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4-Dimethylaminophenol

4-DMAP , Cyanid-Antidot , Methämoglobinbildner
4 Minuten Lesezeit

4-Dimethylaminophenol (4-DMAP) ist ein Antidot bei Cyanidvergiftungen und wirkt als Methämoglobinbildner

Durch die Oxidation von Hämoglobin zu Methämoglobin entsteht Methämoglobin, das Cyanid zu Cyanmethämoglobin bindet und so das Gift von den mitochondrialen Enzymen der Zellatmung entfernt. Dadurch kann die zelluläre Atmung wieder einsetzen. In der weiteren Entgiftung wird Cyanid mithilfe von Natriumthiosulfat zu Thiocyanat umgewandelt, das renal ausgeschieden wird.

Indikationen sind vor allem schwere Cyanidvergiftungen, beispielsweise durch Blausäure, Nitrile oder Rauchgase bei Kunststoff- und Schwefelbränden. Die Therapie erfolgt nicht als Monotherapie, sondern in Kombination mit 100 % Sauerstoff und Natriumthiosulfat.

Wichtige Nebenwirkungen sind eine vermehrte Methämoglobinbildung mit hypoxischer Symptomatik, außerdem Kopfschmerzen und Schwindel. Während der Therapie sollte der Methämoglobinspiegel regelmäßig kontrolliert und begrenzt werden.

Lernkarte 4-Dimethylaminophenol

 

  • Wirkstoffklasse: Antidot, Methämoglobinbildner
  • Handelsnamen: z.B. 4-DMAP®, 4-Dimethylaminophenol-Fresenius®
Etikett: 4-DMAP
  • Schwere Cyanidvergiftung
  • Vergiftung mit Blausäure oder Nitrilen
  • Vergiftungen mit Rauchgasen aus Kunststoff- und Schwelbränden
  • Überempfindlichkeit
  • Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel
  • Erwachsene: 250 mg i.v. (entspricht 3-4 mg/kgKG)
  • Kinder: 3,25 mg/kgKG langsam i.v.
  • Keine Monotherapie: Zusätzlich sind Natriumthiosulfat i.v. (100–200 mg/kg KG) sowie eine Beatmung mit 100 % Sauerstoff indiziert
  • 4-Dimethylaminophenol ist bei leichten Cyanidvergiftungen und Vergiftungen mit Nitrilen meist nicht erforderlich → In der Regel Therapie mit Natriumthiosulfat ausreichend
  • Bei Säuglingen kommt es zu einer vermehrten Methämoglobinbildung, da die Methämoglobin-Reduktase noch nicht ausreichend aktiv ist
  • Bei gleichzeitiger CO-Vergiftung ist die Dosis zu reduzieren, da sonst eine gefährliche Sauerstofftransport-Störung droht
  • Methämoglobin-Spiegel regelmäßig kontrollieren und Anstieg begrenzen
  • Bei Überdosierung: Gabe von 2 mg Toloniumchlorid/kgKG i.v. (Antidot)
  • Wirkeintritt: innerhalb von 10 min
  • Wirkdauer: abhängig vom Abbau des Methämoglobins
  • 4-Dimethylaminophenol wirkt als Cyanid-Antidot, indem es gezielt eine Methämoglobinbildung auslöst → Das entstehende Methämoglobin bindet Cyanid zu Cyanmethämoglobin und entzieht so das Gift den zellulären Enzymen (v.a. der mitochondrialen Atmungskette)
  • Dadurch wird die Blockade der Zellatmung aufgehoben → Die mitochondriale Atmungskette kann wieder arbeiten, sodass die Zellen wieder Sauerstoff verwerten und ATP bilden können
  • Das gebundene Cyanid wird im Körper weiter entgiftet
  • Natriumthiosulfat wandelt Cyanid enzymatisch zu Thiocyanat um
  • Thiocyanat ist deutlich weniger toxisch und wird renal ausgeschieden
  • Gesteigerte Methämoglobinbildung mit hypoxischer Symptomatik
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Atmungskette
  • Oxymetrie
Zuletzt aktualisiert am 08.07.2026
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