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Placenta praevia

4 Minuten Lesezeit

Bei einer physiologisch verlaufenden Schwangerschaft liegt die Plazenta am oberen Rand der Gebärmutter. Dort ist sie mit der Gebärmutterwand verwachsen und kann sich daher im Verlauf der Schwangerschaft nicht verlagern. 

Wenn die Plazenta jedoch im unteren Drittel der Gebärmutter mit der Gebärmutterwand verwächst, kann eine Plazenta praevia entstehen. In diesem Fall kann der Geburtskanal mehr oder weniger stark beeinträchtigt sein und es können verschiedene Komplikationen auftreten, wobei häufig eine vaginale Blutung im Vordergrund steht. Bei geringer Ausprägung kann die Plazenta praevia auch völlig asymptomatisch sein und einen Zufallsbefund in der Ultraschalldiagnostik darstellen. 

 Definition

Die Einteilung der Placenta praevia erfolgt nach dem Grad der Beeinträchtigung der Zervix: 

  • Placenta praevia marginalis: die Plazenta reicht bis an den Muttermund heran
  • Placenta praevia partialis: Teile des Muttermundes sind von der Plazenta bedeckt
  • Placenta praevia totalis: der Muttermund ist vollständig von der Plazenta bedeckt
Placenta praevia

Hat die Einnistung der Plazenta im unteren Drittel der Gebärmutter stattgefunden und liegt der untere Rand der Plazenta weniger als 2 cm vom Muttermund entfernt, ohne diesen direkt zu berühren, spricht man nicht von einer Plazenta praevia. In diesem Fall spricht man von einer tiefsitzenden Plazenta

Wie bereits beschrieben, kann eine Plazenta praevia völlig asymptomatisch sein. Auffallend ist, dass sich die Symptomatik typischerweise auf eine plötzliche, hellrote, schmerzlose vaginale Blutung beschränkt. Der Allgemeinzustand der Schwangeren ist gut und die werdende Mutter fühlt sich gesund

 Tipp

Bei einer vorzeitigen Plazentalösung kommt es ebenfalls zu einer plötzlichen, hellroten Vaginalblutung, die jedoch von Schmerzen begleitet ist. Das Wohlbefinden der Patientin ist in diesem Fall ein guter differenzialdiagnostischer Marker.

Die Blutung tritt auf, wenn sich die Plazenta von der Gebärmutterwand löst. Im Gegensatz zur vorzeitigen Plazentalösung bleibt die Plazenta in der Regel weitgehend mit der Gebärmutter verbunden. Im weiteren Verlauf kann es jedoch zu einer vorzeitigen Plazentalösung kommen

Meist findet diese anteilige Ablösung im 3. Schwangerschaftsdrittel statt. Ursächlich dafür können eine Infektion, vaginale Manipulation oder auch vorzeitige Kontraktionen sein.

Die Stärke der Blutung hängt von der Größe der Ablösung ab. In vielen Fällen ist die Blutung selbstlimitierend, manchmal kann es aber auch zu einem größeren Blutverlust kommen.

Eine Schädigung des Fötus oder der Schwangeren sind in der Regel erst bei einem größeren Blutverlust zu erwarten. Eine solche Beeinträchtigung wäre z.B. eine Unterversorgung des Fetus mit daraus resultierender Hypoxie, die sich z.B. als fetale Bradykardie im CTG manifestieren kann.

Im schlimmsten Fall ist mit einer Kreislaufinstabilität der Schwangeren zu rechnen. Um die Blutung nicht zu verstärken, sollte auf eine vaginale Tastuntersuchung verzichtet werden. Eine sonografische Kontrolle der Plazentaposition und der fetalen Vitalität kann in diesem Fall jedoch richtungsweisend sein. 

Die Therapie hängt stark vom Schweregrad der Symptome ab. Auch das Gestationsalter spielt eine Rolle. Insgesamt kann zwischen einem abwartenden und einem aktiven Management unterschieden werden: 

Abwartendes Management wird bei kleinen Blutungen ohne hämodynamische Beeinträchtigung angewendet. Negative Auswirkungen auf den Fötus müssen durch Sonographie und CTG ausgeschlossen werden. 

Ziel ist es, die Schwangerschaft bis zur 36. Schwangerschaftswoche fortzuführen, sodass eine Frühgeburt nicht in Betracht gezogen werden muss. Danach kann z.B. eine elektive Sectio caesarea durchgeführt werden, um weitere Komplikationen bei einer Spontangeburt auszuschließen

Bei akuter Gefährdung von Mutter oder Fötus ist ein aktives Management anzustreben. Eine rasche Sectio caesarea steht im Vordergrund. Bei akuter Kreislaufgefährdung der Schwangeren ist eine Kreislaufstabilisierung durchzuführen. 

Definitionen:

  • Placenta praevia marginalis: Plazenta hat Kontakt zum Muttermund ohne ihn zu 
    beeinträchtigen
  • Placenta praevia partials: teilweise Verlegung des Muttermundes durch Plazenta
  • Placenta praevia totalis: komplette Verlegung des Muttermundes durch Plazenta 

Symptome: 

  • Teils asymptomatisch (Zufallsbefund bei Vorsorgeuntersuchung)
  • Spontane, hellrote, vaginale Blutung ohne Schmerzangabe der Schwangeren
  • Weiches Abdomen
  • Insgesamt guter Allgemeinzustand der Schwangeren
  • Keine fetale Beeinträchtigung sichtbar in CTG oder Sonographie 

Therapie:

  • Bei stabilem Zustand von der Schwangeren und dem Fötus: 
    Abwartendes Management
    • 36. SSW anstreben
    • Bei Bedarf Sectio caesarea planen
  • Bei weiterer Beeinträchtigung: Aktives Management
    • Kreislaufstabilisierung der Mutter
    • Prompte Sectio caesarea 
Zuletzt aktualisiert am 23.12.2024
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