Ein 88-jähriger Patient stellte sich aufgrund einer hochgradigen Aortenklappenstenose vor. Aufgrund seines Alters soll er einen transfemoralen interventionellen Aortenklappenersatz mittels TAVI erhalten.
Folgend findet ihr das Aufnahme-EKG vor der TAVI.
Normales EKG
Auswertung
Frequenz: Mit 75 Schlägen pro liegt eine normale Herzfrequenz vor (normofrequent).
Rhythmik: Das EKG ist rhythmisch. Wir erkennen normwertig konfigurierte P-Wellen auf die immer ein QRS-Komplex folgt. Es liegt somit ein Sinusrhythmus vor.
Lagetyp: Da die Ableitungen I und II positiv sind und III negativ ist, liegt ein Linkstyp vor.
P-Wellen: Die P-Wellen haben eine normale Morphologie. In aVR ist eine negative
P-Welle physiologisch. In aVL sollte die P-Welle jedoch positiv sein. In diesem Beispiel liegt eine negative P-Welle, jedoch ohne Krankheitswert vor. Das PQ-Intervall ist mit 190 ms normal.
QRS-Komplex: Der QRS-Komplex ist 100 ms breit und normal konfiguriert mit R/S-Umschlag in V3/V4.
Erregungsrückbildung: Die ST-Strecke ist isoelektrisch. Die T-Welle ist positiv. In V2 liegt eine hohe T-Welle vor, dies könnte z.B. ein Hinweis auf einen ausgeprägten Vagotonus oder eine Hyperkaliämie sein. Die QT-Zeit ist mit 400 ms normwertig. Es sollte die frequenzkorrigierte QTc-Zeit berechnet werden.
Bewertung: In diesem Beispiel liegt ein unauffälliges EKG vor. Der Patient erhielt die TAVI. Das postinterventionelle EKG ist im
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht Herzklappenerkrankungen: Übersicht - Aortenklappenstenose
- Transcatheter Aortic Valve Implantation (TAVI)

