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Schockraum

3 Minuten Lesezeit

Notfälle können sich sowohl auf Station als auch ambulant ereignen. Der Schockraum stellt den Kontaktpunkt zwischen präklinischer und klinischer Patient:innenversorgung dar.

Der Schockraum ist ein zentraler Bestandteil der meisten Notaufnahmen. Er bietet eine auf Notfälle ausgerichtete Ausstattung und Einrichtung.

Nicht alle Patient:innen, die in die zentrale Notaufnahme (ZNA) gebracht werden oder sich selbst vorstellen, werden über den Schockraum aufgenommen. Über den Schockraum werden primär kritisch kranke Patient:innen aufgenommen.

Im Regelfall löst das einliefernde Notfallteam die Schockraumaktivierung aus. Es erfolgt eine Anmeldung der Patient:innen, bei der erste Informationen, wie z.B. eine Verdachtsdiagnose, übermittelt werden. Das Schockraumteam wird informiert und diagnostische sowie therapeutische Maßnahmen werden vorbereitet.

Nach Eintreffen der Patient:innen erfolgt die Übergabe

Erst nach der Übergabe beginnt die Umlagerung, Untersuchung und Therapie der Patient:innen.

Schockraum

Für die Ausstattung eines Schockraums gibt es definierte Standards. Zur Basisausstattung gehört:

  • Monitoring: Pulsoxymetrie, Blutdruckmessung, EKG
  • Defibrillator, Beatmungsgerät, Absaugung, Thermoregulation
  • Spritzenpumpen, Druckinfusoren
  • Sonographie, Echokardiographie, CT, Röntgengerät
  • Material zur Atemwegssicherung (Laryngoskop, Larynxmaske etc.)
  • Periphere & zentrale Venenkatheter, arterielle Druckmesskatheter etc.
  • Blutentnahmematerial, Blutgasanalyse (BGA), Bedside-Test etc.
  • Thoraxdrainage-Set, OP-Siebe
  • Medikamente (Analgosedierung, Narkose, Vasopressoren, Blutprodukte, Thrombozytenkonzentrate, Tranexamsäure etc.)

Die Aufnahmekriterien für den Schockraum werden in traumatologische und nicht-traumatologische Aufnahmekriterien unterteilt.

Traumatologisch

  • Systolischer Blutdruck <90 mmHg
  • Penetrierende Verletzungen der Rumpf-Hals-Region 
  • Vigilanzminderung (GCS <9)
  • Atmungsstörung oder Intubation
  • Frakturen von >2 proximalen Knochen
  • Thoraxinstabilität
  • Beckenfrakturen
  • Amputationsverletzungen proximal der Hände/Füße
  • Querschnittsverletzung
  • Offene Schädelverletzung
  • Verbrennung: >20% der Körperoberfläche und >Grad 2b
  • Schwerer Verkehrsunfall

Nicht-traumatologisch

  • Hämodynamisch relevante Blutungen
  • Atemwegsbehinderung/-verlegung
  • Respiratorische Insuffizienz (Dyspnoe mit muskulärer Erschöpfung, medikamentös bedingt, Beatmung)
  • Kreislaufinsuffizienz (medikamentöse Kreislaufunterstützung, hämodynamisch relevante Herzrhythmusstörungen, Reanimation)
  • Vigilanzminderung (Intoxikationen, metabolisch)
  • Hypothermie

In jeder Notaufnahme sollte es ein festes Schockraumteam geben, in dem klare Verantwortlichkeiten und Aufgaben definiert sind. Ein traumatologisches Schockraumteam setzt sich aus folgenden Personen zusammen (internistisches: je nach Krankheitsbild und klinischen Gegebenheiten):

  • 2 Chirurg:innen
  • 2 Fachpflegepersonen mit der Weiterbildung Notfallpflege
  • 1 Anästhesist:in
  • 1 Fachpflegeperson für Anästhesie
  • 1 Radiolog:in
  • 1  Medizinisch-technische Radiologiefachkraft (MTRA)
Zuletzt aktualisiert am 27.05.2026
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