Der im
Neuer inkompletter Linksschenkelblock nach TAVI
Auswertung
Frequenz: Mit 87 Schlägen pro liegt eine normale Herzfrequenz vor (normofrequent).
Rhythmik: Das EKG ist rhythmisch. Wir erkennen in V1 normwertig konfigurierte
P-Wellen auf die immer ein QRS-Komplex folgt. Es liegt somit ein Sinusrhythmus vor.
Lagetyp: Da die Ableitungen I und II positiv sowie III negativ sind, liegt ein Linkstyp vor.
P-Wellen: Die P-Wellen sind aufgrund von Verwackelungen in den Extremitätenableitungen schwer zu erkennen. In V1 erkennt man die P-Wellen. Das PQ-Intervall ist grenzwertig normal.
QRS-Komplex: Der QRS-Komplex ist 112 ms breit. In V5 liegt eine M-Konfiguration vor. Der obere Umschlagspunkt in V6 liegt hinter dem in V1. Es besteht somit ein inkompletter Linksschenkelblock. Ab 120 ms würde man von einem kompletten Schenkelblock sprechen.
Erregungsrückbildung: In V1, V2, V3 bestehen angedeutete ST-Streckenhebungen und in V5 und V6 T-Negativierungen. Diese sind bei einem Linksschenkelblock normal.
Bewertung: Der Patient hat nach der TAVI einen neuen inkompletten Linksschenkelblock entwickelt. Da die neue Herzklappe mit einem Ballonkatheter in die Aorta/ den linken Ausflusstrakt gedrückt wird und dieser in direkter Nähe zum Reizleitungssystem liegt, sind AV-Blöcke und Linksschenkelblöcke nach TAVI eine häufige Komplikation. Daher erhalten alle Patienten nach TAVI regelmäßig EKGs.
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht - Schenkelblöcke
Herzklappenerkrankungen: Übersicht - Aortenklappenstenose
- Transcatheter Aortic Valve Implantation (TAVI)

