4-Dimethylaminophenol (4-DMAP) ist ein Antidot bei Cyanidvergiftungen und wirkt als Methämoglobinbildner.
Durch die Oxidation von Hämoglobin zu Methämoglobin entsteht Methämoglobin, das Cyanid zu Cyanmethämoglobin bindet und so das Gift von den mitochondrialen Enzymen der Zellatmung entfernt. Dadurch kann die zelluläre Atmung wieder einsetzen. In der weiteren Entgiftung wird Cyanid mithilfe von Natriumthiosulfat zu Thiocyanat umgewandelt, das renal ausgeschieden wird.
Indikationen sind vor allem schwere Cyanidvergiftungen, beispielsweise durch Blausäure, Nitrile oder Rauchgase bei Kunststoff- und Schwefelbränden. Die Therapie erfolgt nicht als Monotherapie, sondern in Kombination mit 100 % Sauerstoff und Natriumthiosulfat.
Wichtige Nebenwirkungen sind eine vermehrte Methämoglobinbildung mit hypoxischer Symptomatik, außerdem Kopfschmerzen und Schwindel. Während der Therapie sollte der Methämoglobinspiegel regelmäßig kontrolliert und begrenzt werden.
- Fachinformation: 4-Dimethylaminophenolhydrochlorid 250 mg, Injektionslösung, Stand: 05/2017
- S2k-Leitlinie: Katastrophenmedizinische prähospitale Behandlungsleitlinien, Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
