Medi Know
Logo Image

Restriktive Kardiomyopathie

3 Minuten Lesezeit
Restriktive Kardiomyopathie

Bei der restriktiven Kardiomyopathie besteht eine verminderte diastolische Dehnbarkeit der Ventrikel durch eine Versteifung von Myokard oder Endokard (z.B. durch Fibrose, Einlagerungen wie Amyloid oder Eisen oder genetisch bedingte Veränderungen der Sarkomere). Das heißt, die Ventrikel können sich während der Diastole nicht ausreichend ausdehnen und Blut aufnehmen. Es resultiert eine Stauung des Blutes in den Vorhöfen mit einer Vorhofdilatation und ein vermindertes Schlagvolumen. Die systolische Kontraktionskraft ist in der Regel erhalten. Um das verminderte Schlagvolumen auszugleichen, kommt es kompensatorisch zu einer erhöhten Herzfrequenz. Die restriktive Kardiomyopathie ist sehr selten.

Diastolische Herzinsuffizienz
  • Myokardiale Form: Systemerkrankungen (Amyloidose, Sarkoidose, Hämochromatose, Sklerodermie)
  • Endokardiale Form: eosinophile Endokarditis (Löffler-Endokarditis), Karzinoid-Syndrom
  • Genetische Formen: Varianten in Sarkomer- oder Desmin-Genen, Speicherkrankheiten (z.B. Morbus Fabry, Danon-Erkrankung, Glykogenosen)
  • Symptome:
    • Herzinsuffizienz-Symptomatik:
      • Dyspnoe
      • Ödeme, Leberstauung etc.
    • Tachykardie (kompensatorisch aufgrund des verringerten Schlagvolumens)
  • Echokardiographie: Dilatation der Vorhöfe, meistens normal große Ventrikel, normale Wanddicke (bei verdickter Wand, z.B. durch Amyloidose, spricht die ESC von einem hypertrophen Phänotyp mit restriktiver Physiologie), erhaltene LVEF, verminderte diastolische Füllung (➜ vermindertes Schlagvolumen: der Anteil des enddiastolischen Volumens, das in der Systole ausgeworfen wird (LVEF) ist normal. Da jedoch das enddiastolische Volumen (= EDV) vermindert ist, liegt ein verringertes Schlagvolumen vor (SV = EDV-ESV))
  • Ggf. Rechts- und Linksherzkatheteruntersuchung mit Druckmessung
  • Ggf. Endomyokardbiopsie zur Identifikation der Ursache
  • Therapie der Grunderkrankung, um eine Progression der Herzinsuffizienz zu verhindern
  • Herzinsuffizienztherapie: vor allem Schleifendiuretika bei Stauungszeichen, vorsichtig dosiert, da das Schlagvolumen von ausreichender Füllung abhängt. ß-Blocker, ACE-Hemmer und AT1-Blocker werden wegen Hypotonie und Bradykardie oft schlecht vertragen (besonders bei Amyloidose)
  • Schlechte Prognose ➜ Evaluation einer Herztransplantation
Zuletzt aktualisiert am 23.10.2026
Dilatative Kardiomyopathie
Tako-Tsubo-Syndrom
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 1.300 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz