
Succinylcholin ist ein depolarisierendes Muskelrelaxans, das vor allem zur Rapid-Sequence-Induction (RSI) im Rahmen der Narkoseeinleitung eingesetzt wird.
Pharmakologisch wirkt es als Agonist an nikotinischen Acetylcholinrezeptoren der motorischen Endplatte, wodurch es zunächst zu kurzen Muskelfaszikulationen und anschließend zu einer anhaltenden Depolarisation mit neuromuskulärer Blockade (Depolarisationsblock) kommt.
Der Wirkungseintritt erfolgt sehr schnell innerhalb von etwa 30–60 Sekunden, die Wirkdauer beträgt ungefähr 6–8 Minuten. Aufgrund dieses raschen Wirkungseintritts eignet sich Succinylcholin besonders für die RSI.
Während der initialen Muskelkontraktionen kann es zu einer Freisetzung von Kalium kommen, wodurch ein Risiko für Hyperkaliämie und Herzrhythmusstörungen besteht. Succinylcholin kann außerdem eine maligne Hyperthermie triggern und ist daher bei entsprechender Prädisposition kontraindiziert. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Muskelfaszikulationen, allergische Reaktionen, Hypotonie, Herzrhythmusstörungen sowie ein Anstieg von intrakraniellem und intraokularem Druck.
Das Medikament ist nicht antagonisierbar, weshalb während der Wirkdauer eine gesicherte Atemwegskontrolle und Beatmung gewährleistet sein müssen.
- Takeda GmbH: Fachinformation Lysthenon® 2 % Injektionslösung, Stand: Januar 2022
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9


