In der ZNA stellt sich eine 84-Jährige Patientin mit starken Bauchschmerzen seit 3 Stunden vor.

STEMI (inferiorer Unterwand-/Hinterwandinfarkt)
Auswertung
Frequenz: Da in diesem EKG der Maßstab nicht 100% korrekt ist, haben wir euch unten links die Herzfrequenz angegeben.
Rhythmik: Das EKG ist rhythmisch. Wir erkennen weiterhin normwertig konfigurierte
P-Wellen auf die immer ein QRS-Komplex folgt. Es liegt somit ein Sinusrhythmus vor.
Lagetyp: Da die Ableitungen I, II und III positiv sind und aVL betragsmäßig negativ ist, liegt ein Steiltyp vor.
P-Wellen: Auf die P-Wellen sind wir bereits eingegangen.
QRS-Komplex: In den Ableitungen II, III und aVF lässt sich eine deutliche Q-Zacke erkennen. Der QRS-Komplex ist nicht über 100 ms verbreitert. Es findet sich ein regelrechter R/S-Umschlag in V1/V2.
Erregungsrückbildung: Es lassen sich signifikante ST-Streckenhebungen in II, III und aVF erkennen. Weiterhin findet sich in Ableitung I und aVL eine Senkung der ST-Strecke. Die T-Welle ist in den Ableitungen I und aVL negativ.
Bewertung: In diesem Beispiel liegt ein STEMI vor. Es besteht ein inferiorer Unterwand-/Hinterwandinfarkt. Bei Frauen kann sich ein STEMI auch in atypischen Beschwerden, wie z. B. Bauchschmerzen oder Übelkeit äußern.
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht ST-Hebungs-Myokardinfarkt im EKG - STEMI
- Erregungsrückbildungsstörungen
- STEMI-Äquivalente
Fallbeispiel gerinnungshemmende Therapie bei STEMI

