Dieses EKG wurde bei einem 91-jährigen Patienten geschrieben, der sich über die Notaufnahme mit Luftnot vorstellte. Es zeigte sich klinisch das Bild einer kardialen Dekompensation.
Ventrikuläre Extrasystole
Auswertung
Frequenz: Mit 90 Schlägen pro Minute liegt eine normale Herzfrequenz vor (normofrequent).
Rhythmik: Das EKG ist arrhythmisch. Es liegen unterschiedlich konfigurierte
QRS-Komplexe vor hinter denen eine Pause folgt. Abgesehen von den Extraschlägen liegt ein regelmäßiger Sinusrhythmus vor.
Lagetyp: Da die Ableitungen I, II und III positiv sowie aVL betragsmäßig positiv sind, liegt ein Indifferenztyp vor.
QRS-Komplex: Der QRS-Komplex ist nicht verbreitert. Es liegt kein Blockbild vor. Es bestehen jedoch vereinzelt ventrikuläre Extrasystolen. Diese erkennt man daran, dass ein QRS-Komplex ohne vorherige P-Welle frühzeitig einfällt. Dieser ist aufgrund der intraventrikulären Erregungsentstehung verbreitert. Es folgt eine kompensatorische Pause.
Erregungsrückbildung: Es lassen sich keine ST-Hebungen und nahezu isoelektrische
T-Wellen erkennen. Die Erregungsrückbildung ist nach den Extrasystolen verändert. Dies ist bei ventrikulären Extrasystolen normal und hat keinen Krankheitswert.
Bewertung: Es liegt ein überwiegend normales EKG mit vereinzelten Extrasystolen vor. Einzelne Extrasystolen haben keinen direkten Krankheitswert und können die Ursache für die kardiale Dekompensation nicht hinreichend erklären.
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht - Extrasystolen
- Kardiale Dekompensation
- Herzinsuffizienz

