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Verbrennung (RD)

Verbrennungskrankheit, Brandwunde
54 Minuten Lesezeit

Verbrennungen sind thermische Verletzungen der Haut und tieferer Gewebe, die durch Flammen, heiße Flüssigkeiten, Dampf, heiße Oberflächen sowie elektrische, chemische oder Strahlungseinwirkungen entstehen können. Entscheidend für die präklinische Versorgung sind die Beurteilung von Verbrennungstiefe, verbrannter Körperoberfläche (VKOF) und möglichem Inhalationstrauma, da insbesondere ausgedehnte Verbrennungen rasch zu einem Verbrennungsschock mit Kapillarleck und Hypovolämie führen können. 

Die Therapie orientiert sich am xABCDE-Schema und umfasst Eigenschutz, Beendigung der Wärmeeinwirkung, adäquate Wundversorgung, konsequenten Wärmeerhalt, suffiziente Analgesie, bedarfsgerechte Volumentherapie sowie die ggf. frühzeitige Sicherung der Atemwege bei Verdacht auf ein Inhalationstrauma

Die Wahl des Zielkrankenhauses richtet sich nach Schweregrad, Ausdehnung und Lokalisation der Verbrennungen sowie dem Vorliegen von Begleitverletzungen oder eines Inhalationstraumas; bei entsprechenden Kriterien sollte der Transport direkt in ein Verbrennungszentrum erfolgen.

Um den Einstieg in das Thema Verbrennung etwas zu erleichtern, wird im Folgenden ein Fall beschrieben, wie er sich präklinisch ereignen könnte.

Das Szenario

Einsatzmeldung:

  • Stichwort: Brandverletzung
  • Ort: Küche einer Wohnung im Mehrfamilienhaus
  • Alarmzeit: 16:30 Uhr
  • Anrufer: Nachbarin
  • Anzahl der Betroffenen: 1 Person
  • Zusatzinfo:
    • Patientin, 30 Jahre alt
    • Durch heißes Fett verbrannt

Lageeinweisung vor Ort:

Beim Eintreffen des Rettungsdienstes sitzt die Patientin wach und ansprechbar in ihrer Küche. Die Wohnungstür wurde bereits eigenständig von ihr geöffnet.

Die Lage ist wie folgt:

  • Die Patientin ist bei Bewusstsein und klagt über starke Schmerzen
  • Durch heißes, brennendes Fett kam es zu Verbrennungen im Gesicht, am Hals und am rechten Oberarm. Nach Angaben der Patientin verursachte das brennende Fett beim Kontakt mit Wasser eine Stichflamme
  • Der Entstehungsbrand konnte durch das Auflegen eines Topfdeckels rasch gelöscht werden
  • Die Wohnung ist rauchfrei. Das mitgeführte Kohlenstoffmonoxid-Warngerät zeigt einen Messwert von 0 ppm
  • Eine Nachbarin hörte die Patientin um Hilfe rufen und alarmierte umgehend den Rettungsdienst
Fallbeispiel: Verbrennung

Ersteindruck nach xABCDE-Schema

Um sich einen ersten umfassenden Eindruck von einer Patientin oder einem Patienten in einer Notfallsituation zu verschaffen, bietet sich das xABCDE-Schema an. Um die Arbeit mit dem Schema zu veranschaulichen, ist hier ein xABCDE-Schema abgebildet, wie es im Falle einer Ersteinschätzung bei einer Patientin oder einem Patienten mit Verbrennungen aussehen könnte. 

Es handelt sich dabei um die Befunde, die innerhalb der ersten paar Minuten erhoben werden können. Erweiterte Diagnostik und Abfragen sind natürlich von Bedeutung, jedoch würde zum Beispiel die Messung des Blutzuckers in diesem Fall hintangestellt und taucht zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf.

x

  • Keine kritischen Blutungen

 

A

  • Atemwege frei
  • Schleimhäute rosig, mit Rußspuren
  • Pat. spricht selbständig

 

Achtung

Mittelbares 
A-Problem

B

  • Pat. gibt leichte Dyspnoe an
  • Inspektorisch
    • Thoraxexkursion beidseits regelhaft
    • Keine Zyanose
    • Keine gestauten Halsvenen sichtbar
    • Tacypnoe, 21/min
  • Auskultatorisch
    • Beidseits vesikuläres Atemgeräusch
    • Keine Nebengeräusche
  • Palpatorisch
    • Thorax insgesamt instabil
  • SpO2: 96 %
Achtung

Mittelbares 
B-Problem

C

  • Hautkolorit normal, leichte Rußspuren
  • Rekap-Zeit: < 2 Sekunden
  • Große Blutungsräume ohne Zeichen auf akute Blutungen
  • Palpation des Pulses am Handgelenk
    • Rhythmisch
    • Gut tastbar
    • Tachykard, 117/min

Kein 
C-Problem

D

  • Wach, orientiert, ansprechbar
  • GCS 15
    • Öffnen der Augen: 4
    • Beste verbale Reaktion: 5
    • Beste motorische Reaktion: 6
  • Pupillenkontrolle
    • Isokor
    • Mittelweit
    • Lichtreagibel

Kein 
D-Problem

E

  • Verbrennungen an Gesicht, Hals und Oberarm
    • Ca. 10 % der Körperoberfläche
  • Symptome
    • Schmerzen NRS 8/10 an verbrannten Stellen
    • Geringe Dyspnoe
  • Allergien/Infektionen: Keine bekannt
  • Medikamente: Weder Dauermedikation noch Akutmedikation eingenommen
  • Patientengeschichte: Keine bekannten Vorerkrankungen
  • Letzte Mahlzeit: Vor 2 Stunden
  • Ereignis
    • Unfall beim Kochen
  • Risikofaktoren: Keine 

Akutes 
E-Problem

 Definition
Verbrennung

Eine Verbrennung ist eine thermisch bedingte Schädigung der Haut und gegebenenfalls tiefer liegender Gewebestrukturen. Sie entsteht durch die Einwirkung hoher Temperaturen, beispielsweise durch Flammen, heiße Flüssigkeiten, Dampf oder heiße Oberflächen. Vergleichbare Gewebeschäden können auch durch elektrischen Strom, chemische Substanzen, Reibung oder UV-Strahlung verursacht werden.

 Definition
Verbrennungskrankheit/Verbrennungsschock

Die Verbrennungskrankheit ist eine systemische Reaktion des Organismus auf ausgedehnte Verbrennungen. Sie entsteht durch den erheblichen Flüssigkeitsverlust über die Wundfläche sowie die massive Freisetzung von Entzündungsmediatoren aus dem verbrannten Gewebe. Dies kann zu einer erhöhten Gefäßpermeabilität mit Flüssigkeitsverschiebungen, einem hypovolämischen Schock, einer systemischen Entzündungsreaktion (SIRS) sowie im weiteren Verlauf zu Sepsis und Multiorganversagen führen.

Klassifikation

Einteilung nach Verbrennungstiefe:

Grad der VerbrennungBetroffene HautschichtenKlinisches Bild
Grad 1EpidermisRötung, ausgeprägte Schmerzen, vergleichbar mit einem Sonnenbrand
Grad 2aOberflächliche DermisBlasenbildung, rosiger und gut rekapillarisierender Wundgrund, starke Schmerzen, Haare fest verankert
Grad 2bTiefe Dermis mit HautanhangsgebildenBlasenbildung, blasser Wundgrund mit fehlender oder verzögerter Rekapillarisierung, verminderte Schmerzempfindung, Haare leicht entfernbar
Grad 3Komplette DermisTrockener, weißlicher, lederartig harter Wundgrund, fehlende Schmerzempfindung, keine Haare mehr vorhanden
Grad 4Unterhautfettgewebe,Muskelfaszie, Muskeln, KnochenVerkohlung
Verbrennungsgrade

Einteilung nach Ausdehnung

  • Verbrannte Körperoberfläche (VKOF): Angabe des Anteils der verbrannten Körperoberfläche in Prozent
  • Handflächenregel: Die Handfläche einschließlich der ausgestreckten Finger entspricht etwa 1 % der VKOF und eignet sich zur Abschätzung kleiner Verbrennungsflächen
  • Neunerregel nach Wallace: standardisierte Methode zur Abschätzung der verbrannten Körperoberfläche bei Erwachsenen

Entstehung von Verbrennungen

Verbrennungen können durch verschiedene thermische, elektrische, chemische oder physikalische Einwirkungen entstehen. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Übermäßige Hitzeeinwirkung:
    • Flammen: ca. 52 %
    • Heiße Flüssigkeiten (Verbrühungen): ca. 23 %
    • Explosionen: ca. 6 %
    • Heiße Oberflächen (Kontaktverbrennungen): ca. 5 %
    • Elektrischer Strom: ca. 4 %
    • Sonstige Mechanismen: ca. 4 %
  • Strahlung: beispielsweise durch ionisierende Strahlung
  • Chemische Substanzen: Verätzungen durch Säuren oder Laugen
 Achtung

Heiße Öle und Fette stellen ein besonders hohes Verbrennungsrisiko dar, da sie sehr hohe Temperaturen erreichen und aufgrund ihrer Haftung lange auf der Haut verbleiben.

Unfallumstände

Verbrennungen ereignen sich überwiegend im häuslichen Umfeld. Die Verteilung der Unfallursachen ist wie folgt:

  • Häusliches Umfeld: 64 %
  • Arbeitsunfälle: 21,4 %
  • Suizidale Verletzungen: 5,2 %
  • Verkehrsunfälle: 1,8 %
  • Kriminelle Ursachen: 1,1 %
 Merke
Aufbau der Haut
Reminder: Physiologische Grundlagen 
  • Aufbau und Funktionen der Haut:
    • Die Haut bildet die äußere Schutz-, Regulations- und Sinnesbarriere des Körpers
    • Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören der Schutz vor mechanischen, chemischen und mikrobiellen Einflüssen, die Thermoregulation sowie die Wahrnehmung von Schmerz, Temperatur und Berührung
    • Die Epidermis verhindert den Verlust von Wasser und Elektrolyten und schützt vor dem Eindringen von Mikroorganismen
    • Die Dermis verleiht der Haut Stabilität und enthält Blutgefäße, Nerven sowie Hautanhangsgebilde wie Haarfollikel, Talg- und Schweißdrüsen
  • Bedeutung von Kreislauf und Sauerstoffversorgung:
    • Der Kreislauf versorgt die Gewebe kontinuierlich mit Sauerstoff und Nährstoffen und transportiert Stoffwechselprodukte ab
    • Eine ausreichende Gewebeperfusion, Sauerstoffversorgung sowie die Bereitstellung von Energie und Substraten sind essenziell für die Zellfunktion und die Wundheilung
    • Ausgedehnte Flüssigkeitsverluste können die Gewebeperfusion erheblich beeinträchtigen
  • Bedeutung der Atmung:
    • Die Lunge gewährleistet die Sauerstoffaufnahme und die Abgabe von Kohlenstoffdioxid
    • Bei einem Inhalationstrauma können Atemwege und Lungenparenchym geschädigt werden
    • Dadurch können die Oxygenierung und der Gasaustausch deutlich eingeschränkt werden, auch wenn die äußeren Verbrennungen zunächst gering erscheinen

Die Pathophysiologie der Verbrennung entwickelt sich schrittweise von der lokalen Gewebeschädigung bis zu systemischen Veränderungen, die bei ausgedehnten Verbrennungen den gesamten Organismus betreffen können.

  1. Verbrennung (thermische Gewebeschädigung)
  2. Lokale Gewebeschädigung (Nekrose, Gefäß- und Nervenschädigung)
  3. Verlust der Hautbarriere (Flüssigkeits-, Protein- und Wärmeverlust)
  4. Lokale Entzündungsreaktion (Mediatorfreisetzung, Vasodilatation und lokales Ödem)
  5. Kapillarleck und Flüssigkeitsverschiebung (Ödembildung, Hypovolämie)
  6. Verbrennungsschock (Minderperfusion und Gewebehypoxie)
  7. Systemische Entzündungsreaktion, SIRS (Zytokinfreisetzung und Organbeteiligung)
  8. Hypermetabolismus (erhöhter Energieverbrauch und Proteinabbau)
  9. Immundysfunktion (verminderte Immunabwehr)
  10. Erhöhtes Infektionsrisiko (Wundinfektion und Sepsis)

Lokale Gewebeschädigung

Die thermische Einwirkung führt unmittelbar zu einer Schädigung der Haut. Das Ausmaß der Gewebedestruktion hängt von der Intensität und Dauer der Wärmeeinwirkung sowie der betroffenen Körperregion ab.

  • Thermische Schädigung: Hitze → Denaturierung zellulärer Proteine und Nekrose des betroffenen Gewebes
  • Ausmaß der Schädigung: Abhängig von Temperatur, Einwirkdauer, Art der Noxe, Wärmeleitung und betroffener Körperregion
  • Gewebedestruktion: Zunehmende Verbrennungstiefe → Schädigung von Epidermis, Dermis sowie bei schweren Verbrennungen auch Subkutis, Muskeln und Knochen
  • Verlust funktioneller Strukturen: tiefere Gewebeschädigung → Zerstörung von Blutgefäßen, Nervenendigungen und Hautanhangsgebilden
  • Folgen: Verlust regenerationsfähiger Strukturen → verminderte Regenerationsfähigkeit und bei tiefen Verbrennungen reduzierte Schmerzempfindung durch Zerstörung kutaner Nerven

Verlust der Hautbarriere

Die Haut bildet die wichtigste Schutzbarriere des Körpers. Durch eine Verbrennung geht diese Barriere abhängig von der Verbrennungstiefe teilweise oder vollständig verloren, wodurch ihre Schutz- und Regulationsfunktionen erheblich beeinträchtigt werden.

  • Flüssigkeitsverlust: Offene Wundfläche → erhöhter Verlust von Wasser und Elektrolyten
  • Plasmaproteinverlust: Geschädigte Haut und permeable Kapillaren → Austritt von Plasmaproteinen und Wundexsudation
  • Thermoregulation: Verlust der isolierenden Hautfunktion → erhöhte Wärmeabgabe und gestörte Thermoregulation
  • Barrierestörung: Fehlende Hautbarriere → erleichtertes Eindringen von Mikroorganismen
  • Sensibilitätsverlust: Schädigung kutaner Nerven → verminderte Schmerz- und Temperaturempfindung
  • Infektionsrisiko: Barrierestörung und offene Wundfläche → erhöhtes Risiko für Wundinfektionen und Sepsis
 Merke

Die thermische Schädigung des Kapillarendothels erhöht die Gefäßpermeabilität. Dadurch treten Plasma und Plasmaproteine ins Interstitium über und es entstehen ausgeprägte Ödeme. Diese Flüssigkeitsverschiebung bildet die Grundlage des Verbrennungsschocks.

Lokale Entzündungsreaktion

Die thermische Gewebeschädigung löst unmittelbar eine lokale Entzündungsreaktion aus. Gleichzeitig verstärken die Entzündungsprozesse jedoch die lokale Ödembildung.

  • Mediatorfreisetzung: Schädigung des Gewebes → Freisetzung von Entzündungsmediatoren
  • Gefäßreaktion: Aktivierung des Gefäßendothels → Vasodilatation und erhöhte Gefäßpermeabilität
  • Leukozytenmigration: Erhöhte Gefäßpermeabilität → Einwanderung von Leukozyten in das geschädigte Gewebe
  • Ödembildung: Erhöhte Gefäßpermeabilität → Austritt von Plasma ins Interstitium → lokales Ödem
  • Klinische Folgen: Entzündungsreaktion → Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerzen und Funktionseinschränkung

Kapillarleck und Flüssigkeitsverschiebung

Bei größeren Verbrennungen bleibt die erhöhte Gefäßpermeabilität nicht auf die verbrannte Haut beschränkt. Durch die Schädigung des Kapillarendothels und die Freisetzung von Entzündungsmediatoren entwickelt sich ein systemisches Kapillarleck, das zu ausgeprägten Flüssigkeitsverschiebungen führt.

  • Kapillarleck: Endothelschädigung → erhöhte Gefäßpermeabilität
  • Flüssigkeitsverschiebung: Plasma und Plasmaproteine → Austritt ins Interstitium
  • Ödembildung: Flüssigkeitsverschiebung → generalisierte interstitielle Ödeme
  • Hypovolämie: Intravasales Volumen ↓ → verminderter venöser Rückstrom
 Info

Das Kapillarleck bildet die Grundlage des Verbrennungsschocks. Die daraus entstehenden Kreislaufveränderungen werden weiter unten separat erläutert.

Systemische Entzündungsreaktion (SIRS)

Bei ausgedehnten Verbrennungen bleibt die Entzündungsreaktion nicht auf das geschädigte Gewebe beschränkt. Durch die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine entwickelt sich eine systemische inflammatorische Reaktion (SIRS), die den gesamten Organismus betreffen kann.

  • Zytokinfreisetzung: Ausgedehnte Gewebeschädigung → Freisetzung von TNF-α, Interleukin-1 und Interleukin-6
  • Endothelaktivierung: Entzündungsmediatoren → Aktivierung des Gefäßendothels und erhöhte Gefäßpermeabilität
  • Kapillarleck: Erhöhte Gefäßpermeabilität → Verstärkung des Kapillarlecks und generalisierte Ödembildung
  • Immun- und Gerinnungsaktivierung: Zytokinfreisetzung → Aktivierung von Leukozyten und Gerinnungssystem
  • Organbeteiligung: generalisierte Entzündungsreaktion → Beeinträchtigung verschiedener Organsysteme
 Merke

Eine schwere Verbrennung kann bereits ohne Infektion ein SIRS auslösen. Von einer Sepsis spricht man erst, wenn zusätzlich eine Infektion vorliegt.

Hypermetabolismus und kataboler Stoffwechsel

Schwere Verbrennungen führen zu einer ausgeprägten hypermetabolen Stoffwechsellage. Ausgelöst wird diese durch Stresshormone und Entzündungsmediatoren sowie den erhöhten Energiebedarf für Wundheilung und Thermoregulation.

  • Stressantwort: Verbrennung → Freisetzung von Katecholaminen, Cortisol und Glucagon
  • Stoffwechselsteigerung: Stresshormone und Zytokine → erhöhter Energie-, Sauerstoff- und Nährstoffbedarf
  • Katabolismus: Erhöhter Energiebedarf → vermehrter Muskelproteinabbau und Gewichtsverlust
  • Thermoregulation: Erhöhte Wärmeverluste → gesteigerte Wärmeproduktion
  • Wundheilung: Proteinabbau und gesteigerter Stoffwechsel → verzögerte Gewebereparatur

Immundysfunktion und Infektionsanfälligkeit

Nach größeren Verbrennungen wird die Immunabwehr durch den Verlust der Hautbarriere sowie den ausgeprägten Proteinabbau im Rahmen des Hypermetabolismus erheblich beeinträchtigt. Dadurch steigt die Anfälligkeit für lokale und systemische Infektionen deutlich an.

  • Barriereverlust: Zerstörung der Haut → Wegfall der natürlichen Schutzbarriere gegen Krankheitserreger
  • Proteinverlust: Verlust von Plasma- und Immunproteinen über die Wundfläche sowie vermehrter Proteinabbau → eingeschränkte Immunfunktion
  • Immunsuppression: verminderte Funktion von B- und T-Lymphozyten sowie reduzierte Zytokin- und Antikörperbildung
  • Infektionsrisiko: Eingeschränkte Immunabwehr → erhöhte Anfälligkeit für Wundinfektionen, Pneumonien, Sepsis und weitere systemische Infektionen
 Info

Das Infektionsrisiko bleibt solange erhöht, bis die Wundfläche vollständig verschlossen und die Hautbarriere wiederhergestellt ist.

 Achtung

Ein Inhalationstrauma durch Rauchgase kann die Atemwege schädigen und zu lebensbedrohlichen Atemwegsverlegungen führen. Lokale und systemische Entzündungen spielen dabei eine zentrale Rolle und machen die Behandlung komplex.

 Definition
Verbrennungsschock

Der Verbrennungsschock ist ein traumatisch bedingter hypovolämischer Schock, der durch den kombinierten Flüssigkeitsverlust über die Wundfläche und das Kapillarleck entsteht. Die daraus resultierende Hypovolämie führt zu einer verminderten Gewebeperfusion und kann unbehandelt in ein Multiorganversagen übergehen.

  • Hitzeeinwirkung: Thermische Gewebeschädigung → Nekrose der Haut und Schädigung des Kapillarendothels
  • Verbrennungstiefe: Zunehmende Verbrennungstiefe → Ausdehnung der Schädigung auf Subkutis, Muskeln, Faszien oder Knochen
  • Endothelschädigung: Geschädigtes Kapillarendothel → erhöhte Gefäßpermeabilität (Kapillarleck)
    • Plasmaverlust: Erhöhte Gefäßpermeabilität → Austritt von Plasma und Plasmaproteinen in das Interstitium
    • Ödembildung: Flüssigkeitsverschiebung → Ausbildung ausgeprägter interstitieller Ödeme
    • Hypovolämie: Verlust von intravasaler Flüssigkeit und Plasmaproteinen → Abnahme des zirkulierenden Plasmavolumens
  • Reduktion der Vorlast: Hypovolämie → verminderter venöser Rückstrom und reduzierte kardiale Füllung
  • Herzzeitvolumen: Verminderte Vorlast → Abnahme des Herzzeitvolumens

Hämodynamische Folgen

Die verminderte intravasale Füllung führt zu einer unzureichenden Gewebeperfusion. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung der Organe zunehmend eingeschränkt.

  • Makrozirkulation: Hypovolämie → Abnahme des Herzzeitvolumens
  • Mikrozirkulation: Hypovolämie, Endothelschädigung und Mikrothromben → gestörte Kapillardurchblutung
  • Gerinnungsaktivierung: Entzündung und Endothelschädigung → Aktivierung von Thrombin und Thrombozyten
  • Mikrothromben: Fibrin- und Thrombozytenaggregate → Verschluss von Anteilen der kapillären Endstrombahn
  • Gewebeperfusion: Verminderte Makro- und Mikrozirkulation → unzureichendes Sauerstoffangebot für den Gewebebedarf
  • Gewebeischämie: Anhaltende Minderperfusion und Mikrothromben → zunehmende Gewebeischämie
  • Lactatbildung: anaerober Stoffwechsel → Lactatbildung und Entwicklung einer metabolischen Lactatazidose
 Merke

Der Verbrennungsschock entwickelt sich häufig nicht unmittelbar, sondern nimmt durch das fortschreitende Kapillarleck in den ersten Stunden nach der Verletzung zu. Auch zunächst kreislaufstabile Patient:innen können daher rasch hämodynamisch dekompensieren. Eine frühzeitige Volumentherapie, engmaschige Überwachung und der zeitnahe Transport in ein geeignetes Verbrennungszentrum sind entscheidend.

 Definition
DAMPs (Damage-Associated Molecular Patterns)

DAMPs sind körpereigene Moleküle, die bei einer Zellschädigung oder Nekrose freigesetzt werden. Sie werden vom angeborenen Immunsystem als Gefahrensignale erkannt und lösen eine sterile Entzündungsreaktion aus.

Beispiele für DAMPs

DAMPErläuterung
Extrazelluläres ATPATP ist der Energieträger der Zelle. Wird es nach einer Zellschädigung in den Extrazellulärraum freigesetzt, wirkt es als Gefahrensignal und aktiviert Immunzellen
Hitzeschockproteine (HSPs)Hitzeschockproteine schützen Zellen normalerweise vor Stress und unterstützen die Proteinfaltung. Nach Zellschädigung können sie freigesetzt werden und eine Entzündungsreaktion fördern
S100-ProteineS100-Proteine sind zelluläre Proteine, die bei Gewebeschädigung freigesetzt werden und über Mustererkennungsrezeptoren die Entzündungsreaktion verstärken
Mitochondriale DNA (mtDNA)Bei einer Schädigung der Mitochondrien kann mitochondriale DNA freigesetzt werden. Das Immunsystem erkennt sie als Gefahrensignal und aktiviert Entzündungsprozesse
HarnsäurekristalleBei ausgeprägtem Zelluntergang kann Harnsäure kristallisieren. Diese Kristalle aktivieren das NLRP3-Inflammasom und verstärken die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine

Wirkmechanismus und Bedeutung bei der Verbrennung

  • Zellschädigung: Thermische Gewebeschädigung → Freisetzung von DAMPs
  • Erkennung: DAMPs → Bindung an Pattern-Recognition-Rezeptoren (PRRs), insbesondere Toll-like-Rezeptoren (TLRs)
  • Immunaktivierung: Aktivierung von Monozyten und Makrophagen
  • Zytokinfreisetzung: Ausschüttung proinflammatorischer Zytokine wie IL-1, IL-6 und TNF-α
  • Entzündungsreaktion: Zytokinfreisetzung → lokale und systemische Entzündungsreaktion
 Merke

Bei einer Verbrennung entstehen durch die thermische Gewebeschädigung und Nekrose große Mengen an DAMPs. Diese verstärken die Entzündungsreaktion auch ohne initiale Infektion.

 Tipp

DAMPs sind Gefahrensignale aus geschädigten körpereigenen Zellen. Sie können nach schweren Verbrennungen bereits ohne Infektion eine ausgeprägte Entzündungsreaktion auslösen und damit wesentlich zur Entwicklung eines SIRS beitragen

Lokale und generalisierte Zeichen nach Verbrennungsgrad

Grad der VerbrennungTypische Symptome und BefundeMögliche generalisierte Zeichen
Grad 1
  • Rötung
  • Trockene Haut und Schwellung
  • Keine Blasenbildung
  • Typisches Beispiel: Sonnenbrand
  • Bei kleinflächigen Verbrennungen meist keine relevanten systemischen Zeichen
  • Bei größerer Ausdehnung können Schmerzen, Unruhe und eine Stressreaktion auftreten
Grad 2a
  • Blasenbildung
  • Rosiger, gut rekapillarisierender Wundgrund
  • Haare fest verankert
  • Tachykardie
  • Tachypnoe
  • Unruhe und ausgeprägte Schmerzen
  • Bei größerer verbrannter Körperoberfläche (VKOF) zusätzlich Kapillarleck mit beginnendem Volumenmangel möglich
Grad 2b
  • Blasenbildung
  • Blasser Wundgrund mit schwacher oder fehlender Rekapillarisierung
  • Haare leicht entfernbar
  • Bei ausgedehnten Verbrennungen mögliche Zeichen der Hypoperfusion wie:
    • Tachykardie, Hypotonie
    • Verlängerte Rekapillarisierungszeit
    • Verminderte Diurese
    • Bewusstseinsstörungen
  • Hypothermie
Grad 3
  • Trockener, weißer, lederartig-harter Wundgrund
  • Nekrose
  • Keine Haare mehr vorhanden
  • Bei großflächigen Verbrennungen Entwicklung eines Verbrennungsschocks mit
    • Hypotonie, Tachykardie
    • Tachypnoe
    • Lactatazidose
    • Oligurie bis Anurie
    • Bewusstseinsstörungen
  • Hypothermie
Grad 4
  • Verkohlung der Haut mit Beteiligung tieferer Strukturen, z.B. Muskeln, Faszien oder Knochen
  • Hohes Risiko für schwere Kreislauf- und Organfunktionsstörungen
  • Möglich sind Verbrennungsschock, Multiorganversagen, Hypothermie sowie bei Stromverletzungen zusätzlich Herzrhythmusstörungen
 Merke

Die Schmerzintensität allein erlaubt keine zuverlässige Beurteilung der Verbrennungstiefe, da häufig Mischverbrennungen, unterschiedlich tiefe Wundbereiche und Begleitverletzungen gleichzeitig vorliegen.

Verbrennung Grad 1
Verbrennung Grad 1
Verbrennung Grad 2a
Verbrennung Grad 2a
Verbrennung Grad 2b
Verbrennung Grad 2b
Verbrennung Grad 3
Verbrennung Grad 3
Verbrennung Grad 4
Verbrennung Grad 4

Weitere mögliche Zeichen

  • Inhalationstrauma: Dyspnoe, Stridor, Heiserkeit, Rußspuren im Mund oder an den Nasenlöchern, versengte Nasenhaare
  • Toxisches Lungenödem: Dyspnoe, Hypoxämie und zunehmende respiratorische Insuffizienz
  • Traumatische Begleitverletzungen: Frakturen, Schädel-Hirn-Trauma, Thorax- oder Abdominalverletzungen, insbesondere nach Explosionen oder Stürzen
  • Stromverletzungen: Ein- und Austrittsstellen
 Achtung
Red Flags
  • Inhalationstrauma oder Dyspnoe
  • Hypotonie oder Schockzeichen
  • Bewusstseinsstörungen oder neurologische Auffälligkeiten
  • Hinweise auf Begleitverletzungen, insbesondere nach Explosionen, Verkehrsunfällen oder Stürzen
  • Verbrennungen im Gesicht, an Händen, Füßen, Genitalien oder über großen Gelenken
  • Elektrische oder chemische Verbrennungen

Anamnese

  • S (Symptome): Schmerzen, sichtbare Verbrennungen
    • Hinweise auf einen Verbrennungsschock: Tachykardie, Hypotonie, Durstgefühl, Schwindel, verlängerte Rekapillarisierungszeit, kalte Extremitäten
    • Hinweise auf ein Inhalationstrauma: Dyspnoe, Husten, Heiserkeit, Stridor, Schluckbeschwerden, Rußauswurf, Rußspuren im Mund oder an den Nasenlöchern sowie versengte Nasenhaare 
  • A (Allergien): Relevante Arzneimittel-, Material- oder sonstige Allergien erfragen
  • M (Medikation): Aktuelle Dauermedikation und kürzliche Medikationsänderungen erfragen.
    • Besonders relevant sind Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmer, Insulin, Kortikosteroide und Immunsuppressiva. Zusätzlich nach Alkohol- oder Drogenkonsum fragen.
  • P (Patientengeschichte): Relevante Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen, Diabetes mellitus, Immunsuppression erfragen
  • L (Letzte …): Zeitpunkt und Art der letzten Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme erfragen
  • E (Ereignis): Zeitpunkt, Dauer und Mechanismus der Verletzung erfassen (z.B. Flamme, Verbrühung, heiße Oberflächen, Explosion, Rauch, Dampf, Chemikalien oder elektrischer Strom)
    • Zusätzlich nach einem Brand in geschlossenen Räumen, einer Explosion, Bewusstlosigkeit, der Expositionsdauer, bereits durchgeführten Kühlmaßnahmen sowie möglichen Begleitverletzungen fragen
  • R (Risiko): Besondere Risikofaktoren wie große verbrannte Körperoberfläche, Verbrennungen im Gesicht, an Händen, Füßen, Genitalien oder über großen Gelenken, zirkuläre Verbrennungen, Verdacht auf ein Inhalationstrauma, Strom- oder Chemikalienverletzungen, relevante Begleiterkrankungen sowie Säuglings- oder höheres Lebensalter berücksichtigen
  • S (Schwangerschaft): Bei Patientinnen nach einer bestehenden Schwangerschaft und der Schwangerschaftswoche fragen, da Verbrennungen sowohl Mutter als auch Fetus gefährden und Diagnostik und Therapie beeinflussen können.
 Tipp
Nutze Schemata

Um die Anamnese strukturiert durchzuführen, bietet es sich an, Schemata, wie das SAMPLERS- oder OPQRST-Schema zu nutzen. Am obigen Beispiel haben wir Fragen und Befunde dargestellt, die bei einer Verbrennung abgefragt werden sollten und vorliegen könnten.

Körperliche Untersuchung

Inspektion:

  • Verbrennungstiefe: Die Verbrennungstiefe anhand der lokalen Hautveränderungen orientierend einschätzen
    • Grad 1: Rötung, trockene Haut und starke Schmerzen
    • Grad 2a: Blasenbildung, rosiger und gut rekapillisierender Wundgrund bei erhaltener Sensibilität
    • Grad 2b: Blasenbildung, blasser oder schlecht rekapillisierender Wundgrund sowie reduzierte Schmerzempfindung
    • Grad 3: Weißer, trockener, lederartig-harter Wundgrund, fehlende Haare und keine Oberflächensensibilität
    • Grad 4: Verkohlung mit Beteiligung tieferer Gewebeschichten
  • Verbrennungsfläche: Die verbrannte Körperoberfläche (VKOF) mithilfe der Neunerregel oder Handflächenregel abschätzen
    • Verbrennungen 1. Grades werden nicht zur VKOF gezählt
Austrittstelle eines Stromschlag
Austrittstelle nach Stromverletzung
  • Zirkuläre Verbrennungen: ringförmige Verbrennungen an Thorax, Abdomen oder Extremitäten
  • Hautkolorit und Durchblutung: Blässe, Marmorierung, Zyanose oder verminderte periphere Perfusion
  • Begleitverletzungen: Wunden, Hämatome, Deformitäten, Frakturen sowie Verletzungen nach Explosion, Sturz oder Stromunfall
  • Stromverletzungen: Sichtbare Ein- und Austrittsstellen sowie mögliche tiefe Gewebeschäden
  • Hinweise auf ein Inhalationstrauma:
    • Verbrennungen im Gesicht oder am Hals
    • Versengte oder rußige Gesichts- und Nasenhaare
    • Ruß im Mundraum oder rußiges Sputum
Neuner-Regel nach Wallace
Neuner-Regel nach Wallace
 Achtung
Neuner-Regel

Die Neuner-Regel gilt primär für Erwachsene. Bei Kindern und Kleinkindern wird sie aufgrund unterschiedlicher Körperproportionen angepasst. Ab dem 2. Lebensjahr wird der Kopf mit 14–16 % statt 9 % der Körperoberfläche berechnet. Bei Kleinkindern unter 2 Jahren beträgt der Anteil des Kopfes 18 %.

 Tipp

Zur Einschätzung kleinerer Verbrennungen kann man sich merken, dass etwa die Fläche einer Hand des Betroffenen 1 % der Körperoberfläche darstellt. 

Palpation:

  • Pulsqualität: Tachykarder, schwach tastbarer Puls als Hinweis auf Hypovolämie
  • Rekapillarisierungszeit: Verlängerte Rekapillarisierungszeit als Hinweis auf eine eingeschränkte periphere Perfusion
  • Gewebespannung: Zunehmende Schwellung oder erhöhte Gewebespannung insbesondere an Extremitäten oder Thorax

Perkussion:

  • Meist unauffälliger Befund: Verbrennungen verursachen typischerweise keine spezifischen perkutorischen Veränderungen

Auskultation: 

  • Atemgeräusche: Atemgeräusche beidseits hinsichtlich Seitengleichheit, Intensität und Nebengeräuschen beurteilen
    • Stridor: Kann auf eine Verengung der oberen Atemwege im Rahmen eines Inhalationstraumas hinweisen
    • Giemen oder Brummen: Hinweise auf eine bronchiale Obstruktion
    • Feuchte Rasselgeräusche: Können bei einem Lungenödem, einer Pneumonie oder einer pulmonalen Schädigung infolge eines Inhalationstraumas auftreten
    • Abgeschwächtes Atemgeräusch: Kann auf einen Pneumothorax, Pleuraerguss oder eine ausgeprägte Ventilationsstörung hinweisen

Vitalparameter

ParameterTypischer Befund / VeränderungPathophysiologischer Hintergrund
HerzfrequenzHäufig Tachykardie, insbesondere bei Schmerzen, Stressreaktion oder beginnendem VerbrennungsschockSchmerz- und Stressreaktion sowie Hypovolämie → Sympathikusaktivierung → Herzfrequenz
BlutdruckInitial häufig noch normwertig, bei zunehmendem Flüssigkeitsverlust Hypotonie bis zum hypovolämischen SchockKapillarleck und Flüssigkeitsverlust → intravasales Volumen ↓ → Herzzeitvolumen ↓ → Blutdruck ↓
AtemfrequenzHäufig Tachypnoe, insbesondere bei Schmerzen, Schock oder InhalationstraumaSchmerz, Hypoperfusion oder Atemwegsschädigung → Atemfrequenz
KörpertemperaturAkut erhöhtes Risiko für HypothermieVerlust der Hautbarriere → Wärmeverlust ↑; später Hypermetabolismus → Körperkerntemperatur
SauerstoffsättigungBei isolierter Hautverbrennung meist normwertig, bei Inhalationstrauma oder Rauchgasexposition Abfall der Sauerstoffsättigung möglichAtemwegsschädigung, pulmonale Entzündungsreaktion oder inhalierte Toxine → Oxygenierung ↓
BlutzuckerKeine typische initiale VeränderungEine charakteristische Blutzuckerreaktion ist für die Akutphase einer Verbrennung nicht beschrieben
 Tipp
Klinische Einordnung
  • Tachykardie: Eine isolierte Tachykardie kann durch Schmerzen oder eine Stressreaktion verursacht sein. In Kombination mit Hypotonie, Blässe, kalten Akren oder Bewusstseinsstörungen spricht sie eher für einen Verbrennungsschock
  • Normale Vitalparameter: Unauffällige Vitalparameter schließen eine schwere Verbrennung nicht aus. Insbesondere bei ausgedehnten Verbrennungen kann sich der Volumenmangel erst im weiteren Verlauf entwickeln
  • Inhalationstrauma: Bei Verdacht auf ein Inhalationstrauma sollten Atemfrequenz, Atemarbeit, Sauerstoffsättigung, Bewusstseinslage und Atemgeräusche engmaschig kontrolliert werden, da sich eine Atemwegsobstruktion verzögert entwickeln kann
  • Rauchgasexposition: Auch bei zunächst gering ausgeprägtem Hautbefund kann eine schwere Rauchgasintoxikation oder ein Inhalationstrauma vorliegen
 Achtung
Kohlenstoffmonoxid-Intoxikation

Trotz unauffälliger Sauerstoffsättigung kann eine Kohlenstoffmonoxid-Intoxikation vorliegen. Bei entsprechender Anamnese oder Rauchgasexposition, insbesondere in geschlossenen Räumen, sollte frühzeitig daran gedacht werden. Sofern verfügbar, soll eine präklinische CO-Messung durchgeführt werden.

Orientierende neurologische Untersuchung

  • Vigilanz: Beurteilung der Bewusstseinslage, beispielsweise mittels GCS-Score, sowie Erfassung von Verwirrtheit, Unruhe, Somnolenz, Sopor oder KomaBewusstseinsstörungen können bei Brandverletzungen auf Hypoxie, eine Kohlenstoffmonoxid-Exposition, einen Verbrennungsschock oder ein Begleittrauma hinweisen
  • Mögliche verbrennungsspezifische neurologische Auffälligkeiten:
    • Kohlenstoffmonoxid-Exposition: Neurologische Hinweise sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelschwäche, kognitive Einschränkungen, Bewusstseinsstörungen, Bewusstlosigkeit sowie mögliche verzögerte neurologische Ausfälle
    • Hypoxie bei Inhalationstrauma: Neurologische Hinweise sind Unruhe, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Somnolenz, Sopor oder Koma
    • Verbrennungsschock: Neurologische Hinweise sind Unruhe, Verwirrtheit, Bewusstseinsminderung bis hin zur Bewusstlosigkeit infolge der zerebralen Minderperfusion
    • Explosion oder Sturz (Begleittrauma): Neurologische Hinweise sind fokale neurologische Defizite, Paresen, Sprachstörungen, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit als Hinweis auf ein mögliches Schädel-Hirn-Trauma
    • Stromverletzung: Neurologische Hinweise sind Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Paresen, Sensibilitätsstörungen oder andere neurologische Auffälligkeiten infolge der elektrischen Schädigung

Weiterführende apparative Diagnostik

  • 12-Kanal-EKG: Beurteilung von Herzfrequenz, Herzrhythmus sowie möglicher herzrhythmologischer Komplikationen, insbesondere nach Stromverletzungen.
    • Isolierte thermische Verbrennung: meist unauffälliges EKG oder Sinustachykardie als Ausdruck von Schmerz, Stress oder Hypovolämie.
    • Stromverletzung: Nachweis möglicher Herzrhythmusstörungen, häufig Sinustachykardie, Extrasystolen oder weiterer Arrhythmien
  • POCUS / eFAST: Ergänzende präklinische Sonografie bei Verdacht auf Begleitverletzungen, insbesondere nach Explosion, Sturz oder anderen Hochenergietraumata, erwägen
    • Traumabedingte Komplikationen: Nachweis von freier intraabdomineller Flüssigkeit, Pneumothorax, Hämatothorax oder Perikarderguss 

Differenzialdiagnosen

Eine thermische Verbrennung ist anhand von Anamnese, Unfallmechanismus und Hautbefund eindeutig zu diagnostizieren. Die folgenden Krankheitsbilder können verbrennungsähnliche Hautveränderungen verursachen.

DifferenzialdiagnoseTypische SymptomeAbgrenzung und Hinweise
Nekrotisierende FasziitisVernichtungsschmerz, rasche Ausbreitung, livide Hautverfärbung, Blasen, Nekrosen und systemische EntzündungszeichenSchmerzen häufig unverhältnismäßig stark im Vergleich zum Hautbefund; rasche Progredienz und schwere Sepsiszeichen sprechen gegen eine isolierte Verbrennung
Clostridiale Myonekrose (Gasbrand)Sehr starke Schmerzen, rasche klinische Verschlechterung, bronzene bis lila-rote Hautverfärbung, Blasen, übel riechendes Sekret und KrepitationenTast- oder hörbares Hautemphysem durch Gasbildung ist hochverdächtig für einen Gasbrand und bei thermischen Verbrennungen nicht zu erwarten
Stevens-Johnson-Syndrom / Epidermale Nekrolyse Medikamentenanamnese, Fieber, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, atypische Kokarden, Blasen, Erosionen und SchleimhautbeteiligungObligate Schleimhautbeteiligung sowie eine großflächige Epidermisablösung sprechen für eine epidermale Nekrolyse; Hautbefund kann einer Verbrennung ähneln
 Info

Die dargestellten Maßnahmen orientieren sich an den Empfehlungen des Deutschen Berufsverbands Rettungsdienst (DBRD) und werden durch weitere spezifische, leitliniengerechte Maßnahmen ergänzt, um eine strukturierte und evidenzbasierte Versorgung von Patient:innen sicherzustellen.

 Merke

Das präklinische Therapieziel besteht in der Beendigung der thermischen Schädigung, der Stabilisierung der Vitalfunktionen sowie einer dem Schweregrad angepassten Therapie. Im Vordergrund stehen die Schmerztherapie, die Vermeidung einer Hypothermie, eine bedarfsgerechte Volumentherapie und der zeitnahe Transport in eine geeignete Klinik oder ein Verbrennungszentrum.

Eigenschutz beachten 

  • Gefahrenquelle identifizieren: Ist die Brandursache noch aktiv? (z.B. offenes Feuer, Rauch, Chemikalien)
  • Umgebung sichern: Brandstelle nur betreten, wenn keine akute Gefahr durch Feuer, einsturzgefährdete Gebäude oder toxische Substanzen besteht
  • Sicherheitsabstand: Abstand zur Gefahrenzone halten, bis die Situation als sicher eingestuft wurde
 Merke

An die Gefahr von erhöhter Kohlenstoffmonoxid Konzentration denken! Wenn vorhanden, CO-Warngeräte tragen. 

Konzentration MessgerätMaßnahmen 
> 30 ppm
  • Raum lüften
  • Person in belüfteten Bereich bringen
  • Max. Aufenthaltsdauer im Gefahrenbereich: 15 Minuten 
> 60 ppm 
  • Schnellstmögliche Rettung der Patient:innen aus Gefahrenbereich
  • Max. Aufenthaltsdauer im Gefahrenbereich: 5 Minuten 
> 200 ppm 
  • Sofortiges Verlassen des Gefahrenbereichs
  • Rettung durch die Feuerwehr abwarten

Basismaßnahmen

  • Körperschmuck: Ringe, Armbänder, Uhren, Piercings oder andere einengende Gegenstände frühzeitig entfernen, bevor eine zunehmende Schwellung die Entfernung erschwert
  • Kleidung entfernen: Lockere oder nicht anhaftende Kleidung sollte vorsichtig entfernt werden
    • Verklebte oder fest anhaftende Kleidung nicht gewaltsam entfernen, um zusätzliche Gewebeschäden zu vermeiden
  • Lagerung:
    • Kreislaufstabile Patient:innen: schmerzadaptierte Lagerung
    • Bei Verdacht auf ein Inhalationstrauma: Oberkörperhochlagerung erwägen, sofern Kreislauf und Begleitverletzungen dies zulassen
    • Kreislaufinstabile Patient:innen oder relevante Begleitverletzungen: Flachlagerung mit kontinuierlicher Reevaluation
  • Monitoring und Basisdiagnostik: Kontinuierliche Überwachung mittels EKG, SpO₂, Blutdruck-, Atemfrequenz- und Temperaturkontrolle
  • Wundversorgung und Kühlung:
    • Kleine, umschriebene Verbrennungen: Kühlung mit kühlem bis zimmerwarmem Wasser (ca. 20 °C) für bis zu 20 Minuten kann erwogen werden. Eiskaltes Wasser, Eis oder Kühlpacks sollten aufgrund zusätzlicher Gewebeschädigung vermieden werden.
    • Großflächige Verbrennungen: Keine aktive Kühlung durchführen, da ein erhebliches Risiko für eine Hypothermie besteht. Dies gilt insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder und Patient:innen mit ausgedehnten Verbrennungen.
    • Wundabdeckung: Verbrennungswunden nach orientierender Beurteilung mit trockenen, sterilen und nicht haftenden Wundauflagen (z. B. metallbeschichteten/aluminiumbedampften Verbandtüchern) oder alternativ Frischhaltefolie locker abdecken.
    • Verbandstechnik: Keine zirkulären Verbände an Extremitäten anlegen, da zunehmende Ödeme die Durchblutung beeinträchtigen und den Gewebedruck erhöhen können.
  • Venöser Zugang: Anlage eines intravenösen Zugangs zur Analgesie sowie bei Bedarf zur Volumentherapie mit balancierten Vollelektrolytlösungen
  • Angepasstes Atemwegsmanagement: Sicherung und regelmäßige Kontrolle der Atemwege bei Vigilanzminderung oder Bewusstseinsstörung
  • Wärmeerhalt: Trotz lokaler Kühlung auf einen konsequenten Wärmeerhalt achten, um eine Hypothermie zu vermeiden
  • Sauerstoffgabe: bedarfsorientierte Sauerstofftherapie. Bei Verdacht auf Rauchgasinhalation, Inhalationstrauma oder Kohlenstoffmonoxid-Intoxikation frühzeitig hochdosierten Sauerstoff verabreichen
  • Chemische Verbrennungen: Bei Kontakt mit Säuren oder Laugen kontaminierte Kleidung frühzeitig entfernen und die betroffenen Hautareale großzügig und anhaltend mit Wasser spülen. Ziel ist die rasche Dekontamination und Beendigung der weiteren Gewebeschädigung
  • Begleitverletzungen: Aktiv nach Begleitverletzungen suchen, insbesondere nach Explosionen, Starkstromverletzungen, Lichtbogenverletzungen oder Stürzen
  • Transport: Frühzeitiger Transport in eine geeignete Klinik. Bei großflächigen Verbrennungen, Inhalationstrauma, Stromverletzungen, chemischen Verbrennungen oder anderen Kriterien für ein Verbrennungszentrum frühzeitig Voranmeldung und Transport priorisieren

Spezifische Maßnahmen

  • Volumentherapie: Bei größeren Verbrennungen frühzeitige balancierte Volumentherapie Erwachsene: 1000 ml VEL iv. in den ersten 2 Stunden, Kinder: 10 ml/kgKG iv. unter Vermeidung einer Hypervolämie
  • Schmerztherapie: Eine frühzeitige, suffiziente Analgesie entsprechend der Schmerzintensität durchführen, z.B. mit Fentanyl 0,05 mg i.v. titriert bis gewünschte Wirkung, max. Dosis: 0,2 mg oder Analgosedierung mit Esketamin 0,125-025 mg/kgKG i.v + Midazolam 1-2 mg i.v. 
  • Antiemese: Bei Bedarf kann ein Antiemetikum verabreicht werden, z.B. Ondansetron 4 mg i.v. oder Dimenhydrinat 62 mg i.v.
 Merke

Die Verwendung der bekannten Formeln, wie der Parkland-Formel, wird in der präklinischen Versorgung nicht empfohlen, da sie potenzielle Fehlerquellen darstellen.

 Achtung

Bei einem Verbrennungsschock sollte bei nicht zeitnah etablierbarem intravenösem Zugang frühzeitig ein intraossärer Zugang angelegt werden, um eine rasche Volumen- und Medikamententherapie sicherzustellen.

Zusätzliche Maßnahmen bei Inhalationstrauma

  • Atemwegsmanagement: Bei Verdacht auf ein Inhalationstrauma frühzeitig abschwellende Maßnahmen erwägen
    • Oberkörperhochlagerung: Sofern Kreislauf und Begleitverletzungen dies zulassen, zur Reduktion eines Atemwegsödems.
    • Adrenalinverneblung: Bei klinischen Zeichen eines oberen Atemwegsödems kann eine Verneblung von Adrenalin 2-5 mg erwogen werden
  • Intubationsbereitschaft: Aufgrund der Gefahr eines rasch progredienten Atemwegsödems frühzeitig eine Intubationsbereitschaft herstellen und bei zunehmender Atemwegsobstruktion eine definitive Atemwegssicherung vorbereiten
 Info

Ausführliche Informationen zu Pathophysiologie, Diagnostik und präklinischer Therapie des Inhalationstraumas findest du im separaten Artikel. 

DBRD Algortihmus: Leitsymptom Verbrennung Erwachsene
DBRD Algortihmus: Leitsymptom Verbrennung Kinder
SituationWichtige Besonderheiten
Elektrische Verbrennung
  • Eigenschutz: Stromkreis unterbrechen
  • Bei Hochspannung die Gefahrenzone erst nach fachgerechter Freigabe betreten
  • 12-Kanal-EKG und kontinuierliches EKG-Monitoring durchführen
  • Auch bei kleinen Strommarken an ausgedehnte Muskel-, Nerven- und Gefäßschäden denken
  • Nach Sturz, Bewusstlosigkeit oder Hochspannungsunfall gezielt nach Begleitverletzungen und einer HWS-Verletzung suchen.
  • Transport in ein Brandverletztenzentrum
Chemische Verbrennung
  • Persönliche Schutzausrüstung tragen und kontaminierte Kleidung entfernen
  • Chemikalienreste ggf. zunächst trocken entfernen (z.B. Calciumoxid abbürsten)
  • Anschließend die betroffenen Hautareale großzügig und anhaltend mit Wasser oder Kochsalzlösung spülen (Richtwert: mindestens 15 Minuten)
  • Bei Augenbeteiligung Kontaktlinsen entfernen und sofort ausgiebig spülen
  • Chemische Verätzungen sind eine Indikation zur Vorstellung im Brandverletztenzentrum
Kinder
  • Aufgrund des erhöhten Hypothermierisikos nur kleine Verbrennungen lokal und kurzzeitig kühlen
  • Keine großflächige Kühlung, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern
  • Ab ≥10 % VKOF einen Gefäßzugang und eine Flüssigkeitstherapie erwägen → ab >15 % VKOF besteht ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf
  • Flüssigkeitstherapie gewichtsbasiert (10 ml/kgKG VEL) durchführen
  • Kinder unter 8 Jahren sollten unabhängig von weiteren Kriterien in einer spezialisierten Klinik vorgestellt werden
  • Bei Inhalationstrauma frühzeitig an ein Atemwegsödem denken
Geriatrische Patient:innen
  • Patient:innen über 60 Jahre stellen eine besondere Risikogruppe dar
  • Bereits bei kleineren Verbrennungsflächen kann aufgrund von Begleiterkrankungen eine Vorstellung im Brandverletztenzentrum sinnvoll sein
  • Bei unklarer Verbrennungstiefe, unklarem Ausmaß oder Begleitverletzungen im Zweifel ein spezialisiertes Zentrum wählen
  • Besonderes Augenmerk auf Wärmeerhalt und engmaschiges Monitoring legen

Zielkrankenhaus

Die Wahl des Zielkrankenhauses richtet sich nach Verbrennungstiefe, Verbrennungsfläche (VKOF), Lokalisation, Begleitverletzungen, dem Vorliegen eines Inhalationstraumas sowie dem klinischen Allgemeinzustand.

  • Kleine Verbrennungen (Grad 1 oder kleinflächige Grad-2a-Verbrennungen): Bei vollständiger Symptomkontrolle und stabilem Allgemeinzustand kann eine ambulante Weiterbehandlung erwogen werden. Andernfalls Transport in eine allgemeinchirurgische Klinik zur weiteren Wundversorgung und Überwachung.
  • Schwere Verbrennungen: Bei Vorliegen einer Indikation für ein Brandverletztenzentrum sollte, sofern transportmedizinisch vertretbar, der direkte Transport in ein Brandverletztenzentrum erfolgen. Bei längeren Transportzeiten oder zeitkritischen Verläufen sollte der Einsatz eines Rettungshubschraubers (RTH) erwogen werden
  • Lange Transportstrecken oder instabile Patient:innen: Abhängig vom klinischen Zustand, der Transportstrecke und dem Transportrisiko kann zunächst die Erstversorgung in einem regionalen Traumazentrum mit anschließender Sekundärverlegung in ein Brandverletztenzentrum sinnvoll sein
 Info

Indikationen für die Versorgung im Verbrennungszentrum:

  • Thermische Verletzungen 2. Grades ab 15 % Körperoberfläche
  • Thermische Verletzungen 3. Grades ab 10 % Körperoberfläche
  • Thermische Verletzungen an kritischen Bereichen wie Gesicht/Hals, Händen, Füßen, Ano-Genital-Region, Achseln, großen Gelenken oder anderen komplizierten Lokalisationen
  • Zirkuläre thermische Verletzungen
  • Chemische Verätzungen
  • Verletzungen durch elektrischen Strom einschließlich Blitzschlag
  • Inhalationstrauma in Kombination mit äußeren Verbrennungen
  • Brandverletzte mit Begleiterkrankungen oder zusätzlichen Verletzungen (besonders thermomechanische Kombinationen), die die Behandlung erschweren
  • Brandverletzte mit Bedarf an spezieller psychotherapeutischer, psychiatrischer oder physischer Mitbehandlung
  • Besonders junge Patienten (< 8 Jahre) sowie ältere Menschen (> 60 Jahre)

Transportbegleitende Maßnahmen

  • Monitoring: Kontinuierliche Überwachung von EKG, Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz, Körpertemperatur und Vigilanz.
  • Lagerung:
    • Kreislaufstabile Patient:innen: schmerzadaptierte Lagerung. Bei Verdacht auf ein Inhalationstrauma Oberkörperhochlagerung, sofern Kreislauf und Begleitverletzungen dies zulassen.
    • Kreislaufinstabile Patient:innen: Flachlagerung 
  • Atemwegsmanagement: Regelmäßige Kontrolle der Atemwege und Atemarbeit
  • Sauerstofftherapie: Fortführung der Sauerstofftherapie entsprechend der klinischen Situation. Bei Rauchgasinhalation, Inhalationstrauma oder Kohlenstoffmonoxid-Intoxikation hochdosierte Sauerstoffgabe fortführen.
  • Volumentherapie: Fortführung der balancierten Volumentherapie entsprechend Verbrennungsausmaß, Hämodynamik und klinischem Verlauf unter Vermeidung einer Hypervolämie
  • Wärmeerhalt: konsequenter Wärmeerhalt zur Vermeidung einer Hypothermie, insbesondere bei großflächigen Verbrennungen
  • Dokumentation: Erfassung von Unfallmechanismus, Verbrennungsursache, Verbrennungstiefe, Verbrennungsfläche (VKOF), Vitalparametern, neurologischem Status, sämtlichen präklinisch durchgeführten Maßnahmen sowie deren Wirkung

Übergabe in der Klinik

  • Strukturierte Übergabe nach standardisierten Schemata, z.B. SINNHAFT oder ISOBAR.
  • Übergabe relevanter Informationen zu:
    • Unfallmechanismus (z.B. Flammen-, Verbrühungs-, Strom- oder chemische Verbrennung sowie Explosion)
    • Zeitpunkt des Traumas und Dauer der Hitze- bzw. Chemikalienexposition
    • Verbrennungstiefe und geschätzter Verbrennungsfläche (VKOF)
    • Lokalisation der Verbrennungen, insbesondere an Gesicht, Händen, Füßen, Genitalien oder bei zirkulären Verbrennungen
    • Hinweisen auf ein Inhalationstrauma oder eine Rauchgas-/Kohlenstoffmonoxid-Exposition
    • Vitalparametern und deren Verlauf
    • Neurologischem Status (z.B. Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung oder Bewusstlosigkeit)
    • Begleitverletzungen (z.B. nach Explosion, Sturz oder Stromunfall)
    • Bekannten Vorerkrankungen, relevanter Medikation und Allergien
    • Durchgeführte Maßnahmen (Kühlung, Sauerstofftherapie, Analgesie, Volumentherapie, Wundabdeckung, Atemwegsmanagement) einschließlich deren Wirkung
  • Hochrisikopatient:innen: Bei Verbrennungsschock, Inhalationstrauma, großflächigen oder tiefen Verbrennungen, elektrischen oder chemischen Verbrennungen sowie relevanten Begleitverletzungen frühzeitig die Übergabe an das zuständige Schockraum-, Verbrennungs- oder Intensivteam veranlassen

Definition

 Definition
Verbrennung

Eine Verbrennung ist eine thermisch bedingte Schädigung der Haut und gegebenenfalls tiefer liegender Gewebestrukturen. Sie entsteht durch die Einwirkung hoher Temperaturen, beispielsweise durch Flammen, heiße Flüssigkeiten, Dampf oder heiße Oberflächen. Vergleichbare Gewebeschäden können auch durch elektrischen Strom, chemische Substanzen, Reibung oder UV-Strahlung verursacht werden.

 Definition
Verbrennungskrankheit/Verbrennungsschock

Die Verbrennungskrankheit ist eine systemische Reaktion des Organismus auf ausgedehnte Verbrennungen. Sie entsteht durch den erheblichen Flüssigkeitsverlust über die Wundfläche sowie die massive Freisetzung von Entzündungsmediatoren aus dem verbrannten Gewebe. Dies kann zu einer erhöhten Gefäßpermeabilität mit Flüssigkeitsverschiebungen, einem hypovolämischen Schock, einer systemischen Entzündungsreaktion (SIRS) sowie im weiteren Verlauf zu Sepsis und Multiorganversagen führen.

Einteilung nach Verbrennungsgrad:

Grad der VerbrennungBetroffene HautschichtenKlinisches Bild
Grad 1EpidermisRötung, ausgeprägte Schmerzen, vergleichbar mit einem Sonnenbrand
Grad 2aOberflächliche DermisBlasenbildung, rosiger und gut rekapillarisierender Wundgrund, starke Schmerzen, Haare fest verankert
Grad 2bTiefe Dermis mit HautanhangsgebildenBlasenbildung, blasser Wundgrund mit fehlender oder verzögerter Rekapillarisierung, verminderte Schmerzempfindung, Haare leicht entfernbar
Grad 3Komplette DermisTrockener, weißlicher, lederartig harter Wundgrund, fehlende Schmerzempfindung, keine Haare mehr vorhanden
Grad 4Unterhautfettgewebe,Muskelfaszie, Muskeln, KnochenVerkohlung

Ursachen

Verbrennungen können durch verschiedene thermische, elektrische, chemische oder physikalische Einwirkungen entstehen. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Übermäßige Hitzeeinwirkung:
    • Flammen: ca. 52 %
    • Heiße Flüssigkeiten (Verbrühungen): ca. 23 %
    • Explosionen: ca. 6 %
    • Heiße Oberflächen (Kontaktverbrennungen): ca. 5 %
    • Elektrischer Strom: ca. 4 %
    • Sonstige Mechanismen: ca. 4 %
  • Strahlung: beispielsweise durch ionisierende Strahlung
  • Chemische Substanzen: Verätzungen durch Säuren oder Laugen

Pathophysiologie

Die Pathophysiologie der Verbrennung entwickelt sich schrittweise von der lokalen Gewebeschädigung bis zu systemischen Veränderungen, die bei ausgedehnten Verbrennungen den gesamten Organismus betreffen können.

  1. Verbrennung (thermische Gewebeschädigung)
  2. Lokale Gewebeschädigung (Nekrose, Gefäß- und Nervenschädigung)
  3. Verlust der Hautbarriere (Flüssigkeits-, Protein- und Wärmeverlust)
  4. Lokale Entzündungsreaktion (Mediatorfreisetzung, Vasodilatation und lokales Ödem)
  5. Kapillarleck und Flüssigkeitsverschiebung (Ödembildung, Hypovolämie)
  6. Verbrennungsschock (Minderperfusion und Gewebehypoxie)
  7. Systemische Entzündungsreaktion, SIRS (Zytokinfreisetzung und Organbeteiligung)
  8. Hypermetabolismus (erhöhter Energieverbrauch und Proteinabbau)
  9. Immundysfunktion (verminderte Immunabwehr)
  10. Erhöhtes Infektionsrisiko (Wundinfektion und Sepsis)

Klinischer Eindruck

Grad der VerbrennungTypische Symptome und BefundeMögliche generalisierte Zeichen
Grad 1
  • Rötung
  • Trockene Haut und Schwellung
  • Keine Blasenbildung
  • Typisches Beispiel: Sonnenbrand
  • Bei kleinflächigen Verbrennungen meist keine relevanten systemischen Zeichen
  • Bei größerer Ausdehnung können Schmerzen, Unruhe und eine Stressreaktion auftreten
Grad 2a
  • Blasenbildung
  • Rosiger, gut rekapillarisierender Wundgrund
  • Haare fest verankert
  • Tachykardie
  • Tachypnoe
  • Unruhe und ausgeprägte Schmerzen
  • Bei größerer verbrannter Körperoberfläche (VKOF) zusätzlich Kapillarleck mit beginnendem Volumenmangel möglich
Grad 2b
  • Blasenbildung
  • Blasser Wundgrund mit schwacher oder fehlender Rekapillarisierung
  • Haare leicht entfernbar
  • Bei ausgedehnten Verbrennungen mögliche Zeichen der Hypoperfusion wie:
    • Tachykardie, Hypotonie
    • Verlängerte Rekapillarisierungszeit
    • Verminderte Diurese
    • Bewusstseinsstörungen
  • Hypothermie
Grad 3
  • Trockener, weißer, lederartig-harter Wundgrund
  • Nekrose
  • Keine Haare mehr vorhanden
  • Bei großflächigen Verbrennungen Entwicklung eines Verbrennungsschocks mit
    • Hypotonie, Tachykardie
    • Tachypnoe
    • Lactatazidose
    • Oligurie bis Anurie
    • Bewusstseinsstörungen
  • Hypothermie
Grad 4
  • Verkohlung der Haut mit Beteiligung tieferer Strukturen, z.B. Muskeln, Faszien oder Knochen
  • Hohes Risiko für schwere Kreislauf- und Organfunktionsstörungen
  • Möglich sind Verbrennungsschock, Multiorganversagen, Hypothermie sowie bei Stromverletzungen zusätzlich Herzrhythmusstörungen

Diagnostik 

Inspektion:

  • Verbrennungstiefe: Die Verbrennungstiefe anhand der lokalen Hautveränderungen orientierend einschätzen
  • Verbrennungsfläche: Die verbrannte Körperoberfläche (VKOF) mithilfe der Neunerregel oder Handflächenregel abschätzen
    • Verbrennungen 1. Grades werden nicht zur VKOF gezählt
  • Zirkuläre Verbrennungen: ringförmige Verbrennungen an Thorax, Abdomen oder Extremitäten
  • Hautkolorit und Durchblutung: Blässe, Marmorierung, Zyanose oder verminderte periphere Perfusion
  • Begleitverletzungen: Wunden, Hämatome, Deformitäten, Frakturen sowie Verletzungen nach Explosion, Sturz oder Stromunfall
  • Stromverletzungen: Sichtbare Ein- und Austrittsstellen sowie mögliche tiefe Gewebeschäden
  • Hinweise auf ein Inhalationstrauma:
    • Verbrennungen im Gesicht oder am Hals
    • Versengte oder rußige Gesichts- und Nasenhaare
    • Ruß im Mundraum oder rußiges Sputum
Neuner-Regel nach Wallace
Neuner-Regel nach Wallace

Palpation:

  • Pulsqualität: Tachykarder, schwach tastbarer Puls als Hinweis auf Hypovolämie
  • Rekapillarisierungszeit: Verlängerte Rekapillarisierungszeit als Hinweis auf eine eingeschränkte periphere Perfusion
  • Gewebespannung: Zunehmende Schwellung oder erhöhte Gewebespannung insbesondere an Extremitäten oder Thorax

Perkussion:

  • Meist unauffälliger Befund: Verbrennungen verursachen typischerweise keine spezifischen perkutorischen Veränderungen

Auskultation: 

  • Atemgeräusche: Atemgeräusche beidseits hinsichtlich Seitengleichheit, Intensität und Nebengeräuschen beurteilen
    • Stridor: Kann auf eine Verengung der oberen Atemwege im Rahmen eines Inhalationstraumas hinweisen
    • Giemen oder Brummen: Hinweise auf eine bronchiale Obstruktion
    • Feuchte Rasselgeräusche: Können bei einem Lungenödem, einer Pneumonie oder einer pulmonalen Schädigung infolge eines Inhalationstraumas auftreten
    • Abgeschwächtes Atemgeräusch: Kann auf einen Pneumothorax, Pleuraerguss oder eine ausgeprägte Ventilationsstörung hinweisen

Therapie

Eigenschutz beachten:

  • Gefahrenquelle identifizieren: Ist die Brandursache noch aktiv? (z.B. offenes Feuer, Rauch, Chemikalien)
  • Umgebung sichern: Brandstelle nur betreten, wenn keine akute Gefahr durch Feuer, einsturzgefährdete Gebäude oder toxische Substanzen besteht
  • Sicherheitsabstand: Abstand zur Gefahrenzone halten, bis die Situation als sicher eingestuft wurde

Basismaßnahmen:

  • Körperschmuck: Ringe, Armbänder, Uhren, Piercings oder andere einengende Gegenstände frühzeitig entfernen, bevor eine zunehmende Schwellung die Entfernung erschwert
  • Kleidung entfernen: Lockere oder nicht anhaftende Kleidung sollte vorsichtig entfernt werden
    • Verklebte oder fest anhaftende Kleidung nicht gewaltsam entfernen, um zusätzliche Gewebeschäden zu vermeiden
  • Lagerung:
    • Kreislaufstabile Patient:innen: schmerzadaptierte Lagerung
    • Bei Verdacht auf ein Inhalationstrauma: Oberkörperhochlagerung erwägen, sofern Kreislauf und Begleitverletzungen dies zulassen
    • Kreislaufinstabile Patient:innen oder relevante Begleitverletzungen: Flachlagerung mit kontinuierlicher Reevaluation
  • Monitoring und Basisdiagnostik: Kontinuierliche Überwachung mittels EKG, SpO₂, Blutdruck-, Atemfrequenz- und Temperaturkontrolle
  • Wundversorgung und Kühlung:
    • Kleine, umschriebene Verbrennungen: Kühlung mit kühlem bis zimmerwarmem Wasser (ca. 20 °C) für bis zu 20 Minuten kann erwogen werden. Eiskaltes Wasser, Eis oder Kühlpacks sollten aufgrund zusätzlicher Gewebeschädigung vermieden werden.
    • Großflächige Verbrennungen: Keine aktive Kühlung durchführen, da ein erhebliches Risiko für eine Hypothermie besteht. Dies gilt insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder und Patient:innen mit ausgedehnten Verbrennungen.
    • Wundabdeckung: Verbrennungswunden nach orientierender Beurteilung mit trockenen, sterilen und nicht haftenden Wundauflagen (z. B. metallbeschichteten/aluminiumbedampften Verbandtüchern) oder alternativ Frischhaltefolie locker abdecken.
    • Verbandstechnik: Keine zirkulären Verbände an Extremitäten anlegen, da zunehmende Ödeme die Durchblutung beeinträchtigen und den Gewebedruck erhöhen können.
  • Venöser Zugang: Anlage eines intravenösen Zugangs zur Analgesie sowie bei Bedarf zur Volumentherapie mit balancierten Vollelektrolytlösungen
  • Angepasstes Atemwegsmanagement: Sicherung und regelmäßige Kontrolle der Atemwege bei Vigilanzminderung oder Bewusstseinsstörung
  • Wärmeerhalt: Trotz lokaler Kühlung auf einen konsequenten Wärmeerhalt achten, um eine Hypothermie zu vermeiden
  • Sauerstoffgabe: bedarfsorientierte Sauerstofftherapie. Bei Verdacht auf Rauchgasinhalation, Inhalationstrauma oder Kohlenstoffmonoxid-Intoxikation frühzeitig hochdosierten Sauerstoff verabreichen
  • Chemische Verbrennungen: Bei Kontakt mit Säuren oder Laugen kontaminierte Kleidung frühzeitig entfernen und die betroffenen Hautareale großzügig und anhaltend mit Wasser spülen. Ziel ist die rasche Dekontamination und Beendigung der weiteren Gewebeschädigung
  • Begleitverletzungen: Aktiv nach Begleitverletzungen suchen, insbesondere nach Explosionen, Starkstromverletzungen, Lichtbogenverletzungen oder Stürzen
  • Transport: Frühzeitiger Transport in eine geeignete Klinik. Bei großflächigen Verbrennungen, Inhalationstrauma, Stromverletzungen, chemischen Verbrennungen oder anderen Kriterien für ein Verbrennungszentrum frühzeitig Voranmeldung und Transport priorisieren

Spezifische Maßnahmen:

  • Volumentherapie: Bei größeren Verbrennungen frühzeitige balancierte Volumentherapie Erwachsene: 1000 ml VEL iv. in den ersten 2 Stunden, Kinder: 10 ml/kgKG iv. unter Vermeidung einer Hypervolämie
  • Schmerztherapie: Eine frühzeitige, suffiziente Analgesie entsprechend der Schmerzintensität durchführen, z.B. mit Fentanyl 0,05 mg i.v. titriert bis gewünschte Wirkung, max. Dosis: 0,2 mg oder Analgosedierung mit Esketamin 0,125-025 mg/kgKG i.v + Midazolam 1-2 mg i.v. 
  • Antiemese: Bei Bedarf kann ein Antiemetikum verabreicht werden, z.B. Ondansetron 4 mg i.v. oder Dimenhydrinat 62 mg i.v.

Besondere Situationen

  • Elektrische Verbrennung: Tiefe Gewebeschäden trotz kleiner Hautläsionen möglich, EKG-Monitoring durchführen und Transport ins Brandverletztenzentrum
  • Chemische Verbrennung: Trockene Chemikalien zunächst entfernen, anschließend mindestens 15 Minuten spülen und im Brandverletztenzentrum vorstellen
  • Kinder: Wegen des hohen Hypothermierisikos nur kleine Areale kurz kühlen, ab ≥ 10 % VKOF Flüssigkeitstherapie erwägen
  • Geriatrische Patient:innen: Bereits kleine Verbrennungen können schwer verlaufen → niedrige Schwelle für die Vorstellung im Brandverletztenzentrum

Transport

Die Wahl des Zielkrankenhauses richtet sich nach Verbrennungstiefe, Verbrennungsfläche (VKOF), Lokalisation, Begleitverletzungen, dem Vorliegen eines Inhalationstraumas sowie dem klinischen Allgemeinzustand.

  • Kleine Verbrennungen (Grad 1 oder kleinflächige Grad-2a-Verbrennungen): Bei vollständiger Symptomkontrolle und stabilem Allgemeinzustand kann eine ambulante Weiterbehandlung erwogen werden. Andernfalls Transport in eine allgemeinchirurgische Klinik zur weiteren Wundversorgung und Überwachung.
  • Schwere Verbrennungen: Bei Vorliegen einer Indikation für ein Brandverletztenzentrum sollte, sofern transportmedizinisch vertretbar, der direkte Transport in ein Brandverletztenzentrum erfolgen. Bei längeren Transportzeiten oder zeitkritischen Verläufen sollte der Einsatz eines Rettungshubschraubers (RTH) erwogen werden
  • Lange Transportstrecken oder instabile Patient:innen: Abhängig vom klinischen Zustand, der Transportstrecke und dem Transportrisiko kann zunächst die Erstversorgung in einem regionalen Traumazentrum mit anschließender Sekundärverlegung in ein Brandverletztenzentrum sinnvoll sein
 Info

Indikationen für die Versorgung im Verbrennungszentrum:

  • Thermische Verletzungen 2. Grades ab 15 % Körperoberfläche
  • Thermische Verletzungen 3. Grades ab 10 % Körperoberfläche
  • Thermische Verletzungen an kritischen Bereichen wie Gesicht/Hals, Händen, Füßen, Ano-Genital-Region, Achseln, großen Gelenken oder anderen komplizierten Lokalisationen
  • Zirkuläre thermische Verletzungen
  • Chemische Verätzungen
  • Verletzungen durch elektrischen Strom einschließlich Blitzschlag
  • Inhalationstrauma in Kombination mit äußeren Verbrennungen
  • Brandverletzte mit Begleiterkrankungen oder zusätzlichen Verletzungen (besonders thermomechanische Kombinationen), die die Behandlung erschweren
  • Brandverletzte mit Bedarf an spezieller psychotherapeutischer, psychiatrischer oder physischer Mitbehandlung
  • Besonders junge Patienten (< 8 Jahre) sowie ältere Menschen (> 60 Jahre)
 Tipp

Wenn ihr mehr Informationen und weitere therapeutische Maßnahmen erfahren möchtet, empfehlen wir euch die verlinkten Artikel aus dem klinischen Bereich.

  • Inhalationstrauma (RD)
Zuletzt aktualisiert am 05.08.2026
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Hitzebedingte Notfälle (RD)
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