Zusammenfassung

Ondansetron ist ein Antiemetikum aus der Gruppe der selektiven 5-HT3-Rezeptorantagonisten, das vor allem zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird.
Es wirkt durch kompetitive Blockade von 5-HT3-Rezeptoren (Serotoninrezeptoren), die insbesondere im Brechzentrum der Area postrema sowie an vagalen Afferenzen im Gastrointestinaltrakt vorkommen. Dadurch wird die Auslösung des Brechreizes gehemmt und eine antiemetische Wirkung erzielt.
Der Wirkeintritt erfolgt meist innerhalb von etwa 5 Minuten, die Wirkdauer beträgt ungefähr 4 Stunden.
Klinisch relevant ist das Risiko einer dosisabhängigen QT-Zeit
Lernkarte

Wirkstoffklasse und Etikett
- Wirkstoffklasse: Antiemetika
, Serotonin-Rezeptor-Antagonisten - Handelsnamen: z.B. Zofran®, Ondansetron-ratiopharm®, Ondansetron HEXAL®, Ondansetron STADA®, Ondansetron Fresenius®
Indikationen
- Übelkeit und Erbrechen
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit
- Gleichzeitige Einnahme von Apomorphin
(Anti-Parkinson-Medikament) - Schwangerschaft & Stillzeit
- QT-Verlängerung
Dosierung
- Erwachsene: 4 mg i.v oder p.o.
- Kinder: 0,15 mg/kgKG i.v.
Besonderheiten
- Aufgrund der dosisabhängigen QT-Verlängerung besteht eine strenge Indikationsstellung bei Elektrolytstörungen und der Einnahme anderer Medikamente, die die QT-Zeit
verlängern können → EKG -Monitoring
Wirkeintritt/-dauer
- Wirkeintritt: innerhalb von 5 min
- Wirkdauer: ca. 4 Std
- Metabolisierung: überwiegend hepatisch über CYP3A4
, CYP2D6 und CYP1A2 zu inaktiven Metaboliten - Ausscheidung: überwiegend renal über den Urin
Wirkung
- Ondansetron ist ein kompetitiver Antagonist
von 5-HT3-Rezeptoren (Serotoninrezeptoren) - Diese Rezeptoren befinden sich insbesondere im Brechzentrum (Area postrema)
- Durch die Hemmung kann die Auslösung des Brechreizes verhindert werden → Antiemetische Wirkung
Wechselwirkungen
- Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
- QT-verlängernde Medikamente
(z. B. Amiodaron , Haloperidol) → Erhöhtes Risiko für QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen - Serotonerge Substanzen (z. B. SSRI, SNRI) → Erhöhtes Risiko eines serotonergen Syndroms
- CYP
-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Clarithromycin) → Erhöhte Ondansetron-Plasmaspiegel
- QT-verlängernde Medikamente
- Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
- CYP
-Induktoren (z. B. Rifampicin , Carbamazepin, Phenytoin) → Beschleunigter Metabolismus und verminderte antiemetische Wirkung
- CYP
- Kontraindizierte Kombination:
- Apomorphin
→ Schwere Hypotonie und Bewusstseinsverlust möglich
- Apomorphin
Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen
- QT-Verlängerung
- Wärmegefühl und Flush
- Obstipation
- Sehstörungen
- Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle
Lagerung
- Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
- Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
Weiterführende Artikel
Antiemetika Long-QT-Syndrom
Quellen
- ratiopharm GmbH: Fachinformation Ondansetron-ratiopharm® Injektionslösung, Stand: August 2022
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
