
Piritramid ist ein stark wirksames Opioidanalgetikum und wird zur Behandlung von starken bis stärksten Schmerzen eingesetzt. Die Wirkung beruht auf einem Agonismus an Opioidrezeptoren im zentralen Nervensystem, wodurch es zu einer zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und -verarbeitung kommt.
Die analgetische Potenz liegt bei etwa 0,7 im Vergleich zu Morphin. Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung nach etwa 5 Minuten ein und hält in der Regel etwa 6 Stunden an. Die Applikation erfolgt langsam i.v., um Nebenwirkungen zu reduzieren.
Zu den wichtigsten Nebenwirkungen zählen Sedierung, Atemdepression, Miosis, Hypotonie, Bradykardie sowie Übelkeit und Erbrechen. Durch Histaminfreisetzung kann es zudem zu Hautreaktionen oder Vasodilatation kommen.
Piritramid ist ein Betäubungsmittel und muss entsprechend dokumentiert werden. Bei einer klinisch relevanten Atemdepression kann das Opioidantidot Naloxon eingesetzt werden, wobei aufgrund der kürzeren Halbwertszeit von Naloxon ein Wiederauftreten der Opioidwirkung möglich ist.
- Hameln Pharma GmbH: Fachinformation Piritramid-hameln 7,5 mg/ml Injektionslösung, Stand: Dezember 2021
- S3-Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin (DAS-Leitlinie), Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI)
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9

