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Topografie der oberen Extremität

EP
15 Minuten Lesezeit
Körperregionen

Die Achselhöhle (Fossa axillaris) ist ein pyramidenförmiger Raum, durch den Gefäße und Nerven vom Oberkörper zum Arm verlaufen. An der hinteren Wand der Achselhöhle befinden sich zwei Lücken (Achsellücken), durch die Leitungsbahnen nach dorsal verlaufen.

Begrenzungen:

  • Ventral: Mm. pectorales major et minor
  • Dorsal: M. subscapularis, M. teres major, M. latissimus dorsi
  • Medial: M. serratus anterior
  • Lateral: Humerus, M. coracobrachialis, Caput breve m. bicipitis brachii

Querschnitt auf Höhe der Fossa axillaris

Achselhöhle (Fossa axillaris)
 Merke

Die vordere Achselfalte wird vom M. pectoralis major gebildet und die hintere Achselfalte vom M. latissimus dorsi.

Die Achsellücken beim Menschen befinden sich zwischen dem Musculus teres major und dem Musculus teres minor und werden durch den langen Kopf (Caput longum) des Musculus triceps brachii in zwei Abschnitte unterteilt. Die laterale Lücke wird zusätzlich durch den Oberarmknochen (Humerus) begrenzt. Unterhalb des Musculus teres major liegt der Trizepsschlitz.

BegrenzungMediale Achsellücke (dreieckig)Laterale Achsellücke (viereckig)Trizepsschlitz
Kranial
  • M. teres minor
  • M. teres minor
  • M. teres major
Kaudal
  • M. teres major
  • M. teres major
 
Lateral
  • M. triceps brachii 
    (Caput longum)
  • Humerus
  • Humerus und Caput laterale des Musculus triceps brachii
Medial 
  • Caput longum des Musculus triceps brachii
  • Caput longum des Musculus triceps brachii
Durchtretene Strukturen
  • A. und V. circumflexa scapulae
  • A. und V. circumflexa humeri posterior
  • N. axillaris
  • A. profunda brachii
  • N. radialis

Ansicht der rechten Scapula von dorsal (Achsellücken, Schulterblattanastomose

Achsellücken und Schulterblattanastomose
 Tipp

Merkhilfe: 


Forme mit beiden Händen ein "Victory-Zeichen" und lege sie in einem Winkel von etwa 90° übereinander. So entstehen ganz einfach die drei Lücken mit ihren Begrenzungen, die die Achsenlücken nachbilden!

Sulcus bicipitalis medialis und lateralis:

An der medialen Seite des Oberarms befindet sich der Sulcus bicipitalis brachii medialis, der ventral vom Musculus biceps brachii und dorsal vom Musculus triceps brachii begrenzt wird. Der Sulcus bicipitalis brachii lateralis liegt zwischen M. biceps brachii (ventral) und M. brachialis (dorsal).

Gefäß-Nerven-Bahnen am Oberarm:

 ArterienVenenNervenLeitstruktur/
Besonderheit
Sulcus bicipitalis medialis
  • A. brachialis
  • Vv. brachiales
  • V. basilica
  • N. ulnaris
  • N. medianus
  • N. cutaneus antebrachii medialis
  • M. biceps brachii (medialer Hinterrand)
Sulcus bicipitalis lateralis
  • A. collateralis radialis
  • V. collateralis radialis
  • V. cephalica
  • N. radialis
  • M. biceps brachii (lateraler Hinterrand)
Sulcus nervi radialis
  • A. profunda brachii
 
  • N. radialis
  • Dorsale Seite des Humerus, spiralförmiger Verlauf
  • Verletzungsgefahr bei Humerus-schaftfraktur
Sulcus nervi ulnaris
  • A. collateralis ulnaris superior
 
  • N. ulnaris
  • Dorsale Seite des Epicondylus medialis des Humerus
  • Verletzungsgefahr bei distaler Humerusfraktur
 ArterienVenenNervenLeitstruktur/
Besonderheit
Radiale Unterarmstraße (Radialisstraße)
  • A. radialis
  • V. radialis
  • R. superficialis n. radialis
  • M. brachioradialis
Ulnare Unterarmstraße (Ulnarisstraße)
  • A. ulnaris
  • V. ulnaris
  • N. ulnaris
  • M. flexor carpi ulnaris
Mittlere Unterarmstraße (Medianusstraße)  
  • N. medianus
  • Zwischen oberflächlichen und tiefen Unterarmflexoren
Ventrale interossäre Unterarmstraße
  • A. interossea anterior
  • V. interossea anterior
  • N. interosseus antebrachii anterior (aus N. medianus)
  • Ventral auf der Membrana interossea unter den tiefen Unterarmflexoren
Dorsale interossäre Unterarmstraße
  • A. interossea posterior
  • V. interossea posterior
  • R. profundus n. radialis
  • Zwischen oberflächlichen und tiefen Unterarm-extensoren
 BegrenzungenEnthaltene Strukturen
Ellebeuge (Fossa cubitalis)
  • Proximal: M. biceps brachii
  • Medial (ulnar)
    M. pronator teres
  • Lateral (radial)
    M. brachioradialis
  • Boden: M. brachialis und M. supinator
  • Dach: Aponeurosis musculi bicipitis brachii
  • Arterien:
    • A. brachialis, die sich hier in A. ulnaris und A. radialis teilt
  • Venen:
    • Begleitvenen (Vv. Brachiales, V. ulnaris, V. radialis)
    • V. cephalica
    • V. basilica
    • V. mediana cubiti
  • Nerven:
    • N. medianus
    • N. radialis
    • N. cutaneus antebrachii medialis
    • N. cutaneus antebrachii lateralis (aus N. musculocutaneus)

Ansicht der rechten Ellenbeuge von ventral:

Ellenbeuge (Fossa cubitalis)
 Merke

In der Ellenbeuge von medial (ulnar) nach lateral (radial): N. medianus – A. brachialis – N. radialis.

Querschnitt des rechten Oberarms (Ansicht von kaudal)

Rechter Oberarm

Querschnitt des rechten Unterarms (Ansicht von kaudal)

Rechter Unterarm

Karpaltunnel (Canalis carpi) und Guyon-Loge (Canalis ulnaris)

Der Karpaltunnel ist eine anatomische Struktur im Bereich der Handgelenke. Es handelt sich um einen tunnelartigen Raum, der von den Handwurzelknochen (Ossa carpi) und dem straffen Retinaculum flexorum begrenzt wird. Die Guyon-Loge ist ein osteofibröser Kanal, der ulnar (und ventral) des Karpalkanals gelegen ist. Durch diesen Kanal verlaufen die A. ulnaris, die V. ulnaris sowie der N. ulnaris und er führt vom Unterarm zur Hohlhand.

 BegrenzungenEnthaltene Strukturen
Karpaltunnel (Canalis carpi)
  • Palmar: Retinaculum flexorum
  • Dorsal: Ossa hamatum, capitatum, trapezoideum, trapezium, scaphoideum
  • Ulnar: Ossa pisiforme und triquetrum
  • Radial: Ossa scaphoideum und trapezium
  • N. medianus
  • Muskelsehnen:
    • M. flexor pollicis longus
    • M. flexor digitorum superficiales
    • M. flexor digitorum profundus
    • M. flexor carpi radialis
Guyon-Loge (Canalis ulnaris)
  • Palmar: Lig. carpi palmare
  • Dorsal: Retinaculum flexorum
  • Radial: Hamulus ossis hamati
  • Ulnar: Os pisiforme
  • A. und V. ulnaris
  • N. ulnaris
 Info

Da der M. flexor carpi ulnaris am Os pisiforme ansetzt, zieht er nicht durch den Karpalkanal!

Querschnitt durch das rechte Handgelenk (Ansicht von kaudal)

Karpaltunnel (Canalis carpi) und Guyon-Loge (Canalis ulnaris)

Guyon-Loge (Ansicht von palmar):

Guyon-Loge
 Info

Karpaltunnelsyndrom:

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine Erkrankung, bei der der N. medianus im Bereich des Handgelenks komprimiert wird, dadurch kann es zu Sensibilitätsausfällen in den ersten 3½ Fingern kommen und die vom N. medianus versorgten Muskeln können atrophieren.

Karpaltunnelsyndrom

 

Die Foveola radialis, auch Tabatière genannt, ist eine Vertiefung im Bereich des proximalen radialen Handrückens. Sie ist bei Extension und Abduktion des Daumens stärker ausgeprägt.

 BegrenzungenEnthaltene Strukturen
Foveola radialis 
(= Tabatière)
  • Radial: M. extensor pollicis brevis, 
    M. abductor pollicis longus
  • Ulnar: M. extensor pollicis longus
  • A. radialis

Ansicht der Foveola radialis (Ansicht von dorsal und radial)

 

Foveola radialis (= Tabatière)

Die Palmaraponeurose ist eine fächerförmige Sehnenplatte, welche sich in der Hohlhand (Palma manus) vom Retinaculum flexorum bis zu den Köpfen der 2.–5. Mittelhandknochen (Ossa metacarpalia) erstreckt.

 Begrenzungen
Palmaraponeurose
  • Proximal: Retinaculum flexorum, Fasern des M. palmaris longus und brevis (strahlen in die Palmaraponeurose ein und spannen sie bei Kontraktion)
  • Distal: Capitis ossa metacarpalia I-V
  • Palmar: fest verwachsen mit der Hautinnenseite

Ansicht der Palmaraponeurose (Ansicht von palmar)

 

Palmaraponeurose (Aponeurosis palmaris)

 

Die Dorsalaponeurose setzt am oberen Ende des Fingers auf der Handrückenseite (dorsal) an, verläuft über das mittlere Glied des Fingers und bildet auf Höhe des unteren Gliedes der Handflächenseite einen Ansatz für die Musculi interossei und Musculi lumbricales.

Im Bereich der Hand und Handwurzel sind die Sehnen der Flexoren teilweise von Sehnenscheiden (Vagina tendinis), umgeben. Die Sehnen des M. flexor carpi radialis und des M. flexor pollicis longus ziehen in ihrer eigenen Sehenscheide zu ihrer Ansatzstelle.

SehnenfachMuskel
1. Sehnenfach
  • M. flexor carpi radialis
2. Sehnenfach
  • M. flexor pollicis longus
3. Sehnenfach
  • M. flexor digitorum superficialis und profundus

Auf der dorsalen Seite des Handgelenks befinden sich 6 Strecksehnenfächer für die Extensoren des Unterarms. Diese sind vom Retinaculum extensorum überzogen.

Sehnenfach
(von radial nach ulnar)
Muskel
1. Sehnenfach
  • M. extensor pollicis brevis und M. abductor pollicis longus
2. Sehnenfach
  • M. extensor carpi radialis longus und brevis
3. Sehnenfach
  • M. extensor pollicis longus
4. Sehnenfach
  • M. extensor digitorum und M. extensor indicis
5. Sehnenfach
  • M. extensor digiti minimi
6. Sehnenfach
  • M. extensor carpi ulnaris
 Merke
Merkhilfe: Sehenfächer der Extensoren

Der Vater (ein Abt) findet seinen Sohn weinend, weil der große Bruder fehlt. Sie suchen ihn am Teich im Garten, wo zwei Karpfen schwimmen. Der große Bruder taucht auf, der kleine Bruder zeigt auf ihn. Der Abt hält ihm die Hand ausgestreckt entgegen, da der große Bruder etwas hinter dem Rücken versteckt. Wieder einmal fällt dem Bruder auf, wie winzig der kleine Finger seines Bruders ist. Der große Bruder holt hinter seinem Rücken eine Tüte hervor und überreicht den dritten Karpfen zum Geburtstag des kleinen Bruders.

Von radial nach ulnar:

  • 1. Fach – Abt & Sohn: M. abductor pollicis longus, M. extensor pollicis brevis
  • 2. Fach – Zwei Karpfen: M. extensor carpi radialis longus, M. extensor carpi radialis brevis
  • 3. Fach – Großer Bruder: M. extensor pollicis longus
  • 4. Fach – Zeigefinger und Hand ausgestreckt (mehrere Finger): M. extensor digitorum, M. extensor indicis
  • 5. Fach – Kleiner Finger: M. extensor digiti minimi
  • 6. Fach – Geschenk: dritter Karpfen: M. extensor carpi ulnaris

Distaler Unterarmquerschnitt (Rechter Unterarm, Ansicht von kaudal)

Sehnenfächer der Extensoren

Ansicht der dorsalen Sehnenscheiden

Sehnenscheiden
Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026
Gefäße der oberen Extremität
Knochen der unteren Extremität
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