In diesem Beispiel seid ihr elektrophysiologischer Oberarzt und euch wird ein 40-jähriger Patienten mit intermittierenden Tachykardien vorgestellt.
WPW-Syndrom
Auswertung
Frequenz: Mit 48 Schlägen pro Minute liegt ein bradykarder Rhythmus vor.
Rhythmus: Das EKG ist rhythmisch, es liegt ein Sinusrhythmus vor.
Lagetyp: Es liegt ein Linkstyp vor.
Lagetyp: P-Welle: Es lassen sich uniforme P-Wellen identifizieren, auf die ein
QRS-Komplex folgt. Es liegt ein Sinusrhythmus vor. Die PQ-Zeit, also die Zeit vom Ende der P-Welle bis zur Q-Zacke ist verkürzt.
QRS-Komplex: Der QRS-Komplex ist mit 110 ms verbreitert und rechtsschenkelblockartig deformiert. Weiterhin lässt sich zu Beginn ein träger Anstieg der R-Zacke erkennen. Dieser wird auch als Delta-Welle bezeichnet.
Erregungsrückbildung: In aVL liegt eine negative T-Welle vor.
Bewertung: In diesem Beispiel besteht ein WPW-Syndrom, das zu den Präexitationssyndromen gehört. Es liegt neben dem AV-Knoten eine zusätzliche Leitungsbahn zwischen Vorhöfen und Kammern vor. Man erkennt dies an der verkürzten PQ-Zeit und der Delta-Welle. Diese entsteht, da die Erregung über eine zusätzliche Leitungsbahn verläuft und die Erregung der Kammern verfrüht über einen unphysiologischen Weg verläuft. Aktuell besteht bei dem Patienten ein bradykarder Sinusrhythmus. Es kann jedoch auch zu kreisenden Erregungen zwischen dem AV-Knoten und der akzessorischen Bahn und somit zu Tachykardien kommen.
Im
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht - WPW-Syndrom
- Supraventrikuläre Tachykardien
- AV-Reentry-Tachykardien

