Der 73-jährige Patient stellt sich mit einer hochgradigen Mitralklappeninsuffizienz elektiv zur Versorgung vor. Zuvor befand er sich aufgrund eines Vorhofflimmerns zur Pulmonalvenenisolation in Behandlung (siehe
Linksanteriorer Hemiblock und Sinusrhythmus
Auswertung
Frequenz: Mit 61 Schlägen pro Minute liegt eine normale Herzfrequenz vor (normofrequent).
Rhythmik: Das EKG ist rhythmisch. Wir erkennen weiterhin normwertig konfigurierte
P-Wellen, auf die immer ein QRS-Komplex folgt. Es liegt somit ein Sinusrhythmus vor.
Lagetyp: Da die Ableitungen I positiv und II sowie III negativ sind, liegt ein überdrehter Linkstyp vor.
P-Wellen: Die Artefakte im EKG sollten nicht mit einem Vorhofflimmern verwechselt werden. Es liegt ein Sinusrhythmus vor.
QRS-Komplex: Der QRS-Komplex ist 110 ms breit. Es liegt somit ein inkompletter Schenkelblock vor. Die SR‘-Konfiguration in V1 deutet auf einen inkompletten Rechtsschenkelblock hin. Der überdrehte Linkstyp und die S-Persistenz in V6 sprechen für einen linksanterioren Hemiblock.
Erregungsrückbildung: Die ST-Strecke ist isoelektrisch. Die T-Welle ist positiv mit geringer Amplitude. Es liegen keine signifikanten Erregungsrückbildungsstörungen vor.
Bewertung: In diesem Beispiel liegt ein inkompletter Rechtsschenkelblock und ein linksanteriorer Hemiblock vor. Es ergeben sich keine Kontraindikationen für den geplanten Mitraclip. Der Patient befindet sich nach der Pulmonalvenenisolation weiterhin im Sinusrhythmus.
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht - Schenkelblöcke
Herzklappenerkrankungen: Übersicht - Mitralklappeninsuffizienz

