
Tranexamsäure ist ein Antifibrinolytikum, das zur Behandlung akuter innerer oder äußerer Blutungen, insbesondere beim Polytrauma oder hämorrhagischen Schock, eingesetzt wird. Der Wirkstoff hemmt kompetitiv die Aktivierung von Plasminogen zu Plasmin und verhindert dadurch den Abbau von Fibrin, wodurch bereits gebildete Blutgerinnsel stabilisiert und die körpereigene Hämostase unterstützt werden. Entscheidend für den klinischen Nutzen ist eine möglichst frühe Gabe innerhalb der ersten 3 Stunden nach Blutungsbeginn, da hier ein signifikanter Überlebensvorteil besteht.
Im Rettungsdienst erfolgt die Applikation typischerweise als i.v. Kurzinfusion über ca. 10 Minuten, um Nebenwirkungen durch zu schnelle Gabe zu vermeiden. Der Wirkeintritt erfolgt nach wenigen Minuten, die Wirkdauer beträgt etwa 5–8 Stunden. Nebenwirkungen umfassen insbesondere ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse, Übelkeit, Sehstörungen sowie dosisabhängig mögliche Krampfanfälle. Kontraindikationen bestehen unter anderem bei akuten Thrombosen, schwerer Niereninsuffizienz oder bekannter Krampfanamnese.
- Pfizer Pharma GmbH, Fachinformation Cyklokapron®-Injektionslösung 500 mg/5 ml, 1000 mg/10 ml. Stand: Februar 2025
- S3-Leitlinie Polytrauma / Schwerverletzten-Behandlung, Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU)
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9

