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Salpingitis/Adnexitis

5 Minuten Lesezeit

Salpingitis und Adnexitis bezeichnen entzündliche Infektionen der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Eine Salpingitis bezieht sich auf die Entzündung der Eileiter (Salpinx, griech.: Eileiter), während eine Adnexitis die Entzündung der Eileiter und Eierstöcke (Adnex, griech.: Anhängsel) beschreibt. 

Je nach Literatur findet sich auch der Begriff PID (Pelvic inflammatory disease) der allgemein für Infektionen des inneren Genitaltraktes steht. Eine solche Entzündung kann verschiedene Ursachen haben. Meist handelt es sich jedoch um eine aufsteigende Infektion durch sexuell übertragbare Krankheiten wie Gonokokken oder Chlamydien, nicht selten sind aber auch Mischkulturen für das Krankheitsbild verantwortlich. Neben einer aszendierenden Ursache können auch Appendizitis, Peritonitis oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen zu einem Deszensus führen.

Aufbau der Eileiter
Eierstock (Ovarium)

Die Erkrankung kann akut oder chronisch verlaufen. Die Symptome können je nach Stadium unterschiedlich sein. 

Symptome, die jedoch bei allen Formen auftreten können, sind:

  • Dysurie (schmerzhafte Miktion)
  • Dyspareunie (schmerzhafter Geschlechtsverkehr)
  • Metrorrhagien (azyklische oder dauerhafte Regelblutung)
  • Eitriger, übel riechender, zervikaler Fluor
  • Obstipation
  • Diarrhö
  • Portioschiebeschmerz 

Akute Salpingitis/Adnexitis:

  • Akut oder subakut einsetzender, starker ein- oder beidseitiger Unterleibsschmerz
  • Ggf. Symptome eines „Akuten Abdomens
    • Fieber
    • Abwehrspannung bei Palpation
    • Übelkeit und Erbrechen 

Subakute Salpingitis/Adnexitis:

  • Mäßige Unterbauchschmerzen (teils nur bei Palpation)
  • Leichte Abwehrspannung im Bereich der Adnexe
  • Körpertemperatur leicht erhöht oder normal

Chronische Salpingitis/Adnexitis:

  • Unterbauchschmerz oder Druckschmerz im Bereich des Unterbauchs
  • Normale Körpertemperatur
  • Exazerbation möglich 

Bei der Untersuchung ist die Intimsphäre der Patientin unbedingt zu wahren und ihr Einverständnis für alle Maßnahmen einzuholen. 

 Tipp

Die gynäkologische Anamnese umfasst verschiedene spezifische Parameter, die über eine übliche Anamneseerhebung hinausgehen. Um diese Informationen erheben zu können, ist ein geschützter Rahmen erforderlich. 

Für eine detaillierte Einführung in die Erhebung der gynäkologischen Anamnese siehe Artikel „Gynäkologische Anamnese“.

Neben der gynäkologischen Anamnese wird eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt. Bei der Palpation des Abdomens fällt häufig ein einseitig betonter Druckschmerz im Unterbauch mit tastbaren Resistenzen im Bereich des Adnexes auf. Bei Vorliegen einer Peritonitis kann auch eine deutliche Abwehrspannung bestehen. 

Bei der vaginalen Untersuchung mit dem Spekulum kann ein übermäßiger Geruch von Fluor sowie ein erhöhter vaginaler pH-Wert festgestellt werden. Der physiologische pH-Wert der Scheide ist leicht sauer und liegt bei ca. 4

Sowohl bei der vaginalen Tastuntersuchung als auch bei der Spekulumuntersuchung kann ein Portioschiebeschmerz auffallen. In diesem Fall ist eine Untersuchung der Zervix wegen der starken Schmerzen kaum möglich.

Die weiterführende Diagnostik umfasst:

  • Die Erhebung von Laborwerten:
    • Erhöhte Entzündungswerte
  • Sonographie:
    • Adnex-Schwellung
  • Zervix-Abstrich:
    • Mikrobiologischer Erregernachweis für spezifische Therapie-Planung

Bei einer akuten Salpingitis mit schwerem Verlauf wird in der Regel mit einer kalkulierten Antibiotikatherapie begonnen.

Bei fehlendem Erregernachweis wird eine Kombination aus drei Antibiotika systemisch verabreicht: Ceftriaxon, Doxycyclin, Metronidazol. Unter Umständen ist auch eine Laparoskopie mit Drainage des entzündeten Gewebes erforderlich. Im Verlauf sollte ein Erregernachweis erfolgen, um das Therapieschema anzupassen.

Bei subakuten oder chronischen Entzündungsverläufen wird ein Erregernachweis vor Beginn einer medikamentösen Therapie empfohlen.

Ursache: 

  • Aszendierende Infektion mit Gonokokken/Chlamydien oder deszendierende Infektion durch Appendizitis, CED, Peritonitis, etc.

Symptome:

  • Zeichen eines akuten Abdomens (insb. Abwehrspannung, Fieber und Übelkeit)
  • Unterbauchschmerz, ein- oder beidseitig und Portioschiebeschmerz
  • Eitrig, übel riechender, zervikaler Fluor
  • Dysurie, Dyspareunie, Metrorrhagie

Therapie: 

  • Wenn akut: Ceftriaxon + Doxycyclin + Metronidazol
  • Im Verlauf oder bei subakut oder chronischem Verlauf: Erregerbestimmung für Therapieanpassung
Zuletzt aktualisiert am 22.12.2024
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