Angst ist zunächst eine normale Reaktion auf eine wahrgenommene Bedrohung und geht mit körperlichen, kognitiven und verhaltensbezogenen Veränderungen einher. Von einer Angststörung spricht man, wenn Angst unangemessen stark oder anhaltend ist und zu einer relevanten Beeinträchtigung führt.
Eine Panikattacke ist eine plötzlich einsetzende Episode intensiver Angst oder starken Unbehagens, die innerhalb weniger Minuten ihr Maximum erreicht. Typisch sind vegetative Symptome wie Palpitationen, Schwitzen, Tremor, Dyspnoe, Schwindel oder thorakales Unbehagen sowie kognitive Symptome wie die Angst zu sterben, die Kontrolle zu verlieren oder „verrückt zu werden“.
InfoEine Panikattacke kann auch im Rahmen anderer psychischer Erkrankungen oder ohne Vorliegen einer Panikstörung auftreten.
Von einer Panikstörung spricht man bei wiederkehrenden, insbesondere unerwarteten Panikattacken, auf die eine anhaltende Sorge vor weiteren Attacken oder eine maladaptive Verhaltensänderung folgt. Häufig entsteht dadurch ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten; bei ausgeprägter Angst vor bestimmten Orten oder Situationen kann eine Agoraphobie hinzukommen.
Die Diagnose erfolgt klinisch. Neben der Charakterisierung der Attacken müssen insbesondere Auslöser, Verlauf, Vermeidungsverhalten, psychische Komorbiditäten und Substanzkonsum erfasst werden. Wichtig ist zudem die somatische Differenzialdiagnostik, da Symptome einer Panikattacke beispielsweise bei kardialen, pulmonalen, endokrinen oder neurologischen Erkrankungen auftreten können. Erst nach angemessener klinischer Abklärung sollte eine psychische Ursache angenommen werden.
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