Sturzprophylaxe ist ein wesentlicher Bestandteil der Pflege, insbesondere bei älteren Menschen, um Verletzungen wie Frakturen und daraus resultierende Komplikationen wie Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Ein Sturz ist definiert als ein Ereignis, bei dem eine Person unfreiwillig auf den Boden oder eine tiefer liegende Ebene fällt. Etwa 30% der über 65-Jährigen stürzen einmal pro Jahr, wovon etwa 20% eine medizinische Behandlung erfordern.
Stürze können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, die in intrinsische und extrinsische Risikofaktoren unterteilt werden können. Zu den intrinsischen Faktoren zählen gesundheitliche Aspekte wie Gleichgewichtsstörungen, eingeschränkte Mobilität, visuelle Einschränkungen, Medikamenteneinnahme, die das Sturzrisiko erhöhen, sowie neurologische und muskuloskelettale Erkrankungen. Extrinsische Faktoren beziehen sich auf die Umgebung, wie schlecht beleuchtete Räume, lose Teppiche, unebene und feuchte Fußböden oder unzureichendes Schuhwerk.
Zentrale präventive Maßnahmen umfassen die Gestaltung einer sicheren Umgebung, wie das Entfernen von Stolperfallen, die Verbesserung der Beleuchtung und die Installation von Handgriffen und Geländern in gefährdeten Bereichen. Zudem ist es wichtig, regelmäßiges Kraft-, Ausdauer und Balancetraining durchzuführen, um die Mobilität und Muskelkraft zu erhalten. Die Überprüfung und Anpassung von Medikamenten, die das Sturzrisiko beeinflussen könnten, sowie die Schulung der Patient:innen und der Angehörigen über effektive Sturzpräventionsstrategien spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle in der Reduktion von Sturzereignissen. Durch diese integrierten Ansätze lässt sich das Risiko von Stürzen signifikant verringern und somit die Sicherheit und Lebensqualität der betreuten Personen erheblich verbessern.
- Al-Abtah et al: I care Pflege. Georg Thieme Verlag 2020, ISBN: 978-3-132-41828-8.
- Prof. Dr. Dr. h. c. Andreas Büscher et al: DNQP - Expertenstandard - Sturzprophylaxe in der Pflege 2. Aktualisierung 2022



