Einleitung
Salpingitis und Adnexitis bezeichnen entzündliche Infektionen der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Eine Salpingitis bezieht sich auf die Entzündung der Eileiter (Salpinx, griech.: Eileiter), während eine Adnexitis die Entzündung der Eileiter und Eierstöcke (Adnex, griech.: Anhängsel) beschreibt.
Je nach Literatur findet sich auch der Begriff PID (Pelvic inflammatory disease) der allgemein für Infektionen des inneren Genitaltraktes steht. Eine solche Entzündung kann verschiedene Ursachen haben. Meist handelt es sich jedoch um eine aufsteigende Infektion


Symptome
Die Erkrankung kann akut oder chronisch verlaufen. Die Symptome können je nach Stadium unterschiedlich sein.
Symptome, die jedoch bei allen Formen auftreten können, sind:
- Dysurie
(schmerzhafte Miktion) - Dyspareunie (schmerzhafter Geschlechtsverkehr)
- Metrorrhagien (azyklische oder dauerhafte Regelblutung)
- Eitriger, übel riechender, zervikaler Fluor
- Obstipation
- Diarrhö
- Portioschiebeschmerz
Akute Salpingitis/Adnexitis:
- Akut oder subakut einsetzender, starker ein- oder beidseitiger Unterleibsschmerz
- Ggf. Symptome eines „Akuten Abdomens
“ - Fieber
- Abwehrspannung bei Palpation
- Übelkeit und Erbrechen
- Fieber
Subakute Salpingitis/Adnexitis:
- Mäßige Unterbauchschmerzen (teils nur bei Palpation)
- Leichte Abwehrspannung im Bereich der Adnexe
- Körpertemperatur
leicht erhöht oder normal
Chronische Salpingitis/Adnexitis:
- Unterbauchschmerz oder Druckschmerz im Bereich des Unterbauchs
- Normale Körpertemperatur
- Exazerbation möglich
Diagnostik und Differentialdiagnosen
Bei der Untersuchung ist die Intimsphäre der Patientin unbedingt zu wahren und ihr Einverständnis für alle Maßnahmen einzuholen.
TippDie gynäkologische Anamnese
umfasst verschiedene spezifische Parameter, die über eine übliche Anamneseerhebung hinausgehen. Um diese Informationen erheben zu können, ist ein geschützter Rahmen erforderlich. Für eine detaillierte Einführung in die Erhebung der gynäkologischen Anamnese
siehe Artikel „Gynäkologische Anamnese “.
Neben der gynäkologischen Anamnese
Bei der vaginalen Untersuchung mit dem Spekulum kann ein übermäßiger Geruch von Fluor
Sowohl bei der vaginalen Tastuntersuchung als auch bei der Spekulumuntersuchung kann ein Portioschiebeschmerz auffallen. In diesem Fall ist eine Untersuchung der Zervix wegen der starken Schmerzen kaum möglich.
Die weiterführende Diagnostik umfasst:
- Die Erhebung von Laborwerten:
- Erhöhte Entzündungswerte
- Sonographie:
- Adnex-Schwellung
- Zervix-Abstrich:
- Mikrobiologischer Erregernachweis für spezifische Therapie-Planung
Therapie
Bei einer akuten Salpingitis mit schwerem Verlauf wird in der Regel mit einer kalkulierten Antibiotikatherapie begonnen.
Bei fehlendem Erregernachweis wird eine Kombination aus drei Antibiotika
Bei subakuten oder chronischen Entzündungsverläufen wird ein Erregernachweis vor Beginn einer medikamentösen Therapie empfohlen.
Prüfungswissen
Ursache:
- Aszendierende Infektion mit Gonokokken/Chlamydien
oder deszendierende Infektion durch Appendizitis, CED , Peritonitis, etc.
Symptome:
- Zeichen eines akuten Abdomens
(insb. Abwehrspannung, Fieber und Übelkeit) - Unterbauchschmerz, ein- oder beidseitig und Portioschiebeschmerz
- Eitrig, übel riechender, zervikaler Fluor
- Dysurie
, Dyspareunie, Metrorrhagie
Therapie:
- Wenn akut: Ceftriaxon + Doxycyclin + Metronidazol
- Im Verlauf oder bei subakut oder chronischem Verlauf: Erregerbestimmung für Therapieanpassung

