Zusammenfassung

Prednisolon ist ein Glukokortikoid
Die Wirkung beruht überwiegend auf einer Hemmung inflammatorischer Genexpression, wodurch Schleimhautödem und Entzündungsreaktion reduziert werden; zusätzlich besteht eine frühe membranstabilisierende Sofortwirkung, während der volle Effekt erst verzögert eintritt. Aufgrund der langen Anschlagszeit sollte die Gabe frühzeitig erfolgen, da Prednisolon keine Akutbronchodilatation, sondern eine entzündungsmodulierende Therapie darstellt.
Der Wirkeintritt liegt nach i.v.-Gabe bei etwa 10–30 Minuten, die Wirkdauer beträgt ca. 12–36 Stunden. Typische Nebenwirkungen sind Hyperglykämie, Hypertonie, gastrointestinale Ulzera und Sehstörungen, wobei im Notfall praktisch keine absoluten Kontraindikationen bestehen.
Lernkarte
Wirkstoffklasse und Etikett
- Wirkstoffklasse: Glukokortikoide
- Handelsnamen: Prednisolut®, Solu-Decortin®
Indikationen
- Bronchiale Obstruktion
- Anaphylaxie
- Pseudokrupp
- V.a. Addison-Krise (akute Nebenniereninsuffizienz)
Kontraindikationen
- Im Notfall keine Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit
Dosierung
- Bronchiale Obstruktion (Erwachsene): 40 mg i.v.
- Beim Status asthmaticus: 100 mg i.v.
- Kinder: Bronchiale Obstruktion, Anaphylaxie, Pseudokrupp
: - 2–5 mg/kgKG i.v.
- Rektal: 100 mg
- V.a. Addison-Krise: 25 mg i.v./i.o. oder 100 mg rektal
Besonderheiten
- Aufgrund der vergleichsweise langen Anschlagzeit, sollte eine Gabe frühzeitig erfolgen
- Strenge Indikationsstellung bei: akuten Infektionen, schlecht eingestelltem Diabetes mellitus
, schlecht eingestelltem Hypertonus , Glaukom
Wirkeintritt/-dauer
- Wirkeintritt: 10–30 min (nach i.v.-Gabe)
- Wirkdauer: 12–36 Std
- Metabolisierung: überwiegend hepatisch
- Ausscheidung: hauptsächlich renal als Metaboliten
Wirkung
- Prednisolon ist ein Glukokortikoid mit entzündungshemmender, antiallergischer, antiödematöser und immunsuppressiver Wirkung
- Außerdem hat es eine initiale (innerhalb von Minuten) membranstabilisierende Wirkung
- Davon zu unterscheiden sind Langzeiteffekte auf die Genexpression (innerhalb von Stunden)
Wechselwirkungen
- Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
- β₂-Sympathomimetika und andere antiallergische Medikamente → Synergistische Effekte bei obstruktiven Atemwegserkrankungen und Anaphylaxie
- CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Makrolide, Azol-Antimykotika, Ritonavir) → Verminderter Abbau, Wirkspiegel ↑
- NSAR → Gesteigerte Schleimhautschädigung mit erhöhtem Risiko für Gastritis, Ulzera und GI-Blutungen (Nebenwirkungsverstärkung)
- Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
- CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Barbiturate) → Beschleunigter hepatischer Abbau, Wirkung ↓
- Glukokortikoidrezeptor-Antagonisten (z. B. Mifepriston) → Funktioneller Antagonismus
Nebenwirkungen
- Hypertonie
- Hyperglykämie
- Magen-Darm-Ulzera
- Osteoporose
- Sehstörungen
Lagerung
- Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
- Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
Weiterführende Artikel
Pharmakologie des Atmungssystems (RD) Glukokortikoide
Quellen
- MIBE GmbH Arzneimittel: Fachinformation Prednisolut® Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung, Stand: März 2021
- S2k-Leitlinie Akuttherapie und Management der Anaphylaxie, Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAKI)
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9

