Der Bedarf an Gesundheitsleistungen beschreibt die medizinisch erforderliche Versorgung aufgrund eines gesundheitlichen Problems, während die Nachfrage die tatsächlich von Patient:innen gewünschte bzw. in Anspruch genommene Versorgung bezeichnet. Bedarf und Nachfrage sind daher nicht zwangsläufig identisch: Eine Person kann beispielsweise einen medizinischen Bedarf haben, ohne ärztliche Hilfe nachzufragen. Umgekehrt können Leistungen nachgefragt werden, obwohl aus medizinischer Sicht kein entsprechender Bedarf besteht.
Die tatsächliche Versorgung wird neben dem gesundheitlichen Bedarf auch durch die Verfügbarkeit medizinischer Leistungen, finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen sowie das Verhalten der Patient:innen und Leistungserbringer beeinflusst.
InfoEin besonderes Phänomen ist die angebotsinduzierte Nachfrage (supplier-induced demand): Aufgrund des Informationsvorsprungs von Ärzt:innen können diese unter bestimmten Bedingungen die Nachfrage nach medizinischen Leistungen beeinflussen. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen einer höheren Ärztedichte und einer stärkeren Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, Ausmass und Ursachen dieses Effekts sind jedoch abhängig vom Gesundheitssystem und nicht eindeutig allein auf eine bewusste Nachfrageinduktion zurückzuführen.
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