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Succinylcholin

13 Minuten Lesezeit
Succinylcholin Ampulle

Succinylcholin ist ein depolarisierendes Muskelrelaxans, das vor allem zur Rapid-Sequence-Induction (RSI) im Rahmen der Narkoseeinleitung eingesetzt wird. 

Pharmakologisch wirkt es als Agonist an nikotinischen Acetylcholinrezeptoren der motorischen Endplatte, wodurch es zunächst zu kurzen Muskelfaszikulationen und anschließend zu einer anhaltenden Depolarisation mit neuromuskulärer Blockade (Depolarisationsblock) kommt. 

Der Wirkungseintritt erfolgt sehr schnell innerhalb von etwa 30–60 Sekunden, die Wirkdauer beträgt ungefähr 6–8 Minuten. Aufgrund dieses raschen Wirkungseintritts eignet sich Succinylcholin besonders für die RSI

Während der initialen Muskelkontraktionen kann es zu einer Freisetzung von Kalium kommen, wodurch ein Risiko für Hyperkaliämie und Herzrhythmusstörungen besteht. Succinylcholin kann außerdem eine maligne Hyperthermie triggern und ist daher bei entsprechender Prädisposition kontraindiziert. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Muskelfaszikulationen, allergische Reaktionen, Hypotonie, Herzrhythmusstörungen sowie ein Anstieg von intrakraniellem und intraokularem Druck

Das Medikament ist nicht antagonisierbar, weshalb während der Wirkdauer eine gesicherte Atemwegskontrolle und Beatmung gewährleistet sein müssen.

Lernkarte Succinylcholin
  • Wirkstoffklasse: Depolarisierende Muskelrelaxantien
  • Handelsnamen: z.B. Lysthenon®, Succinylcholin-hameln®, Succinylcholin Fresenius®, Succinylcholin B. Braun®
Succinylcholin
Etikett: Succinylcholin
  • Muskelrelaxans zur Einleitung einer Allgemeinanästhesie
  • Rapid-Sequence-Induction (RSI
  • Absolut
    • Maligne Hyperthermie
    • Allergie
    • Gestörte Eliminierung durch atypische 
      Cholinesterase
    • Fehlende Möglichkeit zur Beatmung
    • Muskelerkrankungen/Myopathien
  • Relativ
    • Bettlägerigkeit >48 Stunden oder Lähmungen
    • Vorhandensein von Hyperkaliämie
    • Verbrennungen (14 bis 28 Tage)
    • Perforierende Augenverletzungen
  • Erwachsene/Kinder:
    • Einleitung: 1–1,5 mg/kgKG i.v. oder 2–3 mg/kgKG i.m.
  • Geeignet für Rapid-Sequence-Induction (RSIdurch schnellen Wirkungseintritt
  • Wegen der initialen Muskelkontraktionen kann es zu einer Erhöhung des Kaliums  mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen kommen
  • Succinylcholin ist eine Triggersubstanz der malignen Hyperthermie (Frühsymptome: Anstieg des endexspiratorischen CO2, starre Kaumuskulatur, Tachykardie, Muskelsteife)
  • Nicht antagonisierbar
  • Wirkeintritt: 30–60 sek
  • Wirkdauer: ca. 6–8 min 
  • Metabolisierung: rasche Hydrolyse im Plasma durch Butyrylcholinesterase (Pseudocholinesterase) zu Succinylmonocholin und Cholin
  • Ausscheidung: überwiegend renal als Metaboliten über die Niere
  • Succinylcholin ist ein depolarisierendes Muskelrelaxans, das den nikotinergen Acetylcholinrezeptor an der motorischen Endplatte bindet und aktiviert
  • Diese Aktivierung führt zu einer Depolarisierung mit anfänglichen Muskelkontraktionen , gefolgt von einer anhaltenden muskulären Blockade („Depolarisationsblock“)
Wirkmechanismus der depolarisierenden Muskelrelaxantien
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Inhalationsanästhetika (z. B. Sevofluran, Isofluran)Verstärkte neuromuskuläre Blockade
    • Cholinesterasehemmstoffe (z. B. Neostigmin, Physostigmin)Verlängerte Wirkung durch Hemmung des Succinylcholin-Abbaus
    • Magnesiumsalze (z. B. Magnesiumsulfat)Verstärkte neuromuskuläre Blockade
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien (z. B. Rocuronium, Vecuronium)Abschwächung der depolarisierenden Blockade durch kompetitive Rezeptorblockade
  • Weitere klinisch relevante Wechselwirkungen:
    • Volatile Anästhetika (z. B. Halothan, Sevofluran)Erhöhtes Risiko einer malignen Hyperthermie
    • Digitalisglykoside (z. B. Digoxin)Erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen
  • Allergische Reaktionen
  • Muskelfaszikulationen
  • Hyperkaliämie
  • Anstieg des Hirndrucks
  • Erhöhter Augeninnendruck 
  • Hypotonie
  • Herzrhythmusstörungen
  • Lagerung im Kühlschrank: 2–8 °C
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Narkose im Rettungsdienst
  • Muskelrelaxantien
  • Maligne Hyperthermie
  • Takeda GmbH: Fachinformation Lysthenon® 2 % Injektionslösung, Stand: Januar 2022
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 12.03.2026
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