Schilddrüsenhormone, Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), sind essenziell für den Energiestoffwechsel, das Wachstum und die Entwicklung des Körpers. Sie werden von der Schilddrüse produziert und regulieren zahlreiche physiologische Prozesse, einschließlich der Herzfrequenz, der Körpertemperatur und der Proteinsynthese. Eine Hypothyreose (Schilddrüsenunterfuntkion) wird durch die Gabe von synthetischen Schilddrüsenhormonen wie Levothyroxin (L-Thyroxin) behandelt, um den Hormonspiegel im Körper zu normalisieren. Thyreostatika sind Medikamente, die die Produktion von Schilddrüsenhormonen hemmen und werden hauptsächlich zur Behandlung der Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) eingesetzt. Zu den gängigen Thyreostatika gehören Thiamazol, Carbimazol und Propylthiouracil.
Die Schilddrüse ist ein endokrines Organ, das wichtige Hormone für die Regulation des Stoffwechsels und das Körperwachstum bildet. Zu diesen gehören das Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) sowie das Calcitonin.
- Thyroxin (T4):
- Speicherform (Halbwertszeit: 7 Tage)
- Weniger wirksam
- Wird durch Deiodase zum aktiveren T3 umgewandelt
- Triiodthyronin (T3):
- Wirksamstes Schilddrüsenhormon (Halbwertszeit: 1 Tag)
- Reguliert Körperwachstum und aktiviert diverse Stoffwechselprozesse
- Calcitonin:
- Wird in C-Zellen in der Schilddrüse gebildet
- Wird bei erhöhten Calcium-Spiegeln ausgeschüttet und senkt den Calciumspiegel
⟶ Hemmt die Osteoklastenaktivität und steigert die renale Calcium- und Phosphatausscheidung
Die Schilddrüsenhormone werden von den Thyreozyten synthetisiert. In Form von Thyreoglobulin wird das T3 und T4 in den Schilddrüsenfollikelngespeichert und durch Spaltung ans Blut abgegeben.
Regulation
Die Sekretion der Schilddrüsenhormone wird über die Hypothalamus-Hypophysen-Achse reguliert. Das Thyrotropin-Releasing-Hormone (TRH) wird im Hypothalamus gebildet. Das TRH stimuliert die TSH-Synthese (TSH: Thyroidea stimulierendes Hormon) in der Hypophyse.
TRH wird bei Stress, Kälte und körperlicher Belastung ausgeschüttet.
Das Thyreoidea-stimulierende-Hormon (TSH) wird in der Hypophyse gebildet. Die Synthese und Sekretion wird durch das TRH gefördert. Das TSH stimuliert die Schilddrüsenfollikel zur Synthese und Sekretion der Schilddrüsenhormone T3 und T4. T3 und T4 wirken im peripheren Gewebe. Über eine negative Rückkoppelung hemmen hohe T3- und T4-Konzentrationen die Sekretion von TSH und TRH.
| Hypothyreose ↓ | Hyperthyreose ↑ | |
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| Definition |
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| Klinik |
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| Labor |
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| Ätiologie |
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Thyreostatika werden zur Behandlung der Hyperthyreose und der thyreotoxischen Krise eingesetzt. Perchlorate werden ebenfalls vor erhöhter Iod-Exposition (bspw. vor der Gabe von iodhaltigen Kontrastmitteln) präventiv appliziert. Iodid wird zum Schutz der Schilddrüse nach einem nuklearem Zwischenfall und als ergänzende Therapieoption bei therapierefraktärer Hyperthyreose eingesetzt (Iod-Plummerung).
| Wirkstoffe | Wirkung | Nebenwirkungen | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
Thionamide
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| Perchlorat |
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| Iodid |
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Bei einer Hypothyreose werden Schilddrüsenhormone substituiert. In der Regel kommt dabei L-Thyroxin bzw. Levothyroxin zum Einsatz, welches dem körpereigenen T4 entspricht. Dieses wird dann im Körper zu dem aktiven T3 konvertiert.
Wirkung
| Organ | Wirkungen der Schilddrüsenhormone |
|---|---|
Herz |
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| Lunge |
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Stoffwechsel |
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| Schilddrüse |
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| Wärmeregulation |
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| Kindheit |
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Indikationen
- Manifeste Hypothyreose
- Athyreose
- TSH-Suppression nach Radioiodtherapie oder nach Thyreoidektomie
- Iodmangelstruma
Nebenwirkungen
- Insbesondere sympathomimetische Nebenwirkungen wie Tachykardie, Tremor, Angina pectoris, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Nervosität, verstärktes Schwitzen, etc.
- Hyperthyreosis factitia (hyperthyreote Stoffwechsellage durch Überdosierung von Schilddrüsenhormonen)
- Gesteigerte Insulinresistenz
Kontraindikationen
- Hyperthyreose
- Tachykardie
- Frischer Myokardinfarkt
- Akute Pankreatitis
AchtungSchilddrüsenhormone werden zum Teil missbräuchlich zur Gewichtsreduktion, z.B. bei Anorexia nervosa verwendet.
TippL-Thyroxin sollte grundsätzlich nüchtern und ca. 30 Minuten vor dem Frühstück mit Wasser eingenommen werden. Die Dosis der Schilddrüsenhormone kann an den TSH-Spiegel und die Symptome der Patient:innen angepasst werden.
- Freissmuth et al.: Pharmakologie und Toxikologie. Springer 2012, ISBN: 978-3-642-12353-5.
- Karow, Lang-Roth: Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012
- Lüllmann et al.: Pharmakologie und Toxikologie. 15. Auflage Thieme 2002, ISBN: 3-133-68515-5
- Wehling: Klinische Pharmakologie. 2. Auflage Thieme 2011, ISBN: 978-3-131-60282-4

