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Rocuronium

5 Minuten Lesezeit
Rocuronium Ampulle

Rocuronium ist ein nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans, das vor allem zur Narkoseeinleitung und zur Rapid-Sequence-Induction (RSI) eingesetzt wird. 

Pharmakologisch wirkt es als kompetitiver Antagonist an nikotinischen Acetylcholinrezeptoren der motorischen Endplatte, wodurch die neuromuskuläre Übertragung blockiert und eine reversible Muskelrelaxation (Nicht-Depolarisationsblock) ausgelöst wird. 

Der Wirkungseintritt erfolgt rasch innerhalb von etwa 60 Sekunden, die Wirkdauer beträgt etwa 30–50 Minuten. Rocuronium eignet sich daher als Alternative zu depolarisierenden Relaxanzien für die RSI

Die Wirkung kann spezifisch durch Sugammadex aufgehoben werden, das Rocuronium im Plasma enkapsuliert und inaktiviert.

Lernkarte Rocuronium
  • Wirkstoffklasse: Nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien
  • Handelsnamen: z.B. Esmeron®, Rocuronium Fresenius®, Rocuronium-hameln®, Rocuronium B. Braun®
Rocuronium
Etikett: Rocuronium
  • Muskelrelaxans zur Einleitung einer Allgemeinanästhesie
  • Rapid-Sequence-Induction (RSI)
  • Fehlende Möglichkeit zur Beatmung
  • Überempfindlichkeit
  • Erwachsene:
    • Einleitung Routineanästhesie: 0,6 mg/kgKG i.v. 
    • Bei RSI: 1,0–1,2 mg/kgKG i.v.
  • Kinder:
    • Einleitung Routineanästhesie: 0,6 mg/kgKG i.v. 
    • Bei RSI: 1,0–1,2 mg/kgKG i.v.
  • Geeignet für Rapid-Sequence-Induction (RSIdurch schnellen Wirkungseintritt
  • Aufhebung der Muskelrelaxation mit Sugammadex (Enkapsulierung)
  • Ausscheidung überwiegend hepatisch → Wirkverlängerung bei Leberinsuffizienz
  • Bei neuromuskulären Vorerkrankungen kann es zu einer verlängerten Wirkdauer kommen
  • Wirkeintritt: 60 sek
  • Wirkdauer: ca. 30–50 min 
  • Metabolisierung: nur geringe hepatische Metabolisierung, der größte Teil des Wirkstoffs bleibt unverändert
  • Ausscheidung: überwiegend hepatobiliär über die Galle
  • Rocuronium ist ein nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans, das selektiv an die nikotinergen Acetylcholinrezeptoren der motorischen Endplatte bindet und diese blockiert (kompetitiver Antagonismus am nACh-Rezeptor)
  • Durch diese kompetitive Hemmung der Rezeptoren wird die Aktivierung der Muskelkontraktion durch Acetylcholin verhindert („Nicht-Depolarisationsblock“)
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
    • Inhalationsanästhetika (z. B. Sevofluran, Isofluran)Verstärkte neuromuskuläre Blockade
    • Magnesiumsalze (z. B. Magnesiumsulfat)Verstärkte neuromuskuläre Blockade
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Acetylcholinesterase-Hemmern (z. B. Neostigmin)Aufhebung bzw. Abschwächung der neuromuskulären Blockade
  • Allergische Reaktionen
  • Reizung der Injektionsstelle
  • Hypotonie
  • Tachykardie
  • Lagerung im Kühlschrank: 2–8°C

  • Nach Entnahme: Haltbarkeit von Rocuronium abhängig von Herstellerangaben 3–6 Monate (z.B. im Ampullarium) → Keine erneute Kühlung
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Narkose im Rettungsdienst
  • Muskelrelaxantien
  • B. Braun Melsungen AG: Fachinformation Rocuroniumbromid B. Braun 10 mg/ml Injektionslösung, Stand: März 2024
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 16.06.2026
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