Das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) zählt zu den häufigsten Ursachen einer Hyponatriämie.
DefinitionHyponatriämie = Serumkonzentration <135 mmol/l
Zu den auslösenden Faktoren des SIADH zählen u.a. paraneoplastische Syndrome (insb. das kleinzellige Bronchialkarzinom) sowie zentralnervöse und pulmonale Erkrankungen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Thiaziddiuretika oder trizyklische Antidepressiva) kann das Syndrom induzieren.
Aus pathophysiologischer Perspektive führt die unkontrollierte ADH-Sekretion zu einer gesteigerten Wasserretention und damit zu einer Verdünnungshyponatriämie.
Klinisch zeigt sich ein variables Spektrum von asymptomatischen Verläufen bis hin zu schwerwiegenden neurologischen Beschwerden wie Krampfanfällen oder Koma. Der Schweregrad der Symptomatik korreliert vor allem mit der Geschwindigkeit der Elektrolytverschiebung.
Die Diagnostik umfasst u.a. eine sorgfältige Anamnese, eine körperliche Untersuchung, wobei die Beurteilung des Volumenstatus eine zentrale Rolle spielt und labordiagnostische Tests.
Therapeutisch steht die Behandlung der zugrundeliegenden Ursache im Vordergrund. Darüber hinaus können unterstützende Maßnahmen wie Flüssigkeitsrestriktion zum Einsatz kommen.
- Schäffler A, Lindner U: Das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) - Fallstricke bei der Diagnose und Therapie, Deutsche Medizinische Wochenschrift, 140(05): 343-346, 2015, DOI: 10.1055/s-0041-100836
- Perschinka F et al.: Hyponatriämie: Ätiologie, Diagnostik und Akuttherapie, Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin, 118(06): 505-517, 2023, DOI: 10.1007/s00063-023-01049-0
- Bullmann C: Hyponatriämie, Arzneiverordnung in der Praxis, 43(4): 188-194, 2016, ISSN: 0939-2017
- Baenkler H et al.: Kurzlehrbuch Innere Medizin, Georg Thieme Verlag 2021, ISBN: 9783132200005


