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Paracetamol

13 Minuten Lesezeit
Paracetamol Infusionslösung

Paracetamol ist ein Analgetikum und Antipyretikum, das bei leichten bis mittelstarken Schmerzen sowie zur Fiebersenkung eingesetzt wird. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt; wahrscheinlich beruht die Wirkung vor allem auf einer Hemmung der zentralen Prostaglandinsynthese im Gehirn, wodurch schmerzlindernde (analgetische) und fiebersenkende (antipyretische) Effekte entstehen.

Die Anwendung erfolgt im Rettungsdienst typischerweise intravenös oder rektal, bei Kindern häufig rektal als Suppositorium. Der Wirkeintritt liegt bei etwa 15 Minuten, die Wirkdauer beträgt ungefähr 4–6 Stunden.

Paracetamol gilt als Analgetikum der 1. Wahl in Schwangerschaft und Neugeborenenalter. Bei Überdosierung besteht das Risiko einer schweren Hepatotoxizität. Als Antidot steht in diesem Fall Acetylcystein zur Verfügung.

Lernkarte Paracetamol
  • Wirkstoffklasse: Nicht-Opioid-Analgetika, Antipyretika
  • Handelsnamen: z.B. Perfalgan®, Paracetamol B. Braun®, Paracetamol Fresenius Kabi®
Paracetamol
Etikett: Paracetamol
  • Leichte bis mittelstarke Schmerzen
  • Fiebersenkung
  • Schwere Leberinsuffizienz
  • Überempfindlichkeit
  • Erwachsene: 1000 mg i.v. (Infusion)
  • Kinder:
    • Alter 6 Monate – 2 Jahre (7–12 kgKG): 125 mg rektal
    • Alter 2–8Jahre (13–25 kgKG): 250 mg rektal
    • Alter >8 Jahre (>26 kgKG): 500 mg rektal
    • Alter >12 Jahre (>43 kgKG): 500–1000 mg rektal
  • 1. Wahl bei Schwangerschaft und Neugeborenen
  • Im Rettungsdienst in der Regel bei Kindern rektale Anwendung als Zäpfchen (Suppositorium/supp.) 
  • Tageshöchstdosis von maximal 60 mg/kgKG sollte auf keinen Fall überschritten werden
  • Mindestens 6 bis 8 Stunden Abstand bis zur Anwendung des nächsten Zäpfchens
  • Antidot: Acetylcystein
  • Wirkeintritt: ca. 15 min 
  • Wirkdauer: 4–6 Std
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch durch Glucuronidierung und Sulfatierung, kleiner Anteil über CYP-Enzyme (v. a. CYP2E1) zum toxischen Metaboliten NAPQI, der normalerweise durch Glutathion entgiftet wird
  • Ausscheidung: überwiegend renal als konjugierte Metaboliten
 Achtung

Eine Überdosierung von Paracetamol kann zu einer schweren hepatischen Schädigung führen. Bei hohen Dosen werden die normalen Stoffwechselwege (Glucuronidierung und Sulfatierung) gesättigt, wodurch vermehrt der toxische Metabolit N-Acetyl-p-benzochinonimin (NAPQI) entsteht. Bei erschöpften Glutathionspeichern kommt es zu einer toxischen Schädigung der Hepatozyten.

Verlauf schwerer Intoxikationen:

  • Frühe Phase: initial oft unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Unwohlsein
  • Hepatische Phase: Entwicklung einer hepatozellulären Nekrose mit stark erhöhten Transaminasen und Leberinsuffizienz
  • Endstadium: mögliches akutes Leberversagen mit Koagulopathie, metabolischer Azidose und hepatischer Enzephalopathie
  • Letale Verläufe; Tod durch Multiorganversagen infolge fulminanten Leberversagens
  • Der genaue Wirkmechanismus von Paracetamol ist noch nicht vollständig geklärt
  • Er wird aber hauptsächlich mit einer Hemmung der zentralen Prostaglandinsynthese im Gehirn in Verbindung gebracht
  • Daraus resultieren schmerzstillende (analgetische) und fiebersenkende (antipyretische) Effekte
Ibuprofen vs. Paracetamol
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Opioidanalgetika (z. B. Morphin, Fentanyl)Zusätzliche analgetische Wirkung
    • Nichtsteroidale Antirheumatika (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) → Verstärkte analgetische und antipyretische Effekte
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Adsorptionsmittel (z. B. Aktivkohle)Verminderte gastrointestinale Resorption durch Bindung im Gastrointestinaltrakt
    • Anticholinergika (z. B. Atropin)Verzögerte Magenentleerung und dadurch verlangsamte Resorption
  • Allergische Reaktionen
  • Blutbildveränderungen
  • Bei Überdosierung: Leber- und Nierentoxisch
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Nicht-Opioid-Analgetika
  • Code Gastro
  • HEUMANN PHARMA GmbH & Co. Generica KG: Fachinformation Paracetamol 500 mg Heumann Tabletten, Stand: Januar 2025
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 11.03.2026
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