Die Arzt-Patient:innen-Interaktion in der Palliativmedizin ist ein zentraler Bestandteil der Versorgung schwer kranker und sterbender Patient:innen. Im Vordergrund steht nicht die Heilung, sondern die Verbesserung der Lebensqualität durch konsequente Symptomkontrolle, psychosoziale Unterstützung und eine konsequent patient:innenzentrierte Kommunikation. Besonders wichtig ist hierbei eine offene, empathische Gesprächsführung, insbesondere bei der Übermittlung schwerwiegender Diagnosen und in Situationen am Lebensende.
Die Sterbephasen nach Kübler-Ross beschreiben typische emotionale Reaktionsmuster auf das Sterben: Nicht-Wahrhaben-Wollen, Zorn, Verhandeln, Depression und Akzeptanz. Dieses Modell wird heute nicht als starre Abfolge verstanden, sondern als mögliche, individuell unterschiedlich auftretende Bewältigungsformen. Aus medizinischer Sicht zeigen sich in der terminalen Sterbephase häufig typische Veränderungen wie zunehmende Schwäche, reduzierte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, Bewusstseinsveränderungen, veränderte Atmung und sozialer Rückzug.
Die Trauer nach einem Todesfall ist ein individueller Anpassungsprozess. Moderne Modelle betonen weniger feste Phasen, sondern vielmehr die Bewältigung zentraler Traueraufgaben, wie die Akzeptanz des Verlustes, die Verarbeitung der emotionalen Belastung und die Integration der Erinnerung in das weitere Leben. Die Palliativmedizin und Hospizarbeit verfolgen das Ziel, Leiden umfassend zu lindern. Dabei stehen die ganzheitliche Betreuung von Patient:innen und Angehörigen sowie die Berücksichtigung körperlicher, psychischer, sozialer und spiritueller Bedürfnisse im Mittelpunkt. Zentral ist das Konzept der interdisziplinären Zusammenarbeit.
Die Todesvorstellung entwickelt sich altersabhängig. Kinder verstehen den Tod zunächst unvollständig und entwickeln erst im Verlauf die Konzepte der Irreversibilität, Universalität und Nicht-Funktionalität. Ein weitgehend erwachsenes Todesverständnis ist meist erst im späten Kindesalter vollständig ausgebildet. Bei Erwachsenen wird die Todesvorstellung zusätzlich durch Erfahrungen, Kultur, Religion und persönliche Biografie geprägt.
TippBesonders häufig werden in der Prüfung folgende Themen erfragt:
- Sterbephasen nach Kübler-Ross
- Kritik am Phasenmodell
- Körperliche Zeichen der Sterbephase
- Trauerprozesse
- Palliativmedizin versus kurative Medizin
- Hospizbewegung
- Euthanasieformen
- Kommunikation mit sterbenden Patient:innen
- Todeskonzepte bei Kindern
- Patient:innenzentrierung und Empathie in der Palliativmedizin
Diese Themen gehören zu den klassischen Grundlagen der Medizinischen Psychologie, Ethik und Palliativmedizin im vorklinischen Abschnitt.
- Ekberg S, Parry R, Land V, Ekberg K, Pino M, Antaki C, et al. Communicating with patients and families about illness progression and end of life: A review of studies using direct observation of clinical practice. BMC Palliative Care2021;20(186). DOI: 10.1186/s12904-021-00876-2.
- Buckman, Robert: How to Break Bad News: A Guide for Health Care Professionals. Johns Hopkins University Press, 1992. ISBN: 978-0-8018-4582-6.
- Kübler-Ross, Elisabeth: On Death and Dying. Macmillan, 1969. ISBN: 978-0-02-089130-7.
- Corr CA. Elisabeth Kübler-Ross and the “Five Stages” Model in a Sampling of Recent American Textbooks. OMEGA – Journal of Death and Dying 2020;82(2):294–322. DOI: 10.1177/0030222818809766.
- Pausch, Randy; Zaslow, Jeffrey: The Last Lecture. Hyperion, 2008. ISBN: 978-1-4013-2325-7.
- Lindemann E. Symptomatology and management of acute grief. American Journal of Psychiatry 1944;101(2):141–148. DOI: 10.1176/ajp.101.2.141.
- Emanuel EJ. Euthanasia and physician-assisted suicide: A review of the empirical data from the United States. Archives of Internal Medicine 2002;162(2):142–152. DOI: 10.1001/archinte.162.2.142.
- De Clercq E, Rost M, Rakic M, Ansari M, Brazzola P, Wangmo T, et al. The conceptual understanding of pediatric palliative care: A Swiss healthcare perspective. BMC Palliative Care 2019;18(55). DOI: 10.1186/s12904-019-0438-1.
- Bates AT, Kearney JA. Understanding death with limited experience in life: Dying children’s and adolescents’ understanding of their own terminal illness and death. Current Opinion in Supportive and Palliative Care 2015;9(1):40–45. DOI: 10.1097/SPC.0000000000000118.

