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Leitsymptom: Übelkeit und Erbrechen

ME
9 Minuten Lesezeit

Übelkeit (Nausea) ist ein unangenehmes, subjektives Gefühl im Magen, das häufig mit dem Drang zum Erbrechen verbunden ist. Erbrechen (Emesis) ist die forcierte orale Entleerung des Mageninhalts durch Kontraktion verschiedener Muskeln. Es ist ein Reflex, der durch viele Faktoren ausgelöst werden kann, darunter Reizung des Magens oder des zentralen Nervensystems (z.B. Brechzentrum in der Medulla oblongata). Übelkeit und Erbrechen sind unspezifische Symptome, die in vielen verschiedenen medizinischen Kontexten auftreten können. Sie sind Begleiterscheinungen verschiedener Grunderkrankungen, die von harmlosen bis zu akut lebensbedrohlichen Zuständen reichen. Eine wichtige Unterscheidung ist bei der Diagnostik vor allem das akute Auftreten bzw. das chronische Bestehen von Übelkeit und Erbrechen. 

 Info

Regurgitation beschreibt den passiven Rückfluss von Mageninhalt in Speiseröhre oder Mund, ohne begleitende Muskelkontraktionen (kein Würgereflex).

 Achtung
Akut lebensbedrohliche Differentialdiagnosen
  • Diabetische Ketoazidose
  • Bolusgeschehen (Fremdkörperverlegung der Atemwege)
  • Akute Urämie (bei Nierenschädigung)
  • Addison-Krise
  • Zerebrale Blutung (z.B. Subarachnoidal- oder intrazerebrale Blutung)
  • Akutes Koronarsyndrom (ACS)
  • Bakterielle Meningitis
  • Ösophagusruptur (Boerhaave-Syndrom)
  • Ileus (mechanisch oder paralytisch)

Weitere Differentialdiagnosen

Gastrointestinale Ursachen:

  • Gastroenteristis
  • Lebensmittelvergiftung
  • Ulcus ventrculi oder duodeni
  • (Diabetische) Gastroparese
  • Mechanische Obstruktion bzw. mechanischer Ileus: Tumor, Adhäsion, inkarzerierte Hernie, schwere Obstipation
  • Darmischämie oder Mesenterialinfarkt
  • Refluxkrankheit (GERD)
  • Speiseröhrenverengungen (z.B. Strikturen)
  • Zenker-Divertikel
  • Appendizitis
  • Cholezystitis oder Gallenkolik
  • Pankreatitis
  • Peritonitis
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zentralnervöse Ursachen:

  • Migräne
  • Erhöhter Hirndruck (z.B. Tumoren, Hirnblutungen)
  • Meningitis oder Enzephalitis
  • Vestibuläre Hirnstammerkrankungen

Metabolische Ursachen:

  • Schwangerschaft (vor allem im ersten Trimester)
  • Diabetische Ketoazidose
  • Lebererkrankungen (z.B. Leberzirrhose, Hepatitis)
  • Nierenschädigung mit Urämie
  • Erhöhte Calciumwerte (Hypercalcämie)
  • Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison)

Medikamenten- oder Substanzbedingte Ursachen:

  • Medikamenteninduzierte Übelkeit und Erbrechen (z.B. Chemotherapie, Opioide, Antiarrhythmika, Antikonvulsiva, Antibiotika wie Erythromycin)
  • Alkoholvergiftung
  • Drogenkonsum (z.B. Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom bei starkem Cannabiskonsum)
  • Vergiftungen (z.B. Schwermetalle)

Psychogene Ursachen:

  • Essstörungen (z.B. Anorexia nervosa)
  • Stress oder Angststörungen

Andere Ursachen:

  • Reisekrankheit (Kinetose)
 Merke

Red Flags sind Warnsymptome, die auf eine akut lebensbedrohliche Ursache hinweisen und ein sofortiges Handeln erfordern.

Red Flags

  • Schockzeichen (z.B. Hypotonie, Tachykardie, Kaltschweißigkeit, erhöhtes Laktat)
  • Vigilanzminderung, fokal-neurologische Ausfälle, Schwindel, plötzliches Kopfschmerzereignis
  • Starke abdominelle Schmerzen mit Abwehrspannung
  • Hämatemesis (Bluterbrechen)
  • Retrosternaler Schmerz, insbesondere nach heftigem Erbrechen
  • Thoraxschmerzen oder Dyspnoe
 Achtung

Gefährliche Komplikationen, v.a. bei starkem oder länger anhaltendem Erbrechen:

  • Elektrolytstörungen (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium)
  • Metabolische Alkalose (durch den Verlust von Magensäure)
  • Dehydration bis hin zum hypovolämen Schock
  • Aspiration von Mageninhalt

Basismaßnahmen

  • Vitalparameter erheben, ggf. kontinuierlich überwachen: Blutdruck, Herzfrequenz, EKG, Sauerstoffsättigung (SpO₂), Körpertemperatur
  • i.v. Zugang legen (bei Schock mindestens zwei großlumige Zugänge)
  • 12-Kanal-EKG, insbesondere bei Verdacht auf kardiale Ursachen
  • Blutabnahme mit folgenden Parametern:
    • Labor:
      • Entzündungsparameter: CRP, BSG, Procalcitonin (bei V.a. Sepsis, Hinweis auf bakterielle Infektion)
      • Blutkulturen: bei Verdacht auf Sepsis (mindestens zwei Sets, möglichst vor Antibiotikagabe)
      • Blutbild: Leukozyten, Thrombozyten
      • Elektrolyte: Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium
      • Nierenparameter: Kreatinin, GFR
      • Schilddrüse: TSH
      • Leberparameter (Transaminasen, Bilirubin),
      • Bei Verdacht auf eine Pankreatitis: Lipase, Amylase
      • Gerinnung: Quick/INR, PTT
      • LDH (Hämolyseparameter, unspezifischer Tumormarker)
      • Kardiale Marker: Troponin, CK-MB (bei Verdacht auf Myokardinfarkt)
      • Ausschluss Lungenarterienembolie: D-Dimere
      • Bei möglicher Schwangerschaft: Beta-HCG
    • BGA:
      • Laktat (Hinweis auf Schock, Hypoperfusion, Exsikkose)
      • Blutgase: Hypoxämie, Hyperkapnie
      • pH, Elektrolyte, Hämoglobin (Hb)

Ersteindruck

  • Kreislaufstabilität beurteilen (z. B. Hautkolorit, RR, HF, Vigilanz)
  • Red Flags prüfen
  • Akute Maßnahmen bei Auffälligkeiten:
    • Schockzeichen: Schockindex (HF/RR) berechnen, ggf. Katecholamine (Ziel-MAD 60–70 mmHg), Volumentherapie einleiten
 Tipp

Die strukturierte Versorgung erfolgt nach dem xABCDE-Schema, das in Notfallsituationen standardisiert angewendet wird.

Anamnese und Fremdanamnese Körperliche Untersuchung Gezielte Bildgebung / Diagnostik
  • Charakter von Übelkeit / Erbrechen
    • Akut oder chronisch
    • Zeitpunkt (z.B. morgens, postprandial)
    • Dauer (episodisch oder kontinuierlich)
    • Aussehen des Erbrochenen (z.B. Blutbeimischung, Kaffeesatz, Nahrungsreste, gallig, bräunlich)
  • Begleitende Symptome
    • Schmerzen (Lokalisation, Charakter, Ausstrahlung)
    • Fieber
    • B-Symptomatik (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust)
  • Kontakt zu erkrankten Personen z.B. mit Gastroenteritis
  • Vorerkrankungen und Risikofaktoren:
    • Tumorerkrankungen
    • Diabetes mellitus
    • Gastrointestinale Vorerkrankungen
    • Voroperationen am Abdomen
  • Medikamentenanamnese / Drogen:
    • Medikamente, die Übelkeit verursachen können (z.B. Chemotherapie, Antibiotika)
    • Immunsuppressiva
    • i.v. Drogenabusus
  • Inspektion
    • Exsikkosezeichen: trockene Schleimhäute, stehende Hautfalten
    • Zentralisation: verlängerte Rekapillarisationszeit
  • Palpation
    • Abdomen: Druckschmerz, Abwehrspannung, Verhärtungen, Organomegalie
  • Auskultation
    • Herz: Herzgeräusche (z.B. bei Endokarditis)
    • Lunge: Rasselgeräusche (z.B. bei Pneumonie)
    • Abdomen: Darmgeräusche (z.B. vermindert oder fehlend bei Ileus oder Ischämie)
  • Ggf. Neurologische Untersuchung
    • Bewusstseinszustand (GCS)
    • Meningismuszeichen
    • Fokal-neurologische Ausfälle
       

 

  • Abdomen-Sonografie: Beurteilung von Gallenblase, Leber, Pankreas, freie Flüssigkeit, Darmwandveränderungen
  • CT Abdomen: bei unklarer Befundlage, Verdacht auf Ileus, Ischämie oder Tumor
 SymptomatikDiagnostikSonstiges
Akutes Koronarsyndrom
  • Übelkeit / Erbrechen, häufig bei Frauen
    • Abdominelle Beschwerden
  • Thoraxschmerzen
  • Dyspnoe (Belastungsabhängig)
  • Ggf. Zyanose
  • Tachypnoe
  • Schockzeichen:
  • Angst / “Todesangst”
  • Anamnese / Risikofaktoren:
    • Kardiale Vorerkrankungen:KHK, Herzinsuffizenz, Z.n. Myokardinfarkt
    • Klassische Risikofaktoren: arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Dyslipidämie, Rauchen, Alter, Adipositas
    • Positive Familienanamnese
  • Körperliche Untersuchung:
    • Inspektion: Ggf. Zeichen einer begleitenden Herzinsuffizienz (z. B. periphere Ödeme, Halsvenenstauung)
  • EKG:
    • ST-Streckenveränderungen:
      • ST-Hebungen (STEMI)
      • ST-Senkungen / T-Inversionen (NSTEMI / instabile AP)
    • Neu aufgetretener Linksschenkelblock (ggf. STEMI-Äquivalent)
    • Arrhythmien
  • BGA:
    • Ggf. Hypoxämie
    • Bei Schock: Laktat↑, teils Hyperkapnie durch Hypoperfusion
  • Labor:
    • Troponin, CK-MB↑ → typisch mit Dynamik
  • Score: Heart-Score


 

  • Ggf. ähnliche Symptomatik in den Vortagen unter Belastung (stabile Angina Pectoris)
  • Cave: stummer Infarkt - atypische Verläufe bei:
    • Frauen:
      • Abdominelle Beschwerden
      • Brennender Schmerzcharakter
      • Ausstrahlung in Hals, Kiefer oder Oberbauch
      • Übelkeit und Erbrechen
      • Schwindelgefühl
    • Diabetiker:innen: oft fehlende Schmerzsymptomatik aufgrund diabetischer Neuopathie
  • Bei STEMI: → Sofortkontakt mit Herzkatheterlabor
Ketoazidose

 

  • Akuter Beginn (meist innerhalb von 24 Stunden)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Pseudoperitonismus (abdominelle Schmerzen, die an eine Peritonitis erinnern können)
  • Hyperventilation (typisch: Kussmaul-Atmung)
  • Starkes Durstgefühl, Polyurie, Polydipsie
  • Exsikkose (trockene Haut, trockene Schleimhäute)
  • Acetongeruch der Atemluft
  • Schwäche, Müdigkeit, Benommenheit, bis hin zur Bewusstseinsminderung oder Koma (diabetisches Koma)
  • Anamnese / Risikofaktoren:
    • Typ-1-Diabetes mellitus (häufig bei Erstmanifestation)
    • SGLT2-Inhibitoren (Gefahr einer euglykämischen Ketoazidose)
    • Alkoholkonsum in Kombination mit Fasten
  • BGA:
    • Blutzucker erhöht (typisch: 400–700 mg/dl bzw. 22–39 mmol/l), bei SGLT2-Inhibitoren ggf. normwertig
    • Elektrolytstörungen (vor allem Natrium, Kalium)
  • Labor:
    • Ketone erhöht (Nachweis im Blut oder Urin)
  • Die Ketoazidose ist eine potenziell lebensbedrohliche Komplikation des Diabetes mellitus und erfordert eine schnelle Diagnostik sowie sofortige Therapie (u.a. Flüssigkeitssubstitution, Insulintherapie, Elektrolytausgleich)
Zerebrale Ischämie / Blutung
  • Akuter Beginn von Übelkeit und Erbrechen
  • Fokal-neurologische Defizite (meist kontralateral zur Läsion):
    • Halbseitenschwäche oder -lähmung
    • Sprachstörungen (Aphasie, Dysarthrie)
    • Fazialisparese
    • Sensibilitätsstörungen (Parästhesien, Taubheitsgefühl)
    • Neglect (insbesondere bei parietalen Läsionen, meist kontralateral)
    • Herdblick (Blickwendung zur Seite der Läsion)
    • Sehstörungen
    • Schwindel
  • Kopfschmerzen (oft plötzlich und stark)
  • Vigilanzminderung bis Koma
  • Meningismus (bei Subarachnoidalblutung möglich)

Bei schwerem Ausmaß (Hirndruckzeichen):

  • Lichtstarre Pupillen (Hinweis auf Einklemmung)
  • Streck- oder Beugesynergismen (zerebrale Einklemmungssymptome)
  • Anamnese / Risikofaktoren:
    • Arterieller Hypertonus (häufigster Risikofaktor)
    • Arteriosklerose
    • Antikoagulation
    • Aneurysmen
    • Gefäßfehlbildungen (z.B. AV-Malformationen)
  • Bildgebung:
    • CCT (kraniales CT) ohne Kontrastmittel: Standardverfahren zum Nachweis einer intrazerebralen Blutung
       


 

  • Übelkeit und Erbrechen sind häufige Begleitsymptome einer zerebralen Blutung, meist als Ausdruck eines akuten Hirndruckanstiegs
Bakterielle Meningitis
  • Akuter Beginn von Übelkeit und Erbrechen
  • Fulminanter Verlauf (innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen)
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Lichtscheu (Photophobie)
  • Meningismus (Nackensteifigkeit, schmerzhafte Bewegungseinschränkung)
  • Desorientiertheit, Apathie, Vigilanzminderung bis Koma
  • Krampfanfälle möglich
  • Stauungspapillen (bei erhöhtem Hirndruck)
  • Meningokokken-Meningitis:
    • Waterhouse-Friderichsen-Syndrom mit Petechien, hämorrhagischen Hautinfiltraten bis Nekrosen
  • Anamnese/Risikofaktoren:
    • Plötzliches hohes Fieber
    • Vorangegangene Infektionen: Pneumonie, Sinusitis, Otitis media, dentale Infektionen
    • Neurochirurgische Eingriffe oder Operationen im HNO-/MKG-Bereich
    • Schädel-Hirn-Trauma mit Liquorfistel
    • Immunsuppression
    • Unvollständiger Impfstatus (v.a. Meningokokken, Pneumokokken, Haemophilus influenzae)
  • Körperliche Untersuchung:
    • Inspektion: Petechien oder hämorrhagische Hautveränderungen (bei Meningokokken)
    • Meningismuszeichen:
      • Nackensteifigkeit
      • Brudzinski-Zeichen
      • Kernig-Zeichen
      • Lasègue-Zeichen
  • Labor:
    • Blutbild: Leukozytose, Neutrophilie, Linksverschiebung
    • Entzündungsparameter: CRP, Procalcitonin erhöht
  • Liquordiagnostik (Lumbalpunktion):
    • Trübe bis eitrig
    • Ggf. erhöhte Zellzahl
    • Laktat stark erhöht (>3,5 mml/l)
    • Granulozytäre Pleozytose (> 1.000 Zellen/μl, v.a. Neurophilie)
    • Immer Erregerdiagnostik einschicken
  • Bildgebung:
    • CCT (kraniales CT) vor Lumbalpunktion, wenn:
      • Vigilanzminderung
      • Fokal-neurologische Ausfälle
      • Hirndruckzeichen (z.B. Stauungspapillen)
  • Ansteckungsgefahr bei Meningokokken-Meningitis: Isolation bis zum Erregernachweis und Beginn der gezielten Therapie
  • Klassische Meningismuszeichen können bei älteren Personen, Immunsupprimierten oder Neugeborenen fehlen


 

Boerhaave-Syndrom
  • Akutes Erbrechen
    • Schwallartig / Explosionsartig
    • Oft Hämatemesis
  • Symptome:
    • Retrosternaler Vernichtungsschmerz
    • Dyspnoe
    • Dysphagie
    • Ggf. Zyanose
    • Haut-/Mediastinalemphysem
    • Schockzeichen bei hämorragischem Schock
  • Im Verlauf:

    • Fieber und Mediastinitis
     Merke

    Mackler-Trias:

    • Explosionsartiges Erbrechen
    • Akuter thorakaler Schmerz („retrosternaler Vernichtungsschmerz“)
    • Haut- oder Mediastinalemphysem
  • Anamnese:
    • Explosives Erbrechen, meist nach Alkoholkonsum, schwerer Mahlzeit oder starkem Husten
  • Körperliche Untersuchung:
    • Haut-Knistern (subkutanes Emphysem)
  • EKG meist unauffällig
  • Labor/BGA
    • Im Verlauf: erhöhte Entzündungszeichen
    • Ggf. Hb-Abfall, ggf. Hypoxie, Laktaterhöhung im Schock
  • Bildgebung:
    • Röntgen-Thorax: Mediastinalemphysem, evtl. Pneumothorax
    • CT Thorax mit Kontrast: Pneumomediastinum
    • Ösophagografie mit wasserlöslichem KM (Gastrografin)
    • Endoskopie (vorsichtig, nur wenn keine Perforation vorliegt)
  • Differentialdiagnose: Mallory-Weiss-Syndroms
  • Akut besteht die Gefahr eines hämorragischen Schocks, im Verlauf die Gefahr einer Mediastinitis


 

Ileus
  • Übelkeit und Erbrechen
    • Erbrochenes ggf. bräunlich (Stuhlbeimengungen)
    • Fauliger Geruch (bei bakterieller Zersetzung von Darminhalt)
  • Starke abdominelle Schmerzen (krampfartig, kolikartig), ggf. mit Abwehrspannung
  • Meteorismus (aufgetriebener Bauch)
  • Weitere Symptome je nach Grunderkrankung (z.B. Fieber bei entzündlichen Ursachen)

 

  • Anamnese / Risikofaktoren:
    • Fehlender Stuhl- und Windabgang
    • Voroperationen am Darm (Adhäsionen als häufigste Ursache)
    • Tumoren
    • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn)
    • Divertikulitiden
    • Letzte Koloskopie / Darmkrebsvorsorge
  • Körperliche Untersuchung:
    • Inspektion: Zeichen einer Dehydrierung (z.B. trockene Schleimhäute)
    • Auskultation:
      • Mechanischer Ileus: verstärkte, hochgestellte Darmgeräusche („klingende Peristaltik“)
      • Paralytischer Ileus: fehlende Darmgeräusche („Totenstille“)
    • Palpation:
      • Aufgeblähter, gespanntes Abdomen
      • Ggf. Druckschmerz und Resistenzen tastbar (z.B. Tumor, entzündlicher Prozess)
  • Labor: je nach Grunderkrankung (z.B. Entzündungsparameter, Tumormarker)
  • Bildgebung:
    • Röntgen-Abdomen: Nachweis von Luft-Flüssigkeitsspiegeln, Darmüberdehnung
    • Sonografie: Darmwandverdickung, freie Flüssigkeit, Obstruktionen (z.B. Tumor, Strangulation)
    • CT-Abdomen
 
Addison-Krise
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Starke abdominelle Krämpfe
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit, Schwäche
  • Fieber (gelegentlich)
  • Verwirrtheit, Reizbarkeit
  • Bewusstseinsstörungen bis Koma
  • Schocksymptome

Hautveränderungen:

  • Morbus Addison (primäre Nebenniereninsuffizienz): Hyperpigmentierung (v.a. Handlinien, Schleimhäute)
  • Sekundäre Nebenniereninsuffizienz: blasse Haut, keine Hyperpigmentierung
  • Anamnese / Risikofaktoren:
    • Salzhunger, ausgeprägtes Durstgefühl
    • Vorerkrankungen: Tuberkulose, Hämochromatose, Amyloidose, Tumorerkrankungen (z.B. Metastasen in den Nebennieren, Hypophysentumoren)
    • Akute Stresssituationen (z.B. Infekte, Operationen), bei unzureichender Cortisolbereitstellung
    • Abruptes Absetzen einer Langzeit-Glukokortikoidtherapie
    • Zustand nach Adrenalektomie mit inadäquater Substitution
  • Körperliche Untersuchung;
    • Inspektion: Zeichen einer Dehydrierung (z.B. trockene Schleimhäute), schlechter Ernährungszustand, Hautpigmentierung
  • EKG: ggf. Veränderungen durch Hyperkaliämie (z.B. spitze T-Wellen)
  • BGA:
    • Hypoglykämie (durch Cortisolmangel)
    • Hyperkaliämie
    • Hyponatriämie (durch Flüssigkeitsverlust)
    • Metabolische Azidose
  • Labor:
    • Cortisol stark erniedrigt
    • ACTH erhöht bei primärer Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison)
    • ACTH erniedrigt bei sekundärer Nebenniereninsuffizienz (zentrale Ursache)
    • Retentionsparameter erhöht (Kreatinin, Harnstoff – Hinweis auf reduzierte Urinausscheidung)
    • ACTH-Stimulationstest zur Differenzierung und Überprüfung der Cortisolproduktion
  • Bildgebung:
    • CT/MRT Abdomen: zum Nachweis struktureller Ursachen (z.B. Tumor, Blutung in die Nebenniere)
    • Sonografie: in der Regel ohne pathologischen Befund
  • Addison-Krise ist ein medizinischer Notfall, der eine sofortige Behandlung erfordert (i.v.-Flüssigkeitstherapie, hochdosierte Cortisolgabe, Elektrolytausgleich)
Zuletzt aktualisiert am 23.04.2025
Leitsymptom: Diarrhoe
Leitsymptom Abdominalschmerz
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