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Benigne Leberraumforderungen

6 Minuten Lesezeit

Benigne Leberraumforderungen der Leber sind in der Regel asymptomatisch und werden daher häufig als Zufallsbefund in der Bildgebung entdeckt. Zur sicheren Zuordnung von Dignität und Entität spielt die charakteristische Kontrastmittelanreicherung eine wichtige Rolle in der Differentialdiagnostik. Bei unklarer Bildgebung kann eine Leberbiopsie erfolgen.

 Leberzyste Leberhämangiom Fokale noduläre Hyperplasie (FNHLeberzelladenom (Hepatozelluläres Adenom
Epidemio-logie
  • Alters-
    gipfel: 
    >50. LJ
  • Häufigste benigne Leber-raumforderung
  • w>m (3:1)
  • Zweithäufigste benigne Leber-raumforderung
  • w>m (3:1)
  • Selten
  • Insbesondere Frau-en im gebärfähigen Alter
Ätiologie
  • Kongenital 
  • Assoziation mit Progesteron- und östrogen-haltige Kontrazeptiva
  • Größenzunahme während der 
    Schwangerschaft
  • Gefäßmalformation mit unspezifischer Hyperplasie
  • Fragliche Assoziation mit Einnahme östrogenhaltiger Kontrazeptiva
  • Unbekannt
  • Einnahme östrogenhaltiger Kontrazeptiva
Sonografie
  • Echofrei mit dorsaler Schall-verstärkung
  • Rund, scharf begrenzt
  • Echoreich (hell)
  • Scharf begrenzt
  • Zentrale, sternförmige Narbe
  • Homogen echoarm bis isoechogen
  • Rund/oval, scharf begrenzt
  • Ohne charakteristische Gefäßarchitektur
  • Inhomogenitäten durch Fett, Kalzifikationen Einblutungen
Kontrast-mittel-Sonografie (CEUS) 
  • Irisblenden-phänomen: zentripetale Kontrastmittelanreicherung (von der Peripherie zum Zentrum hin)
  • Radspeichenmuster:
    erst zentrale Arterie, dann zentrifugale und radiäre Anreicherung
Rad


 

  • Früh: hypervaskularisiert aber ohne charakteristische Gefäßarchitektur
CT/-MRT mit Kontrast-mittel
  • Keine 
    Kontrastmittel-Anreicherung
  • Irisblenden-phänomen
Pfeil
  • Zentrale Narbe („Gefäßnidus“)
  • Früharteriell schnelle Anreicherung
  • Portalvenös: rasche Anpassung an das umgebende Lebergewebe (isodens, isointens)
  • CT:
    • Häufig: isodens
    • Hyperdens: bei frischer Blutung Hypodens: bei viel Fett
Kompli-kationen
  • Bei sehr großen Zysten (>10 cm) Druck auf Gallengänge mit Ikterus möglich, Ruptur
  • Selten Ruptur mit Blutungen
  • Keine maligne Entartung
  • Selten Größenzunahme
  • Keine maligne Entartung
  • Rupturgefahr
  • Lebensbedrohliche Blutungen
  • Maligne Entartung ist möglich (5-10%)
Therapie  
  • Absetzen der Kontrazeptive
  • OP bei Symptomen
  • OP aufgrund der möglichen Komplikationen

Die Sonografie zeigt eine echoreiche scharf begrenzte Leberraumforderung. In der Kontrastmittel-Sonografie (CEUS) zeigt sich eine zentripetale Kontrastmittelanreicherung. Initial ist nur der Rand kontrastiert, dann breitet sich das Kontrastmittel immer weiter nach zentral aus. Dieses Phänomen wird auch als „Irisblendenphänomen“ bezeichnet.

Leberhämangiom

Die Sonografie zeigt eine Raumforderung mit zentraler Narbe sowie echoarmen, scharf begrenzten Arealen. In der Kontrastmittel-Sonografie zeigt sich eine zentrifugale Kontrastmittelanreicherung. Vom zentralen Gefäß beginnend breitet sich das Kontrastmittel in die Peripherie aus (Radspeichenphänomen).

Fokal noduläre Hyperplasie (FNH)

Leberabszess

  • Definition: begrenzte Eiteransammlung in der Leber
  • Ätiologie: Bakterien (E. coli, Staph. aureus), Einzeller (Entamoeba histolytica: Amöbenabszess), Parasiten
  • Sonografie: häufig unregelmäßig begrenzte echoarme Läsion, ggf. mit Gaseinschlüssen (durch bakterielle Gasbildung)
  • Therapie: initial kalkulierte Antibiose (z.B. Aminopenicillin + β-Lactamase-Inhibitor) und Einbringung einer Saug-Spül-Drainage, bei ausgeprägten Befunden: operative Abszessausräumung

Biliom

  • Definition: Zystische Gallenansammlung häufig nach Hepatektomien oder Lebertransplantationen → Antibiotika und Drainage

Echinokokkuszyste

  • Definition: Infektion mit Echinococcus granulosus (Hundebandwurm) oder Echinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm)
  • Übertragungsweg: orale Aufnahme von Wurmeiern 
    → Befall von allen Organen möglich (Leber, Lunge, Gehirn)
  • Sonografie: Zystenbildung in der Leber
  • Therapie: Resektion, Punktion und Alkoholinjektion, Gabe von Anthelminthika (1. Wahl: Albendazol)

     

Echinokokkuszyste

 

Zuletzt aktualisiert am 23.09.2024
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