Augen-Notfälle (ophthalmologische Notfälle) sind akute Erkrankungen oder Verletzungen des Auges mit einem hohen Risiko für bleibende Sehstörungen oder Erblindung. Zu den häufigsten Ursachen zählen traumatische Augenverletzungen, chemische Verätzungen, der akute Glaukomanfall, Netzhautablösungen sowie retinale Gefäßverschlüsse.
Typische Leitsymptome sind Visusminderung, Augenschmerzen, Doppelbilder, Lichtblitze (Photopsien), Rußregen, Gesichtsfeldausfälle oder ein gerötetes Auge.
Im Rettungsdienst stehen das frühzeitige Erkennen kritischer Befunde, die symptomorientierte Versorgung, der Schutz des betroffenen Auges sowie der zeitkritische Transport in eine Klinik mit augenärztlicher Versorgung im Vordergrund.
Bei offenen Augenverletzungen sind Manipulationen am Auge zu vermeiden. Sichtbare Fremdkörper werden nicht entfernt, sondern bis zur definitiven Versorgung belassen. Verätzungen erfordern eine unverzügliche, großzügige Augenspülung.
Viele ophthalmologische Notfälle können nur durch eine rasche augenärztliche Behandlung einen dauerhaften Visusverlust verhindern. Die präklinische Versorgung hat daher hauptsächlich das Ziel, weitere Schäden zu vermeiden und die Zeit bis zur definitiven Therapie zu überbrücken.
Traumatische Augenverletzungen entstehen meist durch mechanische Gewalteinwirkung, Fremdkörper, chemische Verätzungen oder thermische Einflüsse. Das Verletzungsspektrum reicht von oberflächlichen Hornhautverletzungen mit Schmerzen, Tränenfluss und Fremdkörpergefühl bis zu schweren Bulbus- oder Orbitaverletzungen mit Visusverlust, Bulbusdeformierung oder Diplopie.
Insbesondere penetrierende oder perforierende Bulbusverletzungen, Retrobulbärhämatome und Orbitafrakturen stellen augenärztliche Notfälle dar.
Präklinisch haben eine sterile Abdeckung mit Augenschutz, eine bedarfsgerechte Analgesie sowie der schnellstmögliche Transport in eine Klinik mit augenärztlicher Expertise höchste Priorität.
Übersicht über häufige Verletzungen
Verletzungstyp
Mechanismus
Folgen
Schwere Komplikation
Stumpfes Trauma
Druckübertragung auf den Bulbus
Berlin-Ödem und retinale Ischämie
Makulaschädigung, dauerhafter Visusverlust
Penetrierende/perforierende Bulbusverletzung
Eröffnung des Bulbus
Infektion, Linsenverletzung und sympathische Ophthalmie
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Definition und Klassifikation
Definition
Eine stumpfe Augenverletzung (Contusio bulbi)entsteht durch eine stumpfe äußere Gewalteinwirkung auf den Bulbus, ohne dass die Augenwand eröffnet wird.
Leicht: Oberflächliche Verletzung ohne relevante Schädigung intraokularer Strukturen
Mittel: Schädigung intraokularer Strukturen mit Einblutung oder Netzhautbeteiligung
Schwer: Eröffnung oder Ruptur des Bulbus bzw. ausgeprägte Orbitaverletzung
Ursachen
Körperliche Gewalteinwirkung: Faustschlag oder Schlag mit einem stumpfen Gegenstand (z.B. bei körperlicher Auseinandersetzung oder Unfall)
Sportunfälle: Aufprall von Bällen (z.B. Tennis-, Fußball- oder Golfball) oder Schlägern (z.B. Hockeyschläger)
Verkehrsunfälle: insbesondere durch den Aufprall eines Airbags oder den Sicherheitsgurt
Arbeitsunfälle: stumpfe Krafteinwirkung durch Maschinen, Werkzeuge oder Werkstücke
Explosionsereignisse: Druckwelle oder stumpfer Aufprall durch Feuerwerkskörper oder Explosionen
Sturzverletzungen: Aufprall des Auges oder Gesichts auf harte Oberflächen
Polytrauma: stumpfe Gewalteinwirkung auf das Auge im Rahmen eines Hochrasanztraumas
Pathophysiologie
Stumpfe Gewalteinwirkung: plötzlicher Druck auf den Bulbus → Verformung des Auges → Kraftübertragung auf Hornhaut, Iris, Linse, Netzhaut und Aderhaut
Hornhautbeteiligung: begleitender Defekt des Hornhautepithels → Freilegung sensibler Nervenendigungen → starke Schmerzen, Fremdkörpergefühl und Tränenfluss
Gewebeschädigung: Scher- und Druckkräfte → Ruptur kleiner Blutgefäße, Einblutungen und Ödembildung
Berlin-Ödem: Scherkräfte an der Netzhaut → Schwellung (Kontusionsödem) von Makula und Netzhaut
Folgen: Schädigung kleiner Blutgefäße und Schwellung des Gewebes → Minderdurchblutung der Netzhaut → vorübergehende oder bleibende Sehminderung
Schwere Verläufe: starke Krafteinwirkung → Orbitafraktur oder Retrobulbärhämatom → Gefahr eines okulären Kompartmentsyndroms
Blow-out-Fraktur (Orbitabodenfraktur)
Klinischer Eindruck
Schweregrad
Typische Befunde
Beispielhafte Verletzungen
Leicht
Augenschmerzen oder Fremdkörpergefühl
Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit
Konjunktivainjektion oder kleine subkonjunktivale Blutung
Keine oder nur geringe Visusminderung
Abrasio corneae, leichte Bulbuskontusion
Mittel
Deutlich ausgeprägte Augenschmerzen
Verschwommenes Sehen oder mäßige Visusminderung
Berlin-Ödem
Einblutung in die Vorderkammer (Hyphäma)
Mäßige Lid- oder Bindehautschwellung
Contusio bulbi mit Berlin-Ödem oder Hyphäma
Schwer
Stärkste Augenschmerzen
Ausgeprägte Visusminderung bis Erblindung
Bulbusdeformierung oder sichtbare Rupturzeichen
Retrobulbärhämatom
Diplopie
Bulbusruptur, Blow-out-Fraktur mit okulärem Kompartmentsyndrom
Achtung
Red Flags
Plötzlicher Visusverlust
Bulbusdeformierung oder Verdacht auf Bulbusruptur
Exophthalmus mit starken Schmerzen und eingeschränkter Augenbeweglichkeit (Verdacht auf Retrobulbärhämatom)
Diplopie nach Trauma
Afferenter Pupillendefekt
Hyphäma nach stumpfem Trauma
Therapie
Augenschutz: kein Druck auf oder Manipulation am Auge → sterile, trockene Abdeckung (z.B. Augennotverband oder Augenklappe)
Bei Verdacht auf Bulbusruptur: harte Augenschutzschale (z.B. Fox-Schale) anlegen, alternativ einen Pappbecher verwenden
Lagerung: Oberkörperhochlagerung (ca. 30°) zur Reduktion von Schwellung und intraokulärem Druck
Schmerz- und Stresskontrolle: bedarfsgerechte Analgesie, z.B. Fentanyl 0,05 mg i.v. titriert bis gewünschte Wirkung, max. Dosis: 0,2 mg
Lichtreize reduzieren: beispielsweise durch Sonnenbrille oder abgedunkelte Umgebung
Umgang mit Begleitverletzungen: Sichtbare Fremdkörper nicht entfernen; offene Bulbusverletzungen nicht spülen
Bei Schwellung oder Einblutung: Keine Kältepackung direkt auf das Auge → nur indirekte Kühlung über einer sterilen Abdeckung
Transport: Zeitkritischer Transport in eine Augenklinik oder ein Krankenhaus mit augenchirurgischerVersorgung, bei schweren Gesichtsverletzungen gegebenenfalls in ein Zentrum mit MKG- oder HNO-Bereitschaft
Merke
Kein Esketamin bei Verdacht auf eine Bulbusruptur oder andere Verletzungen mit erhöhtem intraokulärem Druck: Ein möglicher Anstieg des intraokularen Drucks kann die Augenschädigung verstärken und die Prognose verschlechtern.
Info
Beidseitige Abdeckung der Augen
Keine routinemäßige beidseitige Augenabdeckung. Nur bei Bedarf erwägen, da sie Orientierungsverlust, Angst und Stress verursachen kann.
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Definition und Klassifikation
Definition
Penetrierende/perforierende Augenverletzung
Eine penetrierende Augenverletzung liegt vor, wenn ein Fremdkörper die Hornhaut oder Sklera durchdringt und in das Augeninnere eindringt. Dabei entsteht eine Eintrittswunde, ohne dass der Bulbus vollständig durchstoßen wird.
Eine perforierende Bulbusverletzung liegt vor, wenn der Fremdkörper den Bulbus vollständig durchdringt, sodass sowohl eine Eintritts- als auch eine Austrittswunde vorliegt.
Penetrierend: Fremdkörper dringt in das Augeninnere ein → Eintrittswunde
Perforierend: Fremdkörper durchdringt den Bulbus vollständig → Eintritts- und Austrittswunde
Bulbusruptur:Aufreißen der Bulbuswand durch stumpfe Gewalteinwirkung
Traumatische Enukleation:Kompletter Abriss des Augapfels (extrem selten)
Ursachen
Metalllöffel, fixiert in der rechten Orbita des Patienten. Augengewebe ist aus dem Wundkanal ausgetreten.
Arbeitsunfälle: Eindringen von Metall-, Holz- oder Glassplittern bei Schleif-, Bohr-, Schweiß- oder Hammer-Meißel-Arbeiten
Freizeit- und Haushaltsunfälle: Verletzungen durch spitze oder scharfkantige Gegenstände (z.B. Draht, Fischhaken, Äste) sowie Feuerwerkskörper oder Druckgaspatronen
Verkehrs- und Hochgeschwindigkeitstraumata: Eindringen von Glassplittern, Metallteilen oder Hochenergieprojektilen (z.B. Schussverletzungen)
Explosionsereignisse: Augenverletzungen durch Splitterflug oder Hochgeschwindigkeitsfragmente bei Explosionen
Iatrogene Verletzungen: Komplikationen bei invasiven augenärztlichen Eingriffen, z.B. Retrobulbäranästhesie, intraokularen Injektionen oder Operationen im Bereich der Orbita
Pathophysiologie
Penetrierende/perforierende Bulbusverletzung: Fremdkörper durchdringt die Hornhaut oder Sklera → Eröffnung des Bulbus → direkte Schädigung von Iris, Linse und Netzhaut
Druckverlust: Eröffnung des Bulbus → Austritt von Kammerwasser und Verlagerung intraokularer Strukturen
Linsenverletzung: Defekt der Linsenkapsel → Eindringen von Kammerwasser → intumeszente Katarakt (Linsenquellung und -trübung)
Gewebeschädigung: Verletzung intraokularer Blutgefäße → Hyphema oder Glaskörperblutung
Infektionsrisiko: Offene Bulbusverletzung → Eindringen von Keimen → Endophthalmitis
Schwere Komplikation: Freisetzung intraokularer Antigene → sympathische Ophthalmie (Autoimmunreaktion) → Entzündung beider Augen bis hin zur Erblindung
Klinischer Eindruck
Untersuchungsbefund
Typischer klinischer Befund
Mögliche Interpretation
Allgemeinzustand
Starke Augenschmerzen, Lichtscheu, Tränenfluss
Hinweis auf eine Hornhautverletzung oder intraokulare Reizung
Vordere Augenkammer
Hyphäma (Einblutung), Kammerwassertrübung, Verletzung von Iris oder Linse
Hinweis auf eine penetrierende Bulbusverletzung
Pupille
Entrundet, zur Wunde verzogen oder lichtstarr
Hinweis auf eine Irisverletzung oder offene Bulbusverletzung
Bulbus
Weicher Bulbus oder sichtbare Deformierung
Starker Verdacht auf eine offene Bulbusverletzung
Fremdkörper / Gewebeprolaps
Sichtbarer Fremdkörper oder Vorfall von Iris bzw. anderem intraokularem Gewebe
Sicheres Zeichen einer penetrierenden Bulbusverletzung
Begleitverletzungen
Lidverletzungen, Lid- oder Periorbitalhämatom, diagnostische Mydriasis
Hinweis auf ein schweres Augentrauma und mögliche Begleitverletzungen
Therapie
Augenschutz: kein Druck auf oder Manipulation am Auge → sterile, trockene Abdeckung (z.B. Augennotverband oder Augenklappe)
Bei offener Bulbusverletzung: Harte Augenschutzschale (z.B. Fox-Schale) anlegen, alternativ einen stabilen Pappbecher verwenden
Lagerung: Oberkörperhochlagerung (ca. 30°) zur Reduktion des intraokularen Drucks
Schmerz- und Stresskontrolle: bedarfsgerechte Analgesie, z.B. Fentanyl 0,05 mg i.v. titriert bis gewünschte Wirkung, max. Dosis: 0,2 mg
Lichtreize reduzieren: beispielsweise durch Sonnenbrille oder abgedunkelte Umgebung
Antiemese: Bei Übelkeit oder Erbrechen frühzeitige Antiemese, z.B. durch Ondansetron 4 mg i.v.
Umgang mit der Verletzung: Sichtbare Fremdkörper nicht entfernen, offene Bulbusverletzungen nicht spülen
Nahrungskarenz: Patient:innen bis zur augenchirurgischen Versorgung nüchtern belassen
Transport: Zeitkritischer Transport in eine Klinik mit augenchirurgischer Versorgung, bei schweren Gesichtsverletzungen gegebenenfalls in ein Traumazentrum mit MKG- oder HNO-Bereitschaft
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Definition und Klassifikation
Definition
Verätzung der Augen
Eine Augenverätzung entsteht durch den Kontakt des Auges mit ätzenden Chemikalien, insbesondere Säuren oder Laugen. Je nach Art und Konzentration der Substanz können Hornhaut, Bindehaut, Sklera und weitere Augenstrukturen unterschiedlich stark geschädigt werden.
Leicht: oberflächliche Schädigung von Bindehaut oder Hornhautepithel ohne relevante Visusminderung
Mittel: tiefere Schädigung der Hornhaut mit Schmerzen, Hornhautödem und vorübergehender Visusminderung
Schwer: ausgedehnte Schädigung von Hornhaut, Limbus oder tieferen Augenstrukturen mit Nekrosen, Hornhauttrübung und drohendem oder bestehendem Visusverlust
Pathophysiologie
Laugenverätzung: Verseifung der Zellmembranen → tiefes Eindringen in Hornhaut, Limbus und Bindehaut → fortschreitende Gewebeschädigung
Säureverätzung:Denaturierung von Proteinen → Koagulationsnekrose → vorübergehende Begrenzung des tieferen Eindringens
Ausnahme Flusssäure: durchdringt die Proteinbarriere → tiefe Gewebsnekrosen bis in Vorderkammer und Netzhaut
Sekundäre Gewebeschädigung: Freisetzung proteolytischer Enzyme → Verstärkung von Nekrosen, Ulzerationen und Entzündungsreaktionen
Schwere Verläufe: Schädigung der limbalen Stammzellen → Hornhauttrübung, Vernarbung oder Symblepharon
Bei tiefen Verätzungen Perforation, Glaukom oder Erblindung möglich
Klinischer Eindruck
Schweregrad
Typische Symptome und Befunde
Charakteristische Merkmale
Leicht
Brennen, Fremdkörpergefühl, Tränenfluss, Rötung
Photophobie
Ggf. leichte Hornhauterosion
Visus meist erhalten
Oberflächliche Schädigung der Augenoberfläche ohne relevante tiefe Gewebeschädigung
Mittel
Starke Schmerzen
Tränenfluss, Visusminderung, Hornhauttrübung
Punktförmige Nekrosen
Tiefergehende Hornhautschädigung mit Beteiligung des Limbus und vorübergehender Sehverschlechterung
Schwer
Ausgeprägte Sehbeeinträchtigung bis Visusverlust
Weißlich-blasse Bindehaut
Dichte Hornhauttrübung
Nekrosen
Irreguläre oder lichtstarre Pupille
Ausgedehnte Schädigung von Hornhaut, Limbus und tieferen Augenstrukturen mit hohem Risiko einer bleibenden Erblindung
Therapie
Eigenschutz: Handschuhe und Schutzbrille tragen, um einen Kontakt mit der ätzenden Substanz zu vermeiden
Sofortige Augenspülung: Unverzüglich mit Leitungswasser oder NaCl 0,9 % beginnen
Spülrichtung: von innen nach außen, um das gesunde Auge zu schützen
Spülvolumen: Bei mittleren und schweren Verätzungen möglichst großzügiges Volumen verwenden
Spüldauer: mindestens 15 Minuten → je schwerer die Verätzung, desto länger die Spüldauer
Bei Zement oder Calciumoxid: Trockene Partikel vor der Spülung vorsichtig entfernen
Bei Flusssäure: Wenn verfügbar Hexafluorine® oder Calciumgluconat-Lösung anwenden und internistische Mitbehandlung veranlassen
Schmerz- und Stresskontrolle: bedarfsgerechte Analgesie, z.B. Fentanyl 0,05 mg i.v. titriert bis gewünschte Wirkung, max. Dosis: 0,2 mg
Transport:Zeitkritischer Transport in eine augenchirurgisch versorgende Klinik → die Augenspülung während des Transports nach Möglichkeit fortsetzen
Info
Augenspülflasche
Augenspülflaschen werden im Rettungsdienst zur schnellenErstversorgung von Augenverletzungen eingesetzt, insbesondere nach Verätzungen, Kontakt mit Gefahrstoffen oder dem Eindringen von Fremdkörpern. Ziel ist die sofortigeVerdünnung und EntfernungschädlicherSubstanzen, um Folgeschäden am Auge zu reduzieren.
Tipp
Augenspülung während des Transports
Nach Möglichkeit kontinuierlich mit einer Infusionslösung NaCl 0,9 % oder VEL über ein Infusionssystem fortsetzen → die Spüllösung wird in den inneren Augenwinkel geleitet und fließt nach außen ab.
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Definition und Terminologie
Definition
Akuter Glaukomanfall
Ein akuter Glaukomanfall (akutes Winkelblockglaukom) ist ein augenärztlicher Notfall, bei dem ein plötzlicher Verschluss des Kammerwinkels den Abfluss des Kammerwassers verhindert und so zu einem raschen AnstiegdesAugeninnendrucks führt.
Offenwinkelglaukom (chronisch):offener Kammerwinkel bei erhöhtem Abflusswiderstand im Trabekelwerk (feinmaschiges Bindegewebsnetz im Kammerwinkel) → langsamer Anstieg des Augeninnendrucks, meist lange symptomlos
Engwinkelglaukom:Verengung oder Verschluss des Kammerwinkels → gestörter Abfluss des Kammerwassers → rascher Anstieg des Augeninnendrucks
Ursachen und Risikofaktoren
Prädisponierende Faktoren:
Kurzer Bulbus (Weitsichtigkeit): weniger Platz im Auge → enger Kammerwinkel
Flache Vorderkammer: Der Abfluss des Kammerwassers ist anatomisch eingeengt
Verdickte Linse: die Linse drückt die Iris nach vorn → zusätzliche Verengung des Kammerwinkels
Pupillenerweiterung (Mydriasis): die Iris verlagert sich nach vorn und kann den Kammerwinkel verschließen
Höheres Lebensalter und weibliches Geschlecht: häufig anatomisch engere Vorderkammerwinkel und dadurch erhöhtes Risiko für einen Winkelblock
Ethnie: Erhöhtes Risiko bei südasiatischer Herkunft
Mydriasefördernde Medikamente: α₁-Rezeptor-Agonisten, β₂-Rezeptor-Agonisten, Anticholinergika, Antihistaminika, Sulfonamide oder serotonerge Wirkstoffe
Dunkelheit oder Stress: führen zu einer Pupillenerweiterung (Mydriasis) und können dadurch einen akuten Winkelblock auslösen
Pathophysiologie
Pupillarblock: Behinderter Abfluss des Kammerwassers von der Hinter- in die Vorderkammer → Druckanstieg in der Hinterkammer
Verschluss des Kammerwinkels: Druckanstieg wölbt die Iris nach vorn → vollständiger Verschluss des Kammerwinkels → Abflussstopp des Kammerwassers
Akuter Druckanstieg: Fehlender Kammerwasserabfluss → rascher Anstieg des Augeninnendrucks
Gewebeschädigung: Erhöhter Augeninnendruck → Kompression von Hornhaut, Iris und Ziliarkörper → Hornhautödem sowie starke Augenschmerzen
Folgen: Kompression des N. opticus und verminderte Durchblutung → irreversible Sehnervschädigung hin zum Visusverlust
Querschnitt des vorderen Augenabschnittes
Merke
Der akute Glaukomanfall entsteht durch einen plötzlichen Verschluss des Kammerwinkels, meist infolge eines Pupillarblocks. Dadurch kann das Kammerwasser nicht mehr abfließen und der Augeninnendruck steigt innerhalb kurzer Zeit stark an.
Klinischer Eindruck
Untersuchungsbefund
Typische Symptome und Befunde
Charakteristische Merkmale
Schmerzen
Plötzlich einsetzende, starke Augen- und Kopfschmerzen, häufig mit Ausstrahlung in Stirn, Schläfe oder Kiefer
Typisch für einen akuten Glaukomanfall
Vegetative Begleitsymptome
Übelkeit, Erbrechen
Folge des starken Schmerzreizes und der vegetativen Reaktion
Auge
Stark gerötetes Auge (ziliäre oder gemischte Injektion)
Hinweis auf eine akute Reizung des vorderen Augenabschnitts
Fremdkörper / Gewebeprolaps
Sichtbarer Fremdkörper oder Vorfall von Iris bzw. anderem intraokulärem Gewebe
Sicheres Zeichen einer penetrierenden Bulbusverletzung
Pupille
Mittelweit, lichtstarr oder entrundet
Typischer Befund bei einem akuten Winkelblock
Augapfel
Steinharter Bulbus bei vorsichtiger Palpation des geschlossenen Augenlids*
Starker Verdacht auf einen deutlich erhöhten Augeninnendruck
Sehleistung
Deutliche Visusminderung bis Verlust der Sehleistung
Hinweis auf eine fortgeschrittene Druckschädigung
Gegenseite
Meist unauffälliges Auge
Spricht für einen einseitigen akuten Glaukomanfall
Therapie
Lagerung:Oberkörperhochlagerung (30–45°) zur Verbesserung des venösen Abflusses und Reduktion des Augeninnendrucks
Schmerz- und Stresskontrolle: bedarfsgerechte Analgesie, z.B. Fentanyl 0,05 mg i.v. titriert bis gewünschte Wirkung, max. Dosis: 0,2 mg
Antiemese: Frühzeitige Antiemese, z.B. Ondansetron 4 mg i.v. zur Vermeidung von Erbrechen mit folglicher Drucksteigerung des Augeninnendrucks
Lichtreize reduzieren: Beispielsweise durch abgedunkelte Umgebung
Transport:Zeitkritischer Transport in eine Augenklinik mit Notdienst; Patient:in sitzend oder mit erhöhtem Oberkörper lagern und das betroffene Auge nicht komprimieren
Achtung
Nicht durchführen!
Keine routinemäßige Blutdrucksenkung: erhöhte Blutdruckwerte ohne hypertensive Endorganschädigung tolerieren, da eine Blutdrucksenkung die Sehnervperfusion gefährden kann
Keine Mydriatika oder Anticholinergika, da sie den Winkelblock verstärken können
Keine Manipulation oder Druck auf den Bulbus
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Definition und Klassifikation
Definition
Netzhautablösung
Die Netzhautablösung bezeichnet die Ablösung der neurosensorischen Netzhaut vom retinalen Pigmentepithel. Dadurch wird die Versorgung der Netzhaut beeinträchtigt, was zu einem Funktionsverlust des betroffenen Netzhautareals und klinisch zu Gesichtsfeldausfällen führt.
Rhegmatogene Netzhautablösung: Flüssigkeit dringt durch einen Netzhautriss oder ein Netzhautloch unter die Netzhaut und hebt sie vom Pigmentepithel ab
Traktive Netzhautablösung:Zugkräfte präretinaler Membranen ziehen die Netzhaut vom Pigmentepithel ab
Exsudative (seröse) Netzhautablösung:Flüssigkeit sammelt sich ohne Netzhautriss unter der Netzhaut an und führt zu ihrer Ablösung
Tumorbedingte Netzhautablösung: die Netzhaut löst sich durch direkte Tumorinfiltration oder tumorbedingte Flüssigkeitsansammlung vom Pigmentepithel ab
Info
Für den Rettungsdienst ist die Unterscheidung zwischen rhegmatogener, traktiver und exsudativer Netzhautablösung in der Regel nicht relevant. Entscheidend sind das frühzeitige Erkennen der typischen Symptome und die zeitnahe augenärztliche Versorgung, da jede Netzhautablösung einen Notfall mit drohendem Sehverlust darstellt.
Ursachen und Risikofaktoren
Häufigste Ursache: Ein Netzhautriss oder Netzhautloch, meist infolge einer hinteren Glaskörperabhebung, ermöglicht das Eindringen von Flüssigkeit unter die Netzhaut
Risikofaktoren:Hohe Myopie, Augentrauma, Zustand nach Kataraktoperation, familiäre Belastung sowie eine Netzhautablösung am Partnerauge erhöhen das Risiko
Weitere Formen: Neben der rhegmatogenen Netzhautablösung gibt es die traktive Form (durch Zugkräfte an der Netzhaut), die exsudative Form (durch Flüssigkeitseinlagerung unter der Netzhaut) sowie tumorbedingte Netzhautablösungen
Pathophysiologie am Beispiel der rhegmatogenen Netzhautablösung
Merke
Die Netzhautablösung entsteht durch eine Trennung der neurosensorischen Netzhaut vom retinalen Pigmentepithel. Dadurch wird die Versorgung der Fotorezeptoren mit Sauerstoff und Nährstoffen aus der Aderhaut unterbrochen. Unbehandelt kommt es zu einem Funktionsverlust der Netzhaut, der sich zunächst durch Gesichtsfeldausfälle und später durch einen dauerhaften Visusverlust äußern kann.
Grundmechanismus: Ein Netzhautriss oder Netzhautloch ermöglicht das Eindringen von verflüssigtem Glaskörper unter die Netzhaut
Glaskörperverflüssigung: Altersbedingt oder bei Myopie verflüssigt sich der Glaskörper und hebt sich von der Netzhaut ab
Netzhautriss: Die entstehenden Zugkräfte verursachen einen Netzhautriss oder ein Netzhautloch
Flüssigkeitseintritt: Verflüssigter Glaskörper gelangt durch den Defekt unter die Netzhaut
Netzhautablösung: Die Haftung zwischen Netzhaut und Pigmentepithel geht verloren und die Ablösung breitet sich aus
Funktionsverlust: Die betroffenen Netzhautareale können Lichtreize nicht mehr verarbeiten. Bei Beteiligung der Makula droht ein erheblicher Visusverlust
Klinischer Eindruck
Untersuchungsbefund
Typischer Befund
Charakteristisches Merkmal
Gesichtsfeld
Dunkler Schatten oder „Vorhang“ im Gesichtsfeld, häufig von peripher nach zentral fortschreitend
Leitsymptom einer Netzhautablösung
Photopsien
Wahrnehmung von Lichtblitzen, insbesondere bei Augenbewegungen
Hinweis auf Zugkräfte an der Netzhaut, häufig bei hinterer Glaskörperabhebung
Rußregen
Plötzlich auftretende schwarze Punkte, Flocken oder Rußregen im Sichtfeld
Hinweis auf einen Netzhautriss oder eine Glaskörperblutung
Sehleistung
Akute Visusminderung, bei Makulabeteiligung bis zum hochgradigen Sehverlust
Spricht für eine Beteiligung der Makula und erhöht die Dringlichkeit der Behandlung
Gegenseite
Meist einseitiger Befund, Partnerauge dennoch mitbeurteilen
Das Risiko einer beidseitigen Netzhautablösung ist erhöht; das zweite Auge sollte ebenfalls untersucht werden
Therapie
Lagerung:Oberkörperhochlagerung (30–45°) zur Verbesserung des venösen Abflusses und Reduktion des Augeninnendrucks
Antiemese: Bei begleitender Übelkeit durch visuelle Stimuli → Gabe eines Anitemetikums, z.B. Ondansetron 4 mg i.v.
Bewegungsreduktion: abrupte Bewegungen reduzieren → mechanische Belastung kann die Ablösung fördern
Psychische Betreuung: Ruhiges und beruhigendes Auftreten, Patient:in über das weitere Vorgehen informieren und unnötige Augenbewegungen vermeiden. Plötzlicher Visusverlust und Photopsien führen häufig zu starker Verunsicherung und Angst
Transportziel:zeitnaher Transport in eine Augenklinik mit vitreoretinaler Chirurgie. Eine frühzeitige operative Versorgung ist entscheidend für den Erhalt der Sehfunktion und verbessert die Prognose
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Definition und Klassifikation
Definition
Retinaler Gefäßverschluss
Ein retinaler Gefäßverschluss ist eine akute oder subakute Durchblutungsstörung der Netzhaut (Retina), die durch den Verschluss einer Netzhautarterie oder Netzhautvene entsteht. Die daraus resultierende Minderversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen führt zu einer ischämischen Schädigung der Netzhaut. Unbehandelt kann dies innerhalb kurzer Zeit zu einem teilweisen oder vollständigen Visusverlust führen.
Arterieller retinaler Gefäßverschluss (seltener): Führt meist zu einem plötzlich einsetzenden, schmerzlosen Visusverlust. Typisch ist ein akuter Verschluss einer Netzhautarterie mit ischämischer Schädigung der Retina
Venöser retinaler Gefäßverschluss (häufig): Verursacht häufig eine subakut zunehmende Visusminderung. Charakteristisch sind retinale Einblutungen infolge des gestörten venösen Abflusses
Ursachen und Risikofaktoren
Arterieller retinaler Gefäßverschluss:
Embolisch bedingt: Embolien stammen überwiegend aus arteriosklerotischen Plaques der A. carotis oder aus dem Herzen, insbesondere bei Vorhofflimmern
Seltener entzündlich bedingt: Ursache können eine Riesenzellarteriitis oder andere systemische Vaskulitiden sein
Venöser retinaler Gefäßverschluss:
Thrombotisch bedingt: Ursache ist eine Abflussstörung der Netzhautvene, begünstigt durch erhöhte Blutviskosität, Veränderungen der Blutzusammensetzung oder eine Kompression der Zentralvene
Risikofaktoren:
Systemische Risikofaktoren:arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Dyslipidämie, erhöhte Blutviskosität (z.B. Polyzythämie) sowie Thrombophilien begünstigen die Entstehung retinaler Gefäßverschlüsse
Augenbezogene Risikofaktoren:Glaukom, retinale Vaskulitiden sowie ein erhöhter Augeninnendruck (z.B. beim Engwinkelglaukom) erhöhen ebenfalls das Risiko
Merke
Retinale Gefäßverschlüsse treten häufig im Rahmen systemischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf und sind mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden.
Pathophysiologie
Arterieller retinaler Gefäßverschluss:
Gefäßverschluss: Embolus oder Thrombus verschließt die A. centralis retinae oder einen ihrer Äste
Akute Ischämie: Unterbrechung der arteriellen Blutversorgung → Sauerstoff- und Nährstoffmangel der Netzhaut
Zellschädigung: Energieversagen der Nervenzellen → Ödembildung und irreversible Schädigung der Retina innerhalb weniger Stunden
Folgen: plötzlicher, schmerzloser Visusverlust bis hin zur Erblindung des betroffenen Auges
Venöser retinaler Gefäßverschluss:
Venöser Gefäßverschluss: Verschluss der V. centralis retinae oder eines Venenastes → Behinderung des venösen Blutabflusses
Venöser Rückstau: erhöhter Venendruck → Kapillarstau, retinale Einblutungen und Makulaödem
Sekundäre Ischämie: verminderte Netzhautdurchblutung → Freisetzung von VEGF und Ausbildung retinaler Ischämien.
Folgen: Neovaskularisationen, Rubeosis iridis, Neovaskularisationsglaukom sowie Visusminderung bis zum dauerhaften Sehverlust
Klinischer Eindruck
Merkmal
Arterieller Gefäßverschluss
Venöser Gefäßverschluss
Beginn
Plötzlich innerhalb von Sekunden bis Minuten
Schleichend über Stunden bis Tage
Leitsymptom
Plötzlicher, schmerzloser und meist ausgeprägter Visusverlust
Schleichende Visusminderung oder verschwommenes Sehen
Schmerzen
Keine
Keine
Sehverschlechterung
Häufig hochgradig, bis auf Lichtschein oder Handbewegungen reduziert
Meist ältere Patient:innen mit Emboliequelle oder Arteriosklerose
Häufig Patient:innen mit kardiovaskulären Risikofaktoren
Präklinische Bedeutung
Augenärztlicher Notfall (“Schlaganfall des Auges”) → sofortige Behandlung in Klinik mit augenärztlicher Expertise
Dringliche augenärztliche Vorstellung zur raschen Diagnostik und Therapie
Therapie
Lagerung:Oberkörperhochlagerung (30–45°) zur Unterstützung des venösen Abflusses und für eine komfortable Lagerung der Patient:innen
Antiemese: Bei Übelkeit oder Erbrechen Gabe eines Antiemetikums, z.B. Ondansetron 4 mg i.v.
Bewegungsreduktion:körperliche Anstrengung und abrupte Kopfbewegungen möglichst vermeiden. Das betroffene Auge nicht manipulieren oder komprimieren
Psychische Betreuung: ruhiges und beruhigendes Auftreten, Patient:in über das weitere Vorgehen informieren und unnötige Verunsicherung vermeiden. Der plötzliche Visusverlust führt häufig zu starker Angst
Neurologische Beurteilung: Auf fokalneurologische Defizite achten (z.B. Fazialisparese, Sprachstörung, Hemiparese). Bei unklarer Symptomatik oder Verdacht auf einen zerebralen Schlaganfall Transport in eine Klinik mit Stroke Unit
Transportziel: Bei isoliertem retinalem Gefäßverschluss zeitnaher Transport in eine Augenklinik. Besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall oder liegen fokalneurologische Defizite vor, sollte die Zielklinik über eine Stroke Unit mit neurologischer Versorgung verfügen
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Traumatische Augenverletzungen
Traumatische Augenverletzungen entstehen meist durch mechanische Gewalteinwirkung, Fremdkörper, chemische Verätzungen oder thermische Einflüsse
Penetrierende oder perforierende Bulbusverletzungen, Retrobulbärhämatome und Orbitafrakturen sind augenärztliche Notfälle
Präklinisch stehen eine sterile Abdeckung mit Augenschutz, eine bedarfsgerechte Analgesie sowie der schnellstmögliche Transport in eine Klinik mit augenärztlicher Versorgung im Vordergrund
Verletzungstyp
Mechanismus
Folgen
Schwere Komplikation
Stumpfes Trauma
Druckübertragung auf den Bulbus
Berlin-Ödem und retinale Ischämie
Makulaschädigung, dauerhafter Visusverlust
Penetrierende/perforierende Bulbusverletzung
Eröffnung des Bulbus
Infektion, Linsenverletzung und sympathische Ophthalmie
Ein akuter Glaukomanfall (akutes Winkelblockglaukom) ist ein augenärztlicher Notfall, bei dem ein plötzlicher Verschluss des Kammerwinkels den Abfluss des Kammerwassers verhindert und so zu einem raschen AnstiegdesAugeninnendrucks führt.
Typisch sind starke Augen- und Kopfschmerzen, gerötetes Auge, mittelweite, lichtstarre Pupille, Visusminderung sowie häufig Übelkeit und Erbrechen
Präklinisch stehen eine Oberkörperhochlagerung, bedarfsgerechte Analgesie, frühzeitige Antiemese, die Vermeidung von Druck auf den Bulbus sowie der zeitkritische Transport in eine Augenklinik im Vordergrund
Netzhautablösung
Definition
Netzhautablösung
Die Netzhautablösung bezeichnet die Ablösung der neurosensorischen Netzhaut vom retinalen Pigmentepithel. Dadurch wird die Versorgung der Netzhaut beeinträchtigt, was zu einem Funktionsverlust des betroffenen Netzhautareals und klinisch zu Gesichtsfeldausfällen führt.
Typisch sind Lichtblitze (Photopsien), Rußregen, ein dunkler Schatten bzw. „Vorhang“ im Gesichtsfeld sowie eine akute Visusminderung
Präklinisch stehen Bewegungsreduktion, eine bedarfsgerechte Analgesie und Antiemese, die psychische Betreuung sowie der zeitnahe Transport in eine Augenklinik mit vitreoretinaler Chirurgie im Vordergrund
Retinale Gefäßverschlüsse
Definition
Retinaler Gefäßverschluss
Ein retinaler Gefäßverschluss ist eine akute oder subakute Durchblutungsstörung der Netzhaut (Retina), die durch den Verschluss einer Netzhautarterie oder Netzhautvene entsteht. Die daraus resultierende Minderversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen führt zu einer ischämischen Schädigung der Netzhaut. Unbehandelt kann dies innerhalb kurzer Zeit zu einem teilweisen oder vollständigen Visusverlust führen.
Der arterielle Gefäßverschluss verursacht typischerweise einen plötzlichen, schmerzlosen Visusverlust, während der venöse Gefäßverschluss meist zu einer schleichenden Visusminderung führt
Präklinisch stehen die Erkennung fokalneurologischer Defizite, die Vermeidung unnötiger Belastung, eine bedarfsgerechte symptomatische Therapie sowie der zeitnahe Transport in eine Augenklinik bzw. bei Schlaganfallverdacht in eine Klinik mit Stroke Unit im Vordergrund
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