Es stellt sich ein junger Patient über die ZNA mit einer Tachykardie vor. Um die Tachykardie zu beenden, verabreicht ihr Adenosin und erhaltet folgenden EKG-Befund.

AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT)
Auswertung
Frequenz: Zur Bestimmung der Frequenz sollten wir uns im Optimalfall einen 30-sekündigen EKG-Abschnitt anschauen und die Anzahl der QRS-Komplexe zählen. In diesem Beispiel haben wir eine Schreibgeschwindigkeit von 25 mm/s. Ein großes Kästchen ist also 200 ms lang. In diesem Beispiel haben wir also in 2 Sekunden 8
QRS-Komplexe. Auf 60 Sekunden hochgerechnet wäre dies eine Herzfrequenz von 240 pro Minute. Es liegt eine Tachykardie vor.
Rhythmik: Die einzelnen Komplexe sind rhythmisch.
Lagetyp: Es lässt sich ein Links- bis überdrehter Linkslagetyp erkennen.
P-Wellen: Es lassen sich keine P-Wellen erkennen, somit liegt kein Sinusrhythmus vor.
QRS-Komplex: Der QRS-Komplex ist nicht über 100 ms verbreitert.
ST-Strecke: Es lässt sich ein muldenförmiges S erkennen. Es ergeben sich sonst keine Hinweise auf Erregungsrückbildungsstörungen.
Bewertung: Im ersten Teil liegt eine AVNRT vor.
Wir erkennen zusätzlich eine Änderung des Rhythmus im zweiten Teil des EKGs. In diesem Abschnitt liegt ein Sinusrhythmus vor.
Zur Terminierung einer AVNRT können die Patienten im Notfall Adenosin erhalten. Dies ist in diesem Beispiel geschehen. Adenosin führt zu einer vorübergehenden Blockierung des AV-Knotens und kann so die AVNRT beenden.
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht - AV-Knoten Reentry Tachykardien
- Supraventrikuläre Tachykardien
- Adenosin

