Ob Notfalleinsatz, Großschadenslage oder Patiententransport – ohne strukturierte Kommunikation ist eine koordinierte Versorgung im Rettungsdienst nicht möglich. Der Sprechfunk ist das zentrale Werkzeug, um einsatzrelevante Informationen schnell, präzise und standardisiert zu übermitteln.
Der Artikel erläutert die Grundlagen des Sprechfunks im Rettungsdienst, stellt typische Fehlerquellen dar und gibt konkrete Hinweise für die Anwendung im Einsatz.
Fallbeispiel
Um den Einstieg in das Thema „Sprechfunk im Rettungsdienst“ etwas zu erleichtern, wird im Folgenden ein Fall beschrieben, wie er sich präklinisch ereignen könnte.
Beschreibung des Szenarios:
Ein Rettungswagen (RTW) ist auf dem Weg zu einem gemeldeten Verkehrsunfall mit mehreren Beteiligten. Die Einsatzmeldung der Leitstelle lautet: „Verkehrsunfall, unklare Lage, vermutlich mehrere Verletzte“. Der Einsatzort liegt auf einer stark befahrenen innerstädtischen Straße. Aufgrund der potenziellen Lageeskalation und der unklaren Patient:innenzahl wird parallel ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) sowie die Feuerwehr alarmiert.
Lage während der Anfahrt:
Der Fahrer konzentriert sich auf das sichere Fahren mit Sondersignal im Stadtverkehr. Der Beifahrer übernimmt währenddessen den Sprechfunk. Er bleibt im Kontakt mit der Leitstelle, um Rückfragen zu klären und wichtige Lagemeldungen durchzugeben.
Funkdialog über BOS-Sprechfunk:
„Leitstelle Bochum von RTW 6-83-1, kommen.“ „Leitstelle hört.“ „RTW 6-83-1, wir sind auf Anfahrt. Bitte um Rückmeldung: Gibt es neue Informationen zur Lage vor Ort? Kommen.“ „Bisher keine weiteren Details. Polizei bereits eingetroffen, meldet zwei verletzte Personen, davon eine bewusstlos. Kommen.“ „Verstanden. Ankunft in ca. 4 Minuten. Ende.“
Dieses Bild wurde mit der KI-Software DALLE (OpenAI) erstellt. Es wurde automatisch generiert und dient ausschließlich illustrativen Zwecken.
Eigenschaften von Funkwellen
Im Rettungsdienst werden Funkverbindungen zur Kommunikation genutzt, sowohl im analogen als auch im digitalen Sprechfunk. Dabei werden Informationen über elektromagnetische Wellen übertragen, wie sie auch im Mobilfunk, WLAN oder in medizinischen Geräten (z.B. CT) verwendet werden.
Funkwellen besitzen drei physikalische Eigenschaften:
Frequenz (f): Anzahl der Schwingungen pro Sekunde, gemessen in Hertz (Hz)
Wellenlänge (λ): Abstand zwischen zwei Wellenbergen
Amplitude (A): maximale Auslenkung der Welle – beeinflusst die Signalstärke
Analoger Sprechfunk nutzt Radiowellen (Wellenlänge > 1 m, Frequenz < 300 MHz), während Digitalfunk auf Mikrowellen basiert (Wellenlänge 1 mm bis 1 m, Frequenz 300 MHz bis 3 GHz).
Die Reichweite einer Funkverbindung, also die Distanz, bei der eine Verständigung noch möglich ist, hängt ab von:
Sendeleistung und Empfangsempfindlichkeit
Frequenz
Antennenbauart und -höhe
Umgebung (z.B. Bebauung, Gelände, Wetter)
Info
Wichtiger Praxishinweis:
Funkwellen verhalten sich wie Lichtstrahlen – sie breiten sich geradlinig aus.
Hindernisse wie Gebäude, Berge oder Tunnel können das Signal:
Abschirmen (Funkloch)
Dämpfen (Signalabschwächung)
Reflektieren (Richtungsänderung)
Oder beugen (Ablenkung an Kanten)
In der Praxis können auch Personen, Fahrzeuge oder Metallkonstruktionen in der Nähe eines Handfunkgeräts den Empfang deutlich stören. Freie Sicht zur Gegenstelle bietet die beste Funkqualität. Bei Empfangsproblemen hilft oft schon ein Standortwechsel um wenige Meter.
Die Signalstärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab – doppelte Entfernung = nur noch ¼ der Signalintensität
Grundlagen des Sprechfunks
Analogfunk vs. Digitalfunk
Der Übergang vom Analog- zum Digitalfunk wurde in den vergangenenJahren sukzessive vorangetrieben, wobei der Digitalfunk in einem ersten Bundesland im Jahr 2012 in Betrieb genommen wurde. Auch der Analogfunkexistiertnoch und wird in einigen Fällen als Rückfallebeneaufrechterhalten. Der Digitalfunk zeichnet sich durch eine Reihe von Vorteilen aus, darunter die Abhörsicherheit, die verbesserteSprachqualität und die optimierteVerbindungssicherheit. Die Netzabdeckung von 99,2 % wird durch 5.000 Basisstationen gewährleistet. Im Folgenden werden einige Fakten bezüglich der beiden Funktechniken dargelegt.
Analogfunk:
Technik:
Schallwellen werden direkt im Funkgerätumgewandelt
Empfangsgerät wandelt diese wieder in Audiosignaleum
Rauschfilter: filtert Störgeräusche heraus
Reichweiten sind gering, bei optimalen Bedingungen kann diese mehrere 100 km erzielen
Kommunikation:
Über festzugewieseneFunkkanäle
Funkkanäle innerhalb Deutschland mehrfach vergeben
Kann zu Überlastung führen
Infrastruktur:
Meist regional begrenzte Funknetze
Mit Zwischenfunkstellen (Relaisfunkstellen) zur Verstärkung der Funksignale → flächendeckende Funkverbindung
Digitalfunk:
Technik:
Das Funkgerät wandelt die Audiosignale digital in binäre Datencodes (Nullen und Einsen) um
Vocoder tastet die Amplitude der Schallwellen ab → identifiziert Störgeräusche (codiert diese nicht)
Datencode wird in komprimierten Funkwellenumgewandelt
Endgerätdecodiert diese und wandelt sie in Audiosignaleum
Kommunikation:
Nicht-öffentlicher Landfunk mit dem Funkstandard TETRA (zu Deutsch: terrestrischer Bündelfunk) im 400 MHz-Bereich
Keine fest zugeteilte Frequenz
Unterteilung in Kanäle und zugewiesenen Gruppen
Sobald das Funkgesprächaufgebaut wird, wird automatisch eine Frequenzzugeordnet
Mehrere Kanäle werden im Bündelfunk zusammengelegt und bildenNutzergruppen
Vorteile: Verschlüsselung und Abhörsicherheit
Infrastruktur:
Ähnelt dem des Mobilfunknetzes
Mehrere Funkzellen, die sich überlappen
Funkzelle beinhaltet ortsfesteÜbertragungseinheit (Basisstation), bestehende aus Technikeinheit und Antenne
Basisstationenübertragen die Daten über Funk oder Kabel an eine Vermittlungsstelle
Anhand der zugeordnetenFunkkennung leitet sie die Daten an die entsprechende Empfänger-Basisstation weiter
Kommunikationbundesweitmöglich
Direct Mode: Es kann zu einer direkten Verbindungzwischen zwei Funkgeräten kommen, ohne eine Basisstation mit einzubeziehen
Tipp
Denken - Drücken - Warten - Sprechen!
Da sich im Digitalfunk erst der Sprechwegaufbaut, kommt es für den Rufaufbau zu einer Verzögerung von maximal 0,5 Sekunden. Daher ist im Digitalfunk nach dem Drücken der Push-to-talk-Taste eine kurze Wartezeit erforderlich, bis ein Piepsgeräusch wahrgenommen wird, da erst dann der Sprechwegfrei ist.
Funkgeräte und Betriebsarten
Welche Funkgeräte gibt es und welches kann was? Diese Fragen stellen sich insbesondere Neulinge im digitalen BOS-Funkbetrieb. Die folgende Übersicht soll eine komprimierte, aber differenzierte Einordnung der verschiedenen Gerätetypen sowie Betriebsarten ermöglichen und deren jeweilige Einsatzbereiche verständlich machen.
Endgeräte im Digitalfunk lassen sich nach ihrem Einsatzbereich und ihrer Bauform in drei Hauptkategorien unterteilen:
MRT (Mobile Radio Terminal): Hierbei handelt es sich um fest verbaute Fahrzeugfunkgeräte, die eine hohe Sendeleistung und damit eine große Reichweite besitzen. Sie sind primär in Einsatzfahrzeugen integriert und dienen der Kommunikation im TMO (Trunked Mode Operation) sowie teilweise im DMO-Modus (Direct Mode Operation) über angeschlossene DMO-Gateways
HRT (Handheld Radio Terminal): Dies sind tragbare Handfunkgeräte, die primär im Einsatzstellenfunk (DMO) sowie im Netzbetrieb (TMO) verwendet werden. Sie ermöglichen den flexiblen, mobilen Einsatz durch Einsatzkräfte vor Ort
FRT (Fixed Radio Terminal): Dabei handelt es sich um stationäre Funkstellen, die in Leitstellen oder fest installierten Orten verwendet werden. Sie sind meist dauerhaft in das Funknetz integriert und ermöglichen eine kontinuierliche Kommunikation im Netzbetrieb
Funkverstärker dienen der Reichweitenerweiterung und der Verbesserung der Funkabdeckung in komplexen Einsatzlagen oder Gebäudestrukturen:
Repeater: Diese arbeiten vorwiegend stationär oder mobil und übertragen eingehende Funksignale in Echtzeit weiter. Sie ermöglichen die Kommunikation über größere Distanzen und sind speziell im DMO-Betrieb als DMO-Repeater relevant
Objektfunkanlagen: Sie werden fest in Gebäuden, Tunnelanlagen oder unterirdischen Strukturen installiert und gewährleisten dort eine flächendeckende Funkversorgung, die ohne technische Verstärkung nicht gegeben wäre
Die Betriebsarten im Digitalfunk unterscheiden sich hinsichtlich der Infrastrukturabhängigkeit:
TMO (Trunked Mode Operation) bezeichnet den netzgestützten Funkbetrieb über die digitale BOS-Infrastruktur. Er ist vergleichbar mit dem klassischen, analogen 4-Meter-Funk im analogen System und wird für die überregionale Kommunikation, etwa zwischen Einsatzleitstellen und Fahrzeugen, genutzt
DMO (Direct Mode Operation) beschreibt den direkten Funkbetrieb von Gerät zu Gerät, unabhängig von einem Funknetz. Dieser Modus ist besonders wichtig für den Einsatzstellenfunk und entspricht funktional dem analogen 2-Meter-Funk
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auswahl und Anwendung von Funkgeräten sowie die Wahl der Betriebsart stets lageabhängig und einsatzspezifisch erfolgen muss. Eine sachgerechte Einweisung in die Funktionen und Betriebsarten ist daher unerlässlich, um eine sichere, effiziente und störungsfreie Kommunikation im Einsatz sicherzustellen.
Funkverkehrsarten/-betriebsarten und Sprechfunkverkehr
Funkverkehrsarten / -betriebsarten:
Simplex (Wechselverkehr):Regelbetriebsart des DMO → in einemZeitschlitz wird abwechselndgesendet und empfangen
Halbduplex (bedingter Gegenverkehr):Regelbetriebsart des TMO → in zwei Zeitschlitzen wird abwechselndgesendet und empfangen
Vollduplex (Gegenverkehr, Telefonie): sehr selten vorhanden → auf vierZeitschlitzen wird gleichzeitigempfangen und gesendet
Sprechfunkverkehr:
Kreisverkehr: meist in der Feuerwehr angewandt → eine Sprechfunkstelle ist als Leitung beauftragt, mehrere Sprechfunkstellen gleichberechtigt → Sprechfunkverkehr unter allen Teilnehmern
Sternverkehr: meist im Rettungsdienst angewandt → die Kommunikation erfolgt über eine Sprechfunkstelle → die Leitstelle, als sogenannten Sternkopf
Rechtliche Grundlagen
1. Nutzungsrecht:
Die Nutzung des BOS-Funks (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) ist gesetzlich geregelt. Die rechtliche Grundlage bildet das Telekommunikationsgesetz (TKG). Gemäß § 57 Abs. 4 TKG definiert die BOS-Funkrichtlinie, wer den Funk nutzen darf – u. a. Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk.
Achtung
Der Rettungsdienst darf BOS-Funk nur verwenden, wenn er im öffentlichen Auftrag handelt – z. B. durch Beauftragung der Kommune oder eines Landkreises. Ohne öffentlichen Auftrag besteht kein Nutzungsrecht.
2. Schutz der Kommunikation (Telekommunikationsgeheimnis):
Rechtlich geschützt: Nach Artikel 10 Grundgesetz (GG) unterliegt der BOS-Funk dem Fernmeldegeheimnis. Alle Inhalte sind vor unbefugtem Abhören, Aufzeichnen oder Veröffentlichen geschützt
Beispiel: Videoaufnahmen mit Funkmitschnitt (z. B. bei Social Media während Einsatzfahrt) sind strafbar
3. Verschwiegenheitspflicht:
Nach § 11 StGB und dem Verpflichtungsgesetz gilt für alle Teilnehmer:innen am BOS-Funk eine Verschwiegenheitspflicht – unabhängig vom Status als Amtsträger:in.
Merke
Jede Person, die am BOS-Sprechfunk teilnimmt, ist zur vertraulichen Behandlung der Inhalte verpflichtet.
4. Dienstvorschriften:
Zwei zentrale Dienstvorschriften regeln den Funkbetrieb:
PDV/DV 800: Technische Struktur des BOS-Funks
PDV/DV 810: Ablauf und Disziplin des Funkverkehrs
5. Ausbildung & Gerätezulassung:
Ausbildungspflicht: Für den Funkbetrieb im Rettungsdienst ist ein abgeschlossener Sprechfunklehrgang im jeweiligen Bundesland Pflicht
Gerätezulassung: Im Digitalfunk dürfen ausschließlich Funkgeräte eingesetzt werden, die von der BDBOS (Bundesanstalt für den Digitalfunk der BOS) zertifiziert sind. Die technischen Anforderungen sind in der TR BOS (Technische Richtlinie BOS) definiert
Funkbetrieb im Rettungsdienst
Merke
Funkdisziplin
Damit Funkverkehr im Einsatz effektiv funktioniert, ist Funkdisziplin unerlässlich. Sie umfasst klare Regeln, die laut Dienstvorschrift DV 810 für alle Teilnehmer:innen im analogen und digitalen Funk gelten. Missachtung führt zu Missverständnissen und Zeitverlust, besonders in Stresssituationen. Wichtige Betriebswörter wie „Frage“,„Kommen“ oder „Ende“ sowie das sichere Buchstabieren sind unverzichtbar.
Ein zentrales Element ist der Funkrufname, mit dem jede Einheit eindeutig identifizierbar ist.
Er setzt sich zusammen aus:
Kennwort der Organisation (z.B. „Rotkreuz“ für DRK)
Standortbezeichnung (z.B. Frankfurt 1) → die Zahl bezieht sich auf die Wachnummer
Fahrzeugtyp oder Kennziffer (z.B. 83/2 für RTW) → je nach Bundesland unterschiedlich
Beispiele: „Rotkreuz Frankfurt 1/83/2“ oder „Johannes Flughafen 71/1“ oder „Florian Hamburg 22-RTW-A“
Kennwörter der Organisationen
BOS
Funkkennung
Leitstelle
Leitstelle
Feuerwehr
Florian
Katastrophenschutzbehörde
Kater
Rettungshubschrauber
Christoph
Johanniter Unfall Hilfe
Akkon
Malteser
Johannes
Privater Rettungsdienst
Rettung
Rotes Kreuz
Rotkreuz
ASB (Arbeiter Samariter Bund)
Sama
Einheitliche Kennwörter sorgen für strukturierten Funkverkehr zwischen BOS-Einheiten.
Sprechfunknachrichten im Rettungsdienst
Im BOS-Funk wird zwischen drei verschiedenen Sprechfunknachrichten unterschieden: Gespräch, Durchsage und Sprüche. Die Sprüche haben im Rettungsdienst keine Relevanz. Außerdem beinhaltet der Digitalfunk eine Notruftaste, welche den Notruf absetzt und Vorrang allen anderen Gesprächen gegenüber hat.
Gespräch
Durchsage
Notruf
Ein Gespräch ist ein Informationsaustausch zwischen zwei Funkteilnehmer:innen. Es folgt einem festen Ablauf:
Rufname der Gegenstelle, dann „von“ + eigener Rufname + „kommen“
Antwort mit „hier“, Rufname, „kommen“
Kurze, sachliche Nachricht
Bestätigung mit „verstanden, kommen“
Abschluss mit „Ende“
Betriebswörter wie „Frage“, „kommen“, „Ende“ sorgen für klare Kommunikation. Schwierige Wörter werden mit dem Buchstabieralphabet übermittelt, Zahlen nach festgelegtem Muster ausgesprochen.
Durchsagen richten sich an mehrere Teilnehmer gleichzeitig:
„Hier“ + eigener Rufname + „an“ + Adressaten
Nachricht senden und einmal wiederholen
Bei Bedarf: Empfangsbestätigung einholen
Ein Notruf ist nur bei Gefahr für Leib oder Leben zulässig. Die Auslösung erfolgt:
Beim digitalen Notruf wird das Mikrofon automatisch aktiviert und der Notruf auf allen Geräten angezeigt.
Einsatzgrundsätze
Für ein reibungslosablaufendesFunkgespräch sind, neben der Funkdisziplin, einige Einsatzgrundsätze wichtig. Das kommt auch daher, dass es sogenannte „offene Gruppen“ sind, sprich jeder kann jeden hören. Damit keinChaos ausbricht, sind folgende Grundsätze zu beachten:
Wichtige Grundsätze für das richtige Funken:
Funkdisziplin
Funkgerät immer besetzt sein
Keine laufenden Gespräche unterbrechen, bei einem Notruf ist dieser davon ausgenommen
Erst zuhören, denken, dann sprechen
Kurz, klar, sachlich
Deutlich und ruhig sprechen, nicht zu laut
Funkalphabet und Betriebswörter verwenden
Zahlen klar aussprechen
Betriebswörter:
Betriebswort
Erläuterung
Kommen!
Antwortsaufforderung
Von … / hier …
Vor dem eigenen Namen nennen
Verstanden
Empfangsbestätigung
Ende
Verkehrsschluss
Frage …
Zur deutlichen Hervorheben einer Frage, vorher nennen
Buchstabieren Sie
Aufforderung zum Buchstabieren
Ich buchstabiere …
Ankündigung des Buchstabierens
Wiederholen Sie
Aufforderung zum Wiederholen
Ich wiederhole …
Ankündigung der Wiederholung
Ich berichtige …
Fehlerkorrektur
Übung
Zu Beginn und regelmäßig soll auf eine Übung hingewiesen werden
Tatsache
Tatsachenmeldung (während Übung)
Mayday
3x zu Beginn eines Notrufes
Buchstabieralphabet:
A
Anton
Q
Quelle
B
Berta
R
Richard
C
Cäsar
S
Siegfried /Samuel
D
Dora
T
Theodor
E
Emil
U
Ulrich
F
Friedrich
V
Viktor
G
Gustav
W
Wilhelm
H
Heinrich
X
Xaver/Xanthippe
I
Ida
Y
Ypsilon
J
Julius
Z
Zeppelin/Zacharias
K
Kaufmann
Ä
Ärger
L
Ludwig
Ö
Ökonom
M
Martha
Ü
Übermut
N
Nordpol
CH
Charlotte
O
Otto
SCH
Schule
P
Paula
ß
Eszett
Tipp
In den kommendenJahren, kann es zu einer ÄnderungdesBuchstabieralphabets kommen, wann genau dies übernommen wird, ist derzeit nicht bekannt. Dabei werden die Buchstaben durch Städtenamen ersetzt.
In wenigen Rettungsdienstbereichen wird ebenso das NATO-Alphabet benutzt, dabei handelt es sich um die englische Version des Buchstabieralphabets.
Zahlenaussprache:
Zahl
Aussprache
0
Null
1
Eins
2
Zwo
3
Drei
4
Vier
5
Fünf / Fünef
6
Sechs
7
Sieben
8
Acht
9
Neun
10
Zehn
Funkmeldesystem (FMS) im Rettungsdienst
Zur Entlastung des BOS-Sprechfunks wurde im Rettungsdienst das Funkmeldesystem (FMS) eingeführt. Es dient der Übermittlung von Routineinformationen wie Einsatzbereitschaft oder Einsatzübernahme, ohne gesprochenen Funkverkehr. Stattdessen werden Statusmeldungen durch das Drücken einer Zifferntaste am Funkgerät direkt an die Leitstelle übermittelt. Die Fahrzeugkennung wird automatisch mitgesendet. Das FMS ermöglicht somit eine schnelle, standardisierte und störungsfreie Kommunikation, ohne den Funkkanal unnötig zu belegen.
Statusmeldungen
Meldungen von der Leitstelle
1: Einsatzbereit über Funk
2: Einsatzbereit an der Wache
3: Einsatz übernommen
4: Am Einsatzort
5: Sprechwunsch
6: Nicht einsatzbereit
7: Einsatzgebunden
8: Bedingt verfügbar
9: Lokal unterschiedlich (Bsp.: NEF Einsatz übernommen, warten auf NA)
Außerdem kann die Leitstelle, sogenannte SDS (Short Data Service), verschicken. Dabei handelt es sich um eine Kurzmitteilung, diese können maximal 140 Zeichen lang sein. Der Endanwender kann diese nur abrufen, ein Senden von Mitteilungen ist nicht möglich.
Prüfungswissen
Eigenschaften von Funkwellen:
Funkübertragung im Rettungsdienst erfolgt über elektromagnetische Wellen
Physikalische Eigenschaften von Funkwellen:
Frequenz (f): Schwingungen pro Sekunde (Hz)
Wellenlänge (λ): Abstand zwischen zwei Wellenbergen
Amplitude (A): maximale Auslenkung der Welle
Analoger Funk nutzt Radiowellen (λ > 1 m, f < 300 MHz)
Digitalfunk nutzt Mikrowellen (λ 1 mm–1 m, f 300 MHz–3 GHz)
Reichweiteabhängig von:
Sendeleistung und Empfangsempfindlichkeit
Frequenz
Antennenbauart und -höhe
Umgebung (z.B. Gelände, Bebauung, Wetter)
Funkwellen verhalten sich wie Licht → geradlinige Ausbreitung
Hindernisse verursachen:
Abschattung (Funkloch)
Dämpfung (Signalabschwächung)
Reflexion (Richtungsänderung)
Beugung (Ablenkung an Kanten)
Signalstärke nimmt quadratisch mit Entfernung ab (z.B. doppelte Entfernung = ¼ Signalstärke)
Grundlagen des Sprechfunks:
Analog- vs. Digitalfunk:
Analogfunk:
Technik: Schallwellen werden umgewandelt, Rauschfilter filtert Störgeräusche, Reichweiten gering
Kommunikation: feste zugewiesene Funkkanäle
Infrastruktur: regionale Funknetze mit Zwischenfunkstellen
Digitalfunk:
Technik: Audiosignale werden in binäre Datencodes umgewandelt, Störgeräusche werden nicht codiert, Endgeräte decodieren die Codes und wandeln sie in Audiosignale um
Kommunikation: Funkstandard TETRA, keine festen Frequenzen, Bündelfunk, bei Funkgespräch wird die Frequenz automatisch zugeordnet → Vorteile: Verschlüsselung und Abhörsicherheit