Zusammenfassung

Salbutamol ist ein kurzwirksames β₂-Sympathomimetikum (SABA) zur raschen Therapie bronchialer Obstruktionen, insbesondere bei Asthma bronchiale
Im Rettungsdienst erfolgt die Applikation überwiegend inhalativ über Vernebler, häufig kombiniert mit Ipratropiumbromid
Lernkarte

Wirkstoffklasse und Etikett
- Wirkstoffklasse: β2-Sympathomimetika
- Handelsnamen: Salbutamol AL®, SalbuHEXAL®, Salbutamol-ratiopharm®
Indikationen
- Bronchiale Obstruktion
- Asthma bronchiale
(Status asthmaticus) - COPD
- Anaphylaxie mit bronchialer Obstruktion
- Asthma bronchiale
- Vorzeitige Wehentätigkeit
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit:
- Tachykardie
>150 Schläge/min
Dosierung
- Erwachsene: 2,5–5 mg inhalativ (über O2-Verneblermaske)
- Oft ergänzt durch 0,25–0,5 mg Ipratropiumbromid
inhalativ - Vorzeitige Wehentätigkeit: initial 10 µg/min i.v. als Infusion, Erhalt 10-45 µg/min
- Oft ergänzt durch 0,25–0,5 mg Ipratropiumbromid
- Kinder: 0,5 mg/Lebensjahr inhalativ (maximal 2,5 mg)
Besonderheiten
- Cave: die Kombination von Salbutamol mit Diuretika
(z.B. Furosemid ) kann zu einer ausgeprägten Hypokaliämie führen! - Höhere Dosierungen führen zu einem vermehrten Auftreten von Nebenwirkungen ohne zusätzliche Bronchodilatation
InfoSalbutamol stellt keine kausale antientzündliche Therapie dar, sondern wirkt ausschließlich symptomatisch bronchodilatatorisch in der Akutbehandlung
Wirkeintritt/-dauer
- Wirkeintritt: innerhalb 1 min
- Wirkdauer: ca. 4 Std
- Metabolisierung: Primär hepatisch durch Sulfatierung zum inaktiven Salbutamol-4'-O-Sulfat
- Ausscheidung: Überwiegend renal als unveränderte Substanz oder inaktiver Metabolite
Wirkung
- Salbutamol wirkt über eine Aktivierung der
β2-Adrenozeptoren - Es gehört zu der Gruppe der SABA (Short-acting-beta-2-Agonisten).→ Die Stimulation der β2-Rezeptoren der Lunge
führt zu einer Entspannung der glatten Bronchialmuskulatur (Bronchodilatation/Bronchospasmolyse)
→ Hemmung der Histamin-Freisetzung
→ Verbesserung der mukozilliären Clearance
Wechselwirkungen
- Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
- Anderen Sympathomimetika (z. B. Adrenalin
, Fenoterol) → additive β-adrenerge Effekte mit Tachykardie - und Arrhythmierisiko ↑ - MAO-Hemmern und trizyklischen Antidepressiva
→ Steigerung sympathomimetischer Wirkungen (RR- und HF-Anstieg)
- Anderen Sympathomimetika (z. B. Adrenalin
- Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
- Betablockern (v. a. nichtselektive wie Propranolol) → Antagonismus an β₂-Rezeptoren, Bronchodilatation ↓
Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen
- Tremor
- Unruhe
- Hyperglykämie
- Hypokaliämie
- Tachykardie
- Wehenhemmung
(Tokolyse )
Lagerung
- Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
- Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
Weiterführende Artikel
Pharmakologie des Atmungssystems (RD) Akuter Asthmaanfall (RD) Sympathikus
Quellen
- ratiopharm GmbH: Fachinformation Salbutamol-ratiopharm® Inhalationslösung, Stand: März 2024
- S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, NVL-Programm von BÄK, KBV, AWMF
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
