Schockraum
Notfälle können sich sowohl auf Station als auch ambulant ereignen. Der Schockraum stellt den Kontaktpunkt zwischen präklinischer und klinischer Patient:innenversorgung dar.
Der Schockraum ist ein zentraler Bestandteil der meisten Notaufnahmen. Er bietet eine auf Notfälle ausgerichtete Ausstattung und Einrichtung.
Nicht alle Patient:innen, die in die zentrale Notaufnahme (ZNA) gebracht werden oder sich selbst vorstellen, werden über den Schockraum aufgenommen. Über den Schockraum werden primär kritisch kranke Patient:innen aufgenommen.
Im Regelfall löst das einliefernde Notfallteam die Schockraumaktivierung aus. Es erfolgt eine Anmeldung der Patient:innen, bei der erste Informationen, wie z.B. eine Verdachtsdiagnose, übermittelt werden. Das Schockraumteam wird informiert und diagnostische sowie therapeutische Maßnahmen werden vorbereitet.
Nach Eintreffen der Patient:innen erfolgt die Übergabe
Erst nach der Übergabe
Ausstattung des Schockraums
Für die Ausstattung eines Schockraums gibt es definierte Standards. Zur Basisausstattung gehört:
- Monitoring: Pulsoxymetrie
, Blutdruckmessung , EKG - Defibrillator, Beatmungsgerät, Absaugung, Thermoregulation
- Spritzenpumpen, Druckinfusoren
- Sonographie, Echokardiographie
, CT , Röntgengerät - Material zur Atemwegssicherung (Laryngoskop, Larynxmaske
etc.) - Periphere & zentrale Venenkatheter, arterielle Druckmesskatheter etc.
- Blutentnahmematerial, Blutgasanalyse
(BGA ), Bedside-Test etc. - Thoraxdrainage-Set, OP-Siebe
- Medikamente (Analgosedierung
, Narkose, Vasopressoren, Blutprodukte , Thrombozytenkonzentrate, Tranexamsäure etc.)
Aufnahmekriterien
Die Aufnahmekriterien für den Schockraum werden in traumatologische und nicht-traumatologische Aufnahmekriterien unterteilt.
Traumatologisch
- Systolischer Blutdruck <90 mmHg
- Penetrierende Verletzungen der Rumpf-Hals-Region
- Vigilanzminderung
(GCS <9) - Atmungsstörung oder Intubation
- Frakturen von >2 proximalen Knochen
- Thoraxinstabilität
- Beckenfrakturen
- Amputationsverletzungen
proximal der Hände/Füße - Querschnittsverletzung
- Offene Schädelverletzung
- Verbrennung
: >20% der Körperoberfläche und >Grad 2b - Schwerer Verkehrsunfall
Nicht-traumatologisch
- Hämodynamisch relevante Blutungen
- Atemwegsbehinderung/-verlegung
- Respiratorische Insuffizienz (Dyspnoe mit muskulärer Erschöpfung, medikamentös bedingt, Beatmung)
- Kreislaufinsuffizienz (medikamentöse Kreislaufunterstützung
, hämodynamisch relevante Herzrhythmusstörungen, Reanimation ) - Vigilanzminderung
(Intoxikationen, metabolisch) - Hypothermie
Schockraumteam
In jeder Notaufnahme sollte es ein festes Schockraumteam geben, in dem klare Verantwortlichkeiten und Aufgaben definiert sind. Ein traumatologisches Schockraumteam setzt sich aus folgenden Personen zusammen (internistisches: je nach Krankheitsbild und klinischen Gegebenheiten):
- 2 Chirurg:innen
- 2 Fachpflegepersonen mit der Weiterbildung Notfallpflege
- 1 Anästhesist:in
- 1 Fachpflegeperson für Anästhesie
- 1 Radiolog:in
- 1 Medizinisch-technische Radiologiefachkraft (MTRA)
Quellen
- S3-Leitlinie Polytrauma / Schwerverletzten-Behandlung, Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU)

