Medi Know
Logo Image

Omphalitis

SK
7 Minuten Lesezeit

Unter Omphalitis versteht man eine eitrige Entzündung des Nabels durch bakterielle Erreger im Neugeborenenalter. Aufgrund der anatomischen Lage kann es schnell zu septischen Verläufen kommen, sodass eine systemische Antibiotikatherapie immer indiziert ist, um Komplikationen zu vermeiden. Durch konsequente prophylaktische Nabelhygiene ist die Erkrankung vermeidbar und kommt heute nur noch selten vor.

Die häufigsten Erreger einer Omphalitis sind:

  • Staphylococcus aureus
  • Streptokokken
  • Gramnegative Erreger
 Merke

Die häufigsten Erreger der Omphalitis sind grampositivie Kokken (aerob).

  • Peri-umbilikale Rötung
  • Induration des Gewebes, ggf. mit Ulzeration
  • Fieber als Zeichen einer systemischen Entzündungsreaktion

Unbehandelt kann die Omphalitis zu gefährlichen Komplikationen führen, darunter:

  • Nabelphlegmone
  • Infektion der Nabelgefäße mit Ausbreitung der Erreger
  • Neugeborenensepsis, die eine lebensbedrohliche systemische Infektion darstellt

Die Diagnose wird primär durch Blickdiagnose aufgrund der typischen lokalen Entzündungszeichen gestellt. Ergänzend können folgende Maßnahmen helfen:

  • Blutkulturen, um systemische Erreger nachzuweisen
  • Abstrich des Nabels bei purulenter Sekretion zur Identifizierung spezifischer Keime
Omphalitis eines Erwachsenen
Omphalitis 

Die Behandlung einer Omphalitis erfolgt durch eine Kombination aus systemischer Antibiotikatherapie und chirurgischen Maßnahmen, falls notwendig.

  • Systemische intravenöse Antibiotikatherapie: sofortiger Beginn bei eindeutigen klinischen Zeichen für eine Dauer von 10 Tagen
    • Ampicillin/Sulbactam (Breitbandabdeckung): z.B. 25/12,5 mg/kgKG i.v. alle 12 h
    • Bei Verdacht auf Anaerobier: Clindamycin (Off-label-use, z.B. 5–7,5 mg/kgKG i.v. alle 6–12 Std.) oder Metronidazol (i.v. Einzeldosis 7,5mg/kg; 3 Tage Dosis alle 8h wiederholen, als Kurzinfusion über 1 Stunde)
    • Bei Verdacht auf MRSA: Vancomycin (10 mg/kgKG i.v. pro Einzeldosis, verteilt auf 2-4 Gaben je nach Alter des Neugeborenen)
  • Chirurgische Lokalbehandlung bei:
    • Abszedierungen
    • Nekrosen
 Merke

Eine frühzeitige und konsequente Therapie reduziert das Risiko von Komplikationen erheblich.

Die Prävention spielt eine zentrale Rolle, um eine Omphalitis zu vermeiden. Essentielle Maßnahmen umfassen:

  • Trockenhalten des Nabels in der postnatalen Phase
  • Nabelhygiene durch sanfte Reinigung und Pflege

Ein konsequentes Hygienemanagement in der Geburtsklinik und zu Hause trägt dazu bei, das Risiko einer Infektion signifikant zu senken.

Zuletzt aktualisiert am 28.01.2025
Embryofetopathien durch Infektionserreger
Plötzlicher Säuglingstod
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz