helix: eingerollter oberer Rand der Ohrmuschel
    • Antihelix: bogenförmige Erhebung unterhalb der Helix

Funktionen

  • Schallaufnahme: Fängt Schallwellen aus der Umgebung auf, ähnlich einem Trichter
  • Schallleitung: Leitet die aufgenommenen Schallwellen in den äußeren Gehörgang weiter
  • Richtungswahrnehmung: Unterstützt die räumliche Ortung von Schallquellen
  • Schallverstärkung: Bestimmte Frequenzen werden durch die Form der Ohrmuschel leicht verstärkt.
  • Schutzfunktion: Die Struktur der Ohrmuschel und ihre Stellung am Kopf helfen, das Ohr vor direktem Wind, Fremdkörpern und Verletzungen zu schützen
 Definition

Der äußere Gehörgang verbindet die Ohrmuschel mit dem Trommelfell (Membrana tympani).

Lage und Aufbau

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Verstärkt Schall durch Resonanz bei der Weiterleitung
  • Verlauf: Vom äußeren Gehörgang (Porus acusticus externus) bis zum Trommelfell
  • Form: rohrförmig und mit Haut (Epidermis) ausgekleidet
  • Länge: Ca. 3–4 cm
  • Breite: Etwa 5–10 mm
  • Wichtige Strukturen:
    • Meatus acusticus externus: äußerer Eingang des Gehörganges 
    • Isthmus meatus: Engstelle zwischen knorpeligem und knöchernem Teil
    • Membrana tympani: Trommelfell am medialen Ende
    • Glandulae sebaceae + ceruminosae: Ohrenschmalzdrüsen im äußeren Drittel
Äußeres Ohr und äußerer Gehörgang (Meatus acusticus externus)
Äußeres Ohr und äußerer Gehörgang

Funktionen

  • Leitet Schallwellen zum Trommelfell
  • Schützt das Trommelfell vor Schmutz, Mikroorganismen und Fremdkörpern
  • Selbstreinigung durch Cerumen und Hautwanderung
  • Resonanzraum: Verstärkt bestimmte Schallfrequenzen
 Definition

Das Trommelfell ist eine dünne, oval-förmige Membran, die den äußeren Gehörgang vom Mittelohr trennt. Es dient der Übertragung von Schallwellen auf die Gehörknöchelchen.

Lage und Aufbau

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Überträgt Schall auf die Gehörknöchelchen und schützt das Mittelohr
  • Form: Annähernd rund, leicht trichterförmig
  • Fläche: Etwa 0,5 cm²
  • Dicke: Ca. 0,1 mm
  • Lage: Schräg am Ende des äußeren Gehörgangs gelegen

Wichtige Strukturen des Trommelfells:

  • Umbo: tiefster Punkt der Trichterform, Ansatz des Hammergriffs
  • Incus (Amboss): Mittleres Gehörknöchelchen → überträgt Schwingungen vom Hammer auf den Steigbügel
  • Stapes (Steigbügel): Innerstes und kleinstes Gehörknöchelchen → überträgt Schwingungen des Ambosses auf das ovale Fenster des Innenohrs
Trommelfell (Membrana tympanica)
Ansicht auf das Trommelfell

Funktionen

  • Überträgt Schallschwingungen vom Amboss auf die Gelenkknöchelchen des Innenohrs
  • Wandelt mechanische Schwingungen in Flüssigkeitsdruckwellen um
  • Dämpfung zu starker Schwingungen → Schutz vor zu lauten Geräuschen

Das Mittelohr liegt im Felsenbein und fungiert als Schallverstärker

Es setzt sich aus folgenden Strukturen zusammen:

  • Paukenhöhle (Cavum tympani)
  • Eustachische Röhre/Ohrtrompete (Tuba auditiva) 

In der Paukenhöhle befinden sich die Gehörknöchelchen, Muskeln sowie wichtige Leitungsbahnen. Über die Tuba auditiva besteht eine Verbindung zum Nasopharynx, die dem Druckausgleich dient.

 Definition

Die Paukenhöhle befindet sich zwischen Trommelfell und Innenohr. Sie ist ein luftgefüllter, mit Schleimhaut ausgekleideter Hohlraum im Felsenbein. Sie enthält die Gehörknöchelchen, die Gehörmuskeln sowie wichtige Leitungsbahnen.

Lage und Aufbau

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Überträgt Schall auf das Innenohr und sorgt für eine Impedanzanpassung
  • Lage: Im Felsenbein gelegen
  • Größe: Etwa 15 mm lang, 5 mm breit, mit einem Füllvolumen von ca. 0,8 ml
  • Enthält Luft zur Schallübertragung 
  • Auskleidung: dünne, drüsenfreie Schleimhaut 
  • Schleimhaut bildet zahlreiche Falten und Einbuchtungen → Unterteilung in kleinere Abschnitte 
  • Wichtige Strukturen:
    • Gehörknöchelchenkette:
      • Hammer (Malleus): steht mit dem Trommelfell in Verbindung
      • Incus (Amboss): leitet Schwingungen vom Hammer an den Steigbügel weiter
      • Stapes (Steigbügel): überträgt Schwingungen auf das ovale Fenster des Innenohrs
    • Chorda tympani: Nervenast des Nervus facialis → Geschmack und Speichelproduktion
    • M. tensor tympani: reguliert die Spannung des Trommelfells
    • Fenestrum vestibuli (ovales Fenster): Verbindung zum Innenohr, Ansatz des Steigbügels
    • Fenestrum cochleae (rundes Fenster): dient dem Druckausgleich im Innenohr
Mittelohr (Ansicht auf Trommelfell von medial)
Mittelohr (Ansicht auf das Trommelfell von medial)

Gehörknöchelenkette:

 Definition

Es gibt 3 Gehörknöchelchen, die hintereinander liegen: der Hammer (Malleus), der Amboss (Incus) und der Steigbügel (Stapes). Sie bilden eine Kette vom Trommelfell bis zum ovalen Fenster des Innenohrs und übertragen die Schwingungen des Trommelfells auf die Flüssigkeit der Hörschnecke (Cochlea).

Gehörknöchelchen (Ossicula auditus)
Aufbau der Gehörknöchelenkette
 Info

Der Steigbügel ist dabei der kleinste Knochen des menschlichen Körpers.

Funktionen

  • Schallübertragung vom Trommelfell über die Gehörknöchelchenkette zum Innenohr
  • Druckausgleich über die Tuba auditiva
  • Schutz des Innenohrs durch Dämpfung starker Schallvibrationen
 Definition

Die Eustachische Röhre, auch Ohrtrompete oder Tuba auditiva genannt, ist eine feine Verbindung zwischen der Paukenhöhle und der Rachenhöhle.

Lage und Aufbau

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Ermöglicht den Druckausgleich zwischen Mittelohr und Rachenraum und unterstützt die Reinigung der Paukenhöhle
  • Lage: Verbindet die Paukenhöhle mit dem Rachenraum
  • Form: röhrenförmig 
  • Länge: Etwa 3,5 cm
  • Die Röhre ist innen mit Schleimhaut ausgekleidet, die Flimmerhärchen trägt 

    Paukenhöhle (Cavum tympani): Etagen des Mittelohres
    Paukenhöhle

Funktionen

  • Belüftung der Paukenhöhle
  • Druckausgleich im Mittelohr
  • Reinigung und Schutz

Das Innenohr liegt im Felsenbein und ist für die Hörwahrnehmung und das Gleichgewicht verantwortlich.

Es setzt sich aus folgenden Strukturen zusammen: 

  • Hörschnecke (Cochlea)
  • Vestibularapparat 

In der Cochlea befindet sich das Corti-Organ mit den Haarzellen, die Schallschwingungen in elektrische Signale umwandeln.

Der Vestibularapparat dient der Wahrnehmung von Lage und Bewegung des Kopfes. Die aufgenommenen Reize werden über den N. vestibulocochlearis (VIII) an das Gehirn weitergeleitet.

Aufgrund des vielschichtigen Kanalsystems im Inneren des Felsenbeins wird das Innenohr auch als knöchernes Labyrinth bezeichnet. Dieses bildet ein Gehäuse für das Hör- und Gleichgewichtsorgan.

 Definition

Die knöcherne Cochlea ist ein schneckenförmig aufgebautes Kanalsystem. In ihr verlaufen drei übereinander angeordnete, mit Flüssigkeit gefüllte Gänge. Der mittlere dieser Gänge, der Ductus cochlearis, enthält das Corti-Organ, das für die Hörwahrnehmung zuständig ist.

Lage, Aufbau und Funktion

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Dient dem Schutz des membranösen Labyrinths
  • Form: Schneckenförmiges Kanalsystem mit etwa zweieinhalb Windungen
  • Größe: Ungefähr 9 × 5 × 30 mm (im entrollten Zustand)
  • Wandelt mechanische Schallschwingungen in elektrische Nervenimpulse um
  • Schwingungen werden über die Gehörknöchelchen ins Innenohr übertragen
  • In der Cochlea werden Flüssigkeitsbewegungen ausgelöst
  • Diese reizen die Haarzellen im Corti-Organ
  • Haarzellen erzeugen daraus elektrische Signale, die über den Hörnerv ans Gehirn weitergeleitet werden
Aufbau der Cochlea
Aufbau der Hörschnecke
Corti-Organ
Corti-Organ

Der Vestibularapparat ist der Teil des Innenohrs, der für das Gleichgewicht und die Raumorientierung verantwortlich ist.

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Wahrnehmung von Gleichgewicht, Lage und Bewegung des Kopfes
  • Lage: im Innenohr im Felsenbein, in unmittelbarer Nähe zur Cochlea
  • Form: komplexes Hohlraumsystem mit mehreren miteinander verbundenen Bogengängen und Bläschen

Der Vestibularapparat besteht aus zwei Anteilen:

  • Knöchernes Labyrinth: Hohlraumsystem im Felsenbein
  • Membranöses Labyrinth: dünnwandige Strukturen im Inneren, gefüllt mit Endolymphe
  • Drei Bogengänge → erfassen Drehbewegungen des Kopfes
Bogengangsorgane (Ductus semicirculares)
Vestibularapparat
 Tipp
Klinischer Bezug: Morbus Menière 

Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohrs, die durch die typische Trias aus Drehschwindel, Tinnitus und Hörminderung gekennzeichnet ist.

Ursächlich ist vermutlich eine Vermehrung der Endolymphe im Innenohr. Es wird angenommen, dass es dabei zu einem Riss der Reissner-Membran kommt. Dadurch vermischen sich die kaliumreiche Endolymphe und die natriumreiche Perilymphe.

Diese veränderte Zusammensetzung führt zu einer Störung der Haarzellen und Nervenfasern, wodurch es zu den typischen, plötzlich auftretenden Beschwerden kommt.

Funktionen

  • Erfasst Bewegungen und Lageveränderungen des Kopfes sowie die Körperhaltung im Raum
  • Ermöglicht:
    • Gleichgewicht
    • Orientierung
    • Koordination der Augen- und Körperbewegungen
 Info

Die im Innenohr entstehenden Sinnesreize werden über den VIII. Hirnnerv (N. vestibulocochlearis) weitergeleitet:

  • Der N. cochlearis überträgt die Hörinformationen aus der Cochlea
  • Der N. vestibularis überträgt die Gleichgewichtsinformationen aus dem Vestibularorgan 
  • Im Gehirn werden beide Signale verarbeitet und miteinander koordiniert
 Merke

Die Gleichgewichtsinformationen werden im Vestibularapparat des Innenohrs aufgenommen und über eine mehrstufige neuronale Verschaltung im ZNS verarbeitet.

Peripheres Neuron (1. Neuron)

  • Haarzellen in den Bogengängen sowie im Utriculus und Sacculus registrieren Lage- und Bewegungsänderungen
  • Diese geben die Reize über Transmitterfreisetzung an die Dendriten bipolaren Nervenzellen weiter
  • Die Zellkörper dieser Nervenzellen liegen im Ganglion vestibulare
 Info

Die Axone bilden den N. vestibularis, der Teil des N. vestibulocochlearis (VIII) ist

Zentrale Verschaltung (2. Neuron)

  • Umschaltung in den Vestibulariskernen im Hirnstamm (Medulla oblongata)
  • Diese erhalten zusätzlich Informationen aus:
    • dem visuellen System
    • der Propriozeption
 Info
Durch diese Integration entsteht ein räumliches Gleichgewichtsempfinden.

Weiterleitung zu Zielstrukturen

Von den Vestibulariskernen ziehen Bahnen zu:

  • Augenmuskelkerne → Steuerung des vestibulo-okulären Reflexes (Blickstabilisierung)
  • Kleinhirn → Koordination und Feinabstimmung von Bewegungen
  • Rückenmark → Regulation von Haltung und Muskeltonus
  • Thalamus und Kortex → bewusste Wahrnehmung von Lage und Bewegung
Zentrale vestibuläre Verschaltung
Ablauf zentral vestibuläre Verschaltung
 Tipp
Klinischer Bezug: Schwindel

Schwindel entsteht durch eine Störung im Gleichgewichtssystem, also im Vestibularapparat, im N. vestibularis oder in der zentralen Verarbeitung im Gehirn. Durch fehlerhafte oder widersprüchliche Informationen über die Kopfposition kommt es zu einem Missverhältnis zwischen vestibulären, visuellen und propriozeptiven Reizen.

Das Gehirn interpretiert diese fehlerhaften Signale als Bewegung, obwohl keine oder eine andere Bewegung vorliegt.

  • Folge:
    • Dreh- oder Schwankschwindel
    • Gangunsicherheit
    • Übelkeit und Erbrechen
 Tipp
Klinischer Bezug: Nystagmus

Ein Nystagmus ist ein Zustand, bei dem es zu unkontrollierten, rhythmischen Bewegungen eines oder beider Augen kommt.

Ein Nystagmus kann ein Indikator für eine Störung im vestibulären System sein. Dieses System ist verantwortlich für die Erkennung von Kopfbewegungen und die Übermittlung dieser Informationen an das Gehirn. Wenn das vestibuläre System gestört ist, kann das Gehirn falsche Signale erhalten, was zu einer Fehlausrichtung der Augenbewegungen führt. 

Die Hauptaufgabe des Hörorgans besteht darin, Schallwellen aufzunehmen und in elektrische Signale umzuwandeln, die anschließend an das zentrale Nervensystem weitergeleitet werden.

Das äußere Ohr fungiert dabei als Schalltrichter: Es nimmt die Schallwellen aus der Umgebung auf und leitet sie zum Trommelfell, das dadurch in Schwingung versetzt wird.

Im Mittelohr werden diese Schwingungen verstärkt. Die drei Gehörknöchelchen: Hammer, Amboss und Steigbügel übertragen die Bewegungen des Trommelfells auf das ovale Fenster, das die Grenze zum Innenohr bildet.

Im Innenohr befindet sich die Cochlea, ein mit Flüssigkeit gefülltes System. Dort liegt das Corti-Organ, welches die eigentliche Sinnesstruktur des Hörens darstellt. In diesem Bereich wandeln spezialisierte Haarzellen die mechanischen Schwingungen in elektrische Impulse um, die schließlich über Nervenbahnen an das Gehirn weitergeleitet werden.

Anatomie des Ohres

Äußeres Ohr:

Das äußere Ohr fungiert dabei als Schalltrichter: Es nimmt die Schallwellen aus der Umgebung auf und leitet sie zum Trommelfell, das dadurch in Schwingung versetzt wird.

Es besteht aus:

  • der Ohrmuschel 
  • dem äußeren Gehörgang

Trommelfell:

 Definition

Das Trommelfell ist eine dünne, oval-förmige Membran, die den äußeren Gehörgang vom Mittelohr trennt. Es dient der Übertragung von Schallwellen auf die Gehörknöchelchen.

Mittelohr:

Das Mittelohr liegt im Felsenbein und fungiert als Schallverstärker

Es setzt sich aus folgenden Strukturen zusammen:

  • Paukenhöhle (Cavum tympani)
  • Eustachische Röhre/Ohrtrompete (Tuba auditiva) 

In der Paukenhöhle befinden sich die Gehörknöchelchen, Muskeln sowie wichtige Leitungsbahnen. Über die Tuba auditiva besteht eine Verbindung zum Nasopharynx, die dem Druckausgleich dient.

Innenohr:

Das Innenohr liegt im Felsenbein und ist für die Hörwahrnehmung und das Gleichgewicht verantwortlich.

Es setzt sich aus folgenden Strukturen zusammen: 

  • Hörschnecke (Cochlea)
  • Vestibularapparat 

In der Cochlea befindet sich das Corti-Organ mit den Haarzellen, die Schallschwingungen in elektrische Signale umwandeln.

Der Vestibularapparat dient der Wahrnehmung von Lage und Bewegung des Kopfes. Die aufgenommenen Reize werden über den N. vestibulocochlearis (VIII) an das Gehirn weitergeleitet.

Aufgrund des vielschichtigen Kanalsystems im Inneren des Felsenbeins wird das Innenohr auch als knöchernes Labyrinth bezeichnet. Dieses bildet ein Gehäuse für das Hör- und Gleichgewichtsorgan.

Zentral vestibuläre Verschaltung:

  1. Neuron (peripher):
    1. Haarzellen (Bogengänge, Utriculus, Sacculus) → Reizaufnahme → Weiterleitung an bipolare Nervenzellen im Ganglion vestibulare
      → Axone bilden den N. vestibularis (Teil von VIII)
  2.  Neuron (zentral):
    1. Umschaltung in den Vestibulariskernen (Hirnstamm) → Integration mit visuellen und propriozeptiven Informationen
  3. Weiterleitung:
    1. Augenmuskelkerne → Blickstabilisierung 
    2. KleinhirnKoordination
    3. RückenmarkHaltung/Muskeltonus
    4. Thalamus/Kortex → bewusste Wahrnehmung

Wenn ihr mehr wissen möchtet, empfehlen wir euch die verlinkten Artikel aus der Vorklinik.

  • Auditorisches System
  • Vestibuläres System
  • Mayerhofer A, Kirsch, J Aust, G, Mense, S Engele, J: Duale Reihe Anatomie. Georg Thieme Verlag, 2024. ISBN: 9783132452572
  • Conrad, A: retten - Anatomie Physiologie, Georg Thieme Verlag, 2024. ISBN: 9783132421172
  • Schünke et al.: Prometheus Lernatlas der Anatomie: Kopf, Hals und Neuroanatomie. 4. Auflage Thieme 2015, ISBN: 978-3-131-39544-3
Zuletzt aktualisiert am 27.05.2026
Auge und Augenhöhle (RD)
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