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Piritramid

13 Minuten Lesezeit
Piritramid Ampulle

Piritramid ist ein stark wirksames Opioidanalgetikum und wird zur Behandlung von starken bis stärksten Schmerzen eingesetzt. Die Wirkung beruht auf einem Agonismus an Opioidrezeptoren im zentralen Nervensystem, wodurch es zu einer zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und -verarbeitung kommt. 

Die analgetische Potenz liegt bei etwa 0,7 im Vergleich zu Morphin. Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung nach etwa 5 Minuten ein und hält in der Regel etwa 6 Stunden an. Die Applikation erfolgt langsam i.v., um Nebenwirkungen zu reduzieren. 

Zu den wichtigsten Nebenwirkungen zählen Sedierung, Atemdepression, Miosis, Hypotonie, Bradykardie sowie Übelkeit und Erbrechen. Durch Histaminfreisetzung kann es zudem zu Hautreaktionen oder Vasodilatation kommen. 

Piritramid ist ein Betäubungsmittel und muss entsprechend dokumentiert werden. Bei einer klinisch relevanten Atemdepression kann das Opioidantidot Naloxon eingesetzt werden, wobei aufgrund der kürzeren Halbwertszeit von Naloxon ein Wiederauftreten der Opioidwirkung möglich ist.

Lernkarte Piritramid
  • Wirkstoffklasse: Opioid Analgetika
  • Handelsnamen: Dipidolor®, Piritramid-hameln®, Piritramid HEXAL®, Piritramid-ratiopharm®
Piritramid
Etikett: Piritramid
  • Starke bis stärkste Schmerzen
  • Überempfindlichkeit
  • Koma
  • Atemdepression
  • Kinder <1 Jahr
  • Erwachsene: 7,5–15 mg i.v. (15–30 mg i.m.)
  • Kinder: 0,05–0,1 mg/kgKG i.v. (0,05–0,2 mg/kgKG i.m.)
  • Langsame i.v.-Gabe zur Verringerung von Nebenwirkungen
  • Piritramid gilt als Betäubungsmittel: die Anwendung muss eindeutig dokumentiert werden (BtM-Buch)
  • Bei Atemdepression: 
    • Kommandoatmung (Atemkommandos geben)
    • Sauerstoffgabe
    • Assistierte Beatmung
  • Antidot: Naloxon (Cave: Rebound durch kürzere HWZ, siehe Naloxon)
  • Wirkeintritt: ca. 5 min
  • Wirkdauer: ca. 6 Std 
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch
  • Ausscheidung: hauptsächlich renal als Metaboliten über die Niere
  • Piritramid wirkt über einen Agonismus an den Opioidrezeptoren 
    Dies führt zur zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und –verarbeitung
  • Die analgetische Potenz von Piritramid ist etwa 0,7 im Vergleich zu Morphin
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
    • Sedativa/Hypnotika (z. B. Midazolam, Propofol)Verstärkte Sedierung und Atemdepression
    • Weitere ZNS-dämpfende Substanzen (z. B. Alkohol, Antihistaminika)Verstärkte zentralnervöse Dämpfung und Atemdepression
    • Weitere Analgetika (z. B. Paracetamol, Ibuprofen)Zusätzliche analgetische Wirkung
  • Klinisch relevante Arzneimittelinteraktionen:
    • MAO-Hemmer (z. B. Tranylcypromin, Rasagilin) → Risiko für schwere ZNS- und Kreislaufreaktionen, Kombination kontraindiziert
    • Opioidantagonisten (z. B. Naloxon)Aufhebung der opioidvermittelten Analgesie und Atemdepression
    • Partielle Opioidagonisten bzw. κ-Agonisten (z. B. Nalbuphin) → mögliche Abschwächung der Piritramidwirkung durch kompetitive Wirkung an Opioidrezeptoren
    • Anticholinergika (z. B. Atropin)verstärkte gastrointestinale Motilitätshemmung mit Risiko für Obstipation oder paralytischen Ileus
  • Sedierung (Vigilanzminderung)
  • Atemdepression (Bradypnoe bis Apnoe)
  • Miosis
  • Mediatorfreisetzung → Histamin
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hypotonie
  • Bradykardie
  • Blässe
  • Vermehrtes Schwitzen
 Tipp

Symptome einer Intoxikation mit Opiaten oder Opioiden

  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Opioide
  • Intoxikationen mit Opiaten und Opioiden
  • Postoperative Phase
  • Hameln Pharma GmbH: Fachinformation Piritramid-hameln 7,5 mg/ml Injektionslösung, Stand: Dezember 2021
  • S3-Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin (DAS-Leitlinie), Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI)
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 11.03.2026
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