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Dimenhydrinat

13 Minuten Lesezeit
Dimenhydrinat Ampulle

Dimenhydrinat ist ein Antiemetikum aus der Gruppe der H1-Antihistaminika, das vor allem zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird. 

Es wirkt als kompetitiver Antagonist am H1-Histaminrezeptor und kann aufgrund seiner Lipophilie die Blut-Hirn-Schranke passieren, wodurch die antiemetische Wirkung vor allem im Brechzentrum der Area postrema vermittelt wird. 

Der Wirkeintritt erfolgt nach i.v.-Gabe meist innerhalb von etwa 2–5 Minuten, die Wirkdauer beträgt ungefähr 10 Stunden. Typisch sind sedierende und anticholinerge Effekte, weshalb insbesondere bei Engwinkelglaukom, Prostatahyperplasie oder Darmobstruktion eine kritische Indikationsstellung erforderlich ist. Dimenhydrinat kann zudem die QT-Zeit verlängern, weshalb bei Elektrolytstörungen, Bradykardie oder vorbestehenden Herzrhythmusstörungen ein EKG-Monitoring sinnvoll sein kann. 

Die sedierende Wirkung kann sich bei Kombination mit Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Medikamenten deutlich verstärken.

Lernkarte Dimenhydrinat
  • Wirkstoffklasse: Antiemetika, H1-Antihistaminika
  • Handelsnamen: z.B. Vomex A®, Dimenhydrinat-ratiopharm®, Dimenhydrinat AL®, Dimenhydrinat HEXAL®, Dimenhydrinat STADA®
Dimenhydrinat
Etikett: Dimenhydrinat
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Krampfanfälle (z.B. Eklampsie, Epilepsie)
  • Akuter Asthma-Anfall
  • Engwinkelglaukom
  • Long-QT-Syndrom
  • Alkoholmissbrauch
  • Überempfindlichkeit
  • Erwachsene: 62 mg i.v
  • Kinder: 1–2 mg/kgKG i.v.
  • Bei H1-Antihistaminika können anticholinerge Effekte auftreten → Kritische Indikation bei Engwinkelglaukom, Darmobstruktion, Prostatahypertrophie, Schwangerschaft
  • Strenge Indikation bei Kleinkindern <3 Jahren: Überdosierung kann lebensbedrohlich sein!
 Achtung

Bei Herzrhythmusstörungen, Elektrolytstörungen (Hypokaliämie, Hypomagnesiämie), Herzerkrankungen (Long-QT) und BradykardieEKG-Monitoring!

  • Wirkeintritt: 2–5 min
  • Wirkdauer: ca. 10 Std
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch zu mehreren inaktiven Metaboliten
  • Ausscheidung: überwiegend renal über den Urin
  • Dimenhydrinat ist ein kompetitiver Antagonist des H1-Histaminrezeptors
  • Aufgrund seiner Lipophilie kann es die Blut-Hirn-Schranke überwinden und seine antiemetische Wirkung im Brechzentrum (Area postrema) entfalten
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
    • Zentral dämpfende Substanzen (z. B. Benzodiazepine, Opioide, Alkohol)Verstärkte Sedierung und zentrale Dämpfung
    • Anticholinerge Medikamente (z. B. Atropin, trizyklische Antidepressiva)Verstärkte anticholinerge Nebenwirkungen
    • QT-verlängernde Medikamente (z. B. Amiodaron, Haloperidol)Erhöhtes Risiko für QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen
  • Sedierung
  • Mundtrockenheit
  • Verlängerte QT-Zeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Bei Kindern: Erregungszustände
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Antiemetika
  • ALIUD PHARMA GmbH: Fachinformation Dimenhydrinat AL 50 mg Tabletten, Stand: November 2020
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 13.03.2026
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