Einleitung
Da Thrombozytenaggregationshemmer
Bei einer Blutung unter der Einnahme von Thrombozytenaggregationshemmern
Bei einer relevanten Blutung, die aufgrund der Einnahme von Antikoagulantien
AchtungBei einer Blutung unter einer Antikoagulation
sollte zunächst die Gabe des Antikoagulans pausiert werden. Bei relevanten, nicht-stillbaren Blutungen kann ggf. eine Antagonisierung erfolgen.
Bei einer Blutung unter einer Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten sollten zusätzlich zu einer möglichen Antagonisierung die Basismaßnahmen zur Blutstillung
- Siehe auch hämorrhagischer Schock
und xABCDE-Schema - Mechanische Kompression
- Druckverband
- Hochlagern der Extremität
- Topische Applikation von Tranexamsäure
- Ggf. interventionelle Blutstillung
(z.B. durch eine Endoskopie bei einer GI-Blutung ) - Ggf. operative Blutstillung
Rahmenbedingungen
- Neben den Basismaßnahmen sollten die Rahmenbedingungen für eine physiologische Blutgerinnung
aufrechterhalten oder wiederhergestellt werden
| Bedingung | Maßnahme zur Wiederherstellung bei Abweichung |
|---|---|
| Normothermie (36-37,5°C) |
|
| Normocalcämie (2,25-2,75 mmol/L) |
|
| Physiologischer pH-Wert |
|
| Verbrauchs-koagulopathie/ Hyperfibrinolyse/ Massivtransfusion |
|
Postoperative Blutung
Eingriffe mit einem erhöhten Risiko für postoperative Blutungen und Komplikationen:
- An stark durchbluteten Organen: z.B. Tonsillektomie oder Eingriff an den Nieren
- Eingriffe mit Eröffnung einer Arterie: z.B. arterielle Bypass-Operation
- Eingriffe in einer Körperhöhle: z.B. Eröffnung der Bauch- oder Beckenhöhle
- Blutgerinnungsstörung: durch eine postoperative Hypothermie oder eine Störung des Säure-Basen
-Haushaltes können neben bereits präoperativ bestehenden Gerinnungsstörungen auch postoperativ Gerinnungsstörungen entstehen - Intrakranielle Eingriffe, Augenoperationen, Threoidektomie: bei einer Blutung kann es relativ schnell zu einer Kompression des Organs kommen
Hinweise auf eine akute Blutung:
- Sichtbare Blutung
- Bluterbrechen
, Teerstuhl - Hämoptysen
- Blutung aus Drainagen
- Blutung aus dem OP-Gebiet
- Schwellung
- Bei Operationen im Kopf-Hals-Bereich: Dyspnoe
(durch eine Kompression) - Bei intrakraniellen Eingriffen: ggf. Vigilanzminderung
(aufgrund einer intrakraniellen Blutung) - Blutdruckabfall und Tachykardie
- Hb
-Abfall (meistens erst verzögert)
Vorgehen:
- Kreislaufstabilisierung (Volumenersatz, ggf. Transfusion, ggf. Katecholamine
) - Bei Dyspnoe
aufgrund einer möglichen Kompression durch eine Blutung: umgehende Revision - Inspektion der Wundverhältnisse, des Verbandes und der Drainageflasche(n)
- Bei aktiver Blutungsquelle: Blutstillung
(z.B. durch Kompression oder operative Revision) - Bei unklarer/inaktiver Blutungsquelle: weitere Diagnostik
- BGA
- Notfallsonographie: Identifikation einer inneren Blutung
- Ggf. Thrombelastometrie
: umfassende Beurteilung des Gerinnungsstatus möglich - Blutbild
(insbesondere Hb -Wert), Gerinnungswerte
- BGA
- Rücksprache mit dem/der Operateur:in (mögliche Blutungsquelle, mögliche Revision)
Quellen
- S2k-Leitlinie Behandlung von spontanen intrazerebralen Blutungen, Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
- S3-Leitlinie Umgang mit Antikoagulantien und Thrombozytenaggregationshemmern bei Operationen an der Haut, Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG)

