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Blutentnahme aus einem Port

7 Minuten Lesezeit

Die Blutentnahme aus einem Portkatheter, kurz Port, ist eine essenzielle Maßnahme, insbesondere bei Patient:innen in der Onkologie. Ein Port ist ein subkutan implantierter zentralvenöser Zugang, der aus einer Kammer mit angeschlossenem Katheter besteht, der in eine große Vene führt. Er ermöglicht neben der Blutentnahme auch die Verabreichung von Infusionen, Medikamenten z.B. Chemotherapeutika und Blutprodukten

Aufbau eines Portsystems
 Info

Bitte beachte die klinikinternen Standards. Diese können von der hier gezeigten Darstellung abweichen.

  • Blutentnahmen bei Patient:innen mit schlechten peripheren Venen und vorhandenem Portsystem mit liegender Portnadel
  • Überwachung der zentralvenösen Sättigung → wichtig zur Beurteilung der Gewebeoxygenierung
  • Gewinnung von Blutkulturen → essentiell zur Diagnose einer Sepsis
 Tipp

In der Regel sollten Blutentnahmen bei gutem peripherem Venenstatus nicht über den Port erfolgen, um das Risiko für Komplikationen zu reduzieren.

  • Lokale Infektionen im Bereich des Ports
  • Thrombose des venösen Zugangs
  • Mechanische Beschädigungen des Portsystems
  • Dislokation des Portsystems

Eine mündliche Aufklärung ist Voraussetzung für die Durchführung der Blutabnahme aus dem Port. Patient:innen sollten über den Ablauf der Blutentnahme, mögliche Risiken und Komplikationen aufgeklärt werden. Wichtige Punkte der Aufklärung sind:

  • Notwendigkeit und Zweck der Blutentnahme
  • Hygienemaßnahmen zur Infektionsprävention
  • Mögliche Komplikationen wie Infektionen oder Verstopfungen
  1. Einmalhandschuhe
  2. Händedesinfektionsmittel
  3. Hautdesinfektionsmittel (Sprühdesinfektionsmittel)
  4. Sterile Tupfer
  5. 10 ml Spritze
  6. Adapter
  7. Blutentnahmeröhrchen (Monovetten)
  8. 10 ml Fertigspritzen mit 0,9%-tiger NaCl-Lösung
  9. Ggf. 50 ml Kurzinfusion 0,9%-tiger NaCl-Lösung
  10. Infusionsbesteck
  11. Steriler Verschlussstopfen
  12. Abwurfbehälter für spitze Gegenstände
Material zur Blutentnahme aus einem Port

Vorbereitung

 Tipp

Zuerst alle benötigten Materialien zusammenstellen und erst dann das Patientenzimmer betreten, um unnötige Unterbrechungen zu vermeiden. 

  1. Begrüßung und Vorstellung der eigenen Funktion
  2. Aufklärung über geplante Maßnahme
  3. Name und Geburtsdatum der Person erfragen und mit Angaben auf den Blutentnahmeröhrchen vergleichen

Vorbereitung der Blutentnahme

  1. Hände desinfizieren und Einmalhandschuhe anziehen
  2. Wenn möglich: Patienten flach im Bett positionieren
    1. Gefahr der Luftembolie beim Sitzen oder Stehen, da ein Unterdruck im zentralen Venensystem entsteht, der die Aspiration von Luft begünstigt
  3. Sicherstellen, dass der Verlängerungsschlauch der Portnadel gut zugänglich ist
  4. Alle pausierbaren Infusionen unterbrechen → 3-Wege-Hähne schließen

Desinfektion des Verlängerungsschlauchs

  1. Alle Materialien in Griffweite positionieren
  2. Sterilen Tupfer unter das Ende des verschlossenen Verlängerungsschlauchs der Portnadel platzieren
  3. Großzügig mit Sprühdesinfektionsmittel besprühen und die Einwirkzeit (mindestens 30 Sekunden) abwarten
  4. Entfernung des Verschlussstopfens
  5. Leere 10 ml Spritze aufsetzen
  6. Verlängerungsschlauch öffnen und 10 ml Blut mit Spritze abziehen und erneut mit der Klemme verschließen → Um Verfälschungen durch Infusionsrückstände zu vermeiden, wird diese Probe verworfen
 Tipp

Sofern die Aspiration von Blut nicht unmittelbar möglich ist, kann der Port initial mit 5-10 ml NaCl angespült werden.

Blutentnahme

  1. Blutentnahme-Adapter an die Anschlussstelle ansetzen
  2. Klemme öffnen und nacheinander Blut in die gewünschten Blutentnahmeröhrchen abnehmen
  3. Blutentnahmeröhrchen nach der Befüllung vorsichtig schwenken
  4. Verschluss des Verlängerungsschlauchs, nachdem das letzte Blutentnahmeröhrchen gefüllt ist

Nachbereitung

  1. Adapter entfernen, Verlängerungsschlauch öffnen und den Port mit 20 ml 0,9%-tiger NaCl-Lösung z. B. aus Fertigspritzen oder einer 50 ml Kurzinfusion spülen
  2. Verlängerungsschlauch mit Klemme und einem sterilen Verschlussstopfen verschließen
  3. Verschlossene Anschlussstelle erneut desinfizieren und mindestens 30 Sekunden einwirken lassen
  4. Pausierte Infusionen wieder konnektieren, den Verlängerungsschlauch öffnen und Infusionen erneut starten
  • Infektionen: Häufig durch mangelnde aseptische Technik bei der Blutentnahme
  • Thrombosen: Risiko bei unsachgemäßer Spülung nach der Blutentnahme
  • Luftembolien: Besonders bei fehlerhaftem Umgang
  • Hämolyse: Durch zu schnelles Aspirieren des Bluts
  • Blutung: Zum Beispiel durch unsachgemäßen Umgang oder Fehllage
Zuletzt aktualisiert am 05.06.2025
Blutentnahme aus einem ZVK
Anlage eines zentralen Venenkatheters (ZVK)
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