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Crew und Team Resource Management (RD)

CRM, Gewaltprävention, Gruppendynamik, TRM
27 Minuten Lesezeit

Beim Crew Resource Management (CRM) werden erprobte Prinzipien aus der Luftfahrt auf die Akut- und Notfallmedizin übertragen, um Fehler zu reduzieren, die Teamarbeit zu stärken und die Patient:innensicherheit gezielt zu erhöhen. Im Mittelpunkt stehen dabei menschliche Faktoren wie Kommunikation, Entscheidungsfindung, Führung und Aufmerksamkeitssteuerung. Der Artikel verankert CRM im Rettungsdienst und verdichtet es zu 15 unmittelbar umsetzbaren Leitsätzen für den Einsatz

Ergänzend werden Gruppendynamiken, Rollen, Konfliktarten und Eskalationsstufen erläutert, jeweils mit praxistauglichen Steuerungsansätzen. Der kompakte Führungskreis übersetzt Lagefeststellung, Planung, Befehlsgebung sowie Ausführung und Kontrolle in klare, überprüfbare Ergebnisse. 

Ursprung und Zielsetzung:

Das Crew Resource Management (CRM) entstand in der zivilen Luftfahrt der 1970er-/ 1980er-Jahre als Antwort auf Unfälle, deren Hauptursachen nicht primär Technikversagen, sondern menschliche Faktoren wie Kommunikation, Entscheidungsfindung und Führung waren. Auf dieser Grundlage entwickelten Michael Rall und David M. Gaba das Konzept des „Crisis Resource Management“ (CRM) für die Anästhesie und die Akutmedizin. Seither sind die CRM-Prinzipien in vielen Hochrisikobereichen verankert, darunter auch im Rettungsdienst.
Das Ziel von CRM besteht darin, in komplexen und zeitkritischen Situationen Fehler zu vermeiden, Ressourcen effektiv zu nutzen, die Teamarbeit zu verbessern und die Patientensicherheit systematisch zu erhöhen. Die nachfolgenden 15 Leitsätze bieten dafür eine unmittelbar anwendbare Handlungsorientierung.

Die 15 CRM-Leitsätze

  1. Kenne deine Arbeitsumgebung
    1. Wer seine Ausrüstung, Prozesse und Schnittstellen kennt, arbeitet schneller und sicherer
    2. Praxisbeispiele:
      1. Fahrzeug- und Materialcheck zu Schichtbeginn
      2. Lage wichtiger Materialien blind beherrschen
  2. Antizipiere und plane voraus
    1. Vorausschau reduziert Überraschungen und schafft Handlungsspielräume
    2. Praxisbeispiele:
      1. Bereits auf Anfahrt verschiedene Szenarien durchdenken → Plan A und B und C, etc.
      2. Frühzeitige Transportstrategie, Rückzugswege oder Behandlungsoptionen festlegen
  3. Fordere Hilfe an - lieber früher als später
    1. Früh mobilisierte Unterstützung verhindert Überlastung und verkürzt kritische Zeit bis zur benötigten Therapie
    2. Praxisbeispiele:
      1. Bei drohender Eskalation Polizei, bei medizinisch komplexen Lagen Notarzt nachfordern
      2. Im Team aktiv um Unterstützung bitten
  4. Übernimm die Führungsrolle oder sei ein beharrliches Teammitglied
    1. Führung strukturiert, setzt Prioritäten und trifft Entscheidungen, Teammitglieder tragen durch aktive Beiträge zur Sicherheit bei
    2. Praxisbeispiele:
      1. Führende Person benennt Ziel, Rollen und nächste Schritte
      2. Teammitglieder äußern Bedenken klar und bleiben lösungsorientiert
  5. Verteile die Arbeitsbelastung
    1. Arbeitslast gehört dorthin, wo Kapazitäten vorhanden sind → kurze Unterbrechungen zur Reorganisation heben die Qualität
    2. Praxisbeispiele:
      1. 10-für-10-Prinzip (10 Sekunden für die nächsten 10 Minuten) → Aufgaben neu sortieren, Prioritäten prüfen
      2. Tätigkeiten parallelisieren
  6. Mobilisiere aller verfügbaren Ressourcen
    1. Nutze Wissen, Menschen, Technik, Leitlinien, Checklisten - nicht nur die eigene Erfahrung
    2. Praxisbeispiele:
      1. Angehörige gezielt befragen
      2. Nachforderung von Tragehilfe
  7. Kommuniziere sicher und effektiv - sag, was dich bewegt
    1. Missverständnisse sind eine Hauptfehlerquelle → klare und adressierte Kommunikation schützt Patient:in und Team
    2. Praxisbeispiele:
      1. Closed-loop-Kommunikation: Auftrag → Wiederholung → Bestätigung
      2. Schemata folgen und sich an entsprechende Übergabeschemata orientieren
  8. Beachte und verwende alle vorhandenen Informationen
    1. Erhebung, Integration und fortlaufende Aktualisierung von Informationen stärken Entscheidungen
    2. Praxisbeispiele:
      1. Vitalwerte mit klinischem Eindruck abgleichen 
      2. Umfeldfaktoren und Leitstellenhinweise zusammenführen
  9. Verhindere und erkenne Fixierungsfehler
    1. Sich auf eine frühe Hypothese zu versteifen, macht blind für Alternativen
    2. Praxisbeispiele:
      1. Differenzialdiagnosen aktiv prüfen
      2. Bei Abweichungen vom erwarteten Verlauf → bewusst umsteuern, mehrere Pläne
  10. Habe Zweifel und überprüfe genau → Double check! Nie etwas annehmen
    1. Bewusste Skepsis verhindert, dass Annahmen als Fakten behandelt werden
    2. Praxisbeispiele:
      1. Richtige Handhabe bei Medikamentengabe, gegenseitige Kontrolle
      2. Aussagen oder Beobachtetes prüfen
  11. Verwende Merkhilfen und schlage nach
    1. Checklisten, Algorithmen und SOP erhöhen die Zuverlässigkeit → besonders unter Stress
    2. Praxisbeispiele:
      1. Dosierungstabellen oder Apps
      2. Besonders bei nicht alltäglichen Situationen, wie Kindernotfällen → Checklisten, Dosierungstabellen oder Apps nutzen
  12. Re-evaluiere die Situation immer wieder
    1. Einsätze sind dynamisch, wiederholte Lagebeurteilung hält das Team adaptiv
    2. Praxisbeispiele:
      1. 10-für-10-Prinzip (10 Sekunden für die nächsten 10 Minuten) → Stand, Prioritäten und die nächsten Schritte
      2. Pläne ggf. neu anpassen oder umdenken
  13. Achte auf gute Teamarbeit - unterstützen und koordinieren
    1. Gute Teamarbeit sollte aktiv gestaltet werden, damit sie entlastend wirkt, sie sollte koordiniert werden und kooperativ sein
    2. Praxisbeispiele:
      1. Arbeit sichtbar machen und kommunizieren
      2. Tätigkeiten delegieren und übernehmen
  14. Lenke deine Aufmerksamkeit bewusst
    1. Jede Aufmerksamkeit ist begrenzt, aktives Fokussieren und „Task-Management“ verhindern Tunnelblick
    2. Praxisbeispiele:
      1. „One task at a time“ → Aufgaben auf das Team gerecht verteilen
      2. Störquellen reduzieren, Monitoring im Blick behalten
  15. Setze Prioritäten dynamisch
    1. Die Reihenfolge der Aufgaben folgt dem größten Nutzen für Sicherheit und Outcome und wird bei neuer Lage neu sortiert
    2. Praxisbeispiele:
      1. Schemata konsequent folgen und situativ flexibel anpassen
      2. Transportentscheidung priorisieren, wenn definitive Therapie zeitkritisch ist (z.B. bei Verdacht auf Schlaganfall)
 Info

Crew Resource Management im Rettungsdienst bedeutet mehr als nur „gute Teamarbeit“: Es ist ein strukturierter Sicherheitsstandard. Die 15 Leitsätze übersetzen Wissen über menschliche Faktoren in konkrete, sofort anwendbare Verhaltensweisen. Wer seine Umgebung kennt, vorausschauend plant, klar kommuniziert, Hypothesen überprüft und Prioritäten dynamisch setzt, erhöht die Patientensicherheit und schützt zugleich das Team.

10-für-10-Prinzip

Der Rettungsdienst ist von Natur aus Teamarbeit: die Besatzung besteht in der Regel aus mindestens zwei Personen, die gemeinsam für die Ziele, Aufgaben und Ergebnisse verantwortlich sind. Ein Team unterscheidet sich von einer bloßen Gruppe durch ein gemeinsames Ziel, kontinuierlichen Austausch, ein ausgeprägtes „Wir-Gefühl“ und gegenseitige Verantwortungsübernahme. Leistung und Erfolg entstehen aus dem Zusammenspiel externer Rahmenbedingungen (z.B. Aufgabentyp, Zusammensetzung und organisationsbedingte Unterstützung) und interner Prozesse (z.B. Kommunikation, Führung und Entscheidungsbereitschaft).

 Merke
Kernmerkmale Teamarbeit
  • Starkes Zugehörigkeitsgefühl und Engagement für das gemeinsame Ziel
  • Transparente Kommunikation, Ergänzung der individuellen Fähigkeiten und gegenseitige Unterstützung
  • Vertrauensvolle, zielorientierte und effiziente Zusammenarbeit mit hoher Leistungsfähigkeit

Phasen der Teamentwicklung (nach Tuckman):

Teams durchlaufen typischerweise fünf Entwicklungsphasen, sowohl im Einsatz als auch auf der Wache. Jede Phase stellt unterschiedliche Anforderungen an Führung, Kommunikation und Kooperation.

  • Forming (Orientierung): Menschen kommen zusammen, prüfen Rahmen und Ziel. Erwartungen, Rollen und Abläufe werden kurz geklärt
  • Storming (Auseinandersetzung/ Rollenklärung): unterschiedliche Sichtweisen und Zuständigkeiten treffen aufeinander; Reibung dient der Schärfung von Rollen und Regeln
  • Norming (Struktur/ Regeln): gemeinsame Standards, Kommunikationswege und Routinen entstehen → Vertrauen nimmt zu
  • Performing (Leistung/ Kooperation): das Team arbeitet fokussiert, ergänzt sich wechselseitig und agiert nahezu reibungslos
  • Adjourning (Auflösung): Auftrag beendet, Übergabe, Abschluss und Reflexion (Debriefing) sichern, Lernen für die nächste Zusammenarbeit

Da die Rollen oft vorgegeben sind (Fahrer:in und medizinische Führung), verlaufen Storming und Norming meist verkürzt. Bei Notarzteinsätzen durchläuft die Mannschaft den Zyklus praktisch mehrfach: beispielsweise zunächst im präklinischen Verbund (RTW trifft auf NEF) und anschließend erneut mit der Bildung eines neuen Teams beim Wechsel in die ZNA.

 Info
Interdisziplinäre Teams

Die rettungsdienstliche Versorgung ist regelmäßig interdisziplinär: Notfallsanitäter:innen, Rettungssanitäter:innen, Notärzt:innen, Pflegepersonal, Feuerwehr, Polizei, THW, Krisenintervention, Seelsorge u.a. arbeiten zusammen. 

Diese Zusammenarbeit ist nur wirksam, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: 

  • Gemeinsame Fachsprache
  • Ausgeprägte Kommunikationskompetenz (inklusive strukturierter Übergaben)
  • Gegenseitige Anerkennung der Fachkompetenz
  • Klare Kooperationsbereitschaft und geeignete Strukturen für den Austausch 

Das Ziel ist stets die optimale Patientenversorgung. Die Übergabe an die ZNA erfordert eine standardisierte Anmeldung und Übergabe, um Zeitverzug, Informationsverlust und Missverständnisse zu vermeiden.

Weitere Informationen zu interdisziplinären Teams findest du im Artikel Einsatz ist Teamarbeit.

Rollenverteilung im Team:

Rollen und Aufgaben sollten so verteilt werden, dass die individuellen Fähigkeiten der Mitarbeitenden bestmöglich zum Tragen kommen. Das rangdynamische Positionsmodell nach Raoul Schindler beschreibt typische Rollen sowie ihre Wechselwirkungen.

  • Alpha: führt, am Gruppen­ziel orientiert, abhängig von der Loyalität der Gruppe
  • Beta: fachlicher Experte, in wechselseitiger Abhängigkeit mit Alpha und potenziell dessen stärkster Herausforderer
  • Gamma: tragende Basis, leistet die Gruppenarbeit ohne Führungsanspruch
  • Omega: kritischer Gegenpol, benennt Missstände → oft negativ konnotiert, aber wichtig für Korrektur und Lernen

Rollen sind dynamisch und situativ veränderlich!

Konflikte im Team - Struktur, Typen und Steuerung:

 Definition
Konflikt

Ein Konflikt entsteht durch das Aufeinandertreffen unvereinbarer Wahrnehmungen, Interessen oder Ziele, das mindestens von einer Partei als beeinträchtigend empfunden wird.

Er zeigt sich im sichtbaren Verhalten, seine treibenden Kräfte liegen jedoch häufig in Zielen und Interessen sowie in Haltungen, Annahmen und Wertvorstellungen. Dieses „Konfliktdreieck“ (Verhalten - Ziele/ Interessen - Einstellungen) macht deutlich: wer nur die sichtbare Spitze (lautere Stimme, sarkastischer Kommentar, Befehlsverweigerung) behandelt, aber die Motive und Annahmen unberücksichtigt lässt, behandelt nur die Symptome, nicht die Ursachen.

Konfliktdreieck

Häufige Konfliktarten im Rettungsdienst:

  • Sachkonflikt: Uneinigkeit über den Weg zum gemeinsamen Ziel, z.B. Transport „load and go“ vs. längere Stabilisierung vor Ort
  • Beziehungskonflikt: Spannungen durch verletzende Kommunikation, Misstrauen, Emotionen, z.B. ironische Kommentare über Fahrfehler, Kränkung bleibt unadressiert
  • Rollenkonflikt: Unklare Zuständigkeiten oder widersprüchliche Erwartungen, z.B. NEF trifft spät ein, wer führt medizinisch, wer spricht mit Angehörigen?
  • Zielkonflikt: Unterschiedliche Prioritäten, z.B. Eigenschutz vs. Zeitdruck der Versorgung
  • Intra-/ Intergruppenkonflikte: Spannungen innerhalb des RTW-Teams oder zwischen Organisationen (RD – Feuerwehr – ZNA)
 Merke

Sachkonflikte sind oft verhandelbar, Beziehungs-/ Rollenkonflikte brauchen Klärung, Intergruppenkonflikte benötigen Schnittstellen-Management.

Eskalationsdynamik nach Glasl:

Glasl beschreibt Konfliktverläufe in neun Stufen, gebündelt in drei Bereiche:

  • Win - win (Stufen 1-3) → Sachliche Lösungen möglich
  • Win - lose (Stufen 4-6) → Sieg/ Niederlage-Logik dominiert
  • Lose - lose (Stufen 7-9) → Selbstschädigung wird in Kauf genommen
Eskalationsdynamik nach Glasl
Eskalationsdynamik nach Glasl
StufeErklärungMaßnahmen
Win - Win

1. Verhärtung

Meinungsunterschiede, spürbare Spannung

  • Ton wird knapper
  • Rechtfertigungen häufen sich
  • Versachlichen (Thema klären, nicht Person)
  • Aktives Zuhören
  • Gemeinsame Zielklärung („Was wollen wir beide für den Patienten/ für die Patientin erreichen?“)

2. Debatte/ Polemik

Polarisierung, Schwarz-Weiß-Denken

  •  „Immer/ Nie“-Aussagen
  • Schlagabtausch
  • Dialogformat statt Debatte
  • Fakten oder Dienstanweisungen einführen
  • Moderator:in bestimmen

3. Taten statt Worte

Man handelt ohne Absprache, um „Fakten zu schaffen“

  • Solo-Entscheidungen
  • Informationen werden nicht mehr geteilt
  • Transparenzpflicht
  • Kurze Time-outs zur Re-Synchronisation
  • Rollen explizit bestätigen
Win - Lose

4. Images und Koalitionen

Lagerbildung, Rufschädigung

  • Allianzen
  • Abwertende Etikette
  • Schnittstellen-Briefing
  • Neutrale Sprache
  • Gemeinsame Kennzahl als übergeordnetes Ziel, Führung moderiert

5. Gesichtsverlust

Moralische Vorwürfe, Unterstellung schlechter Absichten

  • Kränkungen
  • Rechtfertigungszwang
  • Wiederherstellung von Würde (Anerkennung, Entschuldigung)
  • Getrennte Vorgespräche
  • No-Blame-Rahmen, ggf. externe Moderation

6. Drohstrategien

Ultimaten, formale Beschwerden, Machtmittel

  • „Wenn du …, dann …“
  • Eskalationsandrohung
  • De-Eskalationsvereinbarung (Spielregeln, Fristen)
  • Schriftlich fixierte Prozessschritte
  • Vorgesetzten-/ Personalratseinbindung
Lose - Lose
7. Begrenzte Vernichtungsschläge
  • Schaden wird bewusst zugefügt (Diensttausch blockieren, üble Nachrede)
  • Trennung der Parteien (zeitlich, räumlich)
  • Verbindliche Auflagen
  • Dokumentation
  • Konfliktbearbeitung durch Mediation/ Supervision
8. Zersplittung
  • Systematische Vernichtung
  • Regeln werden ignoriert
  • Sabotage
  • Organisationsentscheidung:
    • Klare Weisungen
    • Ggf. Umstrukturierung der Zusammenarbeit
    • Compliance-Kontrolle 
9. Gemeinsam in den Abgrund
  • Selbstschädigung wird akzeptiert
  • Hauptziel ist der Gegenschaden
  • Konsequentes Eingreifen der Organisation (Personal- und Rechtsrahmen)
  • Schutz der Patient:innensicherheit und des Teams hat Vorrang vor Beziehungserhalt 

Vorgehen - von der Analyse zur Intervention:

Teamführung im Einsatz

Das Ziel der Führung besteht darin, alle verfügbaren Ressourcen - Menschen, Informationen und Mittel - so zu koordinieren, dass die Patientensicherheit und die Versorgungsqualität unter den gegebenen Rahmenbedingungen maximal sind. 

Das umfasst:

  • Klare Delegation: Aufgaben personen- und kompetenzgerecht verteilen, Verantwortlichkeiten benennen und zeitlich befristen
  • Interdisziplinäre Abstimmung: Schnittstellen (NEF, Feuerwehr/ Polizei, ZNA) aktiv einbinden, gemeinsame Ziele explizit machen
  • Fürsorgliche Einsatzsteuerung: Arbeitslast sichtbar halten, Überlastung vermeiden, Leistungsfähigkeit des Teams laufend berücksichtigen
  • Kommunikation als Führungsinstrument: adressiert sprechen, Closed-Loop einfordern, Re-Caps setzen

In der Praxis hat sich situative Führung bewährt: eine klare, entschlossene Linie ist bei Zeitdruck oder Gefahr erforderlich (autoritäres Element), während ein kooperativer Stil mit Beteiligung der Teammitglieder angemessen ist, sobald Lage und Zeit es erlauben (z.B. zur Entscheidungsfindung oder Ideengenerierung). Maßgeblich sind dabei Zeitdruck, Informationslage und Komplexität.

Führungskreis - kompakt und anwendungsorientiert:

Führungskreis - kompakt und anwendungsorientiert
  1. Lagefeststellung:
    1. Umgebung, Gefahren, Zugang und Fluchtwege, Ressourcen, Patient:innenzustand (xABCDE-Schema), Dynamik
    2. Leitsatz „Erst Sicherheit, dann Medizin“
    3. Output: kurzes Lagebild für alle
  2. Planung, Entschluss:
    1. Informationen gewichten, Optionen vergleichen, Mittel auswählen, Teamkonfiguration berücksichtigen
    2. Leitsatz „Ein klarer Plan bringt alle auf denselben Pfad“
    3. Output: priorisierte Maßnahmenfolge, mehrere alternative Pläne
  3. Befehlsgebung:
    1. Knapp, eindeutig, überprüfbar → enthält Einheit und Auftrag sowie Mittel, Ziel und Weg (Ablauffolge)
  4. Ausführung und Kontrolle:
    1. Umsetzung ist Pflicht aller Teammitglieder, Führung überwacht Fortschritt und fordert Closed-loop-Rückmeldungen ein, passt bei neuer Lage die Befehle an
    2. Leitsatz „Führen heißt überwachen der Befehlsausführung“
    3. Output: kurze Neuevaluierungen und Anpassungen bei Abweichungen

In präklinischen Lagen ist Kommunikation kein Beiwerk, sondern ein klinischer Wirkfaktor: Sie schafft Vertrauen, steuert Verhalten und reduziert Risiken. Häufig sind nichtmedizinische Zwischenfälle auf Kommunikationsfehler zurückzuführen. Daher ist soziale Interaktion im Einsatz mindestens ebenso wichtig wie Fachkompetenz.

 Info

Dieser Artikel befasst sich vorrangig mit der Gewaltprävention in Einsatzsituationen. Die Grundlagen der Kommunikation sind in einem separaten Artikel zu finden.

Grundprinzipien des Erstkontaktes und der Beziehungsgestaltung:

Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient:innen und Team wird in den ersten Sekunden aufgebaut. Dafür sind folgende Leitplanken wichtig: sich namentlich und mit Funktion vorstellen, Blickkontakt halten, die räumliche Distanz schrittweise verringern (die Intimzone nur mit Zustimmung betreten), aufmerksam zuhören, keine Fachsprache verwenden, Empathie zeigen und Aussagen klar, kurz und ohne unrealistische Versprechungen formulieren. Bei Zeitdruck ist knapp, freundlich und mit Blickkontakt anzukündigen, dass jetzt gehandelt werden muss. Diese Regeln gelten für alle Beteiligten am Einsatzort (Patient:innen, Angehörige, Ersthelfer:innen etc.).

 Info
Gewaltpräventiver Kern

Transparenz, Respekt und Partizipation reduzieren Bevormundungserleben 
→ Häufiger Trigger für Aggression 

Frühzeitiges Erklären und Einbinden wirkt deeskalierend und schützt Team und Patient:in.

Adressatengerechte Kommunikation mit spezifischen Personengruppen:

  • Angehörige und Ersthelfer:innen: Reaktionen sind individuell → respektieren, klar und einfach informieren, Emotionen spiegeln, Rückfragen zulassen, kleine Aufgaben können Sinn und Struktur geben
  • Kinder: KASPERLE-Schema
    • Kontakt auf Augenhöhe aufnehmen
    • Ablenkung
    • Situation altersgerecht erklären und ehrlich antworten
    • Personen, besonders Bezugspersonen, einbeziehen
    • Entscheidungsfreiheit lassen
    • Ruhe bewahren
    • Lieblingsstofftier oder andere Lieblingsgegenstände einbinden
    • Ernstnehmen (keine Babysprache, wenn nicht angemessen)
  • Sprachbarrieren: langsam sprechen, mit kurzen und einfachen Sätzen, ggf. mit verständlichen Gesten unterstützen
  • Ältere Menschen: Ruhe ausstrahlen, mehr Zeit einplanen (wenn vertretbar), Lautstärke und Wortwahl individuell anpassen, nicht stereotypisieren
  • Bedürftige und sozial benachteiligte Personen: wertschätzend, kongruente Mimik, Körpersprache und Verbalität, geschützten Gesprächsrahmen schaffen, Gefühle ernst nehmen, ggf. Hilfsangebote aufzeigen
  • Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen: Wertschätzung, neutrales Gesprächsthema zum Einstieg, keine autoritäre Haltung, Wahninhalte nicht wegdiskutieren, bei Erregung kann „Talk down“ helfen (s.u.)
  • Gewaltopfer: Körperkontakte vorab klar ankündigen, Entscheidungsräume lassen, möglichst Vertrauenspersonen einbeziehen → Schutz vor Retraumatisierung und Reduktion von Abwehrreaktionen
 Info
Gewaltpräventiver Kern für alle Gruppen

Würde, Wahlmöglichkeit und vorhersehbare Abläufe verringern subjektiven Kontrollverlust und damit Aggressionsneigung.

Explizite Ankündigungen vorn Berührungen und das Einholen von Zustimmung wirken deeskalierend, besonders bei Gewaltbetroffenen.

Talk down

 Definition
Definition und Ziel von Talk down

„Talk down“ bezeichnet die gezielte verbale Beruhigung stark erregter oder verwirrter Personen, typischerweise bei alkohol- oder drogenassoziierter Erregung, anderen Erregungszuständen oder im Kontext von Suizidalität. Das Ziel besteht in der Deeskalation bis hin zur Kurz-Anamnese (z.B. zu eingenommenen Substanzen oder nicht psychiatrischen Ursachen) und im Idealfall in der kompletten Beruhigung der Situation.

Prinzipien der Gesprächsführung:

  • Haltung: Sicherheit ausstrahlen, nie autoritär auftreten, keine Kritik am Gegenüber, nicht diskutieren
  • Verbal und nonverbal: ruhiger, gleichmäßiger, freundlicher Ton, kurze Sätze, Gespräch in Gang halten - auch bei Schweigen, Blickkontakt halten oder wieder herstellen
 Info
Gewaltpräventive Kernaussage

Talk Down ist ein primär deeskalierendes Verfahren. Eine antikonfrontative Haltung, eine klare und ruhige Sprache sowie eine kontrollierte Körpersprache reduzieren die Reaktanz, verhindern eine Eskalation und schaffen Raum für eine medizinische Beurteilung und Schutzmaßnahmen.

Prinzipien der Gewaltprävention:

  • Früh ansetzen: gleich zu Beginn Vertrauenssignale senden (Vorstellen, Blickkontakt, Zustimmung einholen) → so vermeidet man Bevormundungserleben (ein häufiger Auslöser für Aggression)
  • Vorhersehbarkeit schaffen: jeden nächsten Schritt kurz erklären, keine Fachsprache/ keine vagen Versprechen, Beschwerden ernst nehmen → das senkt Unsicherheit und Erregung
  • Wahlmöglichkeiten geben: kleine Entscheidungsräume (Lagerung, Reihenfolge kleiner Maßnahmen) stärken Autonomie und senken Abwehr
  • Berührung ankündigen: Körperkontakt immer klar ankündigen, besonders bei Gewaltopfern und Kindern
  • Haltung steuern: ruhige, respektvolle, nicht-autoritär konfrontative Haltung, keine Diskussionen oder Kritik → zentral im Talk down
  • Kommunikationsbarrieren aktiv abbauen: bei Sprachbarrieren langsam, einfach, mit Gesten sprechen, nonverbale Tools nutzen, Kommunikation nie abbrechen
  • Ressourcen einbeziehen: Angehörige/ Bezugspersonen gezielt einbinden, altersgerechte/ entwicklungsangepasste Strategien (z.B. KASPERLE-Schema)
  • Selbstkontrolle des Teams: paraverbale Signale (Stimmhöhe, Tempo) und Körpersprache kongruent zur Botschaft halten, Ruhe ausstrahlen
  • Brücke zum CRM/ TRM: eindeutige Teamkommunikation (z.B. klare Rollen, „Closed-Loop“) stabilisiert das Umfeld → je stabiler das Team, desto geringer das Eskalationsrisiko an den Patient:innen
 Definition

Team Resource Management (TRM) ergänzt Crew Resource Management (CRM) und verbessert die Leistung und Effektivität von Teams im Einsatz.  TRM fördert Zusammenarbeit, Kommunikation und Motivation, damit alle personellen Ressourcen optimal genutzt werden.

Ein effektives Team zeichnet sich aus durch:

  • Klare gemeinsame Ziele und Aufgaben
  • Strukturierte Führung
  • Offene Kommunikation und Kooperation
  • Gegenseitige Wertschätzung
  • Hohe Motivation

Durch funktionierende Teamarbeit entstehen entscheidende Vorteile:

  • Aufgabenverteilung nach individuellen Kompetenzen
  • Kompensation von Schwächen durch Teamstärken
  • Geringere Fehlerquote durch gegenseitige Kontrolle

Besonderheit im Rettungsdienst

Im Rettungsdienst entstehen häufig sogenannte Ad-hoc-Teams, da sich Teamkonstellationen ständig ändern, z.B. durch Schichtsysteme, Zusammenarbeit mit fremden Teams (beispielweise NEF aus dem Nachbarkreis) oder Einsätze mit Feuerwehr/Polizei.

Typische Herausforderungen:

  • Unklare Rollen und Hierarchien
  • Unterschiedliche Arbeitsweisen und Standards
  • Eingeschränkte Einschätzbarkeit der Kompetenzen
  • Zeitdruck bei gleichzeitig komplexen Entscheidungen
 Achtung

Trotz dieser Faktoren muss innerhalb kürzester Zeit ein funktionierendes Team entstehen.

AspektCRM (Crew Resource Management)TRM (Team Resource Management)
Fokus
  • Individuelles Verhalten & Sicherheit
  • Teamleistung & Zusammenarbeit
Ziel
  • Fehlervermeidung, Patientensicherheit
  • Effektive Nutzung aller Teamressourcen
Schwerpunkte
  • Kommunikation
  • Entscheidungsfindung
  • Situationsbewusstsein
  • Teamstruktur
  • Rollenverteilung
  • Motivation
Ebene
  • Individuum im Team
  • Gesamtes Team
Anwendung
  • Standardisierte Prinzipien für sicheres Handeln
  • Praktische Umsetzung im Teamalltag
Bedeutung im RD
  • Grundlage für sicheres Arbeiten
  • Entscheidend bei Ad-hoc-Teams
 Merke
Fokus auf klare Kommunikation

Häufig wechselnde Teams sind mit einer erhöhten Fehleranfälligkeit verbunden. Standardisierte Abläufe und klare Kommunikation sind daher essenziell.

 Definition

Das FORDEC-Prinzip beschreibt ein strukturiertes Vorgehen zur Entscheidungsfindung, insbesondere in komplexen und dynamischen Einsatzsituationen. Es unterstützt dabei, systematisch verschiedene Handlungsoptionen zu erfassen und diese hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile zu bewerten.

Ziel ist es, vorschnelle oder impulsive Entscheidungen zu vermeiden und stattdessen eine fundierte, nachvollziehbare Entscheidung im Sinne des gemeinsamen Einsatzziels zu treffen.

FORDEC-Prinzip

CRM:

  • Ursprung: aus der Luftfahrt in den 1970/80er Jahren, Adaption des „Crisis Resource Management“
  • Ziel: Fehler vermeiden, Ressourcen nutzen, Teamarbeit und Patient:innensicherheit steigern
  • 15 CRM-Leitsätze:
    1. Kenne deine Arbeitsumgebung
    2. Antizipiere und plane voraus
    3. Fordere Hilfe an - lieber früher als später
    4. Übernimm die Führungsrolle oder sei ein beharrliches Teammitglied
    5. Verteile die Arbeitsbelastung
    6. Mobilisiere alle verfügbaren Ressourcen
    7. Kommuniziere sicher und effektiv - sag, was dich bewegt
    8. Beachte und verwende alle vorhandenen Informationen
    9. Verhindere und erkenne Fixierungsfehler
    10. Habe Zweifel und überprüfe genau → Double check! Nie etwas annehmen
    11. Verwende Merkhilfen und schlage nach
    12. Re-evaluiere die Situation immer wieder
    13. Achte auf gute Teamarbeit - unterstützen und koordinieren
    14. Lenke deine Aufmerksamkeit bewusst
    15. Setze Prioritäten dynamisch
10-für-10-Prinzip

Gruppendynamik:

  • Team vs. Gruppe: gemeinsames Ziel, kontinuierlicher Austausch, „Wir-Gefühl“, gegenseitige Verantwortung unterscheiden Teams von bloßen Gruppen
  • Tuckman-Phasen: Forming → Storming → Norming → Performing → Adjourning, im RD teils verkürzt (vorgegebene Rollen), bei interdisziplinären Einsätzen mehrfacher Zyklus
  • Rollen:
    • Alpha: führt, abhängig von Loyalität
    • Beta: Expert:in, stärkste Herausforderung für Alpha
    • Gamma: tragende Basis
    • Omega: kritischer Gegenpol; wichtig für Korrektur
    • Rollen sind dynamisch
  • Konfliktdreieck: sichtbares Verhalten ↔ Ziele/ Interessen ↔ Einstellungen/ Annahmen → Symptome vs. Ursachen unterscheiden
  • Häufige Konfliktarten: Sach-, Beziehungs-, Rollen-, Ziel-, Intra-/Intergruppenkonflikte
  • Glasl-Eskalation (Stufen 1–9):
    1. Verhärtung: Meinungsunterschiede, spürbare Spannung 
    2. Debatte/ Polemik: Polarisierung, Schwarz-Weiß-Denken
    3. Taten statt Worte: Man handelt ohne Absprache, um „Fakten zu schaffen“
    4. Images und Koalitionen: Lagerbildung, Rufschädigung
    5. Gesichtsverlust: Moralische Vorwürfe, Unterstellung schlechter Absichten
    6. Drohstrategien: Ultimaten, formale Beschwerden, Machtmittel
    7. Begrenzte Vernichtungsschläge: Schaden wird bewusst zugefügt (Diensttausch blockieren, üble Nachrede)
    8. Zersplitterung: Systematische Vernichtung, Regeln werden ignoriert, Sabotage 
    9. Gemeinsam in den Abgrund: Selbstschädigung wird akzeptiert, Hauptziel ist der Gegenschaden
  • Interdisziplinäre Teams: Voraussetzungen sind gemeinsame Fachsprache, strukturierte Übergaben, Anerkennung der Kompetenzen, Kooperationsbereitschaft & Strukturen
    • Ziel: Optimale Patientenversorgung, standardisierte ZNA-Übergabe
    • Kernmerkmale: Zugehörigkeitsgefühl, transparente Kommunikation, Ergänzung der Fähigkeiten, hohe Leistungsfähigkeit
  • Teamführung im Einsatz:
    • Ziel der Führung: Ressourcen koordinieren, Patientensicherheit/ Qualität unter Rahmenbedingungen maximieren (Delegation, Schnittstellen, Fürsorge, Kommunikation)
    • Situative Führung: Klar und entschlossen bei Zeitdruck, kooperativ bei Zeit
    • Führungskreis:
      • Lagefeststellung
      • Planung/ Entschluss
      • Befehlsgebung
      • Ausführung/ Kontrolle

Gewaltprävention:

  • Früh ansetzen: gleich zu Beginn Vertrauenssignale senden (Vorstellen, Blickkontakt, Zustimmung einholen) → so vermeidet man Bevormundungserleben (ein häufiger Auslöser für Aggression)
  • Vorhersehbarkeit schaffen: jeden nächsten Schritt kurz erklären, keine Fachsprache/ keine vagen Versprechen, Beschwerden ernst nehmen → das senkt Unsicherheit und Erregung
  • Wahlmöglichkeiten geben: kleine Entscheidungsräume (Lagerung, Reihenfolge kleiner Maßnahmen) stärken Autonomie und senken Abwehr
  • Berührung ankündigen: Körperkontakt immer klar ankündigen, besonders bei Gewaltopfern und Kindern
  • Haltung steuern: ruhige, respektvolle, nicht-autoritär konfrontative Haltung, keine Diskussionen oder Kritik → zentral im Talk down
  • Kommunikationsbarrieren aktiv abbauen: bei Sprachbarrieren langsam, einfach, mit Gesten sprechen, nonverbale Tools nutzen, Kommunikation nie abbrechen
  • Ressourcen einbeziehen: Angehörige/ Bezugspersonen gezielt einbinden, altersgerechte/ entwicklungsangepasste Strategien (z. B. KASPERLE-Schema)
  • Selbstkontrolle des Teams: paraverbale Signale (Stimmhöhe, Tempo) und Körpersprache kongruent zur Botschaft halten, Ruhe ausstrahlen
  • Brücke zum CRM/ TRM: eindeutige Teamkommunikation (z. B. klare Rollen, „Closed-Loop“) stabilisiert das Umfeld → je stabiler das Team, desto geringer das Eskalationsrisiko am Patienten

Team Resource Management (TRM):

 Definition

Team Resource Management (TRM) ergänzt Crew Resource Management (CRM) und verbessert die Leistung und Effektivität von Teams im Einsatz.  TRM fördert Zusammenarbeit, Kommunikation und Motivation, damit alle personellen Ressourcen optimal genutzt werden.

AspektCRM (Crew Resource Management)TRM (Team Resource Management)
Fokus
  • Individuelles Verhalten & Sicherheit
  • Teamleistung & Zusammenarbeit
Ziel
  • Fehlervermeidung, Patientensicherheit
  • Effektive Nutzung aller Teamressourcen
Schwerpunkte
  • Kommunikation
  • Entscheidungsfindung
  • Situationsbewusstsein
  • Teamstruktur
  • Rollenverteilung
  • Motivation
Ebene
  • Individuum im Team
  • Gesamtes Team
Anwendung
  • Standardisierte Prinzipien für sicheres Handeln
  • Praktische Umsetzung im Teamalltag
Bedeutung im RD
  • Grundlage für sicheres Arbeiten
  • Entscheidend bei Ad-hoc-Teams

FORDEC-Prinzip:

 Definition

Das FORDEC-Prinzip beschreibt ein strukturiertes Vorgehen zur Entscheidungsfindung, insbesondere in komplexen und dynamischen Einsatzsituationen. Es unterstützt dabei, systematisch verschiedene Handlungsoptionen zu erfassen und diese hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile zu bewerten.

Ziel ist es, vorschnelle oder impulsive Entscheidungen zu vermeiden und stattdessen eine fundierte, nachvollziehbare Entscheidung im Sinne des gemeinsamen Einsatzziels zu treffen.

  • Luxem, J., Runggaldier, K., Karutz, H., Flake, F., Notfallsanitäter Heute, Elsevier, 2016, ISBN: 978-3437461958
  • Koch, S., Kuhnke, R., retten - Notfallsanitäter, Thieme, 2023, ISBN: 978-3132421219
Zuletzt aktualisiert am 27.05.2026
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