
Ösophagusdivertikel sind pathologische Ausstülpungen der Wand des Ösophagus, die als Pulsions- oder Traktionsdivertikel klassifiziert werden. Pulsionsdivertikel entstehen durch erhöhten intraluminalen Druck, der die Mukosa und Submukosa durch Schwachstellen in der Muscularis presst, während Traktionsdivertikel durch Zugkräfte von außen entstehen, oft aufgrund von Entzündungen oder malignen Prozessen im Mediastinum. Typische Lokalisationen für diese Divertikel sind zervikal (Zenker-Divertikel), parabronchial und epiphrenisch, wobei das Zenker-Divertikel das häufigste ist und mit Symptomen wie Dysphagie, Regurgitation und Halitosis assoziiert ist. Die Diagnose erfolgt mittels Anamnese, Ösophagusbreischluck und Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD), und die Behandlung variiert von konservativ bei asymptomatischen Fällen bis hin zu chirurgischen Eingriffen bei großen, symptomatischen oder komplizierten Divertikeln.
- Feußner H, Hüser N, Wilhelm D et al (2017) Operative Therapie von Divertikeln der Speiseröhre : Endoskopisch oder offen? Chirurg 88:196–203. https://doi.org/10.1007/s00104-016-0344-5


