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Vorhofflimmern im EKG

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5 Minuten Lesezeit
Vorhofflimmern Pathophysiologie

Beim Vorhofflimmern kommt es zu einer unkoordinierten Erregungsausbreitung über die Vorhöfe. Hierbei spielen insbesondere Erregungszentren außerhalb des Sinusknotens und sogenannte Reentry-Kreisläufe eine entscheidende Rolle. In diesen Fällen wird der Rhythmus nicht mehr regelrecht vom Sinusknoten gebildet, sondern entsteht meistens in der Nähe der Mündung der Lungenvenen im linken Vorhof. In der Folge kommt es zu unkoordinierten Erregungen im Vorhof.

Durch die ungeordnete Aktivität kommt es zu einer unregelmäßigen Kontraktion der Vorhöfe. Im EKG lässt sich somit keine regelrechte P-Welle mehr erkennen. Typisch für ein Vorhofflimmern sind unregelmäßige Flimmerwellen. Da die Erregungen durchgehend im Vorhof kreisen, sind diese Flimmerwellen über die gesamte EKG-Aktion verteilt. Die Flimmerwellen haben eine sehr hohe Frequenz, meistens über 300/min. Eine genaue Messung ist meistens nicht möglich. Da die Erregungsausbreitung ständig variiert, haben die Wellen eine wechselnde Form, Größe und Frequenz. Die Flimmerwellen sind im EKG am besten in den Ableitungen II und V1 erkennbar. Die QRS-Komplexe stellen sich unregelmäßig, aber normal konfiguriert dar.

Vorhofflimmern im EKG

Die Überleitung der Flimmerwellen vom Vorhof über den AV-Knoten auf die Kammern läuft ebenfalls unregelmäßig ab. Es kommt daher zu einer absoluten Arrhythmie der Kammeraktion.

Arrhythmia absoluta

Aufgrund der unregelmäßigen Kammerfrequenzen lässt sich keine genaue Herzfrequenz ableiten. Daher sollte man beim Vorhofflimmern ein EKG über mindestens 30 Sekunden schreiben. Anschließend kann man eine durchschnittliche Kammerfrequenz angeben.

Ganz praktisch kann man die Anzahl der QRS-Komplexe in den 30 Sekunden zählen und diese verdoppeln. Somit erhält man die durchschnittliche Herzfrequenz über eine Minute. Liegt die Herzfrequenz über 100 Schlägen pro Minute und ist arrhythmisch, so wird dies auch als Tachyarrhythmia absoluta bezeichnet. Unter 60 Schlägen pro Minute liegt eine Bradyarrhythmia absoluta vor.

EKG-Fallbeispiel: Vorhofflimmern – Tachyarrhythmia absoluta
Vorhofflimmern – Tachyarrhythmia absoluta - Siehe auch EKG-Fallbeispiel 16

Für praktische EKG-Fallbeispiele zum Thema zum Üben der EKG-Auswertung siehe: EKG-Fallbeispiel 1.1, EKG-Fallbeispiel 9, EKG-Fallbeispiel 16, EKG-Fallbeispiel 24

Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.

Fallbeispiel zur gerinnungshemmenden Therapie bei einem Vorhofflimmern: Fallbeispiel 5 (Vorhofflimmern)

EKG-Fallbeispiel: Vorhofflimmern – Tachyarrhythmia absoluta
Siehe auch EKG-Fallbeispiel 16
EKG-Fallbeispiel: Vorhofflimmern
Siehe auch EKG-Fallbeispiel 1.1
  • S3-Leitlinie Vorhofflimmern, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK)
Zuletzt aktualisiert am 04.02.2026
Pathologien der P-Welle
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