Zusammenfassung
Bettlägerigkeit ist nicht einheitlich definiert, bezeichnet aber prinzipiell einen Zustand, bei dem sich Patient:innen Tag und Nacht überwiegend im Bett aufhalten. Patient:innen sind dabei nicht mehr in der Lage, sich ohne fremde Hilfe von einem Ort zum anderen zu bewegen. Es gibt zahlreiche Risikofaktoren und Ursachen für eine Bettlägerigkeit, z. B. eine abnehmende Mobilität
Ist es zur Entstehung einer Bettlägerigkeit gekommen, kann dies weitreichende Auswirkungen mit sich bringen. Zum einen können soziale, kognitive und kommunikative Fähigkeiten der Patient:innen abnehmen. Zum anderen steigt das Risiko für andere gesundheitliche Probleme, wie z. B. für einen Dekubitus oder eine Thrombose. Die effektivste Maßnahme, um eine Bettlägerigkeit zu verhindern, ist die Mobilisation
Definition
Es gibt keine allgemeingültige Definition von Bettlägerigkeit. Prinzipiell beschreibt dieser Begriff einen Zustand, bei dem sich Patient:innen Tag und Nacht überwiegend im Bett aufhalten. Die Positionierung im Bett spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Bettlägerigkeit beginnt mit einer Ortsfixierung. Das bedeutet, dass Patient:innen nicht in der Lage sind, sich ohne fremde Hilfe von einem Ort zum anderen zu bewegen. Dieser Zustand entwickelt sich oft schleichend und in mehreren Phasen, wobei die Mobilität

Risikofaktoren und Ursachen
- Abnehmende Mobilität
: z. B. aufgrund von Schmerzen in den Beinen oder Gelenksteifigkeit → Verringerung von Skelettmuskulatur und Knochenmasse, wodurch das Aufstehen und Gehen erschwert wird - Schwerer Sturz mit Fraktur: langfristige Einschränkungen der Mobilität
, wie verminderte Gehfähigkeit, Muskelabbau und erhöhter Pflegebedarf möglich - Erkrankungen: z. B. Osteoporose
(Abnahme der Knochendichte, wodurch die Knochen brüchiger werden) → Patient:innen können sich nicht mehr eigenständig bewegen und auf den Beinen halten - Fehlende Frühmobilisation nach Operationen: z. B. Hüft- oder Knieoperationen → Risiko für Muskelabbau und verlängerte Genesungszeiten wird erhöht


Risiko von Bettlägerigkeit einschätzen
- Liegen Risikofaktoren vor?
- Wie war die Mobilität
der Patient:innen vor dem Krankenhausaufenthalt? - Verwendung von standardisierten Assessmentinstrumenten: z. B. „Erfassungsbogen Mobilität
“ (EBoMo) - Kategorien umfassen z. B. Stehen, Gehen, Treppensteigen oder Bewegung innerhalb und außerhalb der Einrichtung
Maßnahmen zur Prophylaxe von Bettlägerigkeit
MerkeSchaffe Reize und versuche, die Patient:innen aktiv beim „auf die Beine kommen“ zu unterstützen.
| Risikofaktor | Präventive Maßnahmen |
|---|---|
Fehlende Zusammenarbeit von Berufsgruppen zur Mobilisation |
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Sturzgefahr | Maßnahmen der Sturzprophylaxe |
Schmerzen |
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Längerer Krankenhausaufenthalt |
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Heimeintritt bzw. -übertritt |
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Mobiliar |
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Lange Liegedauer |
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Fehlende bzw. unwissende Bezugsperson |
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Un-/geringqualifiziertes Pflegepersonal |
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Ineffektive Copingstrategien |
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Fehlende bzw. unangepasste Hilfsmittel |
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Quellen
- Al-Abtah et al.: I care Pflege. Georg Thieme Verlag 2020, ISBN: 978-3-132-41828-8
- Steigele, W. (2020). Bettlägerigkeit. In: Bewegung, Mobilisation und Positionswechsel in der Pflege. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-60538-7_19
