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Wachstumshormon (Somatotropin)

EP
3 Minuten Lesezeit

Somatotropin wird auch als Wachstumshormon oder Growth Hormon (GH) bezeichnet und in der Hypophyse synthetisiert. Somatotropin ist ein anaboles Hormon, das das Körperwachstum und Stoffwechselprozesse beeinflusst. Ca. die Hälfte des Somatotropins liegt im Blut gebunden an das growth hormone-binding proteine (GHBP) vor. Die Bindung dient als eine Art Speicher und erhöht die Halbwertszeit des Somatotropins.

Somatotropin entfaltet durch Bindung an Zielorgane seine direkte Wirkung. Somatotropin bindet an seinen homodimeren Rezeptor und aktiviert dadurch den JAK-STAT- und MAP-Kinaseweg. Die Aktivierung erfolgt ähnlich wie beim Insulin über rezeptorassoziierte Tyrosinkinasen.

Die größte Wirkung entfaltet das Somatotropin jedoch über seine indirekte Wirkung, indem es in der Leber die Bildung von sogenannten Somatomedinen (Wachstumsfaktoren) stimuliert. Das bedeutendste Somatomedin ist der Insulin-like growth factor 1 (IGF-1).

Die Wachstumsfaktoren fördern insbesondere das Knochen- und Organwachstum. Somatotropin übt direkt metabolische und anabole Effekte auf den Stoffwechsel aus, um die für Wachstumsprozesse notwendige Energie bereitzustellen.

 Effekte
Körperwachstum ↑
  • Körpergewicht, Muskelmasse, Eingeweidewachstum ↑
  • Knochenwachstum ↑
  • Vor Schluss der Epiphysenfugen: enchondrale Ossifikation (Längenwachstum) ↑
  • Nach Schluss der Epiphysenfugen: apophysäres und periostales Knochenwachstum (Dickenzunahme) ↑
Stoffwechsel ↑
  • Lipolyse ↑
  • Aminosäureaufnahme, Proteinsynthese ↑
  • Gluconeogenese ↑, Hemmung der Glucoseaufnahme 
    Blutzuckerspiegel
Weitere Prozesse
  • Natrium, Kalium und Wasserretention in den Nieren ↑
  • Bildung von Calcitriol ↑ → erhöhte Calcium- und Phosphatresorption → Mineralisierung des Knochens ↑
  • Erythropoese
  • Stimulation von T-Lymphozyten und Makrophagen

Die Freisetzung von Somatotropin erfolgt pulsatil, vor allem nachts. Die Somatotropin-Spiegel sind während der Pubertät erhöht und sinken mit dem Alter ab.

Gesteigerte Sekretion von Somatotropin durch:

  • Somatoliberin/GH-Releasing-Hormon (GHRH) aus dem Hypothalamus
  • Ghrelin
  • Proteinreiche Mahlzeiten
  • Hypoglykämie
  • Schilddrüsenhormone, TRH
  • Östrogene und Testosteron (Pubertät)
  • Noradrenalin
  • Physiologische Cortisolkonzentrationen
  • Körperliche Betätigung
  • Non-REM-Schlaf

Verminderte Sekretion von Somatotropin durch:

  • Somatostatin (SIH)
  • Hyperglykämie
  • Hyperlipidämie, freie Fettsäuren, Adipositas
  • Adrenalin
  • Gestagene
  • Langfristig erhöhte Cortisolspiegel
  • IGF-1 (negative Rückkopplung)
  • Kälte
Somatropin - Regulation
Zuletzt aktualisiert am 20.09.2024
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