eFAST ist die Abkürzung für extended Focused Assessment with Sonography for Trauma und entstand aus der Notwendigkeit heraus, lebensbedrohliche Verletzungen im Schockraum schnell zu erkennen. Mittlerweile ist die Notfallsonographie ein essentieller Bestandteil im Rahmen des sogenannten „primary survey“ in der Schockraumversorgung.
Vorteile
Für die allermeisten Fragestellungen liefert die Sonographie keine genaueren Ergebnisse als ein CT, dafür hat sie aber andere Stärken:
Sie ist schnell: Ein:e erfahrene:r Untersucher:in braucht für eine Untersuchung ca. 2-3 Minuten
Keine Strahlenbelastung: Großer Vorteil v.a. bei Kindern und Schwangeren
Nicht invasiv: Für ein Trauma-CT braucht man dagegen eine Aufnahme mit Kontrastmittel, was Anaphylaxien und/oder eine Nierenschädigung verursachen kann. Nicht zu vernachlässigen ist natürlich auch die Strahlenbelastung. Bei klinisch stabilen und äußerlich unverletzten Patient:innen kann eine unauffällige Sonographie bei der Entscheidung helfen, auf ein CT zu verzichten
„Live Performance“: Die Sonographie ist eine dynamische Bilddarstellung, d.h. man kann z.B. das Herz oder die Pleura im zeitlichen Verlauf beobachten
Beliebig oft wiederholbar: Oft braucht man engmaschige Verlaufskontrollen, was schon allein aus logistischen Gründen mittels CT nicht durchführbar ist
Überall einsetzbar: Sonographiegeräte sind mobil und mittlerweile im „Taschenformat“ auch zunehmend in der Präklinik verbreitet
Merke
In der Schwerverletztenversorgung ersetzt die Sonographie kein CT: Sie ermöglicht jedoch eine rasche Ersteinschätzung, hilft bei der Priorisierung der weiteren Diagnostik und unterstützt dabei, zeitkritische lebensrettende Maßnahmen frühzeitig einzuleiten.
Schwere Verletzungen sind in der Notfallsonographie vor allem durch zwei Dinge gekennzeichnet: Freie Flüssigkeit (meistens Blut) und Luft. Der Nachweis dieser deutet somit auf eine potentiell lebensbedrohliche Verletzung hin.
Achtung
Grundsatz: Treat first, what kills first!
Bitte einloggen
Damit wir Dir weiterhin Inhalte in hoher Qualität bieten können, ist dieser Teil des Artikels nur für registrierte Nutzer:innen zugänglich. Logge dich ein oder teste Mediknow jetzt kostenlos.
Ablauf
Da ein eFAST schnelle und vor allem relevante Informationen für die weitere Behandlung liefern soll, ist der Ablauf standardisiert, sollte stets in der gleichen Reihenfolge erfolgen und aus Zeitgründen nicht auf andere Bereiche ausgedehnt werden. Man beschränkt sich deswegen auf die Untersuchung folgender Regionen:
Es empfiehlt sich, das Schema zu verwenden, das im jeweiligen Haus bereits etabliert ist.
Bitte einloggen
Damit wir Dir weiterhin Inhalte in hoher Qualität bieten können, ist dieser Teil des Artikels nur für registrierte Nutzer:innen zugänglich. Logge dich ein oder teste Mediknow jetzt kostenlos.
Absolute Kontraindikationen
Absolute Kontraindikationen im engeren Sinn gibt es keine. Grundsätzlich sollte man sich jedoch die Frage stellen, ob vor dem eFAST noch dringendere Maßnahmen durchgeführt werden sollten, z.B. bei einer arteriellen Blutung oder einer Atemwegsverlegung.
Bitte einloggen
Damit wir Dir weiterhin Inhalte in hoher Qualität bieten können, ist dieser Teil des Artikels nur für registrierte Nutzer:innen zugänglich. Logge dich ein oder teste Mediknow jetzt kostenlos.
Relative Kontraindikationen
Offene Wunden, frische OP-Narben, Verbrennungen
Hier gilt es, den potentiellen Nutzen gegenüber möglichen Infektionen abzuwägen. Ggf. ist eine CT-Untersuchung bei stabilen Patient:innen eine sinnvolle Alternative
Extremer Schmerz durch Druck der Sonographiesonde
Schmerzintensive Frakturen oder Begleitverletzungen können die Sonographie erschweren oder sogar unmöglich machen. Eine adäquate Analgesie ist deshalb Grundvoraussetzung
Fremdkörper im Untersuchungsgebiet
Besonders bei Perforationstraumen durch Messer, Metallstäbe o.ä. sollte keine Manipulation stattfinden, um keine weiteren Verletzungen oder Blutungen in der Tiefe zu riskieren
Bitte einloggen
Damit wir Dir weiterhin Inhalte in hoher Qualität bieten können, ist dieser Teil des Artikels nur für registrierte Nutzer:innen zugänglich. Logge dich ein oder teste Mediknow jetzt kostenlos.
Limitationen
In vielen Situationen kann die Bildqualität so stark beeinträchtigt sein, dass man erwägen sollte, das eFAST abzubrechen bzw. nur teilweise durchzuführen. Da eine schlechte Bildqualität sehr oft mit zeitintensiven Versuchen einhergeht, diese zu verbessern, sollte man kritisch abwägen, ob man diese Zeit auch wirklich investieren muss.
Folgende Gründe erschweren die Sonographie erheblich:
Thorax mit Subkutanemphysem:
Durch die Luft im Weichteilgewebe kann eine Beurteilung der darunterliegenden Strukturen unmöglich werden
Adipositas:
Kann je nach Ausprägung vor allem eine Beurteilung des Perikards extrem schwierig machen
Bandagen/Verbände/Drainagen:
Behindern das Schallfenster. Ggf. vorübergehend entfernen falls möglich
Spezielle funktionelle Grenzen:
Folgende exemplarische Befunde können nicht zu erkennen sein:
Retroperitoneale Blutungen (z.B. Nierenruptur)
Zwerchfellverletzungen, Darmperforationen
Kleine Flüssigkeitsmengen <200ml
Achtung
Ein unauffälliges eFAST schließt einen lebensbedrohlichen Zustand des Patienten/ der Patientin nicht aus!
Bitte einloggen
Damit wir Dir weiterhin Inhalte in hoher Qualität bieten können, ist dieser Teil des Artikels nur für registrierte Nutzer:innen zugänglich. Logge dich ein oder teste Mediknow jetzt kostenlos.
Indikationsstellung
Eine eFAST-Untersuchung ist dann indiziert, wenn der Unfallmechanismus oder Begleitverletzungen auf potentiell lebensbedrohliche Verletzungen hindeuten. Da es sich um ein nicht invasives Verfahren handelt, sollte die Indikation großzügig gestellt und bei Bedarf die Untersuchung auch wiederholt werden.
Bitte einloggen
Damit wir Dir weiterhin Inhalte in hoher Qualität bieten können, ist dieser Teil des Artikels nur für registrierte Nutzer:innen zugänglich. Logge dich ein oder teste Mediknow jetzt kostenlos.
Vorbereitung des Patienten/ der Patientin
Besprechung im Team, ob keine anderen dringenden Maßnahmen anstehen
Lagerung: Rückenlage, falls stabil leicht erhöht. Keine Umlagerungsmanöver, v.a. bei Immobilisation
Exposition: Kleidung im Thorax- und Abdomenbereich aufschneiden, nicht ausziehen
Monitoring/Zugänge: EKG-Kabel, Beatmungsschläuche etc. so platzieren, dass sie nicht an der Sonde hängenbleiben
Stromzufuhr/Akku des Geräts kontrollieren, richtigen Modus auswählen
Ultraschallgel großzügig auftragen
Bitte einloggen
Damit wir Dir weiterhin Inhalte in hoher Qualität bieten können, ist dieser Teil des Artikels nur für registrierte Nutzer:innen zugänglich. Logge dich ein oder teste Mediknow jetzt kostenlos.
Die Wahl der richtigen Sonde
Für die beste Bildqualität werden je nach Untersuchung unterschiedliche Sonden verwendet:
Pleura: Linearsonde
Perikard: Phased-Array-Sonde
Abdomen: Konvexsonde
Struktur
Sonde
Pleura
Linearsonde
Perikard
Phased-Array-Sonde
Abdomen
Konvexsonde
Beim Wechsel auf eine andere Sonde muss diese am Gerät manuell ausgewählt werden. Bei „minimalistischen“ Geräten mit nur einem Anschluss muss man die gewünschte Sonde vorher umstecken.
Tipp
Viele Anwender:innen verzichten auf den zeitraubenden Wechsel der Sonden und benutzen ausschließlich die Konvexsonde. Oft ist das für die jeweilige Fragestellung ausreichend. Erst bei einem unklaren Befund wird dann auf die geeignetere Sonde gewechselt.
Bitte einloggen
Damit wir Dir weiterhin Inhalte in hoher Qualität bieten können, ist dieser Teil des Artikels nur für registrierte Nutzer:innen zugänglich. Logge dich ein oder teste Mediknow jetzt kostenlos.
Zuletzt aktualisiert am 16.12.2025
Vorheriger Artikel
Sonographisch gesteuerte Gefäßpunktionen
Nächster Artikel
Notfallsonographie: Perikard/Herz
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz