Verlust eines Körperteils, Extremitätenverlust durch Trauma
31 Minuten Lesezeit
Amputationsverletzungen stellen ein potenziell vital bedrohliches Trauma dar, das ein strukturiertes und prioritätenorientiertes Vorgehen im Rettungsdienst erfordert. Im Vordergrund stehen die rasche Blutstillung, die Wundversorgung sowie das sachgerechte Management des Amputats zur Optimierung der Replantationschancen.
Ein umfassendes Wissen über die präklinischen Maßnahmen, einschließlich suffizienter Analgesie, Kontrolle des Blutverlusts, Kreislaufmanagement sowie korrekter Lagerung und Versorgung des Amputats, ist essenziell, um Komplikationen zu vermeiden und die funktionelle Prognose der Patient:innen zu verbessern.
Der frühzeitige Transport in ein unfallchirurgisches Zentrum odereine KlinikmitentsprechenderSpezialisierung auf chirurgischeReplantationsverfahren ist entscheidend.
Um den Einstieg in das Thema Amputationsverletzungen etwas zu erleichtern, wird im Folgenden ein Fall beschrieben, wie er sich präklinisch ereignen könnte.
Das Szenario
Einsatzmeldung:
Stichwort: Amputation Hand
Ort: Schreinerei
Alarmzeit: 17:08 Uhr
Anrufer:in: Arbeitskollege des Betroffenen
Anzahl der Betroffenen: 1
Zusatzinfo:
Männlich, 45 Jahre alt
Amputation durch Kreissäge
RTH ist ebenfalls alarmiert
Lageeinweisung vor Ort:
Beim Eintreffen des Rettungsdienstes sitzt einetwa 45-jähriger Patient, angelehnt an einer Werkbank. Die Finger der rechtenHand wurden teilweise durch eine Kreissägeamputiert. Ein Kollege hat bereits eine notdürftige Wundversorgung vorgenommen.
Die Lage ist wie folgt:
Der Patient ist ansprechbar,aber desorientiert
Er hat starke Schmerzen
Der Patient ist blass und kaltschweißig
Die Wunde ist mit einem provisorischen Druckverband versorgt, es besteht dennoch eine sichtbare Blutung durch den Verband
Die Umgebung ist stark mitBlutverunreinigt
Ersteinschätzung nach xABCDE-Schema
Um sich einen ersten umfassenden Eindruck von einer Patientin oder einem Patienten in einer Notfallsituation zu verschaffen, bietet sich das xABCDE-Schema an. Um die Arbeit mit dem Schema zu veranschaulichen, ist hier ein xABCDE-Schema abgebildet, wie es im Falle einer Ersteinschätzung bei einer Patientin oder einem Patienten mit einer Amputationsverletzung aussehen könnte.
Es handelt sich dabei um die Befunde, die innerhalb der ersten paar Minuten erhoben werden können. Erweiterte Diagnostik und Abfragen sind natürlich von Bedeutung, jedoch würde zum Beispiel die Anlage eines 12-Kanal-EKG in diesem Fall hintenangestellt und taucht zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf.
x
Lebensbedrohliche, äußere Blutung an der rechten Hand sichtbar
Akutes x-Problem
A
Atemwege frei
Schleimhäute blass
Patient spricht selbstständig
Kein A-Problem
B
Inspektorisch:
Thoraxexkursion beidseits physiologisch
Keine Halsvenenstauung sichtbar
Auskultatorisch:
Beidseits vesikuläres Atemgeräusch
Palpatorisch:
Thorax insgesamt stabil
SpO2: 95 %
Atemfrequenz: 24/min
Kein B-Problem
C
Hautkolorit blass
Rekap-Zeit: 4 Sekunden
Große Blutungsräume ohne Zeichen auf akute Blutungen
Palpation des Pulses an der A. radialis nicht tastbar
Zentraler Puls:
Rhythmisch
Schwach tastbar
Tachykard, 134/Minute
Akutes C-Problem
D
Ansprechbar, desorientiert
GCS 13
Öffnen der Augen: 3
Beste verbale Reaktion: 4
Beste motorische Reaktion: 6
Pupillenkontrolle:
Isokor
Weit
Lichtreagibel
Mittelbares D-Problem
E
Keineweitere Verletzungen ersichtlich
Allergien / Infektionen: Keine bekannt
Medikamente: Keine Dauer- oder Akutmedikation
Patientengeschichte: Keine Vorerkrankungen
Letzte Mahlzeit: Mittagessen, um ca. 13:00 Uhr
Ereignis: Teilweise Amputation der Finder von der rechten Hand mit Kreissäge
Risikofaktoren: Keine
Kein E-Problem
Achtung
Das hier gezeigte Assessment vermittelt nur einen exemplarischen ersten Eindruck von einer Patientin oder einem Patienten mit einer Amputationsverletzung. Im Verlauf der Behandlung müssen weitere Maßnahmen ergriffen und Informationen gesammelt werden. Das Schema erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll lediglich einen praktischen Einstieg in das Thema ermöglichen.
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Definition
Amputationsverletzungen bezeichnen die vollständige oder teilweise Abtrennung einer Gliedmaße oder eines Körperteils infolge eines Traumas. Betroffen sein können z. B. Finger, Hand, Arm, Zehen, Fuß oder Bein.
Klassifikation
Totale und subtotale Amputation:
Totale Amputation: Vollständige Durchtrennung des gesamten Gewebequerschnitts → keine anatomische Verbindung mehr zwischen proximalem und distalem Abschnitt
Subtotale Amputation: Gewebeverbindungen (z. B. Haut, Sehnen, Nerven) bestehen noch, jedoch sind kritische Strukturen wie Arterien oder Venen unterbrochen → Eine mikrochirurgische Rekonstruktion ist erforderlich, um eine Nekrose des distalen Abschnitts zu vermeiden.
Subtotale Fingeramputationen können nach Meyer in fünf funktionelle Typen unterteilt werden:
Typ
Kennzeichen
1
Knochen intakt
2
Strecksehne intakt
3
Beugesehnen intakt
4
Hauptnervenstamm intakt
5
Hautbrücke intakt
Makro- und Mikroamputation:
Makroamputation: Amputationen proximal des Hand- oder Sprunggelenks (z. B. Unterarm-, Unterschenkel-, Oberschenkelamputationen)
Mikroamputation: Amputationen distal dieser Gelenke, z. B. Finger- oder Zehenamputationen Im weiteren Sinne werden gelegentlich auch Amputationen kleiner peripherer Strukturen (z. B. Nase, Ohr, Lippe, Zunge) dazugerechnet.
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Amputationen entstehen in der Regel durch traumatische Gewalteinwirkung. Je nach Krafteinwirkung und Mechanismus unterscheidet man folgende Typen:
Scharfe Gewalteinwirkung (z.B. durch eine Klinge):
Führt zu einer kompletten oder inkompletten Amputation
Glatte, unkontusionierte Wundrändern
Diese Verletzungen gelten als besonders günstig für eine Replantation
Sägeverletzungen durch rotierende oder schwingende Sägen:
Verursachen typischerweise begrenzte Quetschungen und zerrissene Wundränder
Abrissverletzungen (z.B. Hängenbleiben mit Arm oder Hand in rotierender Maschinenwalze):
Dehnende, axial wirkende Kräfte
Unterschiedlichen Abtrennungshöhe einzelner Strukturen sowie Überdehnung von Gefäßen und Nerven
Quetschamputationen (z.B. Überrolltrauma)
Flächenhafte, stumpfe Gewalteinwirkung
Massive Gewebszerstörung
Info
Prozentuale Verteilung häufiger Ursachen:
53 % der Amputationsverletzungen entstehen im Rahmen eines Arbeitsunfalls
18 % entstehen bei Verkehrsunfällen
15 % treten bei landwirtschaftlichen Unfällen auf
10 % resultieren aus Sägeverletzungen
4 % entstehen durch sonstige Unfälle
Tipp
Nice to know
Mikroamputationen treten etwa 14-mal häufiger auf als Makroamputationen
90 % aller Amputationsverletzungen betreffen die obere Extremität
Beidseitige Makroamputationen sind extrem selten
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Merke
Reminder: Grundlagen
Anatomische Grundlagen:
Haut und Subkutis: Barrierefunktion, enthält Blutgefäße, Schmerz- und Thermorezeptoren
Muskulatur: Sehr stoffwechselaktiv, hohe Sauerstoff- und Energieabhängigkeit → empfindlich gegenüber Ischämie
Gefäße: Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut, Venen führen Blut ab – bei Durchtrennung Gefahr starker, lebensbedrohlicher Blutung
Nerven: Sensible und motorische Leitungsbahnen → Ausfallerscheinungen und intensive nozizeptive Reize bei Läsion
Knochen: Mechanische Stabilität der Extremität, dient als Ansatzpunkt für Sehnen und Muskelursprünge
Physiologische Grundlagen:
Gewebeperfusion: Voraussetzung für Zellstoffwechsel; bei Amputation sofortige Unterbrechung der Perfusion → Sauerstoffmangel
ATP-Verbrauch: nach Amputation rascher Verbrauch von ATP, Übergang zu anaerobem Stoffwechsel → Laktatbildung, Azidose
Entzündungsantwort: Zell- und Gewebetrauma → Freisetzung von Zytokinen und Prostaglandinen → Vasodilatation, Ödem, Schmerz
Ischämietoleranz: Abhängig von Gewebeart und Temperatur → Muskulatur toleriert Ischämie schlechter als Sehnen oder Haut
Spontane Blutstillung bei arteriellen Verletzungen:
Nach kompletter Durchtrennung einer Arterie kann es zur vorübergehenden, spontanen Blutstillung kommen
Die wichtigsten Mechanismen dabei sind:
Retraktion des Gefäßes: Die durchtrennten Arterien ziehen sich aufgrund ihrer muskulären Wandstruktur reflexartig zurück, oft tief ins umgebende Gewebe
Vasospasmus: Die glatte Muskulatur der Arterien kontrahiert als Reaktion auf die Verletzung, was den Blutfluss weiter reduziert
Einrollen der Intima: Die innere Gefäßschicht (Tunica intima) klappt sich nach innen ein und kann das Lumen teilweise verschließen → ähnlich einem natürlichen Verschlussmechanismus
Thrombozytenaggregation: An der verletzten Intima lagern sich Thrombozyten an → erste Schritte der primären Hämostase
Amputationsverletzungen resultieren aus einer abrupten, traumatischen Durchtrennung anatomischer Strukturen – einschließlich Haut, Subkutangewebe, Muskulatur, Gefäßen, Nerven und ggf. Skelettanteilen. Die pathophysiologischen Vorgänge sind dabei vielseitig. Sie sind abhängig von Mechanismus, Ausmaß und Lokalisation der Verletzung sowie vom zeitlichen Intervall bis zur definitiven Versorgung.
Gefäßverletzung und Blutung:
Durch die Durchtrennung von Arterien und Venen kommt es initial zu einer potenziell lebensbedrohlichen Blutung
Je nach Lokalisation → Gefahr hämorrhagischer Schock
Weichteiltrauma und Entzündungsreaktion:
Insbesondere bei stumpfen, zerrissenen oder gequetschten Verletzungen kommt es zu:
Zelluläre Desintegration und Freisetzung von proinflammatorischen Mediatoren (z.B. Zytokine, Prostaglandine) → Entwicklung einer lokalen Entzündungsreaktion
Häufig begleitet von Ödembildung, Vasodilatation und Schmerz
Bei Replantationsversuch: Risiko einer Ischämie-Reperfusionsschädigung
Neurovaskuläre Beteiligung und Schmerzentstehung:
Die Läsion peripherer Nerven führt zu einem distalen Sensibilitätsverlust und motorischen Ausfällen
Gleichzeitig resultiert eine ausgeprägte nozizeptive Aktivierung in einem ausgeprägten Schmerzempfinden
Ischämie-bedingte Schäden am Amputat:
Ab dem Moment der Durchtrennung kommt es zu einem sukzessiven ATP-Verbrauch → gefolgt von anaerobem Stoffwechsel → Laktatakkumulation → zelluläre Apoptose
Info
Eine adäquate Kühlung verlangsamt den Zellstoffwechsel und verlängert die ischämischeToleranzzeit des Amputats.
Merke
Zusammenfassung: Die kritischen Probleme bei Amputationsverletzungen:
Gefäßverletzung und Blutung → Gefahr hämorrhagischen Schocks
Weichteiltrauma und Entzündungsreaktion
Neurovaskuläre Beteiligung und Schmerzen
Ischämie-bedingte Schäden am Amputat
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Typische Zeichen
Fehlendes Körperteil (sichtbare Amputation)
Ggf. starke Blutung
Offenliegendes Gewebe wie Muskeln, Sehnen, Knochen
Kälte, Blässe und Pulslosigkeit distal bei subtotaler Amputation
Achtung
Keine Blutung sichtbar? Trotzdem kritisch denken!
Wenn bei einer Amputation (z.B. Finger oder Hand) ein größeres Gefäß wie eine Arterie komplett durchtrennt wird, zieht sich das Gefäß reflexartig zusammen (sogenannte Retraktion) und die innere Schicht des Gefäßes (Intima) rollt sich ein. Dadurch kann sich das Gefäß selbst verschließen, zumindest vorübergehend→ Obwohl eine große Arterie verletzt wurde, sieht man vielleicht nur wenig Blut oder gar keine aktive Blutung.
Gefahren:
Der Blutverlust kann trotzdem erheblich gewesen sein (z.B. vor Eintreffen des Rettungsdienstes)
Die Verletzungsschwere wird leicht unterschätzt, weil „kaum etwas blutet“
Ein hypovolämischer Schock kann sich trotzdem entwickeln
Generalisierte Zeichen
Tachykardie und Hypotonie bei Volumenmangel durch Blutverlust
Blässe, kalter Schweiß durch Schockgeschehen
Unruhe, Angst, Panikreaktion (z.B. durch visuelle Eindrücke oder Schmerzen)
Übelkeit oder Erbrechen als Stress- oder Schmerzreaktion
Tachypnoe durch Schmerz, Angst oder Schock
Bewusstseinsstörungen bei massivem Blutverlust
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Aktuelle Anamnese:
S (Symptome): Fehlendes Körperteil, ggf. starke Blutung, offenliegendes Gewebe wie Muskeln, Sehnen, Knochen, Schmerzen, Tachykardie, Hypotonie
Totale Amputation? → Nicht zwingend starke Blutung, Gefahr hämorrhagischer Schock
Subtotale Amputation? → Häufig Kälte, Blässe und Pulslosigkeit distal der Verletzung
A (Allergien, Infektionen):
M (Medikation):
Antikoagulantien?
Thrombozytenaggregationshemmer?
P (Patientengeschichte): Gerinnungsstörung?
L (Letzte…): Letzte Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme? (relevant für mögliche Narkoseeinleitung), Einnahme der Medikation?
E (Ereignis): Stumpfe oder spitze Gewalteinwirkung?
R (Risiko): Antikoagulation
S (Schwangerschaft):
Tipp
Nutze Schemata
Um die Anamnese strukturiert durchzuführen, bietet es sich an, Schemata, wie das SAMPLERS oder OPQRST-Schema zu nutzen. Am obigen Beispiel haben wir Fragen und Befunde dargestellt, die bei einer Amputationsverletzung abgefragt werden sollten und vorliegen könnten.
Körperliche Untersuchung
Totale vs. subtotale Mikroamputation
Inspektion:
Hautkolorit & Durchblutung:
Blässe → Kreislaufinsuffizienz, Schock
Marmorierte Haut → Perfusionsstörung
Atmung:
Tachypnoe
Verlängerte Rekapillarisierungszeit
Art der Amputation:
Total vs. subtotal
Glatt, zerrissen oder gequetscht?
Blutung:
Sichtbare arterielle / venöse Blutung?
Aktiv oder spontan sistiert?
Amputat:
Vollständig? Sauber? Stark zerstört?
Kühlung bereits erfolgt? Wenn ja → auf korrekte Ausführung überprüfen
Palpation:
Pulsstatus:
Peripher oft schwach tastbar
Schnell
Ggf. arrhythmisch
Haut:
Kaltschweißige Haut
Bei subtotaler Amputation prüfen:
Durchblutung prüfen: Puls, Recap-Zeit und Hauttemperatur beurteilen
Motorik prüfen: Aktive Bewegungen der betroffenen Extremität testen
Sensorik prüfen: Berührungsempfinden und Schmerzreaktion distal der Verletzung kontrollieren
Perkussion:
Da dieser Artikel sich auf die Versorgung von äußerlich sichtbaren Wunden beschränkt, ist eine Perkussion in den meisten Fällen nicht wegweisend. Das Erheben eines physiologischen Perkussionsbefundes wird hier nicht weiter ausgeführt.
Auskultation:
Der Auskultationsbefund sollte physiologisch ausfallen. Ist das nicht so, muss differenzialdiagnostisch gedacht werden
Vitalparameter:
Herzfrequenz:
Tachykardie, bei dekompensierten Schock → Bradykardie möglich
Blutdruck:
Hypotonie als Zeichen des Volumenmangels
Begleitfaktoren (z.B. massive Blutungen im Rahmen eines Polytrauma) können die Kreislaufstabilität zusätzlich gefährden
Atmung:
Tachypnoe durch Schmerz, Angst oder Schock
Körpertemperatur:
Normal oder erniedrigt
Blutzucker:
Normal
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Merke
Die präklinische Versorgung von Amputationsverletzungen orientiert sich am sogenannten Drei-Säulen-Konzept:
Blutungskontrolle: Priorität hat die rasche Blutstillung durch Druckverband oder Tourniquet sowie die sterile Abdeckung des Wundgebiets
Sachgerechte Versorgung des Amputats: Keimarme Lagerung, trockene Kühlung und Vermeidung von direktem Eis-Kontakt zur Erhaltung der Replantationsfähigkeit
Überwachung der Ischämiezeit: Dokumentation des Zeitpunkts der Amputation und Einschätzung der maximal tolerablen Ischämiedauer zur Optimierung der klinischen Replantationschancen
Symptomatische Therapie
Sauerstoffgabe / Atemwegssicherung: Bei Patient:innen mit einer verminderten Sauerstoffsättigung (Hypoxie) wird Sauerstoff verabreicht, um die Sauerstoffversorgung des Gewebes zu verbessern und die Funktion lebenswichtiger Organe sicherzustellen → Bei Amputationsverletzungen ist eine Normoxie anzustreben
Temperaturmanagement: Eine Hypothermie führt zu einer reduzierten Enzymaktivität der Gerinnungskaskade, was eine verstärkte Blutungsneigung begünstigen kann → Daher wird prähospital eine Normothermie angestrebt, wobei bei Bedarf ein aktiver Wärmeerhalt durchgeführt wird
Kristalloide Infusionslösungen: Die Flüssigkeitstherapie ist essenziell zur Optimierung der Perfusion und zur Vermeidung einer Hypotonie → Nach der Blutstillung ist eine Normotonie anzustreben → Bei nicht beherrschbarer Blutung = permissive Hypotension
Blutungskontrolle
Blutstillung:
Druckverband oder Tourniquet, um starke Blutungen zu kontrollieren
Ein Tourniquet ist lebensrettend bei stark blutenden Extremitätenwunden
Achtung
Vorgehen bei stark blutender Wunde
Sofortmaßnahmen: Hochlagerung der betroffenen Extremität und direkte manuelle Kompression der Blutungsquelle
Druckverband: Anlage eines Druckverbands mit punktueller Kompression, ggf. in Kombination mit Hämostyptikum
Arterie abdrücken: Bei schwerer Blutung Abdrücken der Hauptarterie proximal der Verletzung: → Obere Extremität: A. brachialis / untere Extremität: A. femoralis
Tourniquet: Bei nicht kontrollierbarer Blutung ggf. Anwendung eines Tourniquets
Reevaluation: Blutung regelmäßig überprüfen und ggf. Maßnahmen anpassen
Druckverband:
Im Regelfall wird die Blutstillung am Stumpf durch einen korrekt angelegten Druckverband in Kombination mit einer Hochlagerung der betroffenen Extremität erreicht.
Info
Druckverband
Sterile Kompresse auf die Wunde legen
Zweimal mit einer Mullbinde umwickeln
Nicht saugfähiges Druckpolster auf die Wunde legen (größer als die Wunde)
Restliche Mullbinde umwickeln
Enden der Mullbinde verknoten
Tourniquet:
Bei nicht kontrollierbarer Blutung kommt ein Tourniquet zur Anwendung, das proximal der Verletzungsstelle angelegt wird, um die Blutung effektiv zu stoppen.
Tipp
Tourniquet richtig anwenden
Uhrzeit dokumentieren: Notiere die Anlagezeit direkt am Tourniquet, um die Dauer der Anwendung im Blick zu behalten
Komplikationen vermeiden: Ein Tourniquet sollte idealerweise vor Ablauf von 2 Stunden entfernt werden, da danach das Risiko einer Ischämie und Gewebsnekrose deutlich steigt
Schnelle Versorgung: Sorge dafür, dass der Patient rechtzeitig in ärztliche Behandlung kommt, um das Tourniquet sicher zu lösen und weitere Komplikationen zu vermeiden
Analgesie: Die Anlage verursacht starke Schmerzen. Sorge nach der Blutstillung für eine ausreichendeSchmerztherapie
Anlage eines Tourniquets
Versorgung einer subtotalen Amputation:
Auch bei einer subtotalen Amputation hat die BlutstillungoberstePriorität, gefolgt von der Immobilisation der betroffenen Extremität, um weitere Gewebeschädigungen zu vermeiden.
Auf Folgendes soll bei der Versorgung von subtotalen Amputationen beachtet werden:
Teilabgetrenntes Gewebe belassen - nicht durchtrennen!
Schienung in funktionsgerechter Position zur Vermeidung von Zug oder Verdrehung
Weich gepolsterte Immobilisation, ggf. mit Vakuumschiene oder einer formbaren Aluminiumschiene
Hochlagerung der betroffenen Extremität zur Blutungsreduktion
Sachgerechte Versorgung des Amputats
Amputate sollen möglichst zeitnah versorgt werden, um die Replantationschancen zu optimieren.
Das Vorgehen erfolgt nach einem standardisierten Schema, um eine sichere Kühlung und Gewebeschonung zu gewährleisten:
Sterile Versorgung des Amputats:
Das Amputat vorsichtig in sterile, feuchte Kompressen einwickeln (z.B. mit steriler NaCl 0,9 %-Lösung befeuchtet)
Verpackung in den ersten Beutel (Innenbeutel):
Das eingewickelte Amputat in einen sauberen, wasserdichten Plastikbeutel legen
Beutel luftdicht verschließen
Vorbereitung des Außenbeutels:
Den zweiten, größeren Plastikbeutel zu etwa 1/3 mit Eiswürfeln und zu 2/3 mit Wasser füllen
Innenbeutel in Eiswasser legen:
Den ersten Beutel mit dem Amputat in den Eiswasserbeutel legen
Ohne direkten Kontakt zwischen Eis und Amputat
Außenbeutel verschließen:
Den äußeren Beutel ebenfalls sicher verschließen
Beschriftung des Beutels:
Den äußeren Beutel gut lesbar mit folgenden Informationen beschriften:
Name der erkrankten Person
Zeitpunkt der Kühlung
Achtung
Häufige Fehler im Umgang mit Amputaten
Direkter Kontakt zwischen Amputat und Eis → Gefahr von Kälteschäden
Lagerung des Amputats in Flüssigkeiten → Risiko von Aufquellen des Gewebes
Desinfektion des Amputats → Zusätzliche Gewebeschädigung
Einfrieren des Amputats → Irreversible Zellschäden
Unzureichend verschlossener Innenbeutel → Eindringen von Wasser oder Keimen möglich
Tipp
Replantation-Sets
Im Rettungsdienst stehen zur Amputatversorgung alternativ spezielle Replantations-Sets in 3 Ausführungen (Hand, Arm, Bein) zur Verfügung. Diese Sets bestehen aus einem doppelwandigen, fest verschließbaren Beutel, bei dem Innen- und Außenbeutel wasserdicht und fest miteinander verbunden sind, sowie der nötigenMengeanKältekompressen zur Kühlung.
Merke
„Life before limb“
„Life before limb“ ist ein präklinisches und klinisches Grundprinzip in der Traumaversorgung und bedeutet übersetzt: Das Leben hat Vorrang vor der Extremität.
Dieses Prinzip besagt, dass die Stabilisierung vitaler Funktionen (z.B. Atemwegssicherung, Kreislaufstabilisierung, Blutungskontrolle bei zentralen Verletzungen) immer oberste Priorität hat, selbst wenn dies bedeutet, eine Extremität nicht retten zu können.
Überwachung der Ischämiezeit
Die Ischämiezeit bezeichnet die Zeitspanne vom Moment der Amputation bis zum Wiederanschluss der Blutgefäße und der damit verbundenen Revaskularisation des Amputats.
Merke
Formen der Ischämiezeit und beeinflussende Faktoren
Man unterscheidet zwei Formen:
Warme Ischämiezeit: Zeitraum ohne Durchblutung bei Körpertemperatur
Kalte Ischämiezeit: Zeitraum ohne Durchblutung bei gekühltem Amputat (ca. +4 °C)
Die Ischämietoleranz hängt entscheidend von zwei Faktoren ab:
Anteil des muskulären Gewebes des Amputats
Temperatur des Amputats
Je weniger Muskulatur vorhanden ist, wie z.B. bei Mikroamputationen, desto länger ist die Gewebetoleranz gegenüber Ischämie. Eine adäquate Kühlung verlängert die tolerierbare Ischämiedauer zusätzlich.
Amputationsform
Warme Ischämiezeit
Kalte Ischämiezeit (+4 °C)
Mikroamputationen
8–12 Stunden
bis zu 24 Stunden
Makroamputationen
4–5 Stunden
bis zu 8 Stunden
Bei der Einschätzung der Replantationsfähigkeit muss nicht nur die reine Transportdauer, sondern auch der zeitliche Aufwand für die operative Replantation berücksichtigt werden.
In der Fachliteratur werden folgende Operationszeiten angegeben:
Fingerreplantation: ca. 3–6 Stunden
Handreplantation: ca. 10–12 Stunden
Achtung
Erfolgskritische Faktoren für die Replantation
Das präklinische Zeitmanagement spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg einer Replantation. Es beginnt mit der gezielten Erstbehandlung, umfasst die korrekte Versorgung des Amputats unter adäquater Kühlung, eine möglichst kurze Transportzeit sowie die gezielte Auswahl einer geeigneten Zielklinik mit Replantationsmöglichkeit. Nur durch koordiniertes, schnelles und fachgerechtes Vorgehen kann die Chance auf eine erfolgreiche Replantation deutlich erhöht werden.
Weitere Maßnahmen
Kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter
Allgemeine Versorgung von Begleitverletzungen
Je nach Unfallmechanismus: Entkleidung von Patient:innen → Ausschluss von Begleitverletzungen
Bedarfsgerechte Analgesie, z.B. mit Esketamin + Midazolam oder Opioiden
Tipp
Lagerung von Patient:innen mit Amputationsverletzungen
Die betroffene Extremität soll hochgelagert werden, um Blutungen zu minimieren, Schwellungen zu reduzieren und die Gewebeschonung zu unterstützen.
Kreislaufinstabile Patient:innen → Flach- bzw. Schocklagergung
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Miniamputationen
Kleinste Amputationen, etwa der Nasenspitze, von TeilendesOhrläppchens, der Fingerkuppe oder anderer Gewebeteile im Gesichtsbereich sind grundsätzlich wie größere Amputationen zu behandeln. Das abgetrennte Gewebe muss steril und gekühlt asserviert werden, wie bei anderen Amputationen beschrieben.
Tipp
Auch scheinbar irreparabel wirkende Miniamputate können, insbesondere im Gesichtsbereich, bei adäquater präklinischer Versorgung erfolgreich replantiert werden. Die Ergebnisse sind häufig sowohl funktionell als auch ästhetisch zufriedenstellend.
Penisamputation
Diese seltene, aber schwere Verletzungsform tritt meist im Kontext psychiatrischer Erkrankungen mit autoaggressivem Verhalten auf. Trotz der Komplexität ist die Replantation des Penis mikrochirurgisch häufig erfolgreich, insbesondere hinsichtlich der Wiederherstellung von erektiler Funktion und Sensibilität.
Das präklinische Management erfolgt analog zur Extremitätenamputation: sterile Versorgung, blutstillende Maßnahmen, korrekte Asservierung und rascher Transport in ein geeignetes Zentrum sind entscheidend.
Amputationsverletzungen bei Polytrauma
Häufig liegt eine Kombination aus Amputation und weiteren schweren Verletzungen vor, sodass das klinische Bild dem eines Polytraumas entspricht.
Die präklinischeVersorgung solcher Patient:innen stellt eine erheblicheHerausforderung dar. Dabei kann es jenachPriorisierung zu entgegengesetztenVersorgungsstrategien kommen:
Einerseits neigen manche Teams dazu, die AmputationsverletzungalsführendesProblem zu betrachten und in der Erstversorgung am Unfallort unverhältnismäßig viel Zeit auf deren Versorgung zu verwenden, mit der Folge einer Verzögerung der notfallchirurgischen und intensivmedizinischen Behandlung
Andererseits kann ein starkerFokusaufdieintensivmedizinischeStabilisierungdesPolytraumas dazu führen, dass eine adäquate Versorgung des Amputats oder die rechtzeitige Ischämiekontrolle vernachlässigt wird
Merke
Grundsätzlich gilt bei Polytrauma + Amputationsverletzung das Prinzip des „Damage Control“
Eine aufwendigeBergungoderlangwierigeSuche nach dem AmputatamUnfallort ist zu unterlassen → Hier andere Ressourcen einbinden, z.B. Suche des Amputats durch Kräfte der Feuerwehr
In Extremfällen, etwa bei eingeklemmten Patient:innen oder nicht zu bergenden Gliedmaßen, kann es notwendig sein, eine subtotale Amputation unmittelbar zu komplettieren, um eine rasche und lebensrettende Weiterbehandlung zu ermöglichen → Absolute Ausnamesituation!
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Die Wahl des Zielkrankenhauses richtet sich nach Schweregrad und Dringlichkeit der Amputationsverletzung.
Ist das Leben der erkrankten Person nichtunmittelbar durch eine kritische Blutung oder andere akute Verletzungen bedroht, sollte gezielt eine KlinikmitentsprechenderSpezialisierung auf chirurgischeReplantationsverfahren ausgewählt werden → Geeignete Zielkliniken für Replantationen sind in der Regel spezialisierte Zentren für plastische, rekonstruktive und mikrochirurgische Chirurgie oder handchirurgische Zentren
Wenn das Leben der erkrankten Person unmittelbarbedroht ist, etwa durch massive Blutungen, einen hämorrhagischen Schock oder begleitende schwere Verletzungen, steht die lebensrettende Versorgung an erster Stelle
In diesem Fall erfolgt der Transport in die nächstgelegene geeignete Klinik mit Schockraumversorgung, idealerweise ein überregionalesTraumazentrum
Erst nach Stabilisierung kann über einen möglichen Sekundärtransport in ein spezialisiertes Replantationszentrum entschieden werden
Es sollte auf freie Atemwege geachtet werden und eine ständige Überwachung der Vitalparameter erfolgen. Bei instabiler Kreislaufsituation sollte der Transport unter kontinuierlicher Kreislaufüberwachung und gegebenenfalls medikamentöser Unterstützung erfolgen.
Erfolgt der TransportunterBeatmung, müssen die Beatmungseinstellungen gründlich überwacht und auf den jeweiligen Patient:innenzustand angepasst werden.
Merke
Zusammenfassung Transport
Zielkrankenhaus abhängig von der Amputationsverletzung
Keine Lebensgefahr → Klinik mit Spezialisierung, z.B. Handchirurgie
Zügigen Transport anstreben → großzügige RTH-Indikation
Bei Bedarf → Schockraum
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Zur Zusammenfassung hier die Hard facts, die bei der Examensvorbereitung oder im Einsatz helfen können:
Definition:
Definition
Eine Amputationsverletzung bezeichnet die vollständige oder teilweise Abtrennung einer Gliedmaße oder eines Körperteils (z.B. Finger, Hand, Arm, Zeh, Fuß, Bein) durch ein Trauma. Dabei kann es sich um eine komplette Amputation (vollständige Durchtrennung) oder eine subtotaleAmputation (Teil der Weichteile noch verbunden) handeln.
Ursachen:
Scharfe Gewalteinwirkung (z.B. durch eine Klinge):
Führt zu einer kompletten oder inkompletten Amputation mit glatten, unkontusionierten Wundrändern. Diese Verletzungen gelten als besonders günstig für eine Replantation
Sägeverletzungen durch rotierende oder schwingende Sägen:
Verursachen typischerweise begrenzte Quetschungen und zerrissene Wundränder
Abrissverletzungen (z.B. Hängenbleiben mit Arm oder Hand in rotierender Maschinenwalze):
Durch dehnende, axial wirkende Kräfte kommt es häufig zu einer unterschiedlichen Abtrennungshöhe einzelner Strukturen sowie zu einer Überdehnung von Gefäßen und Nerven
Quetschamputationen (z.B. Überrolltrauma)
Durch flächenhafte stumpfen Gewalteinwirkung resultiert eine massive Gewebszerstörung
Pathophysiologie:
Gefäßverletzung und Blutung → Gefahr hämorrhagischer Schock
Weichteiltrauma und Entzündungsreaktion
Neurovaskuläre Beteiligung und Schmerzen
Ischämie bedingte Schäden am Amputat
Symptome:
Fehlendes Körperteil (sichtbare Amputation)
Ggf. starke Blutung
Offenliegendes Gewebe wie Muskeln, Sehnen, Knochen
Kälte, Blässe und Pulslosigkeit distal bei subtotaler Amputation
Tachykardie und Hypotonie bei Volumenmangel durch Blutverlust
Blässe, kalter Schweiß durch Schockgeschehen
Unruhe, Angst, Panikreaktion (z.B. durch visuelle Eindrücke oder Schmerzen)
Diagnostik:
Hautkolorit & Durchblutung:
Blässe → Kreislaufinsuffizienz, Schock
Marmorierte Haut → Perfusionsstörung
Atmung:
Tachypnoe
Verlängerte Rekapillarisierungszeit
Art der Amputation:
Total vs. subtotal
Glatt, zerrissen oder gequetscht?
Blutung:
Sichtbare arterielle / venöse Blutung?
Aktiv oder spontan sistiert?
Amputat:
Vollständig? Sauber? Stark zerstört?
Kühlung bereits erfolgt? Wenn ja → auf korrekte Ausführung der Kühlung überprüfen
Pulsstatus:
Peripher oft schwach tastbar
Schnell
Ggf. arrhythmisch
Haut:
Kaltschweißige Haut
Bei subtotaler Amputation prüfen:
Durchblutung prüfen: Puls, Recap-Zeit und Hauttemperatur beurteilen
Motorik prüfen: Aktive Bewegungen der betroffenen Extremität testen
Sensorik prüfen: Berührungsempfinden und Schmerzreaktion distal der Verletzung kontrollieren
Therapie:
Merke
Die präklinische Versorgung von Amputationsverletzungen orientiert sich am sogenannten Drei-Säulen-Konzept:
Blutungskontrolle: Priorität hat die rasche Blutstillung durch Druckverband oder Tourniquet sowie die sterile Abdeckung des Wundgebiets
Sachgerechte Versorgung des Amputats: Keimarme Lagerung, trockene Kühlung und Vermeidung von direktem Eis-Kontakt zur Erhaltung der Replantationsfähigkeit
Überwachung der Ischämiezeit: Dokumentation des Zeitpunkts der Amputation und Einschätzung der maximal tolerablen Ischämiedauer zur Optimierung der klinischen Replantationschancen
Zügigen Transport anstreben → großzügige RTH-Indikation
Bei Bedarf → Schockraum
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Tipp
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Anlegen eines Tourniquets
Schockraum
Tranexamsäure
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