Medi Know
Logo Image

Propofol

5 Minuten Lesezeit
Propofol-Ampulle

Propofol ist ein Injektionsanästhetikum zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie sowie zur Sedierung

Die Wirkung beruht auf einer Verstärkung der inhibitorischen Signalübertragung über GABA_A-Rezeptoren im zentralen Nervensystem, wodurch es zu einer raschen Sedierung bzw. Narkoseeinleitung kommt. Eine analgetische Wirkung besitzt Propofol nicht, weshalb es häufig mit einem Analgetikum kombiniert wird. 

Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung sehr schnell innerhalb von etwa 20 Sekunden ein und hält in der Regel etwa 8–10 Minuten an. Aufgrund der ausgeprägten atem- und kreislaufdepressiven Wirkung sind eine langsame Titration sowie eine kontinuierliche Überwachung von Atmung und Kreislauf erforderlich. 

Die fettreiche Emulsion stellt zudem einen Nährboden für Bakterien dar, weshalb aufgezogene Spritzen zeitnah verwendet werden sollten.

Lernkarte Propofol
  • Wirkstoffklasse: Injektionsanästhetika
  • Handelsnamen: z.B. Disoprivan®, Propofol Fresenius®, Propofol B. Braun®
Propofol
Etikett: Propofol
  • Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie 
  • Sedierung
  • Überempfindlichkeit
  • Kinder <1 Monat
  • Patient:innen bis 16 Jahre zur Sedierung im Rahmen einer Intensivbehandlung
  • Erwachsene:
    • Einleitung: 1,5–2,5 mg/kgKG i.v. (langsame Titration bis Wirkeintritt)
    • Aufrechterhaltung: 4–12 mg/kgKG/Std i.v.
    • Sedierung: 0,3–4,0 mg Propofol/kgKG/ Std i.v.
  • Kinder:
    • Einleitung: 2,5–4 mg/kgKG i.v. (langsame Titration bis Wirkeintritt)
    • Aufrechterhaltung: 9–15 mg/kgKG/Std i.v.
  • Fettreiche Propofol-Emulsion stellt einen guten Nährboden für Bakterien dar → Aufgrund der Kontaminationsgefahr sollte eine aufgezogene Spritze daher innerhalb weniger Stunden verbraucht werden
  • Nach Propofol-Gabe: kontinuierliche Überwachung 
  • Durch Aufreinigung des Sojaöls werden Allergene nahezu vollständig entfernt → Trotz der Kontraindikation in der Fachinformation ist der Einsatz von Propofol bei entsprechenden Nahrungsmittelallergien (Sojaallergie, Hühnereiweißallergie) in der Regel unbedenklich
  • Wirkeintritt: ca. 20 sek
  • Wirkdauer: ca. 8–10 min 
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch zu pharmakologisch inaktiven Metaboliten
  • Ausscheidung: hauptsächlich renal als wasserlösliche Metaboliten
  • Propofol wirkt als GABAA/B -Rezeptor-Agonist
  • GABA-Rezeptoren finden sich auf Nervenzellen und vermitteln eine hemmende Wirkung auf das ZNS
  • Es besitzt keine analgetische Wirkung (in Kombination mit einem Analgetikum verabreichen)
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
    • Opioidanalgetika (z. B. Fentanyl, Morphin)Verstärkte Sedierung und Atemdepression
    • Sedativa/Hypnotika (z. B. Midazolam)Verstärkte ZNS-Dämpfung und Sedierung
    • Weitere Anästhetika (z. B. Sevofluran, Ketamin)Verstärkte hypnotische Wirkung und Kreislaufdepression
    • ZNS-dämpfende Substanzen (z. B. Alkohol)Verstärkte Sedierung und Atemdepression
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • ZNS-Stimulanzien (z. B. Amphetamine)Abgeschwächte sedative Wirkung
    • Sympathomimetika (z. B. Adrenalin)Teilweise Abschwächung der propofolbedingten Kreislaufdepression
  • Injektionsschmerz
  • Kreislaufdepression mit Hypotonie
  • Bradykardie
  • Myoklonien
  • Atemdepression
  • Propofol-Infusions-Syndrom bei langer Infusionsdauer >48 h (metabolische Azidose, Rhabdomyolyse, Arrhythmien)
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Propofol ist nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen. Angebrochene Behältnisse sind nach der Benutzung zu entsorgen.
  • Perfusoren im Rettungsdienst (RD)
  • Analgosedierung
  • Injektionsanästhetika
  • Fresenius Kabi Deutschland GmbH: Fachinformation Propofol 1 % (10 mg/ml) MCT Fresenius Emulsion zur Injektion oder Infusion, Stand: Juli 2024
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 16.06.2026
Prednisolon
Reproterol
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz