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Parasympathikus

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7 Minuten Lesezeit
  • Der Parasympathikus ist für die Erholung und die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen in Ruhephasen zuständig. Dieser Teil des Nervensystems wird oft als das "Rest and Digest"-System bezeichnet. Die Reaktionen des Parasympathikus werden auch als trophotrop, als auf den Ernährungs- und Wachstumszustand eines Organismus wirkend, bezeichnet. Ein überwiegen der parasympathischen Reaktionen nennt man auch Vagotomie oder Trophotropie
  • Seine Hauptfunktionen sind die Förderung der Verdauungsprozesse und die Unterstützung regenerativer Prozesse. Der Parasympathikus senkt unter anderem die Herzfrequenz und fördert die Motilität im Gastrointestinaltrakt sowie die Sekretion von Verdauungssäften. Hierdurch trägt der Parasympathikus zur Nährstoffaufnahme und Energiegewinnung bei
  • Präganglionäre und postganglionäre Transmitter: Der Parasympathikus vermittelt seine Wirkungen durch den Neurotransmitter Acetylcholin, der sowohl von präganglionären als auch von postganglionären Neuronen freigesetzt wird
  • Abbau von Acetylcholin: Acetylcholin wird im synaptischen Spalt durch das Enzym Acetylcholinesterase (AChE) in Acetat und Cholin gespalten. Das Cholin wird dann wieder von den Neuronen aufgenommen
  • Rezeptoren: Der Parasympathikus wirkt ausschließlich über cholinerge Rezeptoren, die in nikotinerge und muskarinerge Rezeptoren unterteilt sind
    • Im Ganglion (Umschaltung von prä- auf postganglionär) wirken nikotinerge Acetylcholinrezeptoren (nAChR), die ligandengesteuerte Ionenkanäle sind
    • An den Zielorganen vermitteln muskarinerge Acetylcholinrezeptoren (mAChR), die G-Protein-gekoppelte Rezeptoren sind, die Wirkung. Diese Rezeptoren können weiter unterteilt werden und kommen in unterschiedlicher Ausprägung an den Organen vor:

M1: zentrales Nervensystem und exokrine Drüsenzellen
M2: Herz und Hirnstamm
M3: glatte Muskulatur, exokrine Drüsen und Belegzellen des Magens M4 und M5: beide im Gehirn, u.a. Neostriatum und Substantia nigra

Parasympathikus-Wirkung

Organsystem Wirkung
Auge

 

Auge
Miosis (Pupillenverengung), Kammerabfluss verbessert

Speicheldrüsen

 

Speicheldrüsensekretion erhöht

Bronchien

 

Bronchokonstriktion erhöht, Bronchialsekretion verringert

Herz

 

Herz
Negativ chronotrop (Bradykardie), Negativ inotrop (nur an Vorhöfen), Negativ dromotrop

Magen

 

Magen
Magensaftsekretion erhöht

Darm

 

 

Peristaltik erhöht, Sphinktertonus verringert

Blase

 

 

Blase
Detrusor-Muskulatur erhöht, Sphinktertonus verringert

Blutgefäße

 

 

Vasodilatation erhöht

Haut

 

Haut
Schwitzen (durch Sympathikus innerviert)
Zuletzt aktualisiert am 22.05.2026
Sympathikus
Schaltschema des vegetativen Nervensystems
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