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Chlorid

2 Minuten Lesezeit

Chlorid spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Säuren-Basen-Haushalt. Es wird gegen Bicarbonat nach intrazellulär ausgetauscht. Ähnlich zum Kalium liegt bei einer Azidose eine Hyperchloridämie und bei einer Alkalose eine Hypochloridämie vor.

Eine Hypochloridämie liegt häufig im Rahmen einer metabolischen Alkalose vor. Diese lässt sich weiter unterteilen in eine Form mit und ohne Chloridmangel:

Metabolische Alkalose mit Chloridmangel

  • Säureverlust (Erbrechen → HCl-Verlust)
  • Exsikkose (Diuretika, Durchfall)

Metabolische Alkalose ohne Chloridmangel

  • Hyperaldosteronismus
  • Iatrogene Basenzufuhr

Eine Hyperchloridämie entsteht meistens im Rahmen einer metabolischen Azidose. Bei der Differenzialdiagnostik einer metabolischen Azidose spielt die Anionenlücke eine wichtige Rolle. Die Anionenlücke berechnet sich aus den Konzentrationen der negativen Stoffe im Blut, also primär aus Chlorid, Bicarbonat und den Säuren. Die Summe dieser negativen Ladungen sollte gleich der Summe der positiven Ladungen, also primär Natrium sein. Eine positive Anionenlücke deutet auf einen Säurenüberschuss hin. Ursachen können anhand des Akronyms KUSMEL aufgezählt werden: 

Ketoazidose, Urämie, Salicylatvergiftung, Methanol, Ethanol, Laktatazidose.

Bei einer negativen Lücke, also einer hyperchlorämischen metabolischen Azidose liegt eine iatrogene Chloridzufuhr oder ein Bicarbonatverlust, z.B. bei einem Durchfall oder renalem Verlust, vor.

Für ein praktisches BGA-Fallbeispiel zum Thema zum Üben der BGA-Auswertung siehe: BGA-Fallbeispiel 5

Lernkarte Chlorid
 
Zuletzt aktualisiert am 08.08.2026
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