Zusammenfassung
RAAS
Für die praktische Anwendung: siehe Antihypertensiva
Physiologie des Blutdrucks
- Blutdruck ist abhängig von:
- Herzzeitvolumen (HZV): Das Herzzeitvolumen wird bestimmt durch Schlagvolumen (SV) und Herzfrequenz
(HF) - Total peripherer Widerstand (TPR):
- Widerstand, gegen den das Herz das Blut
pumpen muss - Abhängig vom Gefäßdurchmesser (v.a. der Widerstandsgefäße)
- Widerstand, gegen den das Herz das Blut
- Elektrolyt-und Wasserhaushalt
: wird durch das RAAS (Renin-Angiotensin-Aldosteron -System) kontrolliert - Wenn der Blutdruck abfällt, ein zu geringes Blutvolumen vorhanden ist oder der Sympathikus
aktiv ist, schüttet eine bestimmte Region der Niere, der sogenannte juxtaglomeruläre Apparat, das Hormon Renin aus - Dieses spaltet Angiotensinogen zu Angiotensin I
- Angiotensin I wiederum wird durch das „Angiotensin-Converting-Enzyme“ (kurz ACE) zu Angiotensin II konvertiert. ACE befindet sich vor allem in der Lunge
- Angiotensin II vermittelt dann seine Wirkung über die Bindung an den AT1- Rezeptor
Dies hat vier verschiedene Effekte:- 1. Gesteigerte Aldosteronsynthese und Sekretion (Nebennierenrinde)
→ Aldosteronwirkt an den Hauptzellen des Sammelrohrs und sorgt dafür, dass vermehrt Natrium rückresorbiert und gleichzeitig mehr Kalium ausgeschieden wird
→ Durch die Natriumresorption wird vermehrt Wasser gebunden und der Blutdruck steigt an - 2. Angiotensin II führt zu einer vermehrten Wasserresorption
am proximalen Tubulus - 3. Angiotensin-vermittelte Vasokonstriktion (steigert den TPR)
- 4. Vermehrte ADH
-Ausschüttung aus der Neurohypophyse : das Antidiuretische Hormon (ADH ) sorgt dafür, dass der Salzappetit und der Durst steigen
- 1. Gesteigerte Aldosteronsynthese und Sekretion (Nebennierenrinde)
- Wenn der Blutdruck abfällt, ein zu geringes Blutvolumen vorhanden ist oder der Sympathikus
- Herzzeitvolumen (HZV): Das Herzzeitvolumen wird bestimmt durch Schlagvolumen (SV) und Herzfrequenz
Verknüpfung Physiologie und Pharmakologie
- Man kann den Blutdruck folglich senken durch:
- Hemmung des RAAS
- RAAS
-Inhibitoren (A)
- RAAS
- Senkung des Herzzeitvolumens
- Betablocker
durch Antagonismus am β1-Rezeptor (B)
- Betablocker
- Reduktion des totalen peripheren Widerstandes
- Vasodilatation bspw. durch Calciumantagonisten
(C) oder α1-Rezeptor Antagonisten
- Vasodilatation bspw. durch Calciumantagonisten
- Gesteigerte Wasserausscheidung
- Diuretika
(D)
- Diuretika
- Hemmung des RAAS
Wirkung
- ACE-Hemmer
- Hemmen das Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)
→ Weniger Angiotensin II
→ Aldosteronsekretion sinkt
→ Abnahme der Angiotensin-II-vermittelten Vasokonstriktion
→ Natriumretention sinkt
- Hemmen das Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)
- Wirken nephroprotektiv
- Wirken kardioprotektiv (reduzieren Remodeling nach Myokardinfarkt)
- AT-1-Rezeptor-Blocker
- Hemmen den AT-1-Rezeptor (Efffekt wie ACE-Hemmer)
- Einsatz bei ACE-Hemmer-Unverträglichkeit (insb. Reizhusten)
- Direkte-Renin-Inhibitoren (Aliskiren)
- Hemmt Renin kompetitiv

Siehe auch ACE-Hemmer bei Herzinsuffizienz
Übersicht
| Wirkstoffe | Indikationen | Nebenwirkungen | |
|---|---|---|---|
| ACE-Hemmer | Direkt wirksam:
Prodrugs:
|
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| AT-1-Rezeptor Blocker |
| ||
| Renin-hemmer |
|
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AchtungAldosteron
-Escape-Phänomen → RAAS unabhängige Steigerung der Aldosteron -Sekretion bei Dauertherapie mit ACE-Hemmern → Wirkverlust!
TippUm therapiebedingte Hypotonien zu vermeiden, sollte die Therapie zunächst mit einer niedrigen Dosis begonnen werden.
Kontraindikationen
- Absolute Kontraindikationen:
- Schwangerschaft (teratogen ⟶ fruchtschädigend)
- Stillzeit
- Vorbekanntes oder hereditäres Angioödem
- Relative Kontraindikationen:
- Bilaterale Nierenarterienstenose
- Aortenklappenstenose
- Nierenfunktionsstörungen
Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor (ARNI)
- Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor (ARNI): Kombination aus Sacubitril und Valsartan (1:1)
- Wirkung:
- Valsartan: AT-1-Rezeptorblocker
- Sacubitril: hemmt die Protease Neprilysin
→ Abbau von ANP, BNP (natriuretische Peptide) gehemmt
→ Natriurese, Vasodilatation, Sympatholyse
- Indikation:
- Gabe bei einer Herzinsuffizienz
mit reduzierter LVEF (HFmrEF , HFrEF )
- Gabe bei einer Herzinsuffizienz
- Nebenwirkungen:
- Hyperkaliämie
, Hypotonie, erhöhtes Risiko für Angioödem
- Hyperkaliämie
Lernkarten: Kardiovaskuläres System
Video
Quellen
- Freissmuth et al.: Pharmakologie und Toxikologie. Springer 2012, ISBN: 978-3-642-12353-5.
- Karow, Lang-Roth: Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012
- Lüllmann et al.: Pharmakologie und Toxikologie. 15. Auflage Thieme 2002, ISBN: 3-133-68515-5
- Wehling: Klinische Pharmakologie. 2. Auflage Thieme 2011, ISBN: 978-3-131-60282-4


