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Prednisolon

13 Minuten Lesezeit
Prednisolon-Injektionslösung

Prednisolon ist ein Glukokortikoid mit entzündungshemmender, antiallergischer, antiödematöser und immunsuppressiver Wirkung und wird in der Notfallmedizin vor allem bei bronchialer Obstruktion (Asthma/COPD-Exazerbation), Anaphylaxie, Pseudokrupp sowie bei Verdacht auf Addison-Krise eingesetzt. 

Die Wirkung beruht überwiegend auf einer Hemmung inflammatorischer Genexpression, wodurch Schleimhautödem und Entzündungsreaktion reduziert werden; zusätzlich besteht eine frühe membranstabilisierende Sofortwirkung, während der volle Effekt erst verzögert eintritt. Aufgrund der langen Anschlagszeit sollte die Gabe frühzeitig erfolgen, da Prednisolon keine Akutbronchodilatation, sondern eine entzündungsmodulierende Therapie darstellt. 

Der Wirkeintritt liegt nach i.v.-Gabe bei etwa 10–30 Minuten, die Wirkdauer beträgt ca. 12–36 Stunden. Typische Nebenwirkungen sind Hyperglykämie, Hypertonie, gastrointestinale Ulzera und Sehstörungen, wobei im Notfall praktisch keine absoluten Kontraindikationen bestehen. 

Lernkarte Prednisolon
  • Wirkstoffklasse: Glukokortikoide
  • Handelsnamen: Prednisolut®, Solu-Decortin®
Etikett: Prednisolon
  • Bronchiale Obstruktion
  • Anaphylaxie
  • Pseudokrupp
  • V.a. Addison-Krise (akute Nebenniereninsuffizienz)
  • Im Notfall keine Kontraindikationen
  • Überempfindlichkeit
  • Bronchiale Obstruktion (Erwachsene): 40 mg i.v.
    • Beim Status asthmaticus: 100 mg i.v.
  • Kinder: Bronchiale Obstruktion, Anaphylaxie, Pseudokrupp
    • 2–5 mg/kgKG i.v.
    • Rektal: 100 mg 
  • V.a. Addison-Krise: 25 mg i.v./i.o. oder 100 mg rektal
  • Aufgrund der vergleichsweise langen Anschlagzeit, sollte eine Gabe frühzeitig erfolgen
  • Strenge Indikationsstellung bei: akuten Infektionen, schlecht eingestelltem Diabetes mellitus, schlecht eingestelltem Hypertonus, Glaukom
  • Wirkeintritt: 10–30 min (nach i.v.-Gabe)
  • Wirkdauer: 12–36 Std
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch
  • Ausscheidung: hauptsächlich renal als Metaboliten
  • Prednisolon ist ein Glukokortikoid mit entzündungshemmender, antiallergischer, antiödematöser und immunsuppressiver Wirkung
  • Außerdem hat es eine initiale (innerhalb von Minuten) membranstabilisierende Wirkung
  • Davon zu unterscheiden sind Langzeiteffekte auf die Genexpression (innerhalb von Stunden)
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • β₂-Sympathomimetika und andere antiallergische Medikamente → Synergistische Effekte bei obstruktiven Atemwegserkrankungen und Anaphylaxie
    • CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Makrolide, Azol-Antimykotika, Ritonavir) → Verminderter Abbau, Wirkspiegel ↑
    • NSAR → Gesteigerte Schleimhautschädigung mit erhöhtem Risiko für Gastritis, Ulzera und GI-Blutungen (Nebenwirkungsverstärkung)
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Barbiturate) → Beschleunigter hepatischer Abbau, Wirkung ↓
    • Glukokortikoidrezeptor-Antagonisten (z. B. Mifepriston) → Funktioneller Antagonismus
  • Hypertonie
  • Hyperglykämie
  • Magen-Darm-Ulzera
  • Osteoporose
  • Sehstörungen
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Pharmakologie des Atmungssystems (RD)
  • Glukokortikoide
Zuletzt aktualisiert am 18.03.2026
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