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Prämedikationsvisite

Prämedikation, Prämed
3 Minuten Lesezeit
Prämedikationsvisite

Die präoperative Prämedikationsvisite durch die Anästhesist:in spielt eine entscheidende Rolle, um potentielle Risiken zu erkennen und für eine optimale Ausgangslage für die Operation zu sorgen. Außerdem dient sie der Beurteilung der Narkosefähigkeit, der Aufklärung über mögliche Risiken und der Wahl eines geeigneten Anästhesieverfahrens. Eine gründliche Prämedikationsvisite bildet die Grundlage für eine erfolgreiche und sichere Operation.

  1. Einlesen in die Patient:innenakte
  2. Anamnese in der Anästhesie mit gemeinsamer Durchsicht des durch die Patient:in ausgefüllten Anamnesebogens
  3. Körperliche Untersuchung in der Anästhesie mit Fokus auf der Untersuchung von Herz, Lunge und des Kopf-Hals-Bereichs (Beurteilung der Atemwege und Intubationsbedingungen)
  4. Beurteilung der Narkosefähigkeit und Auswahl des Anästhesieverfahrens: in Zusammenschau von Anamnese, körperlicher Untersuchung und durchgeführter Diagnostik (EKG, Labor, Röntgen-Thorax, Lungenfunktion etc.)
  5. Rechtsgültige Aufklärung der Patient:innen über den genauen Ablauf der OP, Risiken der Anästhesie sowie über alternative Optionen
  6. Unterzeichnung der Einwilligungserklärung durch die Patient:innen
  7. Anordnungen
    1. Ggf. ergänzende Untersuchungen oder Konsile (wie z. B. eine Echokardiografie, HNO-Konsil zur Beurteilung der Funktion der Stimmbänder bei Schilddrüsenoperationen oder ein internistisches Konsil bei unbehandelten kardialen Vorerkrankungen)
    2. Umgang mit der Dauermedikation (Absetzen/Weiternehmen)
    3. Bei erwartetem Blutverlust: Bereitstellung von Blutprodukten (Eigenblutspende oder Kreuzblut und Blutkonserven einkreuzen, Cell Saver)
    4. Präoperative Optimierung wie (Elektrolytverschiebungen, Volumenstatus etc.)
    5. Bei starker Aufregung/Angst vor der OP: Benzodiazepine zur Anxiolyse
    6. Präoperative Gabe von kurzwirksamem Benzodiazepin wie Midazolam
    7. Am Vorabend: Gabe eines mittellangwirksamen Benzodiazepins wie Lormetazepam
    8. Ggf. Endokarditisprophylaxe
  8. Hinweis auf die präoperative Nahrungskarenz (Nüchternzeiten für Erwachsene):
    1. Bis zu 6 Stunden vor OP: feste Nahrung, Milch, Alkohol, Joghurts und Smoothies
    2. Bis zu 2 h vor OP: klare Flüssigkeiten wie Tee (ohne Milch) oder Wasser
  9. Dokumentation der Prämedikationsvisite im Narkoseprotokoll
 Info
Nüchternzeiten für Kinder

Für Kinder kann das 6-4-3-1-Schema angewendet werden:

  • Bis zu 6 Std. vor OP: feste Nahrung
  • Bis zu 4 Std. vor OP: kleine Mahlzeiten, Milch oder Fertigmilch
  • Bis zu 3 Std. vor OP: Muttermilch
  • Bis zu 1 Std. vor OP: klare Flüssigkeiten
Zuletzt aktualisiert am 04.05.2026
Cushing-Syndrom
Anamnese in der Anästhesie
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