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Sarkoidose (Röntgen-Thorax)

Morbus Boeck, Morbus Besnier-Boeck-Schaumann
4 Minuten Lesezeit

Die Sarkoidose ist eine systemische granulomatöse Erkrankung unbekannter Ätiologie, die durch nicht-verkäsende Granulome charakterisiert ist. Am häufigsten sind die Lymphknoten und die Lunge betroffen, aber auch andere Organe wie Haut, Augen und Herz können involviert sein. Bei Verdacht auf eine Sarkoidose ist die Röntgendiagnostik ein häufig genutztes Verfahren, obwohl die Korrelation zwischen radiologischen Befunden und klinischer Präsentation oft variabel ist.

  • Akut (ca. 1/3 der Fälle): 
    • Symptome: Fieber, Abgeschlagenheit, Husten, Dyspnoe, ggf. Brustschmerzen
    • Sonderform: Löfgren-Syndrom: Eine akute Form der Sarkoidose, charakterisiert durch Erythema nodosum, bihiläre Lymphadenopathie und Polyarthritis
  • Chronisch (ca. 2/3 der Fälle): Schleichender Beginn, oft mit unspezifischen Symptomen wie Husten und Dyspnoe, pulmonale Beschwerden treten meist erst im fortgeschrittenen Stadium auf

Röntgen-Thorax-Aufnahmen sind weniger sensitiv als Computertomographien (CT) für die Darstellung thorakaler Manifestationen der Sarkoidose. Die Bildgebungsbefunde können stark variieren und sind abhängig vom Stadium der Erkrankung. Allerdings sind regelmäßige radiologische Kontrollen wichtig, um den Verlauf und die Progression der Erkrankung zu überwachen. Eine bihiläre Lymphadenopathie im Röntgenbild sollte weiter abgeklärt werden, um Differentialdiagnosen wie das Hodgkin-Lymphom auszuschließen.

  • Lymphadenopathie:
    • Bihiläre Lymphadenopathie: Typisch bei pulmonalen Manifestationen, häufig in Kombination mit paratrachealer Lymphadenopathie
    • Garland-Trias: Charakteristische Lymphknotenvergrößerung an drei Stellen: rechts paratracheal, rechts hilär und links hilär.
    • Eierschalenartige Verkalkungen: Selten, aber diagnostisch wegweisend, randständig zirkuläre Verkalkungen der Lymphknoten.
  • Pulmonale Manifestationen:
    • Retikulonoduläre Verschattungen: Häufig bilateral und symmetrisch, bevorzugt in den oberen und mittleren Lungenfeldern
    • Galaxy-Sign: Konfluierende kleine Noduli, die größere Läsionen bilden
    • Lungenfibrose: Endstadium der Erkrankung, gekennzeichnet durch interstitielle Fibrose und Honigwabenmuster
    • Traktionsbronchiektasen: durch Zug bedingte, meist lokale Erweiterung der Bronchien
 Merke

Oft besteht bei der chronischen Sarkoidose eine Diskrepanz zwischen einem ausgeprägten Befund im Röntgen-Thorax bei gleichzeitig geringer klinischer Symptomatik. Dadurch ist die chronische Sarkoidose oft ein Zufallsbefund.

Die chronische Sarkoidose kann anhand des Röntgenbildes in 4 Stadien eingeteilt werden:

StadiumDignität
IBihiläre oder mediastinale Lymphadenopathie
IILymphadenopathie und Lungenparenchymbefall mit retikonodulären Infiltraten
IIINur Lungenmanifestation (ohne Lymphadenopathie) mit bipulmonalen Infiltraten
IVLungenfibrose

Stadium I

Stadium I - Sarkoidose
Bihiläre Lymphadenopathie (grünes Overlay)

Stadium II

Stadium II - Sarkoidose
Lungenparenchymbefall (roter Pfeil) und Lymphadenopathie (blauer Pfeil)

Stadium III 

Stadium III - Sarkoidose
Bipulmonale Lungenmanifestationen ohne Lymphadenopathie

Staidum IV

Stadium IV - Sarkoidose
Lungenfibrose
Zuletzt aktualisiert am 23.09.2024
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